AutomobilkonzerneVW-Manager übernimmt schwierigen Job bei Opel

Der Ex-Chef von Continental soll den Vorsitz von Opel übernehmen. Karl-Thomas Neumann will die seit Juli andauernde Übergangsphase beenden und die Sanierung voranbringen. von dpa und dapd

Karl-Thomas Neumann , ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Continental und Ex-China-Chef von Volkswagen , soll im Lauf des kommenden Jahres als Vorstandschef zum Rüsselsheimer Autobauer Opel wechseln. Zwar steht noch keine Unterschrift, doch geht Neumann davon aus, dass es zum Vertragsabschluss kommen wird. Wegen vertraglicher Vereinbarungen mit seinem jetzigen Arbeitgeber Volkswagen kann der Wechsel nicht früher erfolgen.

"Neumann an der Spitze wäre gut für Opel . Er hat das Format, das wir brauchen", zitierte die Financial Times Deutschland einen Opel-Aufsichtsrat. An der Spitze des Unternehmens würde er den bisher amtierenden Übergangschef Thomas Sedran beerben, der die wichtigste europäische Tochter des US-Autokonzerns General Motors (GM) seit Mitte Juli führt. Dem Sanierungsexperten fehlten allerdings technisches Wissen und Erfahrung in der Autobranche, hieß es.

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Die Sanierung ist bei Opel in vollem Gang. Bereits im laufenden Jahr wurden 2.600 Stellen gestrichen , die meisten davon in Deutschland. 2.300 Beschäftigte haben das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits verlassen.

Schwierigster Job der Branche

Neumann war bis vor wenigen Monaten noch in China tätig, dem wichtigsten Markt für den Konzern . In einem Umbau wurde Neumann überraschend von Konzernchef Martin Winterkorn ausgetauscht. Der Manager hatte zuvor beim Autozulieferer Continental gearbeitet, wo er 2008 zum Vorstandschef aufstieg. Ein Jahr später schied er nach einem erbitterten Machtkampf mit Conti-Großaktionär Schaeffler aus.

Der Job bei Opel gilt derzeit als einer der schwierigsten der Branche . Trotz der Sanierung muss sich GM auf weitere Jahre mit Milliardenverlusten bei Opel einstellen : Erst "Mitte des Jahrzehnts" rechnet der Konzern mit schwarzen Zahlen bei der Europatochter, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. 2012 wird Opel demnach 1,5 Milliarden Dollar Verlust machen, 2013 nur etwas weniger. "Wir haben noch eine Menge Arbeit zu tun, vor allem in Europa ", hatte GM-Finanzvorstand Dan Ammann gesagt.

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Leserkommentare
  1. Opel hat keine Chance, so lange sie sich gezwungener Maßen nur in Europa bewegen können, da hilft der beste Manager nichts. Alles andere ist Augenwischerei!

  2. Opel baut gute Autos

    Vielleicht sollte mal nach der USA Wahl nochmals an General Motors heran treten, und auch Obama in diese Debatte einbringen.

    Fals Romney gewinnt könnte man sowieso alles Fahren lassen.

    • grrzt
    • 02. November 2012 17:06 Uhr

    und was macht die Qualifikation des Nachfolgers aus, der bei Continental wohl nicht Fuß fasssen konnte...? Eine besondere Stärke im "nicht-Fuß-fassen-können"?

    • Bregens
    • 02. November 2012 17:25 Uhr

    .
    "Die Sanierung ist bei Opel in vollem Gang. Bereits im laufenden Jahr wurden 2.600 Stellen gestrichen, die me..."

    Dafür braucht es keinen hochbezahlten Manager!

    Ein dressierte Schimpanse kann das kostengünstiger.

    Wirklich den Konzern zu sanieren, hieße den Einfluss der Konzernmutter und deren Restriktionen zu beseitigen und Opel wettbewerbsorientiert handeln zu lassen.

  3. Noch ist Opel nicht verloren, wenngleich des Autobauers Existenz bedroht. GM hat einen neuen Opelchef erkoren.
    Führt dieser Opel aus der Absatznot?
    Soll die Rettung überhaupt gelingen, muss der Staat auch Hilfe bringen. Daran lässt sich wohl nichts ändern: es bedarf einer Bürgschaft aus Bund und Ländern. Genauer: um eine Milliarde es geht. 2012 ein 1,4 Mrd Minus zu Buche schlägt.
    Die Opel-Rettung soll nun ein Ex-VW-Spitzenmanager
    schaffen. Intensiv muss er das wichtigste GM-Standbein in Europa straffen. Ob der Elektro-Ing. K.T. Neumann technisch genug versiert, muss sich noch erweisen.
    2016 läuft die Opel-Produktion im Werk Bochum aus.
    2012 verlassen schon 2.600 Mitarbeiter das Opelhaus.
    Auf Neumann warten die Mühen einer reibungslosen Kooperation mit PSA Peugeot-Citroen von Anfang schon.
    4 gemeinsame Plattformen für neue Fahrzeugmodelle sollen entstehen. Man darf gespannt sein auf das Opel-Sanierungs-Geschehen. Mitentscheidend dürfte bei alledem sein, ob GM dem neuen Opelchef Freiraum einräumt. Nicht auszuschließen durch Vorgaben vereitelt, eben versäumt.

    Auf

  4. Opel kann ja nichts mehr verlieren. Entweder geschiet das was alle erwarten und Opel geht den Bach runter, oder sie schaffen es doch noch. Finde sie sind auch ohne Millionenausgaben für einen Manager auf dem richtigen Weg. Das Marketing leistet endlich gut Arbeit. Die Werbung hat Witz und bleibt in den Köpfen. Das größte Problem ist, dass der zu schwere Astra keine Chance gegen den Golf hat. Cors, Meriva und Insignia sind eigentlich auf Augenhöhe mit der Konkurenz oder im Fall Meriva sogar Marktführend. Die Kooperation mit Peugeote-Citroen kommt zu einem unpassenden Moment, weil die geplanten Modelle nicht in den aktuellen Zeitplan passen. 208, Adam, und Zafira Tourer sind neue Modelle, die 2016 schon wieder erstetzt werden sollen. Das passt nicht.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, nf
  • Schlagworte Karl-Thomas Neumann | Volkswagen | Opel | Continental | General Motors | Martin Winterkorn
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