Ifo-Index : Deutsche Unternehmer blicken optimistisch nach vorn

Der Euro-Krise zum Trotz hat sich die Stimmung bei deutschen Unternehmern aufgehellt. Erstmals seit einem halben Jahr werden Lage und Aussichten wieder besser bewertet.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend verbessert. Nach sechs Rückgängen in Folge stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im November von 100,0 auf 101,4 Punkte.

"Die deutsche Konjunktur stemmt sich gegen die Euro-Krise", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn . Die Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Geschäftslage habe sich leicht verbessert. Zudem blickten die Unternehmen deutlich weniger pessimistisch auf die weitere Geschäftsentwicklung.

Die Manager beurteilten sowohl die Lage als auch die Geschäftsaussichten besser. Das Barometer für die aktuelle Situation stieg um 0,9 auf 108,1 Punkte. Der Index für die Geschäftserwartungen stieg überraschend um 2,0 auf 95,2 Zähler.

Industrie und Baubranche optimistisch

Die Stimmung hellte sich sowohl in der Industrie als auch in der Baubranche sowie im Groß- und Einzelhandel auf. Lediglich bei den Dienstleistern trübte sie sich leicht ein. In der Industrie schürten vor allem die Exporterwartungen den Optimismus. Diese drehten nach drei Monaten wieder in den positiven Bereich. Die Bauunternehmen berichteten im November sogar von einer "spürbar verbesserten" Geschäftslage.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war angesichts der ungelösten Schuldenkrise, der Rezession in der Euro-Zone und der weltweit schwächeren Konjunktur seit Mai jeden Monat gesunken. Analysten hatten auch im November einen Rückgang erwartet, denn auch die Einkaufsmanager in der Euro-Zone meldeten schlechte Werte.

Für den ifo-Geschäftsklimaindex befragen die Konjunkturforscher jeden Monat etwa 7.000 Unternehmen.

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Kommentare

9 Kommentare Kommentieren

Wenn überhaupt, so kann dies im Wesentlichen ...

nur darin begründet sein, dass

1. seit einigen Wochen gewisse positive Zeichen aus China kommen, wo sich das Wachstum wieder zu stabilisieren scheint un

2. - viel wichtiger - dank der Draghi-Ankündigunngen vom Sommer und der Beschlussfassung der EZB vom Frühherbst, an den Märkten mit Blick auf die Krisenstaaten eine gewisse Konsolidierung eingetreten ist. Die Spreads wurden kleiner und - von GR abgesehen - praktisch alle "unter Beobachtung" stehenden Euro-Staaten konnten sich - z.T. schon mehrfach - zu halbwegs akzeptablen Bedingungen an den Märkten refinanzieren. Das gibt Hoffnung, dass es mit dem Crash dort so langsam dem Ende zugeht und die Wirtschaft sich stablisiert.

Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Querschüsse gegen diese sachgerechte Politik langsam nachlassen. Auch hier gibt es Hoffnung, da nach der LT-Wahl in Niedersachsen erstmal etwas Ruhe einkehren dürfte

CHILLY

Genau

Wozu eigentlich braucht man eigentlich eine wettbewerbsfähige Wirtschaft wenn es eine große Geldpresse auch tut?

Aber wie auch immer, es kann allen ja nur recht sein, wenn es irgendwann tatsächlich wieder besser wird. Hoffen wir mal, dass es das auch wirklich tut und auch bei den Menschen in den Krisenländern ankommt und nicht nur in Form der Höhe der Renditen für deren Staatsanleihen.

@Chilly +Redaktion

Oh ja, wenn wir schon dabei sind das Hohelied auf Herrn Draghi zu singen, dann wollen wir doch seine weiteren Beiträge zur Aufhellung in den Konjunkturaussichten nicht vergessen.

Durch die massive Geldmengenausweitung und Niedrigzinspoliktik stürzt man sich nun sehr gerne auf Immobilien und zwar speziell in dem i.d.B. noch preislich moderaten und ansonsten auch sicher eingeschätzten Deutschland.
Deswegen werden der Bausektor wie auch der Konsum zu den Triebfedern zählen.

Aber bitte beim Herzeln nicht die andere Seite dieser Medaille vergessen. Wohlstandsverlust für Sparer, die nicht so einfach bei diesem netten Spiel mitmachen können.

(Sicher, ich weiß, das geht manchen am ... vorbei, aber man sollte es doch sagen dürfen).

Aber Sarkasmus beiseite: Klar, Chilly, es gibt einige gute Zeichen aus einigen Krisenstaaten (neben weiterhin vielen schlechten). Das kann man durchaus würdigen.

Aber es ärgert mich, wenn man den anderen Teil dieser Rechnung vergisst.

Schöngerede

Zu Punkt 1 stimme ich ihnen zu. Und gehe noch einen Schritt weiter: Die Weltwirtschaft, wird, angeführt durch die für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Schwellenländer plus den USA, im nächsten Jahr stärker wachsen als in diesem und zwar insgesamt, trotz Europa, um gut 3,5 Prozent.

Ihren Punkt 2 werte ich als politisch motivierte Schönrednerei. Schauen Sie sich einfach die aktuellen Schrumpfungsraten(!) der europäischen Krisenvolkswirtschaften (http://epp.eurostat.ec.eu...) und die Prognosen für 2013 (http://europa.eu/rapid/pr...) an. Da ist von Wachstum auch in 2013 nichts zu sehen (Ausnahme IE): EL -4,2%, ES -1,4%, IT -0,5%, PT -1,0%.

Das Defizit und die Überschuldung der öffentlichen Haushalte sind nur ein abgeleitetes Problem. Dessen Ursache sind massive strukturelle Probleme der Krisenvolkswirtschaften, die sich in deren fehlender Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit äußern. Diese kann die EZB nicht lösen. Nach meiner Auffassung ist es zudem höchst fraglich, dass die betroffenen Länder sie lösen können, wenn und so lange sie in der Währungsunion verbleiben. Griechenland kann es bestimmt nicht.

Konjunkturaussichten - wieder mal..

Heute: „Deutsche Unternehmer blicken optimistisch nach vorn“

Gestern: „Wirtschaftswachstum schwächt sich weiter ab“

Fast tagtäglich wiederholen sich Schlagzeilen wie diese. Mal hoch, mal runter. Mal auf, mal ab. Es wäre sicher hilfreich, wenn die Medien nicht jeden noch so kleinen Darmwind zur Meldung machen würden.

Meiner Ansicht nach tragen diese Art von Informationen (nicht selten basierend auf irgendwelchen Umfragen interessengelenkter Institute) lediglich dazu bei, dass der Bürger weiter sturmreif geschossen werden kann und am Ende nur noch dem glaubt, der die besten Märchen erzählt.

@endbenutzer

Nun ja, ich als interessierter Bürger möchte durchaus alle wichtigen Nachrichten erfahren. Und als mündiger und intelligenter Mensch sollte man auch fähig sein, sie lesen und einordnen zu können.

Ein typisches Merkmal einer Entwicklung wie der derzeitigen (in Deutschland), nämlich einer Seitwärtsbewegung, knapp über Stagnation, ist einfach, dass mal einige Indikatoren und Prognosen nach oben, andere wieder nach unten zeigen. Ob das schon harte Daten, wie BSP-Entwicklung, Arbeitslosigkeit, Konsum oder Außenhandel sind oder die Prognosen von i.A. einem halben bis einen Dutzend inländischer und einiger internationaler Institute ist.