MietpreiseMieterbund-Chef warnt vor Wohnungsmarkt-Katastrophe

In Groß- und Universitätsstädten fehlen schon jetzt preiswerte Wohnungen. Dieser Trend wird sich noch verschärfen, ist sich der Präsident des Mieterbunds sicher. von afp

Angesichts steigender Mieten und Energiepreise hat der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, vor dramatischen Zuständen auf dem Wohnungsmarkt gewarnt. Schon heute hätten viele Menschen "massive Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden", sagte Rips dem Focus . "Dieser Trend wird sich weiter verschärfen."

Rips zufolge steuern Groß- und Universitätsstädte , in denen es bereits jetzt an preiswerten Wohnungen fehle , "auf eine mittlere Katastrophe zu". Die Verteuerung der Wohnkosten treffe nicht nur Einkommensschwache, Rentner und Studenten. "Auch normal- und sogar viele gutverdienende Haushalte können das nötige Geld kaum noch aufbringen." Ein großes Problem sei die wachsende Altersarmut. "Wenn die Menschen künftig weniger Rente bekommen, aber immer höhere Wohnkosten zahlen müssen, dann ist das ein brandgefährlicher Zustand", sagte Rips. "Niemand sollte die soziale Sprengkraft unterschätzen".

Anzeige

An die Politiker appellierte der Mieterbund-Chef, schleunigst neue Wohnkonzepte zu entwickeln. "Schon bei der Bundestagswahl 2013 wird es – neben der Energiefrage – auf die Wohnungsfrage ankommen." Massive Kritik übte Rips an Verkäufen kommunaler Wohnungsbestände. "Immer mehr ausländische Investoren, die das schnelle Geld machen wollen, stürzen sich auf den deutschen Wohnungsmarkt." Dabei habe sich bereits gezeigt, welche Risiken ein Verkauf öffentlicher Wohnungen an Immobilienfirmen berge: Entweder vernachlässige der neue Eigentümer aus Kostengründen die Instandhaltung oder es gebe Luxussanierungen.

Aus Protest gegen hohe Mieten und die Verdrängung von Mietern aus ihren Stadtteilen gingen am Samstag mehrere Tausend Menschen in drei Großstädten auf die Straße. In Hamburg demonstrierten nach Angaben der Veranstalter 4.000 Menschen, in Berlin mehr als 1.000. In Freiburg beteiligten sich 500 Demonstranten an den Protesten.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. "Deutschland ging gestärkt aus der Krise hervor".

    "An die Politiker appellierte der Mieterbund-Chef, schleunigst neue Wohnkonzepte zu entwickeln."
    Ich wage gar nicht, darüber nachzudenken, welches Konzept die derzeitige und sogar die Wechselregierung (wir fallen ja immer von Schwarz nach Rot und zurück) dann in Angriff nehmen könnten.

    Natürlich hat man recht, es besteht Bedarf. Aber, eigentlich, sollte doch ein Konzept schon länger bestehen, denn die Entwicklung ist nun keine, die plötzlich vom Himmel fiel.

    Nun haben wir die Banken gerettet, den Niedrig(st)lohnsektor ausgebaut und lassen uns von der Pressestelle erklären, wie toll es uns doch eigentlich geht. Aber ein Konzept? Auf dem Wohnungsmarkt? Zur Unterstützung der Geringverdiener?

    So viel Wein habe ich gar nicht zu Hause, dass ich mir da schnelles und sinnvolles Handeln vorstellen könnte. Die Menschen, die vor nicht allzu langer Zeit die Bildung verteuerten und die Bereiche Bildung und Soziales generell zusammenschrumpften, haben beim Konzept für den Wohnungsmarkt nur eine Klientel im Auge. Und das meint nicht die Geringverdiener.

    Stellt das jemand in Frage?

  2. Ich möchte Ihnen hier Recht geben und widersprechen. Ganz klar ist es fehlt an sozialem Wohnungsbau. Es fehlt auch an "öffentlichem" Wohnungsbau, also an geplanten Projekten, welche nicht ausschließlich Gewinndenken unterliegen.

    Dennoch glaube ich, dass es einen Markt für Wohnungen gibt und dieser auch funktioniert. Das "Problem" ist, die Menschen sehen ihren Wohnort als "Gott gegeben". Wenn die Miete steigt, weil der Wohnort sehr beliebt ist, ist das ein Beispiel für das Funktionieren des Marktes. Kann ich mir diese Miete nicht leisten muss ich wegziehen oder kann nicht in diese Stadt bzw. ins Zentrum ziehen, sondern muss in günstigeren Vierteln wohnen. Markt. Kann ich mir kein Audi A8 leisten, dann muss ich mit einem Kia vorliebnehmen.

    Was durchaus problematisch ist, dass viele Wohnungen leer stehen, weil die Eigentümer vor der Vermietung zurückschrecken. Das ist der Situation geschuldet, dass es in wenigen anderen Ländern so schwer ist, einen säumigen Mieter aus dem Objekt zu bekommen. Gerade wenn es um Wohnungen für Menschen in sozialer Schieflage geht, ist man vorsichtig. Ein Mietnomade hinterlässt einen Schaden von mehreren 10.000 Euro, welchen den Eigentümer auch in den Ruin stürzen kann. Aus diesem Gesichtspunkt scheint die "Nichtvermietung" aus Unsicherheit oft "wirtschaftlicher". Hier würde nur eine Änderung der Gesetze Abhilfe schaffen. Der Weisheit letzter Schluss ist auch das nicht.

    Antwort auf
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie verdienen entweder sehr viel Geld oder aber sie Wohnen in Gegenden mit normalen Mitpreisen.

    Ziehen sie nach Hamburg und sie sehen die MENSCHENMENGEN die sich bei Wohnungsbesichtigungen Türmen, wenn günstiger Wohnraum vergeben wird. Selbst Rand und Problem Bezirke in Hamburg werden immer stärker umkämpft.

    Ich war schon bei Wohnungsbesichtigungen, wo sie einen nicht mehr in die Wohnung rein gelassen haben weil es soviele interesenten gab.

    Man hat den Menschen gesagt sie sollen flexibel sein und dahin ziehen wo die Arbeit ist. Sie waren felexibel und sind dahin gezogen. Nur leben können sie da nicht.

    Niemand redet davon das die Menschen im Zentrum leben wollen. Es ist schon der Stadtrand der ihnen verwehrt wird.
    Super wenn der Markt funktioniert! Nur doof wenn die Menschen dadurch verdrängt werden.

    Mal ganz abgesehen davon, das durch längere Strecken zur Arbeit Verkehrsprobleme entstehen und durch die Pendlerpauschale die Staatskasse belastet wird.
    Auch kann sich nicht jeder ein Auto leisten.

    Ihre leicht Neoliberale Weltansicht hinkt da an allen Ecken und Enden. Der Markt kann nicht alles regeln bzw. wenn er es regelt verliert nun einmal die Masse der Menschen.

    Die Politik muß gestaltend eingreifen. Speziell in Hamburg hat sie das lange Zeit Parteiübergreifend nicht getan.
    Wähler sind nur einmal alle X Jahre wichtig.

    MfG

    • HeidiS
    • 11. November 2012 15:44 Uhr

    ist einfach unverschämt oder schlicht: unsozial. Ein Mieter hat u.U. in eine Wohnung, in die er einmal gezogen ist, viel Geld investiert - Vermieter können das heute verlangen - und hat sich ein Zuhause geschaffen. Wenn schon der Vergleich mit dem Auto herhalten muss: es soll Menschen geben, die können sich nur schwer an ein 'anderes' Auto gewöhnen, eine Wohnung samt Umfeld sollte man wechseln, einfach so, weil die Mieteinnahmen erhöht werden sollen? Wohnen ist ein Grundbedürfnis, sich ein Zuhause schaffen ebenso. Außerdem kostet ein Umzug Geld, bei Neuvermietung wird ebenfalls kräftig zugeschlagen, man investiert wieder erneut in eine Bleibe. Und wer nicht mehr der Jüngste ist, muss große Strapazen auf sich nehmen, wenn er es überhaupt kann. Da von Markt zu schwafeln, ist mehr als zynisch.

    • akomado
    • 11. November 2012 20:27 Uhr

    nichts weiter sonst. Sie mag mit der herrschenden Ideologie konform gehen, sicher. Ich finde aber, daß es nicht angeht, Grundbedürfnisse dem "Markt" preiszugeben. Wohnraum sollte grundsätzlich gemeinwirtschaftlich organisiert, niemals - ebenso wenig, wie Grund und Boden - Spekulationsobjekt sein. Mir ist klar, daß es da Abstufungen gibt, aber ich halte Profit aus Wohneigentum für Diebstahl. (Daß Bau und Unterhaltung etwas kosten, ist mir bewußt.)

    "Wenn die Miete steigt, weil der Wohnort sehr beliebt ist, ist das ein Beispiel für das Funktionieren des Marktes. Kann ich mir diese Miete nicht leisten muss ich wegziehen [...] Kann ich mir kein Audi A8 leisten, dann muss ich mit einem Kia vorliebnehmen."
    Sie leasen einen A8 zu Monatsbetrag M, pflegen ihn und zahlen brav die notwendigen Inspektionen. Ein Jahr später gewinnt er einen Designpreis und der Beleibtheitgrad des Modells steigt. Daraufhin wird Ihre Leasingrate um 20% erhöht. Drei Jahre wieder um 20%. Sie müssen auf einen Kia ausweichen, ihr Weg zur Arbeit dauert länger, die Besuche an der Tankstelle verdoppeln sich, ... .

  3. Tja hier sieht man das Ergebnis von "kurzsichtiger" Politik. In meiner Heimatstadt gibt es eine anerkannte Hochschule. Die Zahl der Immatrikulationen ist in den vergangenen 10 Jahren um das vierfache gestiegen. Die Anzahl an Plätzen im Studentenwohnheim blieb jedoch gleich.

    Eine intelligente vorausschauende Politik hätte wissen müssen, dass mehr Abiturienten auch mehr Studenten bedeuten, was wiederum nicht nur eine erhöhte Aufnahmefähigkeit bei den Hochschule bedeutet sondern auch ein höheren Bedarf an Unterbringungen. Unsere Politik ist leider nur weit davon entfernt intelligent und vorausschauend zu sein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    .. und die Zahl der Studenten ist förmlich explodiert (dank G8 u.ä.), zumindest zweitweise - es wird sich ja auch wieder einpegeln wenn die doppelten Jahrgänge vorbei sind.

    Wie jedoch soll die Zahl der Wohnheimplätze mitverdoppelt werden? Die innerstädtischen Flächen sind knapp. Die Studentenwerke können finanziell nicht mit den Interessen anderer Einrichtungen mithalten (nicht zuletzt Uni-Einrichtungen selbst, die ebenfalls unter Platzmangel leiden.)

    Und der frei finanzierte Wohnungsbau bietet, wie ich jüngst als Gast bei einem Wohnheim-Richtfest den dort gehaltenen Reden entnehmen konnte, die Wohnungen in erster Linie als Anlageobjekte an ("Ihre Kinder können natürlich idealerweise diese Wohnung erst einmal selbst bewohnen".)

    So bleibt Geld bei Geld, wie immer. Und der Rest muss sehen wo er bleibt. Vorzugsweise natürlich bei Mama und Papa in der Umgebung. Da wird dann eben noch ein Auto gekauft. Parkraum steht ja bekanntlich in Uni-Städten ausreichend zur Verfügung.

  4. Damit kommt die IMMOBILIENKRISE auch nach Deutschland...

    Hier sind es die MIETEN, die bald nicht gezahlt werden können (außer die Gesellschaft geht dagegen vor), nicht die HYPOTHEKEN.

    Die Spekulaten finden überall einen Weg unvernünftig/egogierig zu werden.

    Danke für den Artikel!

    • TDU
    • 11. November 2012 12:59 Uhr

    Voraussehen, dass irgendwann jede Menge Menschen allein leben wollen konnte keiner. Dass Nebenkosten durch staatliche Preistreiberei zur Zweitmiete werden auch nicht.

    Ausserdem dazu kommen, gierige Erben, Politik, die die Klientel bedient Wohngemeinschaften, Bestandsgarnatie durch den Mieterbund, der viel zu strenge Mietpspiegel durchgestezt hat und eine Politik die Neubau nicht lohnen liess, weil der Vermieter an sich nichts verdienen darf.

    Da haben alle Parteien mitgewirkt. Die Wohnungen für Normalos wurden an Fortress und Co. verscherbelt und Sanierungsprogramme aufgelegt für Altbau, den man nur als Dinks (erinnert man sich?) bezahlen konnte.

    Dazu kommn dann Studenten, die studieren mit dem "normalen Leben verwechseln und Standards einfordern für die der Normalbürger sich 8 Stunden krumm buckeln muss.

    Jeder hat hier schuld, gewinnen tut der lauteste und der Populistisichste und die Wahrheit liegt nicht in der Mitte sondern bleibt in der Mitte liegen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Satonka
    • 11. November 2012 20:05 Uhr

    Ich bin Student aus Jena und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Studenten hier nicht zu hohe Anforderungen an ihre Wohnungen haben, sondern zum Großteil einfach nur etwas zum wohnen haben wollen, sei es im Plattenbau außerhalb der Stadt oder sonst wo. In der Innenstadt zahlt man unverschämt hohe Preise für teilweise sehr sanierungsbedürftige Häuser. Teilweise zelten(!) die Studenten zu Anfang des Winter(!)Semesters auf dem Campingplatz, weil sie nichts zu wohnen finden. Übrigens arbeitet man je nach Studiengang mehr als 8 Stunden am Tag. Aber das mal nur am Rande...

    so eine einseite Sicht habe ich selten gelesen. Sie haben offensichtlich nicht studiert, sonst wüssten Sie, dass Studierende alles andere als im Luxus leben. [...]

    Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen. Danke, die Redaktion/fk.

    • Marco_G
    • 12. November 2012 2:14 Uhr

    hier muss ich auch nochmal kurz das wort für die studenten ergreifen. wir fordern also standards ein, für die sich der normalbürger 8 stunden buckeln muss?
    sie wissen aber schon, dass man als student auf knapp 14-20 qm lebt, inkl küchen- und badanteile? bekannte von mir hausen wegen der wohnungsnot auf couchen bei freunden, zu semesterbeginn in jugendherbergen oder auf campingplätzen. dazu hat man tatsächlich nicht immer 8 stunden, sondern auch mal nur 4. nur besteht die freizeit dann ja noch aus vorbereitungen, abenden in der bibliothek und häufig auch aus einem nebenjob... aber schon klar, eine unverschämtheit, dass wir faules pack normale bedingungen fordern... wo kämen wir denn da hin?

  5. Wenn man endlich die Rechte der Vermieter an ihrem Eigentum erhöht, dann wird es auch wieder attraktiv sozial schwache Mieter in seine Wohnung zu holen und nicht nur Luxussanierungen durchzuführen.

    Ich habe zwar als Vermieter das Recht nach kumulierten zwei ausstehenden Monatsmieten fristlos zu kündigen, aber trotzdem kann derjenige einfach drin bleiben und ich muss eine Räumungsklage erheben. Die kostet Geld, für die Dauer des Prozesses bekomme ich keine Miete und danach muss man oft noch renovieren.

    Hausbesitzer haben nun mal keine Goldreserven im Keller liegen und leben im absoluten Überfluss. Deren Kapital und Vermögen sind die Immobilien und die sind meisten kreditfinanziert. Wenn ein Mieter also seine Miete nicht bezahlt, dann bekommt der Vermieter ein Problem und dank unserer tollen Gesetzgebung, darf er nicht mal raus.

    Daher verstehe ich jeden Vermieter, der sich keinen Arbeitslosen ins Haus holt, denn im schlimmsten Fall ist das sein eigener Ruin (nicht jeder hat 100 Einheiten!).

    Also entweder bedeutet fristlose Kündigung auch fristlose Kündigung oder der Staat entschädigt bei Mietausfällen

    Ich finde es anmaßend und unverschämt wie sich manche Mieter Rechte einräumen wollen und meinen, dass sie aufgrund ihrer Mietdauer das Quasi-Eigentum übernommen haben. Mieter muss man vor willkür schützen, aber bitte auch die andere Vertragspartei vor Ausnutzung.

    PS: Bin sowohl Mieter als auch Vermieter!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wäre es nicht sinnvoller, dafür zu sorgen, dass Menschen in der Lage sind, ihre Miete zu zahlen?

    Ist ja toll, wenn Vermieter dann - ihrem Vorschlag folgend - jeden schnell entsorgen können. Aber was bringt das in Bezug auf die Ursache? Genau, nichts.

    Der Markt hat zwei Enden. Die einen können nicht mehr zahlen und die anderen können nicht endlos günstig anbieten. Das weiß auch eine Regierung schon länger, beißt sich aber zu gern an den Symptomen fest. Ein verbreitetes Übel.

    Deren Kapital und Vermögen [das der Hausbesitzer] sind die Immobilien und die sind meisten kreditfinanziert [...wichtig! SPEKULATION! KREDITE werden aufgenommen, in der Hoffnung, dass sich das früher oder später auszahlt...]. Wenn ein Mieter also seine Miete nicht bezahlt, dann bekommt der Vermieter ein Problem [...]

    Da sind sie wieder die NICHT ZURÜCKGEZAHLTEN KREDITE oder anders gesagt SCHULDEN.

  6. Sie verdienen entweder sehr viel Geld oder aber sie Wohnen in Gegenden mit normalen Mitpreisen.

    Ziehen sie nach Hamburg und sie sehen die MENSCHENMENGEN die sich bei Wohnungsbesichtigungen Türmen, wenn günstiger Wohnraum vergeben wird. Selbst Rand und Problem Bezirke in Hamburg werden immer stärker umkämpft.

    Ich war schon bei Wohnungsbesichtigungen, wo sie einen nicht mehr in die Wohnung rein gelassen haben weil es soviele interesenten gab.

    Man hat den Menschen gesagt sie sollen flexibel sein und dahin ziehen wo die Arbeit ist. Sie waren felexibel und sind dahin gezogen. Nur leben können sie da nicht.

    Niemand redet davon das die Menschen im Zentrum leben wollen. Es ist schon der Stadtrand der ihnen verwehrt wird.
    Super wenn der Markt funktioniert! Nur doof wenn die Menschen dadurch verdrängt werden.

    Mal ganz abgesehen davon, das durch längere Strecken zur Arbeit Verkehrsprobleme entstehen und durch die Pendlerpauschale die Staatskasse belastet wird.
    Auch kann sich nicht jeder ein Auto leisten.

    Ihre leicht Neoliberale Weltansicht hinkt da an allen Ecken und Enden. Der Markt kann nicht alles regeln bzw. wenn er es regelt verliert nun einmal die Masse der Menschen.

    Die Politik muß gestaltend eingreifen. Speziell in Hamburg hat sie das lange Zeit Parteiübergreifend nicht getan.
    Wähler sind nur einmal alle X Jahre wichtig.

    MfG

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Marktversagen?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Tja Sie haben jetzt belegt, dass Sie mit dem Begriff Neo-Liberal um sich werfen, mir dies unterstellen ohne mich zu kennen. Bestätigt nur mal wieder die nicht vorhandene Diskussions- und Debattentheorie in diesem Land.

    Haben Sie schon mal davon gehört, dass man Zusammenhänge kühl und rational analysieren kann ohne eine ideologische Bille zu tragen. Nur zu gern wird der pragmatischen und rationalen Analyse heute von gewissen Seiten das Prädikat Neo-Liberal aufgedrückt. Ziel dahinter ist nie Meinung oder ein Analyseergenbis das nicht in den eigenen Kram passt zu diskreditieren. So verhalten sich eigentlich nur kleine Kinder. "Ich hab aber ein Gottesschild, Ätsch".

    Ok wir sprechen von Hamburg, ich habe zwar keine Häuser oder Wohnungen, noch wohne ich in Hamburg, aber hier bei uns ist die Situation ähnlich. Wie viele Schulden hat Hamburg noch gleich? Mit dem Geld das man für Schuldzins zahlt könnte man eine Menge bewegen. Aber alles rein hypothetisch. Ja die Mieten steigen. Daran haben viele Schuld. Auch z.B. die tollen Rettungspakete für den Euro-Süden und deren Reiche, die ihr Geld in deutschen Immobilien in Sicherheit bringen. Was man aber auch nicht verschweigen sollte ist, dass die Durchschnittslöhne in Hamburg deutlich höher sind als z.B. In ostdeutschen Landgegenden. Man kann's drehen wie man will, schon immer haben geänderte Rahmenbedingungen die Menschen zum abwandern gebracht. Das ist eine nüchterne Faktenanalyse und beinhaltet kein "Weltbild"...

    ...waren immer schon teuer, auch vor 40 Jahren, als Ausgleich bietet die Stadt Arbeitsplätze und ein reichhaltiges Kulturleben, wem das nicht reicht, muß eben woanders hinziehen.

    • Rumple
    • 11. November 2012 13:27 Uhr

    Natürlich gibt es einen Wohnungsmarkt. Auch wenn man sich nicht aussuchen kann, OB man wohnen möchte - so kann man sich aussuchen WO man wohnen möchte.

    Das sieht man sehr ausgeprägt in der Schweiz, dort wird ein Teil der Steuern vom Kanton und der Gemeinde erhoben, d.h. der ist direkt vom Wohnort abhängig. Als konkretes Beispiel ist eine Wohnung in Basel günstig, da der zu zahlende Steuersatz hoch ist. Im direkt benachbarten Muttenz (nur 2 Straßenbahnhaltestellen weiter) ist der Steuersatz niedrig, dafür sind die Mieten hoch. Wohlgemerkt für absolut vergleichbare Wohnungen in Entfernungen von wenigen hundert Metern, d.h. wirtschaftlich in jeder anderen Hinsicht völlig identisch.

    Natürlich gibt es einen Wohnungsmarkt. Wenn in Unistädten Wohnungsnot herrscht liegt das nicht an den zu hohen Mieten, sondern daran daß zuwenig Wohnungen vorhanden sind. Wären die Mieten zu hoch, würde jeder Nichtstudent dort ausziehen. Umgekehrt sorgen aber gerade hohe Mieten dafür, das die Wohnungen kleiner werden oder mehr gebaut wird. Beides führt dazu den Wohnungsmangel zu beheben.
    Aber ja, auf den "Markt" zu schimpfen ist halt immer der einfachere Weg. Man könnte sich ja auch mal überlegen, warum man Archäologie ausgerechnet in Heidelberg studieren möchte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • knacks
    • 12. November 2012 16:37 Uhr

    ... was Sie da so schreiben. Selbstverständlich gibt es einen Wohnungsmarkt, dieser ist aber weit entfernt davon, frei oder vollkommen zu sein. Geht ja auch gar nicht - oder würden Sie mir da widersprechen?
    Natürlich liegt das daran, dass zu wenige Wohnungen vorhanden sind. Auf jedem funktionierenden freien Markt wäre die Angebotsknappheit, vor allem diese, längst behoben worden, durch den Bau neuer Wohnungen für alle Marktsegmente. Dies ist offensichtlich nicht geschehen.
    Zu der Sache mit Heidelberg: Folge ich nun den Vorteilen eines freien Marktes, besteht einer darin, dass der Preis Angebot und Nachfrage schnell und flexibel austariert. D.h. entscheiden sich viele Menschen nach Heidelberg zu gehen, steigen die Preise, der Anbieter erkennt das und erhöht das Angebot oder die NAchfrage sinkt. Beides geschieht nicht. Ergo: Es handelt sich beim Wohnungsmarkt mit nichten um einen freien sich selbst regulierenden Markt, wie dies bei Konsumartikeln der Fall ist. Manmanman!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, sk
  • Schlagworte Bundestagswahl | Focus | Miete | Protest | Rente | Geld
Service