Frage: Herr Schröder , die KfW zieht in Deutschland immer mehr Geschäft an sich. Nur die Deutsche Bank ist national und international noch stärker. Über die satten Gewinne freut sich der Finanzminister.

Ulrich Schröder: Ich denke, er ist nicht unzufrieden, aber die KfW schüttet ihren Gewinn nicht aus. Sie darf es gar nicht. Er fließt in unsere Rücklagen, stärkt unser Eigenkapital und somit das Fördergeschäft.

Frage: Trotzdem gibt es aktuell Begehrlichkeiten. Die Koalition will ab 2014 an die Gewinne der KfW ran. Was wären die Folgen für ihr Haus?

Schröder: Das wäre eine Schwächung für die KfW. Das Ausschüttungsverbot hat sich in der über 60-jährigen Geschichte der KfW sehr bewährt. Wir konnten den Förderauftrag in Krisenzeiten stets nachkommen, ohne von unseren Eigentümern zusätzliches Kapital erbitten zu müssen. Auch in der derzeitigen Krise sind wir wieder stark gefordert, was sich an den hohen Förderzahlen und den vielfältigen Sonderaufgaben – Stichworte Energiewende, Telekom , Post oder möglicherweise EADS – ausdrückt.

Frage: Generell könnte es politisch nicht opportun sein, wenn die KfW immer mehr Aufgaben übernimmt.

Schröder: Das ist tatsächlich ein Spagat. Wir wollen Banken und Sparkassen kein Geschäft wegnehmen, wir wollen und sollen subsidiär agieren, also genau da, wo die Institute nicht aktiv sind. Das ist die klassische Aufgabe einer Förderbank. Deshalb werden wir uns in der KfW auf unsere traditionellen Bereiche konzentrieren: Die Förderung des Mittelstandes, auf Klima- und Umweltschutz, auf die Energiewende sowie im Auftrag des Bundes auf die Unterstützung von Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Förderung der allgemeinen, nicht energieeffizienten Wohnungssanierung haben wir zurückgefahren, die ungebundene Kommunalfinanzierung, die nicht für bestimmte Investitionszwecke wie etwa im Energieeffizienzbereich verwendet wird, eingestellt.

Erschienen im Tagesspiegel