WirtschaftskriseVerletzte bei europaweiten Protesten gegen Sparpolitik
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Auch Deutsche Bahn von Streiks betroffen

Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es auch bei den Protesten in Rom, wo Polizisten von rechtsgerichteten Studenten mit Steinen, Flaschen und Sprengkörpern beworfen wurden. Sie demonstrierten gegen Kürzungen im Bildungssystem. Die Polizei rückte mit Tränengas und gepanzerten Fahrzeugen vor, um randalierende Schüler und Studenten vom Tiber-Ufer zu vertreiben. Reporter sprachen von Guerilla-ähnlichen Szenen. In Turin wurden fünf Polizisten bei Krawallen verletzt, einer von ihnen schwer; Demonstranten hatten seinen Schutzhelm mit Stöcken und Baseballschlägern zertrümmert. Auch an anderen Orten wurden Beamte verletzt, es gab mehrere Festnahmen.

Wegen eines 24-stündigen Bahnstreiks in Belgien musste die Deutsche Bahn Busse einsetzen. Von dem Ausstand war vor allem der Zugverkehr in Richtung Brüssel betroffen. "Wer nicht unbedingt dahin muss, sollte einen anderen Tag wählen", sagte ein Bahn-Sprecher. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys zwischen Deutschland und Belgien verkehrte wegen des Streiks nicht.

Auch die Niederlande und andere Länder waren von den Streiks betroffen. Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden am Mittwoch etwa zehn Flüge von und nach Spanien annulliert. Drei Hochgeschwindigkeitszüge nach Paris blieben im Bahnhof. In London Heathrow , dem verkehrsreichsten Flughafen Europas, wurden bis zum Mittag wegen der Proteste 39 Flüge gestrichen.
 

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Leserkommentare
  1. ist dieser Satz von Thomas Müntzer ein, den Ernst Bloch immer zitierte: "Es sind die Herren selber schuld, wenn der gemeine Mann ihnen Feind wird!"

  2. darauf, ihre Millionen in diesen Ländern zu versenken.

    Wie - es gibt keine Investitionen? Da muß man demonstrieren gehen, dann werden die schon ihre Kohle rausrücken. Das sind doch Kandidaten für die Darwin Awards.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen. Äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

    • Xdenker
    • 14. November 2012 16:21 Uhr

    ein Gedankenexperiment:

    Wenn ich einmal hoffnungslos überschuldet sein sollte, werde ich auf die Straße gehen und Rabatz machen. Gegen alle, die mich zum Geldannehmen und Geldausgeben gezwungen haben. Denn ich werde keine Chance gehabt haben, mich gegen diese dunklen Mächte und die Überschuldung, die sie mir antaten, zur Wehr zu setzen. Ich werde ein hilf- und wehrloses Opfer gewesen sein. Aber ich habe dabei, zugegebenermaßen, gut gelebt. Und werde deswegen, ggf. unter Einsatz von Gewalt, von meinen Peinigern fordern, auch weiterhin zu einem möglichst kräftigen Geldannehmen und -ausgeben gezwungen zu werden.

    Soviel zur Einordnung der Proteste gegen die Sparpolitik.

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    Sie sind ein [zensurwürdiges Substantiv].

    Ich wohne derzeit in Spanien und kann Ihnen daher hiermit bescheinigen, dass Sie keinen blassen Schimmer von der hiesigen Situation haben.

    Es waren ja nicht die einfachen Menschen, die sich verschuldet haben, sondern der Staat; die Eliten haben den Schlamassel verursacht - ausbaden dürfen ihn v.a. die unteren Bevölkerungsschichten, also die, die vorher schon eher unterdurchschnittlich von der guten Lage profitiert haben. Statt also hier zynische und von Ahnungslosigkeit prallvolle Kommentare zu schreiben, sollten Sie lieber mal herkommen.

    Hinzu kommt dann noch, dass friedliche Demonstranten (ja, es gibt auch andere, aber von denen rede ich hier nicht) grundlos zusammengeschlagen werden. Die Staatsgewalt reagiert äußerst repressiv und beinahe mit diktatorischer Härte.

    Ich hatte angenommen, hier geht es um die Überschuldung des Staates nicht der Privatpersonen.

    Mein Gedankenexperiment sieht wie folgt aus:

    Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet, eine Familie ernährt, zwei Kinder großgezogen, ihnen eine gute Ausbildung ermöglicht, alle mir auferlegten Steuern bezahlt und sämtliche Sozialabgaben erbracht. Ich bin ein gut integriertes Mitglied der Gesellschaft, nie straffällig geworden und der Gesellschaft nie zur Last gefallen, habe mich sozial engagiert mit meinen Nachbarn. Zum Dank dafür kürzt mir der Staat meine Rente um 25 %, weil er jahrelang fehlgewirtschaftet hat. Ich hätte damit leben können 45 Jahre lang etwas mehr Steuern zu zahlen aber mit einer solchen Rentenkürzung kann ich nicht leben.

    Ich denke, da würde ich auch auf die Straße gehen.

    ... aber mann kann ja trotzdem mal einen Kommentar schreiben, kostet ja nichts.

    Das Problem in Spanien war tatsächlich (hauptsächlich) ein Problem der Immobilienfirmen, der Banken und auch der Gesetzgebung, kombiniert mit oft korrupten Lokalpolitikern.

    Das Kleingedruckte der Hypothekendarlehen ist z.T. haarsträubend, und wäre in Deutschland verboten. Dass da einfache Leute nicht durchblicken, ist nur sehr bedingt deren Schuld.

    Was mich sehr überrascht hat, als ich zum ersten mal in Spanien gearbeitet habe war, wie hart die Leute hier in der Regel arbeiten, von viel "Siesta" keine Spur. Nicht immer ist alles effizient, aber dieses Bild der "faulen Südländer" das in Deutschland oft verbreitet wird ist einfach nur provinziell und peinlich. Die Probleme sind etwas komplexer.

  3. Sie sind ein [zensurwürdiges Substantiv].

    Ich wohne derzeit in Spanien und kann Ihnen daher hiermit bescheinigen, dass Sie keinen blassen Schimmer von der hiesigen Situation haben.

    Es waren ja nicht die einfachen Menschen, die sich verschuldet haben, sondern der Staat; die Eliten haben den Schlamassel verursacht - ausbaden dürfen ihn v.a. die unteren Bevölkerungsschichten, also die, die vorher schon eher unterdurchschnittlich von der guten Lage profitiert haben. Statt also hier zynische und von Ahnungslosigkeit prallvolle Kommentare zu schreiben, sollten Sie lieber mal herkommen.

    Hinzu kommt dann noch, dass friedliche Demonstranten (ja, es gibt auch andere, aber von denen rede ich hier nicht) grundlos zusammengeschlagen werden. Die Staatsgewalt reagiert äußerst repressiv und beinahe mit diktatorischer Härte.

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    Bevor Sie hier mit zensurwürdigen Substantiven herumwerfen, gestatten Sie mir, als jemand der nicht "derzeit", sondern bereits seit 30 Jahren in Spanien lebt, einen Kommentar.

    Die Staatsverschuldung lag, bei Beginn des ganzen Schlamassels, bei ca. 60%. Es war die horrende Privatverschuldung, bei der allerdings die Banken kräftig mitgeholfen hatten, die die Immobilienblase zum Platzen gebracht hat. Es wurden Hypotheken aufgenommen, die in keiner Weise zum Einkommen gepasst haben, für Immobilien, die oft eine Nummer zu gross für den Käufer waren.

    Dies betrifft selbstverständlich nicht alle Spanier, so dass man das nicht "den Spaniern" global vorwerfen kann, aber bevor Sie anderen "keinen blassen Schimmer" unterstellen, informieren Sie sich bitte.

    • Xdenker
    • 14. November 2012 17:04 Uhr

    "Es waren ja nicht die einfachen Menschen, die sich verschuldet haben, sondern der Staat; die Eliten haben den Schlamassel verursacht - ausbaden dürfen ihn v.a. die unteren Bevölkerungsschichten, also die, die vorher schon eher unterdurchschnittlich von der guten Lage profitiert haben."

    Das weiß ich. Das ist tragisch. Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit, dass der Staat seine Finanzen konsolidieren muss.

    • Xdenker
    • 14. November 2012 17:13 Uhr

    Hier ist nicht die Staatsverschuldung das Problem, sondern das Versagen der Wirtschaftspolitik und die Überschuldung eines beträchlichen Teils der Privatwirtschaft, darunter des Bankensektors.

    Wenn das spanische Volk dagegen aufstände, dass der Staat auf seine, sprich des Volkes, Kosten marode Banken rettet, dann hätte es dafür meine volle Sympathie.

    ob das Land in dem Sie wohnen tatsächlich Spanien heisst denn die von Ihnen beschriebene Situation hat mit den hiesigen Vorgängen absolut nichts zu tun: die "einfachen Menschen" in Spanien haben sich "nicht verschuldet": a l l e haben sich über Hypoteken und Konsumkrediten bis zur Oberkante verschuldet. Dazu satte Lohnsteigerungen (in 10 Jahre 60%). Und ob die Demonstrationen allgemein friedlich sind weiss ich nicht, hier in Madrid jedenfalls haben die ausserst agressiven Demonstranten die Polizei direkt angegriffen.

    wie die letzte:

    Ja, es gibt Gewalt gegenüber Demonstranten und nein, sie ist meist NICHT gerechtfertigt. Sicherlich gibt es zu Gewalt neigende und aggressive Teilnehmer, doch meist handelt es sich einfach um unberechtigte und illegitime Gewaltausbrüche der Polizisten, die eben einfach einen bestimmten Fleck der Straße freimachen wollen. Da geht es nicht um Gefährdungen; nein, es geht um Machtdemonstration - darum, dass der Staat (und mit ihm der Kapitalismus) zeigen kann, wie stark er ist, damit es ja niemand wagt, an den Machtstrukturen ernsthaft zu rütteln. Der Kapitalismus zeigt seine hässliche Fratze in bspw. diesen Szenen:

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    So läuft's hier. Und ja, lobitoes, ich weiß wovon ich rede; letzterer Szene habe ich zwar nicht selbst beigewohnt, durfte aber spät nachts noch eine Freundin trösten, die völlig aufgelöst nach Hause kam, nachdem sie in dieser Bar war.

    Und ja, lobitoes, ich wohne in Spanien, und nein, es haben sich nicht ALLE verschuldet. Ja, es gab Immobilienspekulationen, aber hier waren auch wieder hauptsächlich Eliten am Werk bzw. sind die einzigen, die letztlich davon profitiert haben. Alle anderen zahlen jetzt den Preis. Mann, ich bin solcher Kommentare so überdrüssig.

  4. wird in den folgenden Tagen noch intensiviert. Bisher hieß es von Seiten der EU immer, dass es ja nur einige Tausend Demonstranten sein. Jetzt sind es mittlerweile Millionen in verschienden Staaten in ganz Europa.

    Es wird zu einer großen Tragödie kommen, wenn nicht langsam die Menschen das Gefühl bekommen, dass die Verursacher und Profiteure der Krise mit zur Verantwortung gezogen werden. Es wäre Aufgabe der Medien diese Stimmung noch deutlicher dar zu stellen.Ich glaube vielen Politkern der höher Ebene ob in Brüssel oder den europäischen Hauptstädten ist der Ernst der Lage nicht bewußt. Die Schere geht immer weiter auseinander und jetzt wo wir in der Krise sind sollen die schwächsten zuerst belangt werden ?

    Das Thema Eurokrise bewegt die MEnschen, da es um ihren Lebenstandard geht. Die MEnschen informieren sich im Internet , gucken Dokus, verschicken Videos, vernetzen sich international und geben ihr Wissen an ihre Familien und Freunde weiter. Natürlich gibt es immer Spielraum bzgl. der Interpretation von Informationen, aber es sollte doch mitterlweile klar sein, dass ein weiter Teil der Bürger die politischen und wirtschaftlichen Eliten für dieses Desaster verantwrotlich macht. Aber deren Vermögen steigt weiter unaufhatlich während nun Lehrer in Griechenland 300 Euro zum Einstieg verdienen.
    Muss es den erst hunderte Tote bei Demos geben bevor die Politik begreift wie ernst die Lage ist. Verursacher müssen die Kosten tragen!

  5. 6. [..]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen. Äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

  6. Ich hatte angenommen, hier geht es um die Überschuldung des Staates nicht der Privatpersonen.

    Mein Gedankenexperiment sieht wie folgt aus:

    Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet, eine Familie ernährt, zwei Kinder großgezogen, ihnen eine gute Ausbildung ermöglicht, alle mir auferlegten Steuern bezahlt und sämtliche Sozialabgaben erbracht. Ich bin ein gut integriertes Mitglied der Gesellschaft, nie straffällig geworden und der Gesellschaft nie zur Last gefallen, habe mich sozial engagiert mit meinen Nachbarn. Zum Dank dafür kürzt mir der Staat meine Rente um 25 %, weil er jahrelang fehlgewirtschaftet hat. Ich hätte damit leben können 45 Jahre lang etwas mehr Steuern zu zahlen aber mit einer solchen Rentenkürzung kann ich nicht leben.

    Ich denke, da würde ich auch auf die Straße gehen.

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    • RPT
    • 14. November 2012 17:19 Uhr

    Wie hoch sind denn die Renten real(inflationsbereinig) in Spanien heute im Vergleich zum Zeitpunkt der Euroeinführung wirklich? Hat ja jemand valide Zahlen?

  7. Es wird Zeit das Kaiptal den Gläubigern auf Heller und Pfennig inklusive Zinseszins endlich zurückzuzahlen, welches man sich vor Jahrzehnten geliehen hat um den sehr hohen europäischen Lebenstandard welcher nun existiert zu erschaffen.

    Europäer zahlt endlich eure Rechnungen und hört auf zu jammern!!!

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    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    DAs Risiko bei Geldgeschäften liegt nicht nur beim SChuldner allein. Wenn Unternehmen xy GEld verleiht und dann aktiv daran arbeit das dieser Schuldner das Geld nicht zurückzahlen kann, da ich mein Risiko schon lange verkauft habe und nun mehr daran verdiene das der Schuldner pleite geht, dann hab ich Pech gehabt.

    Natürlich gibt es Gründe zu demonstrieren, auch wenn sie diese nicht Teilen. Ansonsten würde man die Staatsform wohl kaum als Demokratie durchgehen. Die Bürger sitzen nicht alle im selben Boot. Es gibt Menschn die von der Krise massiv profiteren und auch aktiv zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Wir sollten nicht vergessen das die Staatschulden in den Eurostaaten erst durch die Bankenrettung explodiert sind.

    Wenn sie mit ihrem Kommentar provozieren wollen halte ich das für charkterlich schwach, wenn sie wirklich so eine beschränkte Sicht auf die Dinge haben tun sie mir leid.

    Die Masse der Bürger in besagten Ländern lebt genau so wenig wie Deutshcland in Saus und Braus. Wenn die Länder ihre Einnahmen erhöhen müssen um die Schulden zu bezahlen sollen sie mit dem GEld einsammeln auch bei denen beginnen, die seit der JAhrtausendwende vom System am meisten profitert haben. Gucken sie sich die Vermögensentwicklung in Europa an.

    Ihre Meinung ist reichlich uninformiert. Ohne die Hilfe der Staaten wären die meisten der Gläubiger vor einigen JAhren pleite gegangen.

    dazu muss man den Leuten erstmal die Chance geben ihre Schulden zu bezahlen. Hierfuer brauchen die bsp. Jobs und Exporte. Ich hoffe Sie fahren einen Fiat oder Seat und machen in Griechenland Urlaub - anders wirds wohl nicht gehen..

    Sie haben recht. Und zwar deshalb, weil es in sogenannten Demokratien nutzlos ist friedlich zu demonstrieren! Wenn Demonstrationen was bewirken würden, wären sie verboten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, AFP, sk
  • Schlagworte Wirtschaftskrise | Belgien | Billigflieger | Flughafen | Portugal | Protest
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