Obgleich alle Regionen der Welt unter den Folgen zu leiden hätten, wären die Armen doch am stärksten betroffen. "Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung", sagte Kim. "Wir müssen die moralische Verantwortung akzeptieren, zum Schutz künftiger Generationen zu handeln, vor allem für die Ärmsten."

Tritt beispielsweise der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels tatsächlich ein, wären kleinere Inselstaaten vom Untergang bedroht. Betroffen wären daneben vor allem ärmere Staaten wie Mosambik , Mexiko, Venezuela, Indien , Bangladesch , Indonesien , den Philippinen und Vietnam. Die Kosten für Landverlust, Umsiedlung und Neubau beziffern die Forscher bis zum Jahr 2080 auf insgesamt 68,2 Milliarden US-Dollar. Im Tourismus und der Landwirtschaft könnten zudem in den 2080er-Jahren rund 13,5 Milliarden Dollar jährlich verloren gehen.

Einen drastischen Wassermangel sagen die Wissenschaftler vor allem für Südeuropa, Afrika, weite Teile Nord- und Südamerikas sowie Südaustralien voraus. Flüsse wie die Donau , der Mississippi oder der Amazonas könnten in Zukunft deutlich weniger Wasser führen, der Nil oder der Ganges hingegen deutlich mehr. Insgesamt rechnen die Forscher mit einer Zunahme von Wetterextremen.

Wenig Erwartungen an Doha

Der Report erscheint eine Woche vor Beginn der Klimakonferenz in Doha , wo Vertreter aus 194 Staaten über die nächsten Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verhandeln wollen. Besonders groß sind die Erwartungen an die Konferenz allerdings nicht. Unter anderem wird es in Doha darum gehen, einen Fahrplan für ein künftiges Klimaabkommen festzulegen. Für die Entwicklungsländer ist in den Verhandlungen vor allem die Frage wichtig, ob und wie die Industriestaaten bisherige Finanzversprechen einhalten. Ohne Geld aus den reichen Ländern ist Klimaschutz und Anpassung an den Wandel für sie schwer zu finanzieren.

Maßgeblich für den Klimagipfel ist immer noch das offizielle Zwei-Grad-Ziel. Seit dem vorindustriellen Zeitalter ist es auf der Erde im Durchschnitt aber bereits um 0,8 Grad wärmer geworden. Experten der Initiative Climate Action Tracker rechnen damit, dass es gegen Ende dieses Jahrhunderts rund 3,3 Grad sein werden. Im besten Fall steigen die Temperaturen demnach um 2,6, im schlechtesten Fall um 4,1 Grad.