Edel-Mineralwasser : Ein ziemlich wässriger Luxus
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Die einfachste Art, seinen Durst zu löschen: Leitungswasser

Nicht nur Klimaschützer, sondern auch Verbraucherschützer weisen seit Jahren daraufhin, dass es in Deutschland eine nicht nur günstigere, sondern ebenso gute Weise gibt, seinen Durst zu stillen: mit Leitungswasser nämlich. Das Umweltbundesamt (UBA) rechnet vor , dass Leitungswasser genauso für den menschlichen Konsum geeignet ist wie Mineralwasser. Die Stiftung Warentest kam zuletzt sogar zu dem Urteil , dass Leitungswasser in vielen Fällen besser ist als abgefülltes Mineralwasser.

Tatsächlich unterliegt Leitungswasser in Deutschland strengen Grenzwerten. Die werden regelmäßig kontrolliert. Nur in kleinen Orten, in denen die Kontrolleure nur einmal im Jahr vorbei schauen, könne es vereinzelt zu Überschreitungen kommen, heißt es beim UBA. Auch kann das Wasser in manchen Häusern bedenkliche Stoffe enthalten, wenn es durch Kupfer- und Bleirohre geleitet wird. "Wichtig ist, dass das Wasser fließt und nicht lange in den Leitungen steht", sagt Ingrid Chorus, Wasserhygiene-Expertin des UBA. "Dann kann man es in der Regel bedenkenlos aus dem Hahn trinken." Auch Wasserfilter seien nicht notwendig.

Und die Edel-Wässer? Sind sie womöglich doch gesünder als herkömmliches Mineralwasser? Die Hygieneexpertin Chorus kann mit dieser Frage wenig anfangen. Vermutlich werde damit wohl vor allem Geld gemacht, sagt sie. Auch Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), sagt: "Rein ernährungsphysiologisch wüsste ich nicht, wo da ein großer Unterschied sein soll." Gahl rät dazu, einfach normales Mineralwasser zu trinken.

Das habe zumindest einen Vorteil: Der Verbraucher könne auf dem Flaschenetikett nachlesen, wie hoch der Mineraliengehalt sei. Bluthochdruckpatienten könnten darauf achten, ein natriumarmes Wasser zu trinken, ambitionierte Sportler könnten ein Wasser mit viel Magnesium kaufen. Eine bewusste Wahl könne "einen ergänzenden Beitrag zur Deckung des Mineralstoffbedarfs leisten", sagt Gahl. "In erster Linie decken wir aber unseren Mineralstoffbedarf über herkömmliche Lebensmittel."

Die Edelwasser mögen die Gourmets in teuren Restaurants erfreuen. Normalverbraucher, die einfach ein gesundes und umweltbewusst gefördertes Wasser trinken möchten, sind mit Leitungswasser meist viel besser bedient.

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Kommentare

50 Kommentare Seite 1 von 9 Kommentieren

Gesünder als sauteurer Alkohol...

...ist dieses Wasser allemal.
Natürlich ist das meiste davon aufgelegter Blödsinn.
Vor ein paar Jahren wollte Coca Cola in Groß Britannien Markenwasser verkaufen - ich glaube es hieß "Infusion" - aber daraus wurde nichts als sich herausstellte das es sich um gefiltertes Leitungswasser handelte :-)
Jedem seine Macken, sag ich da, und wie gesagt, gesünder als teuere Alkohol ist es garantiert.

Leitungswasser ist gut - aber schmeckt schlecht

Ich schleppe sicher nicht das Wasser zu mir nach Hause, weil ich Angst vor "ungesundem Wasser" habe. Das wäre auch unlogisch. Mit diesem Ungesundem Wasser mach ich mein Milchkaffee, und koche meine Nudeln/Reis/Kartoffeln.

Nein, das Wasser schmeckt einfach nicht. Es ist viel zu Hart. Ich beneide alle die die in Weichwassergebieten leben. Aber ich eben nicht. Daher zahl ich mein Trinkwasser auch in Lietern und nicht in Kubikmetern.