Edel-MineralwasserEin ziemlich wässriger Luxus
Seite 2/2:

Die einfachste Art, seinen Durst zu löschen: Leitungswasser

Nicht nur Klimaschützer, sondern auch Verbraucherschützer weisen seit Jahren daraufhin, dass es in Deutschland eine nicht nur günstigere, sondern ebenso gute Weise gibt, seinen Durst zu stillen: mit Leitungswasser nämlich. Das Umweltbundesamt (UBA) rechnet vor , dass Leitungswasser genauso für den menschlichen Konsum geeignet ist wie Mineralwasser. Die Stiftung Warentest kam zuletzt sogar zu dem Urteil , dass Leitungswasser in vielen Fällen besser ist als abgefülltes Mineralwasser.

Tatsächlich unterliegt Leitungswasser in Deutschland strengen Grenzwerten. Die werden regelmäßig kontrolliert. Nur in kleinen Orten, in denen die Kontrolleure nur einmal im Jahr vorbei schauen, könne es vereinzelt zu Überschreitungen kommen, heißt es beim UBA. Auch kann das Wasser in manchen Häusern bedenkliche Stoffe enthalten, wenn es durch Kupfer- und Bleirohre geleitet wird. "Wichtig ist, dass das Wasser fließt und nicht lange in den Leitungen steht", sagt Ingrid Chorus, Wasserhygiene-Expertin des UBA. "Dann kann man es in der Regel bedenkenlos aus dem Hahn trinken." Auch Wasserfilter seien nicht notwendig.

Und die Edel-Wässer? Sind sie womöglich doch gesünder als herkömmliches Mineralwasser? Die Hygieneexpertin Chorus kann mit dieser Frage wenig anfangen. Vermutlich werde damit wohl vor allem Geld gemacht, sagt sie. Auch Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), sagt: "Rein ernährungsphysiologisch wüsste ich nicht, wo da ein großer Unterschied sein soll." Gahl rät dazu, einfach normales Mineralwasser zu trinken.

Das habe zumindest einen Vorteil: Der Verbraucher könne auf dem Flaschenetikett nachlesen, wie hoch der Mineraliengehalt sei. Bluthochdruckpatienten könnten darauf achten, ein natriumarmes Wasser zu trinken, ambitionierte Sportler könnten ein Wasser mit viel Magnesium kaufen. Eine bewusste Wahl könne "einen ergänzenden Beitrag zur Deckung des Mineralstoffbedarfs leisten", sagt Gahl. "In erster Linie decken wir aber unseren Mineralstoffbedarf über herkömmliche Lebensmittel."

Die Edelwasser mögen die Gourmets in teuren Restaurants erfreuen. Normalverbraucher, die einfach ein gesundes und umweltbewusst gefördertes Wasser trinken möchten, sind mit Leitungswasser meist viel besser bedient.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Gerry10
    • 16. November 2012 14:32 Uhr

    ...ist dieses Wasser allemal.
    Natürlich ist das meiste davon aufgelegter Blödsinn.
    Vor ein paar Jahren wollte Coca Cola in Groß Britannien Markenwasser verkaufen - ich glaube es hieß "Infusion" - aber daraus wurde nichts als sich herausstellte das es sich um gefiltertes Leitungswasser handelte :-)
    Jedem seine Macken, sag ich da, und wie gesagt, gesünder als teuere Alkohol ist es garantiert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bei dem Versuch billiges Leitungswasser als Marke zu verkaufen ist Coca Cola hier in Deutschland ja sehr erfolgreich: Bonaqua. Das ist nicht anderen als entmineralisiertes Leitungswasser welches später wieder Mineralien zugefügt wird (damit es immer gleich ist).

    ... aus Sidcup wurde unter dem Markennamen "Dasani" verkauft. Aber nicht sehr lange ;-)

  1. Wers braucht soll ruhig luxuriöses H2O süppeln. Rational war der Mensch während der letzten 200.000 Jahre ja nie, besonders was die Gesundheit angeht. Ein gepfegtes Hopfenwasser ist übrigens auch ab und zu mal ganz lecker.

  2. Am Besten schmeckt es mir im Winter, wenn es richtig kalt aus der Leitung kommt. Allerdings fällt das "Bäuerchen machen" mit Kohlensäurehaltigem Wasser leichter.

  3. Ich schleppe sicher nicht das Wasser zu mir nach Hause, weil ich Angst vor "ungesundem Wasser" habe. Das wäre auch unlogisch. Mit diesem Ungesundem Wasser mach ich mein Milchkaffee, und koche meine Nudeln/Reis/Kartoffeln.

    Nein, das Wasser schmeckt einfach nicht. Es ist viel zu Hart. Ich beneide alle die die in Weichwassergebieten leben. Aber ich eben nicht. Daher zahl ich mein Trinkwasser auch in Lietern und nicht in Kubikmetern.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Britta-Filter in Ihrem Drogeriemarkt und günstige no-name Kartuschen benutzen, und Leitungswasser ist besser als jedes Vitel/Volvic.

  4. Bei dem Versuch billiges Leitungswasser als Marke zu verkaufen ist Coca Cola hier in Deutschland ja sehr erfolgreich: Bonaqua. Das ist nicht anderen als entmineralisiertes Leitungswasser welches später wieder Mineralien zugefügt wird (damit es immer gleich ist).

    • Dieterf
    • 16. November 2012 15:01 Uhr

    Danziger Goldwasser war und ist ja vielleicht sein Geld wert. Aber anscheinend kann man sich im "gesundheitsbewussten" Deutschland auch mit Mineralwasser zumindest eine goldene Nase verdienen.

    Wer so dumm ist und glaubt, mit völlig überteuertem Wasser seine Gesundheit zu fördern, soll meinetwegen mehrere Euro pro Flasche ausgeben. Über teure Lebenshaltungskosten sollte er/sie dann allerdings nicht klagen. Die oft fast panische Angst vor Gesundheitsschäden treibt ja hierzulande häufig erstaunliche Blüten. Wohl bekomm's!

  5. da schmeckt das Wasser aus dem Wasserhahn exakt gleich wie Volvic!

    Die komischen Leitungswasserdinger mit Apfelgeschmack schmecken so wie Wasser in denen 2-3 Apfelringe aufgelöst wurden. (mal ausprobieren!)

    Davon abgesehen versteh ichs nicht so recht wie man auf den Blödsinn reinfallen kann und bereit ist das 1000-fache für das selbe Produkt zu zahlen. Teilweise bekommt man ja sogar noch eine gesunde Extraportion Kalk mit (wird im Körper zu Kalzium umgebaut);p

    Und jeder der die Bläschen im Wasser braucht, der kann sich ja son Sodaclub Ding kaufen.

    Aber der (dt.) Mensch ist ja gerne blöd und zahlt sich für Trinkwasser dumm und dämlich, regt sich dann aber natürlich darüber auf, wahlweise 3 Euro mehr für die Krankenversicherung oder den Strom zu zahlen...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich zahle für mein Wasser 5 Euro in der Woche. Wenn das für dich "dumm und dämlich zahlen" ist, dann will ich dein Einkommen nicht wissen...

    Im Übrigen ist das stille Aldi-Wasser der einzige Luxus, den ich mir gönne. Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Süßigkeiten. Weil es mir nicht schmeckt.
    Das Wasser kaufe ich aber, weil mir das Leitungswasser nicht schmeckt.

    Na gut, dann bin ich halt so dumm und gebe 5 Euro pro Woche für das menschliche Lebenselixier aus, damit es mir schmeckt.

    Ich frage mich, warum die "gebt euer Geld für was Vernünftiges aus" - Missionierer immer bei Wasser aufkreuzen und nie bei Alkohol oder Zigaretten. Da wäre es wohl angebrachter.

    • Uwe1108
    • 16. November 2012 15:21 Uhr

    Das ist wie Des Kaisers neue Kleider. Da sitzen sie dann im Restaurant und tun so, als würden sie sonst was schmecken. Keiner traut sich zu sagen, das Wasser wie Wasser schmeckt, sonst wär man ja kein Gourmet mehr. Ein Geschäft mit der Eitelkeit.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service