KonjunkturWirtschaftswachstum schwächt sich weiter ab

Die Euro-Krise bremst die Konjunktur aus: Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt nur noch minimal an. Deutschland steht dennoch besser da als der Euro-Raum. von afp und dpa

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal erneut verlangsamt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte erste Schätzungen, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent stieg. Zum Wachstum trugen vor allem der Export und der starke Konsum im Inland bei. Zu Jahresbeginn war die deutsche Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen und im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. Im Schlussquartal 2012 erwarten Experten bestenfalls Stagnation.

Deutschland steht dennoch besser da als der Euro-Raum, der von Juli bis September in die Rezession rutschte . Positive Impulse für die deutsche Wirtschaft kamen den Statistikern zufolge aus dem Ausland. So wurden im dritten Quartal 1,4 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Die Importe nahmen im selben Zeitraum nur um 1,0 Prozent zu. Die deutschen Privathaushalte konsumierten 0,3 Prozent mehr als im Vorquartal, der Staat 0,4 Prozent mehr. 1,5 Prozent mehr wurden in Bauten investiert.

Rückläufig sind hingegen Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, und zwar seit mittlerweile einem Jahr. Im dritten Quartal gingen sie um 2,0 Prozent zurück. Gleichzeitig wurden Vorräte abgebaut, was mit minus 0,3 Prozentpunkten das Wirtschaftswachstum dämpfte.

Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres legte das BIP preisbereinigt um 0,4 Prozent zu. Allerdings gab es in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger. Bereinigt um diesen Effekt lag der Zuwachs bei 0,9 Prozent.

Anzeige
Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. alle privaten Schulden im Land + Unternehmenskredite. Das Wachstum finanziert sich (spätestens seit der Wende 1990) überwiegend auf Pump.

    Die Rechnung kriegen wir dieser Jahre nach und nach präsentiert. Wie mir scheint häppchenweise, damit wir nicht alle auf einmal (wirtschaftlich/finanziell) erwürgt werden.

    Eine Leserempfehlung
  2. man kann es auch so sagen, es wird uns allen zukünftig noch schlechter gehen. Ihr werdet wieder euer Einkommen erheblich einbüßen müssen usw. Aber wir sind gut, es geht nämlich nicht ganz so schnell wie bei den anderen.

    2 Leserempfehlungen
    • Chali
    • 23. November 2012 10:14 Uhr

    Die Deutschen im Kaufrausch also;

    "Die deutschen Privathaushalte konsumierten 0,3 Prozent mehr als im Vorquartal ... "
    Von Sparen keine Spur. Man fragt sich, woher diese immensen Summen kommen? Wie steht es denn mit der Sparquote? Wahrscheinlich ist das doch alles alles auf Pump.

    • Mesa
    • 23. November 2012 10:15 Uhr

    diese Ideologie kommt gerade sprichwörtlich zum Stillstand. Und trotz all unseres Wohlstandes ist unsere Lebenssituation heute unsicherer als sie es früher war. Sollte es auch nur kleine Störungen in der Logistik geben (die zB unsere Lebensmittel von der ganzen Welt hierher schifft), dann steht man da.

    Eine Leserempfehlung
    • thom66
    • 23. November 2012 10:57 Uhr

    Wirtschaft wird optimistischer
    Ifo-Index steigt überraschend
    Nach sechs rückläufigen Monaten in Folge steigt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer im November an. "Die deutsche Konjunktur stemmt sich gegen die Eurokrise", sagt Ifo-Präsident Sinn. Damit mehren sich die Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal einer Stagnation oder dem Abschwung entgehen könnte.

    Schönen Gruss

    • ach_ne
    • 23. November 2012 11:14 Uhr

    uns geht es schlechter. Warum? Im Grunde wäre es auch möglich, dass bei Nullwachstum alles so bleibt wie es ist. Im Grunde heißt Wachstum doch sogar, dass das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht noch nicht gefunden wurde und es noch Bereiche gibt, in denen Gewinne zu erwirtschaften sind. Im Gleichgewicht hingegen gibt es keine Gewinne mehr, da halten sich Einnahmn und Ausgaben die Waage. Gefühlten Fortschritt gibts dann nur noch durch Forschung und Entwicklung

  3. Heute: „Deutsche Unternehmer blicken optimistisch nach vorn“

    Gestern: „Wirtschaftswachstum schwächt sich weiter ab“

    Fast tagtäglich wiederholen sich Schlagzeilen wie diese. Mal hoch, mal runter. Mal auf, mal ab. Es wäre sicher hilfreich, wenn die Medien nicht jeden noch so kleinen Darmwind zur Meldung machen würden.

    Meiner Ansicht nach tragen diese Art von Informationen (nicht selten basierend auf irgendwelchen Umfragen interessengelenkter Institute) lediglich dazu bei, dass der Bürger weiter sturmreif geschossen werden kann und am Ende nur noch dem glaubt, der die besten Märchen erzählt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Statistisches Bundesamt | BIP | Bruttoinlandsprodukt | Dienstleistung | Export | Fahrzeug
Service