KonjunkturDeutschlands Angst vor dem Absturz
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Commerzbank, Telekom, Adidas

Commerzbank

Die Commerzbank tut sich schwer und will Stellen streichen. "Ich glaube, dass vier weitere anstrengende Jahre vor uns liegen", sagte Konzernchef Martin Blessing am Donnerstag. Spekuliert wird über den Abbau von bis zu 6000 der 56 000 Arbeitsplätze. Im dritten Quartal stand unterm Strich ein Gewinn von 78 Millionen Euro, das war noch weniger als in den beiden schwachen Vorquartalen.

Für 2012 und 2013 bekommen die Aktionäre, darunter der Bund, der ein Viertel der Anteile hält, voraussichtlich keine Dividende. Zinsen auf die verbliebenen Rettungsmilliarden des Bundes (Stille Einlage) wird das Institut dagegen wohl erstmals zahlen. Davon haben die Aktionäre nichts: Am Donnerstag war die Commerzbank-Aktie mit einem Minus von mehr als fünf Prozent der schwächste Wert im Deutschen Aktienindex.

Bis 2016 will die Bank mehr als zwei Milliarden Euro in die Neuausrichtung stecken, davon etwa eine Milliarde in modernere Commerzbank-Filialen und einfachere Produkte, in Beratungsangebote und die Qualifizierung der Mitarbeiter. Die Kundenzahl soll von elf Millionen auf zwölf Millionen gesteigert werden. Und dann hofft Blessing auf einen Gewinn im Privatkundengeschäft von mehr als 500 Millionen Euro – allerdings erst in vier Jahren.

Viel besser geht es dagegen der bundeseigenen KfW . Mit einem Konzerngewinn von 1,73 Milliarden Euro war die Förderbank in den ersten neun Monaten nach der Deutschen Bank (Gewinn 2,8 Milliarden Euro) das zweitrentabelste Geldhaus in Deutschland.

Telekom

Sieben Milliarden Euro Verlust in einem Quartal – mit dieser Nachricht schockierte am Donnerstag die Telekom . Allerdings nicht die Märkte, die T-Aktie legte am Donnerstag sogar zu, denn der Verlust ist eher bilanztechnischer Natur und hat zu tun mit Wertberichtigungen in den USA. Im operativen Geschäft bleibt die Telekom auf Kurs und peilt in diesem Jahr weiter einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn von 18 Milliarden Euro an. Und die Dividende soll wie vorgesehen bei 70 Cent je Aktie liegen – das freute die Anlegen und ließ den Kurs steigen. Positiv registriert wurde auch, dass die Telekom 550 000 neue Mobilfunk-Vertragskunden gewinnen konnte.

Adidas

Zwar wächst auch Adidas , aber nicht mehr ganz so stark, wie eigentlich für dieses Jahr erwartet. Die weltweite Nummer zwei hinter Nike rechnet aber immerhin noch mit einem Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich. Der Gewinn soll sogar um mindestens 15 Prozent auf 770 Millionen Euro steigen. Die Börsianer hatten mit mehr gerechnet, die Aktie geriet leicht unter Druck. Adidas-Chef Herb Hainer freut sich trotzdem über die "erneuten Rekordergebnisse", die er für das Gesamtjahr erwartet.

Mitarbeit: Rolf Obertreis

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. Noch schlägt dies nicht auf die wichtigsten Industrien durchschlägt

    Also meiner Meinung nach hat sich wohl hier der Fehlerteufel eingeschlichen

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    Redaktion

    Hallo
    herzlichen Dank für´s aufmerksame Lesen, die Doppelung wurde korrigiert.
    Beste Grüße
    M. Uken

    • deDude
    • 09. November 2012 11:04 Uhr

    "Die Hauptursachen für die Zunahme sind allerdings teure Anschaffungen, Scheidungen oder Krankheit – und eben nicht die Konjunktur"

    Wer ständig mehr ausgibt als er einnimmt wundert sich warum er seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann?

  2. ...die man bezahlen kann, bräuchte sich keiner um seinen Arbeitsplatz sorgen. So aber sorgen wir für Sorgenfreiheit bei rumänischen Autobauern oder bei koreanischen.

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    deshalb verdienen die deutschen Hersteller auch gar kein kein Geld sondern sind die Pleitekandidaten... dazu eine taufrische Meldung von heute: http://www.automobilwoche...
    Dacia funktioniert auch nur deshalb, weil, die gesamten Entwicklungskosten über Renault laufen.
    Mit den Koreanern haben sie aber recht, die rollen den Markt in den unteren Segmenten auf und werden imho in den nächsten jahren noch deutlich stärker werden

    • Klüger
    • 09. November 2012 11:14 Uhr

    ... "Niemand soll arm werden wegen Krankheit"?

    Artikel: "Die Hauptursachen für die Zunahme sind allerdings teure Anschaffungen, Scheidungen oder Krankheit."

    Weiss leider nicht mehr, welcher Politiker das gesagt hat.

    Wer einmal Schulden hat, ernährt plötzlich ein Heer nutzloser Anwälte und Inkassoeintreiber.

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    • HeidiS
    • 09. November 2012 14:28 Uhr

    zumindest hat G. Schröder einmal geäußert, dass man Armut nicht an dem Gebiss eines Menschen sehen sollte - ist aber so.

  3. Redaktion

    Hallo
    herzlichen Dank für´s aufmerksame Lesen, die Doppelung wurde korrigiert.
    Beste Grüße
    M. Uken

    Antwort auf "Tippfehler"
    • war-hog
    • 09. November 2012 11:22 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen und Argumenten. Danke. Die Redaktion/kvk

  4. Absturz gehört nun mal zu unserem Aufbläh- und Platzblasensystem. Der Börsen-Seismograph deutet bereits ein Platzen der Schulden getriebenen Illusions-Blase an. Vielleicht erleben wir heute schon so etwas wie einen kleinen schwarzen Freitag.

  5. Seit es die Euro-Krise gibt, wird ungefähr einmal täglich geschrieben, dass diese Krise Deutschland in den Abgrund zieht. Die Gründe (Konjunkturprognosen, Frühindikatoren, Aktienkurse, Inflation, Deflation...) sind austauschbar.

    Passiert ist beruhigenderweise bisher nichts, die Wirtschaft ist bescheiden gewachsen und die Arbeitslosigkeit im Wesentlichen gesunken.

    Inzwischen lese ich solche Artikel eher als Hinweis, dass unsere Wirtschaftseliten nervös sind... und die Zukunft unbekannt (wie überraschend!).

    Mein Vorschlag: Einfach mal die Nerven bewahren, kurz durchatmen und dann weiter mit kühlem Kopf die Probleme der Firma und Europas anpacken.

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    • Hoplon
    • 09. November 2012 12:42 Uhr

    "Seit es die Euro-Krise gibt, wird ungefähr einmal täglich geschrieben, dass diese Krise Deutschland in den Abgrund zieht. Die Gründe (Konjunkturprognosen, Frühindikatoren, Aktienkurse, Inflation, Deflation...) sind austauschbar"

    Wer bei den Abhängigkeiten der Euroländer untereinander und der Fehlkonstruktion des Euro einigermaßen durchblickt,
    kann in etwa vorhersehen was wahrscheinlich passieren wird.
    Und da bin ich Defätist und im Zuge dessen erstaunt das dt Wirtschaft noch nicht merklich eingebrochen ist.

    Gestatten Sie mir die relative momentane Stabilität aus meiner Sicht zu illustrieren:

    Man kann in einem Flugzeug über längere Zeiträume Schrauben entfernen ohne das etwas passiert. Es könnte sich dabei um 10, um 100, oder mehr Schrauben handeln. Aber irgendwann kann es passieren das man mit der Entfernung von nur einer weiteren Schraube den Absturz provoziert.

    Nur so nebenbei:

    Die griechisch/ türkische Grenze wurde mit EU Mitteln nun so stark befestigt, dass syrische Flüchtlinge kaum eine Chance haben sie zu überwinden. Die saufen zur Zeit beim Versuch ab die EU über das Meer via Schleuserbanden zu erreichen. Innenminister Friedrich sieht offenbar keinen Anlass Kriterien für die Vergabe von Visa bei Flüchtlingen entscheidend zu lockern. Offenbar ist unsere Konjunktur doch nicht robust genug um jene aufzunehmen, deren Verzweiflung und Existenzängste am größten sind.

    Ich selbst allerdings bin völlig ruhig wenn ich mir den Weg Europas anschaue. ;-)

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