Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn , hat die Untersuchung zum Einsatz von DDR-Häftlingen in der Produktion des Möbelherstellers Ikea kritisiert. "Bei der Vorstellung des Berichts hat Ikea nicht beantwortet, warum es damals nicht konsequent gehandelt hat, obwohl es von dem Einsatz politischer Häftlinge in Produktionsstätten der DDR wusste", sagte Jahn der Mitteldeutschen Zeitung . "Der Hinweis auf die vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen ist nicht hilfreich, der Maßstab der Menschenrechte galt damals wie heute."

Der schwedische Konzern hatte die Untersuchung selbst in Auftrag gegeben. Für die Untersuchung wurden nach Angaben des Unternehmens Dokumente aus Ikea-Archiven sowie Bundes- und Landesarchiven ausgewertet. Zudem wurden 90 Gespräche mit aktiven und ehemaligen Mitarbeitern von Ikea sowie mit Betroffenen, Beteiligten und Zeitzeugen geführt. Am gestrigen Freitag wurde die Untersuchung im Bildungszentrum der Stasi-Unterlagen-Behörde im Beisein Jahns präsentiert.

Der Geschäftsführer von Ikea Deutschland, Peter Betzel, hatte während der Präsentation eingeräumt, dass sein Unternehmen von der Beschäftigung politischer Gefangener im Interesse von Ikea gewusst habe. Zugleich hatte Betzel gesagt, dass das Unternehmen darauf gedrängt hatte, dass diese Beschäftigung aufhöre. Wie genau das geschah, sagte Betzel nicht. Die Untersuchung soll unter Hinweis auf datenschutzrechtliche Gründe unter Verschluss bleiben. Jahn forderte, Ikea müsse den Opfern gerecht werden. "Es geht um Menschen und nicht um Möbel."