Wirtschaftsforschung: Ökonomen lernen vom Sozialismus
22 Jahre nach ihrem Untergang entdecken Wissenschaftler die Vorzüge der DDR. Als Parallelwelt erzeugte sie einzigartiges statistisches Datenmaterial.
© Sean Gallup/Getty Images

Fahne der DDR, Ost-Symbolik
Früher galt Bitterfeld als dreckigste Stadt Europas. Wenn die Einwohner ihre Fenster öffneten, nahmen ihnen bisweilen beißende Schwaden den Atem. Dutzende Kohlekraftwerke und das benachbarte Chemiekombinat vergifteten die Luft.
Als Industriestadt war Bitterfeld ein Extrembeispiel. Doch auch sonst nahm es die DDR-Führung nicht allzu genau mit dem Umweltschutz. Umso erstaunter waren Ärzte, als sie nach der Wende feststellten, dass es in Ostdeutschland trotzdem viel weniger Allergie-Erkrankungen gab als im Westen. Gleichzeitig glich sich aber die Häufigkeit der Allergien nach der Wende dem Westniveau an. Da die Bevölkerung in West und Ost genetisch gleich ist, schlossen die Forscher: Es muss an der westlichen Lebensart liegen.
Auch Ökonomen versuchen, die DDR als "natürliches Experiment" für ihre Forschung zu nutzen: Durch die deutsche Teilung waren zwei wirtschaftlich, kulturell und politisch vergleichbare Regionen sehr unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt. Wenn nach der Wende Unterschiede zwischen Ost und West zu finden sind, muss der Grund dafür aus der Zeit der Teilung herrühren.
Natürliche Experimente beheben ein Dilemma der Volkswirtschaft: Um einzelne Effekte zweifelsfrei identifizieren zu können, müssten die Forscher eigentlich Daten zweier Welten miteinander vergleichen, die in allen Merkmalen übereinstimmen – nur in einem nicht. In der Realität ist das kaum möglich – abgesehen von verhaltensökonomischen Fragen, bei denen man Probanden im Labor kleine Experimente durchspielen lässt. Der Münchner Wirtschaftshistoriker Davide Cantoni verfolgt daher einen anderen Ansatz. "Wir müssen gucken, wo uns die Geschichte ein Experiment anbietet", sagt er.
Mit Ost-West-Vergleichen haben Ökonomen mehrfach spannende wirtschaftliche Fragen analysiert. So ging etwa die Frankfurter Makroökonomin Nicola Fuchs-Schündeln gemeinsam mit Alberto Alesina (Harvard University) der Frage nach, ob politische Grundüberzeugungen durch herrschende Parteien beeinflusst werden. Der Ost-West Vergleich lieferte hierfür klare Belege: Die Menschen im Osten haben heute eine deutlich höhere Präferenz für Umverteilung und einen starken Staat als im Westen.
In einer neuen Studie nutzen Davide Cantoni und Leonardo Bursztyn (UCLA) einen ähnlichen Ansatz, um zu untersuchen, wie sich Fernsehwerbung auf den Konsum auswirkt. Allerdings analysieren sie Unterschiede innerhalb von Ostdeutschland: Dabei machen sich Cantoni und Bursztyn den Umstand zu Nutze, dass nicht alle DDR-Bürger Westfernsehen empfangen konnten. Zwar sendeten ARD und ZDF von der Grenze aus direkt in die DDR hinein – und wurden vom Regime auch nicht darin gehindert. Dennoch reichten die West-Wellen nicht bis in alle Ost-Regionen. So musste das Gebiet um Greifswald genauso auf Tagesschau und Wetten dass verzichten wie die Region östlich von Dresden – das so genannte "Tal der Ahnungslosen". Das Privatfernsehen steckte Ende der 1980er Jahren noch in den Kinderschuhen und sendete hauptsächlich über Kabel. So kam es, dass zwar die meisten, aber eben nicht alle DDR-Bürger Werbung zu sehen bekamen – Werbung für Produkte, die sie bis zur Wende nicht kaufen konnten, danach aber schon.
Mit Daten aus Ostdeutschland aus den Jahren nach der Wende untersuchten Cantoni und Bursztyn nun verschiedene Thesen zum Konsumverhalten. Etwa die, dass Werbung die Menschen generell zu höherem Konsum verleitet. Doch Belege dafür fanden sie nicht: In den Regionen mit und ohne Zugang zu Westfernsehen verdienten und sparten die Menschen nach der Wende ähnlich viel – und verwendeten einen vergleichbaren Anteil ihres Einkommens für den Konsum.




Aber gewiss doch, ich erinnere mich noch heute gern, als Radio DDR über die Ostsee flotte Musik und manch' denkwürdige Nachricht aus der sozialistischen Wirtschaft ( meine Güte, das war vielleicht eine "Wirtschaft" ) verbreitete, zum Beispiel diese Nachricht von der Erntefront: "Die Hälfte der Getreideernte ist zu 100% eingebracht!"
Variante wäre eine Zukunftsforschung die sich den aktuellem Rohstoff- Kapital- und Arbeitsmarkt anpassen würde die unter globalen Voraussetzungen erdacht wird.
Gerade deshalb hoffe ich das für eine solche beschriebene Studie keine Steuergelder eingesetzt werden, wenn ja läuft aus meiner Sicht da etwas völlig falsch.
Die Präferenz auf Umverteilung gesellschaftlich erwirtschafteten Reichtums zu legen, vertauscht unter der Hand die ansonsten von keinem veränderbare Interpunktion freiheitlicher Demokratien. Wenn man so will, lässt sich daher begründet feststellen, dass weit überwiegend die Bevölkerung Ostdeutschlands noch heute ihr eigenes Schicksal ungebrochen den vom Privatfernsehen einst vorgestellten Hütchenspielern gleichsam mit Haut und Haar anvertraut anstatt sich wie geboten innerhalb der Grenzen des Grundgesetzes zu bewegen.
Schlechten Arbeitstag gehabt, "Granatenseckel"?
Tut mir leid, aber ich habe kein Wort von ihrem Kommentar verstanden.
Die Interpunktion ist Teil der Rechtschreibung und auch besser als Zeichensetzung bekannt; was man bei Demokratien für eine Art Interpunktion finden soll, müssen sie mir erklären.
Was sie daraus für eine begründete Feststellung (interessanter Begriff!) ableiten, ist noch weniger ersichtlich. Inwieweit verhalten sich Ostdeutsche ihrer Meinung nach wider dem Grundgesetz?
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
in einen Abgrund an Grundgesetz-Verständnis.
"...wie geboten innerhalb der Grenzen des Grundgesetzes..." - das Grundgesetz gebietet (Gebot: verbindliche Anweisung) dem Staat und dessen Organen, nicht dem Bürger. Auch nicht dem aus Mitteldeutschland.
Merkwürdige Hütchenspielerei mit Grundgesetz und Geographie.
Schlechten Arbeitstag gehabt, "Granatenseckel"?
Tut mir leid, aber ich habe kein Wort von ihrem Kommentar verstanden.
Die Interpunktion ist Teil der Rechtschreibung und auch besser als Zeichensetzung bekannt; was man bei Demokratien für eine Art Interpunktion finden soll, müssen sie mir erklären.
Was sie daraus für eine begründete Feststellung (interessanter Begriff!) ableiten, ist noch weniger ersichtlich. Inwieweit verhalten sich Ostdeutsche ihrer Meinung nach wider dem Grundgesetz?
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
in einen Abgrund an Grundgesetz-Verständnis.
"...wie geboten innerhalb der Grenzen des Grundgesetzes..." - das Grundgesetz gebietet (Gebot: verbindliche Anweisung) dem Staat und dessen Organen, nicht dem Bürger. Auch nicht dem aus Mitteldeutschland.
Merkwürdige Hütchenspielerei mit Grundgesetz und Geographie.
Na dann waren wir Ossis doch zu was gut, wer haette gedacht, das wir gerade die "kapitalistischen Werkzeuge" bestätigen...
Ökonomen geht es nicht darum, wie die Werbung wirkt - das machen vielleicht Marktforscher.
Anstatt tatsächlich mal zu untersuchen, welche vielleicht positiven makroökonomischen Effekte der Sozialismus hatte bzw. wie er sich auf das spätere "Ostdeutschland" ausgewirkt hat, geht es hier in ein paar Beispielen nur um Konsumverhalten. Daß Ex-DDR-Bürger eher an einen autoritären Staat gewöhnt sind und ihn daher nun tendenziell präferieren im Angesicht der BRD-Freiheit, kann nun auch nicht verwundern.
Interessanter wäre vielmehr zu erfahren, ob Sozialismus per se zu einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit führen muß oder auch Anreizsysteme bietet, welche einen Wettbewerbsvorteil darstellen können. So gab es hier von einem Kommentator letztens einen Link zur Arte-Doku über "planned obsolescence", darin ein Beispiel, daß die DDR mit ihren Ressourcen sparsam umgehen mußte und daher langlebige Konsumgüter produzierte. Ein Phänomen in Anbetracht der heutigen Wegwerfgesellschaft.
Es wäre auch wichtig zu untersuchen, inwieweit sich positive Effekte z.B. in Kuba umsetzen ließen, wo es zwar keinen reinen Sozialismus gibt, wohl aber eine staatliche Planwirtschaft. Gerade dort fehlt es an wirksamen Anreizsystemen und einer effizienten Ressourcenverteilung.
Es gibt viele interessante Ansätze, die hier im Artikel leider nicht erwähnt werden.
"Interessanter wäre vielmehr zu erfahren, ob Sozialismus per se zu einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit führen muß oder auch Anreizsysteme bietet, welche einen Wettbewerbsvorteil darstellen können. So gab es hier von einem Kommentator letztens einen Link zur Arte-Doku über "planned obsolescence", darin ein Beispiel, daß die DDR mit ihren Ressourcen sparsam umgehen mußte und daher langlebige Konsumgüter produzierte."
Ich habe ein Beispiel für die Produktion eines langlebigen Konsumgutes, es war nicht alles schlecht. Es gab in den Haushaltswarenläden der DDR eine Waschmaschine, die aus einem Holzbottich mit vier rustikalen Holzbeinen und einem Deckel bestand, an dem drei Holzknüppel befestigt waren. Ein Motor bewegte die Wäsche mittels der Knüppel. Das Wasser konnte sie nicht heizen, das musste vorher erwärmt werden. Wenn wir diese Dinger sahen, lachten wir, wer kaufte so was bloß? Es gab in der DDR längst vollautomatische Waschmaschinen recht guter Qualität. Erst nach der Wende lüftete sich das Geheimnis, die Herstellungsfirma kannte ihre Kunden auch nicht, wozu sollte sie Marktforschung machen, wenn ihr Produkt gekauft wurde? Es waren LPG-Bauern, die sich nebenbei z.B. Schweine hielten und damit ihr Futter anrührten.
Heute ließe die sich als nachhaltig-ökologisch vermarkten, so mancher esoterische Klimafreund würde zuschlagen.
Zudem gab es in den vielen sozialistischen Wartegemeinschaften vor den Läden interessante Gespräche über unsere erfolgreiche Wirtschaft.
Du sagst: "Anstatt tatsächlich mal zu untersuchen, welche vielleicht positiven makroökonomischen Effekte der Sozialismus hatte ... geht es hier in ein paar Beispielen nur um Konsumverhalten".
Nicht ganz. Die Gruppe der Wirtschaftshistoriker, welche die DDR als natürliches Experiment verwenden ist etwas größer, als dieser Artikel suggeriert. Ich kenne eine Forschungspapier, in dem der Effekt der Spitzeldichte zu DDR-Zeiten auf das "kulturelle Kapital" der Bewohner dieser Regionen untersucht wird und bin mir sicher, dass sich noch weitere Gegenbeispiele finden ließen. Bei Interesse suche ich Titel des Papers noch aus meinen Unterlagen.
Auch ich finde die Frage, wie sich der Sozialismus auf heutiges Konsumverhalten auswirkt gefällig und uninteressant, aber so einseitig wird mit dem Quellenmaterial, das die DDR zurückgelassen hat, auch wieder nicht umgegangen.
"Es wäre auch wichtig zu untersuchen, inwieweit sich positive Effekte z.B. in Kuba umsetzen ließen, wo es zwar keinen reinen Sozialismus gibt, wohl aber eine staatliche Planwirtschaft."
Das täte mich nun wirklich interessieren, was Sie unter einem reinen Sozialismus verstehen.
Den im sozialistischen Lager, mit der ordentlichsten Baracke DDR? Oder mehr den in Nordkorea?
Ich kenne nur unreine Sozialismusse, den französischen, den deutschen... Einen reinen Kapitalismus mit reiner Marktwirtschaft sehe ich nirgendwo.
„Anstatt tatsächlich mal zu untersuchen, welche vielleicht positiven makroökonomischen Effekte der Sozialismus hatte“
Ganz einfach, da gibt’s keine. Außer vielleicht die künstliche Vollbeschäftigung.
„Interessanter wäre vielmehr zu erfahren, ob Sozialismus per se zu einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit führen muß.“
Im Sozialismus wurden die meisten Preise vom Staat festgelegt, somit wurde der wesentliche Wettbewerbsmechanismus und -anreiz ausgeschaltet. Es gibt keinen Staat, dessen Wirtschaft durch Einführung des Sozialismus wettbewerbsfähiger wurde. Volkswirtschafts-„Experten“ der Linkspartei sind da aber sicher anderer Meinung.
"Interessanter wäre vielmehr zu erfahren, ob Sozialismus per se zu einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit führen muß oder auch Anreizsysteme bietet, welche einen Wettbewerbsvorteil darstellen können. So gab es hier von einem Kommentator letztens einen Link zur Arte-Doku über "planned obsolescence", darin ein Beispiel, daß die DDR mit ihren Ressourcen sparsam umgehen mußte und daher langlebige Konsumgüter produzierte."
Ich habe ein Beispiel für die Produktion eines langlebigen Konsumgutes, es war nicht alles schlecht. Es gab in den Haushaltswarenläden der DDR eine Waschmaschine, die aus einem Holzbottich mit vier rustikalen Holzbeinen und einem Deckel bestand, an dem drei Holzknüppel befestigt waren. Ein Motor bewegte die Wäsche mittels der Knüppel. Das Wasser konnte sie nicht heizen, das musste vorher erwärmt werden. Wenn wir diese Dinger sahen, lachten wir, wer kaufte so was bloß? Es gab in der DDR längst vollautomatische Waschmaschinen recht guter Qualität. Erst nach der Wende lüftete sich das Geheimnis, die Herstellungsfirma kannte ihre Kunden auch nicht, wozu sollte sie Marktforschung machen, wenn ihr Produkt gekauft wurde? Es waren LPG-Bauern, die sich nebenbei z.B. Schweine hielten und damit ihr Futter anrührten.
Heute ließe die sich als nachhaltig-ökologisch vermarkten, so mancher esoterische Klimafreund würde zuschlagen.
Zudem gab es in den vielen sozialistischen Wartegemeinschaften vor den Läden interessante Gespräche über unsere erfolgreiche Wirtschaft.
Du sagst: "Anstatt tatsächlich mal zu untersuchen, welche vielleicht positiven makroökonomischen Effekte der Sozialismus hatte ... geht es hier in ein paar Beispielen nur um Konsumverhalten".
Nicht ganz. Die Gruppe der Wirtschaftshistoriker, welche die DDR als natürliches Experiment verwenden ist etwas größer, als dieser Artikel suggeriert. Ich kenne eine Forschungspapier, in dem der Effekt der Spitzeldichte zu DDR-Zeiten auf das "kulturelle Kapital" der Bewohner dieser Regionen untersucht wird und bin mir sicher, dass sich noch weitere Gegenbeispiele finden ließen. Bei Interesse suche ich Titel des Papers noch aus meinen Unterlagen.
Auch ich finde die Frage, wie sich der Sozialismus auf heutiges Konsumverhalten auswirkt gefällig und uninteressant, aber so einseitig wird mit dem Quellenmaterial, das die DDR zurückgelassen hat, auch wieder nicht umgegangen.
"Es wäre auch wichtig zu untersuchen, inwieweit sich positive Effekte z.B. in Kuba umsetzen ließen, wo es zwar keinen reinen Sozialismus gibt, wohl aber eine staatliche Planwirtschaft."
Das täte mich nun wirklich interessieren, was Sie unter einem reinen Sozialismus verstehen.
Den im sozialistischen Lager, mit der ordentlichsten Baracke DDR? Oder mehr den in Nordkorea?
Ich kenne nur unreine Sozialismusse, den französischen, den deutschen... Einen reinen Kapitalismus mit reiner Marktwirtschaft sehe ich nirgendwo.
„Anstatt tatsächlich mal zu untersuchen, welche vielleicht positiven makroökonomischen Effekte der Sozialismus hatte“
Ganz einfach, da gibt’s keine. Außer vielleicht die künstliche Vollbeschäftigung.
„Interessanter wäre vielmehr zu erfahren, ob Sozialismus per se zu einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit führen muß.“
Im Sozialismus wurden die meisten Preise vom Staat festgelegt, somit wurde der wesentliche Wettbewerbsmechanismus und -anreiz ausgeschaltet. Es gibt keinen Staat, dessen Wirtschaft durch Einführung des Sozialismus wettbewerbsfähiger wurde. Volkswirtschafts-„Experten“ der Linkspartei sind da aber sicher anderer Meinung.
ist die Meinung vieler Ossis. Grundversorgung eines Volkes
mit Energie, Wasser, Verkehr, Ernährung, Gesundheit sollten in staatlicher Hand sein, so, wie es das Ahlener Programm der CDU 1948 (?) vorsah.
Wohin private Energieversorgung führt, haben wir an dem
oberirdischen Kabel- und Trafo-Gewirr in New-York gesehen, als
der hurican alles hinwegfegte.
dass die Amis dank privater Energieversorgung Städte wie New York am Bein kleben haben während in der DDR wahre Metropolen entstanden...
dass die Amis dank privater Energieversorgung Städte wie New York am Bein kleben haben während in der DDR wahre Metropolen entstanden...
Mein Gott, waren wirklich dutzende Kohle-Kraftwerke um Bitterfeld herum?
"Interessanter wäre vielmehr zu erfahren, ob Sozialismus per se zu einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit führen muß oder auch Anreizsysteme bietet, welche einen Wettbewerbsvorteil darstellen können. So gab es hier von einem Kommentator letztens einen Link zur Arte-Doku über "planned obsolescence", darin ein Beispiel, daß die DDR mit ihren Ressourcen sparsam umgehen mußte und daher langlebige Konsumgüter produzierte."
Ich habe ein Beispiel für die Produktion eines langlebigen Konsumgutes, es war nicht alles schlecht. Es gab in den Haushaltswarenläden der DDR eine Waschmaschine, die aus einem Holzbottich mit vier rustikalen Holzbeinen und einem Deckel bestand, an dem drei Holzknüppel befestigt waren. Ein Motor bewegte die Wäsche mittels der Knüppel. Das Wasser konnte sie nicht heizen, das musste vorher erwärmt werden. Wenn wir diese Dinger sahen, lachten wir, wer kaufte so was bloß? Es gab in der DDR längst vollautomatische Waschmaschinen recht guter Qualität. Erst nach der Wende lüftete sich das Geheimnis, die Herstellungsfirma kannte ihre Kunden auch nicht, wozu sollte sie Marktforschung machen, wenn ihr Produkt gekauft wurde? Es waren LPG-Bauern, die sich nebenbei z.B. Schweine hielten und damit ihr Futter anrührten.
Heute ließe die sich als nachhaltig-ökologisch vermarkten, so mancher esoterische Klimafreund würde zuschlagen.
Zudem gab es in den vielen sozialistischen Wartegemeinschaften vor den Läden interessante Gespräche über unsere erfolgreiche Wirtschaft.
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