EnergiekostenLinkspartei fordert Verbot von Stromsperren

Die Linkspartei will den Konzernen verbieten lassen, Privatkunden den Strom abzustellen. Solche Sperren seien für den Tod von Menschen verantwortlich. von dpa und dapd

Die Linkspartei hat ein Gesetz gefordert, das es verbietet, Privatkunden wegen unbezahlter Rechnungen den Strom abzustellen. "Stromsperren für Privathaushalte müssen per Gesetz verboten werden. Das Verbot gibt es in Frankreich und Belgien im Winterhalbjahr längst", sagte die Vizechefin der Linkspartei, Caren Lay, der Passauer Neuen Presse.

In Deutschland wird jedes Jahr Hunderttausenden Privatkunden der Strom abgestellt, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden. Betroffen sind insbesondere Hartz-IV-Empfänger, die für Stromkosten nach der jüngsten Entscheidung des Bundesarbeitsministeriums auch weiterhin nicht Anspruch auf Zusatzzahlungen, sondern lediglich auf Darlehen haben.

Nach Angaben der Linkspartei hat es in Deutschland bisher mindestens acht Tote wegen Stromsperren gegeben. Das sei aber nur die Spitze des Eisbergs, so Lay. Es sei einfach nicht akzeptabel, "dass in einem reichen Land bei Familien mit Kindern das Licht ausgeht." Die Bundesregierung solle "nach britischem Vorbild eine Enquetekommission einsetzen, die Umfang und soziale Folgen von Stromsperren in Deutschland erfasst".

Die Linkspartei verweist auf Medienberichte unter anderem über den Tod von vier Kindern nach einem Wohnungsbrand im saarländischen Burbach. Das Feuer sei durch eine brennende Kerze im Schlafraum der Eltern ausgelöst worden. In der Wohnung sei zuvor der Strom gesperrt worden. Einen ähnlichen Vorfall habe es auch im thüringischen Otterstedt gegeben, bei dem vier Menschen ums Leben kamen.

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Leserkommentare
  1. ... gabe es eine Fernsehsendung - eine dieser Betroffenheitssendungen (Monitor? Report? ...? Habe vergessen, welche es war), in der anschaulich vorgeführt wurde, dass eine Alleinstehende mit sehr niedrigen Einkommen (vielleicht war es auch ALG2) ihre Stromrechnung von 135 € / Monat nicht mehr bezahlen kann.

    135 € / Monat macht gut 1.600 € im Jahr. Wir sind derzeit zu Dritt im Haus, und ich zahle gut 1.000 € / Jahr. Da stimmt nicht nur irgendetwas nicht, da stimmt doch überhaupt nichts.

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    Es kommt darauf an, ob man mit Strom heizt, oder mit Gas. Womit heizen Sie denn?

    Wie Ihre Wohnung/Ihr Haus isoliert ist. Hartz IV - Empfänger wohnen überwiegend in äußerst schlecht isolierten Wohnungen (und nicht selten in schimmeligen). Da muss man unter Umständen mehr heizen.

    muß dieses auch bezahlen. Oder meinen Sie, nur Leute, die mit Strom heizen, haben Heizungskosten?

    • AndreD
    • 25. November 2012 15:20 Uhr

    dass in einer Stadt der Grundpreis auf 96€/monatlich angehoben worden sei.

    Damit wären diese "Kunden" schon locker über 1000 Euro im Jahr.

  2. Wer als Verbraucher ausfällt, ist überflüssig, deshalb ist es nur konsequent, wenn man sie sterben lässt. Aber trifft das auch für die Kinder zu? Ja! Bekanntermaßen werden Kinder von Hartz IV-Empfängern ebenfalls Hartz IV-Empfänger. Unser Staat will daran nichts ändern, sonst würde er ja helfend eingreifen. Also lässt er sie konsequenterweise einfach erfrieren oder verbrennen. Pure Heuchelei, dass es die Politiker nicht zugeben, dass sie es so wollen. Aber mit ihrem Handeln (auch Nichthandeln ist Handeln) bestätigen sie es.

  3. Es kommt darauf an, ob man mit Strom heizt, oder mit Gas. Womit heizen Sie denn?

    Antwort auf "Letzte Woche ..."
  4. Wie Ihre Wohnung/Ihr Haus isoliert ist. Hartz IV - Empfänger wohnen überwiegend in äußerst schlecht isolierten Wohnungen (und nicht selten in schimmeligen). Da muss man unter Umständen mehr heizen.

    Antwort auf "Letzte Woche ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    isolierten Wohnungen..."

    Woher wissen Sie das?

  5. Nun das ist ein sehr zweischneidiges Schwert! Dieses ist wenig hilfreich. Den das sperren hat auch eine gewisse Schutzfunktion. Die Sperre schützt vor Überschuldung.

    Allerdings ist dann der Strom weg und das ohne das man dagegen richtig etwas machen kann.

    Daher sollte es eher so sein das bei säumigen Zahlern der Zähler ausgetauscht werden sollte. So das der Strom zwar abgeschaltet ist, der Kunde dann aber per Vorkasse die Möglichkeit hat den Zähler aufzufüllen und so wieder Strom zur Verfügung steht.

    Das ein und ausschalten, lassen sich die Stromanbieter meist sehr teuer bezahlen, das sollte abgestellt werden, den sie handeln in ihrem eigenen und nicht im Kundeninteresse.

    Ich hatte selbst mal einen solchen Vorkasse Zähler, man diszipliniert sich automatisch selbst, wenn man so einen hat und sieht wie einem das Geld durch die Finger rinnt.

    Ich habe ca 45 Euro Stromkosten im Monat. Mein PC läuft ca 15h am Tag am Abend ca 4h TV zusätzlich, ansonsten keine Elektrischen Geräte auch nicht zum Kochen, kein Kühlschrank.

    • genius1
    • 24. November 2012 13:30 Uhr

    Man muss nur die Einkommenslage der Menschen verbessern!

    Und schon, Lösen sich die meisten Unwürdigen Lebensumstände von Menschen, in Luft auf!

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    Einfach mehr Geld aus dem Automaten ziehen, dann kann auch mehr Strom aus der Steckdose gezapft werden.

  6. den dann werde ich auch keine Stromrechnung mehr bezahlen. Bis der Stromlieferant sich bei Gericht durchgesetzt hat, vergehen sicher mehr als zehn Jahre. Das kann ich gut aussitzen.

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    • Zora01
    • 24. November 2012 13:43 Uhr

    Wenn Sie per Versand etwas gegen Rechnung bestellen, warten Sie dann auch, bis die Firma Sie vor Gericht zerrt, nur weil sie die Ware ja eh schon erhalten haben?
    Es ist sicherlich nicht die Regel, dass Menschen so gleichgültig und gewissenlos sind, dass sie Schulden anhäufen (mit allen Folgen) und Rechnungen ignorieren, nur weil sie keine vorkasse leisten müssen.

  7. Der Strom muss nicht vom Lebensmittelgeld bezahlt werden, im Regelsatz sind auch die Energiekosten eingerechnet.

    Hier wird doch eine falsche Forderung gestellt.
    Wenn der Staat hier eingreifen soll, dann kann es doch nur sein, dass jedem aber auch wirklich jedem ein Arbeitsstelle angeboten wird, die seinen persönlichen Fähigkeiten und ggf. medizinischen Einschränkungen angepasst ist und ausreichend gut bezahlt ist, um damit das Leben zu finanzieren.
    Arbeit ist genug da, und ich gehe davon aus, dass alle Hartz4 Empfänger lieber arbeiten würden, als am Tropf der Gesellschaft zu hängen. Aber zur Zeit will für die meistens Arbeiten die vergeben werden können keiner in bar bezahlen und es wird lieber Geld für Nichtstun verteilt.
    Ich will jetzt nicht falsch verstanden werden, arbeiten heißt jetzt nicht unbedingt acht Stunden lang Zementsäcke schleppen. Jeder kann etwas tun, aber nicht alle können das Gleiche.

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    Wie soll das vor sich gehen?
    Arbeit verteilen wo keine ist?
    Oder wollen Sie die Firmen zwingen Leute einzustellen die sie nicht brauchen können?
    Es ist eindeutig das hier das bGE notwendig ist. Die Leute müssen sich selbst Sinnvoll beschäftigen.

    Sehen Sie ich bin theoretisch seit 10 Jahren Arbeitslos. Ich habe mich aber als selbständig gemeldet bekomme keine Sozialleistungen und schlage mich entsprechend durch.

    Ich arbeite als Fotograf, mache ab und zu Webseiten und wenn ich Zeit habe bastle ich an meinen eigenen Dingen herum. Natürlich wäre es schön ein geregeltes Einkommen zu haben, oder wenigstens einen vernünftigen Grundstock, aber den habe ich halt nicht und lebe deshalb quasi von der Hand in den Mund.

    Was soll man einen Verwaltungs Wasserkopf unterhalten der ein vermögen kostet, wenn man es ohne Diskussion unter den Leuten verteilen kann? Was der einzelne daraus macht seine Sache.

    Ich würde mir umgehend wieder versuchen ein eigenes Geschäft aufzubauen. Mir fehlt im Moment einfach das Kapital, dass ist mein einziger Hinderungsgrund.

    Ich bin 100% davon überzeugt das die meisten HartzIV Empfänger auch etwas tun wollen, nur es gibt natürlich Jobs die will einfach keiner wirklich machen, da braucht es halt dann mehr Pinke Pinke zur Überzeugung. Im Moment werden die Jobs ja mies bezahlt und genutzt um HartzIV Empfänger zu Diffamieren.

    Das ist so nicht ganz richtig. Es gibt einen gewissen Höchstsatz für die Heizkosten, den das Amt übernimmt. Ist dieser einmal überschritten, muss der Empfänger halt selber sehen wo das Geld herkommt. Mir wurde damals hinter vorgehaltener Hand geraten, dass ich mir irgendwo das Geld leihen sollte. Dazu kam noch, dass die dafür zuständige Abteilung (Endabrechnung) hoffnungslos überlastet war/ist und eine Nachlaufzeit von 8 bis 9 Monaten hat - erklären Sie das mal ihrem Energieversorger. Meinem Bruder haben sie übrigens geraten den Anbieter zu wechseln. Nur was, wenn da kein Einsparpotential mehr ist?

    Sie merken, ich rede nur von Heizkosten und nicht vom Strom.

    Meines Erachtens liegt der Regelsatz zur Zeit bei 354€ wenn ich mich nicht irre. Davon muss alles, ausser Heikosten (je nach Verbrauch, der Rest muss irgendwie aufgetrieben werden) und Miete, gezahlt werden. Rechnen Sie mal nach, was man sich mit all dem Geld fantastisches im Monat leisten kann.

    • AndreD
    • 25. November 2012 15:18 Uhr

    6,5 Mio Hartzer und Aufstocker sowie 3 Mio Arbeitslose bei 40 Mio arbeitsfähigen Menschen sollten doch Bände sprechen:
    Wir haben 25% Arbeitslosigkeit!

    Wo sind denn die Arbeitsplätze?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, nf
  • Schlagworte Die Linke | Bundesregierung | Darlehen | Eisberg | Eltern | Presse
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