Wirtschaftliche FolgenSandy drückt US-Wachstum Richtung ein Prozent

Der Schaden wegen Sandy könnte bei 50 Milliarden Dollar liegen. Kurzfristig wird der Sturm das Wachstum schwächen. Ab 2013 aber ist mit einem Konjunkturschub zu rechnen. von afp, dpa, reuters, dapd und

Kann er schon wieder öffnen? Der Inhaber dieses Eisladens misst den Wasserstand.

Kann er schon wieder öffnen? Der Inhaber dieses Eisladens misst den Wasserstand.  |  © Susan Walsh/AP Photo

Der Wirbelsturm Sandy könnte nach Einschätzung von Experten das ohnehin schwächelnde Wachstum der US-Wirtschaft im vierten Quartal deutlich drücken. Allerdings sind genaue Prognosen zu den Auswirkungen des Sturmes schwer, was sich auch an der Bandbreite der Prognosen zeigt.

Der Wissenschaftler Peter Morici von der Universität Maryland schätzt den Verlust auf einen halben Prozentpunkt im vierten Quartal. "Das kann das Wirtschaftswachstum auf rund ein Prozent drücken." Gemessen an der Gesamtlage sei ein halber Prozentpunkt eine Menge, fügte er hinzu.

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Die anfänglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft könnten gravierend sein, schrieb auch Paul Ashworth von der Londoner Beratungsfirma Capital Economics in einer Analyse.

Kurzfristige Auswirkungen auf Benzinpreis

Dagegen blieben die Analysten von JP Morgan bei ihrer Prognose, dass das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2,0 Prozent zulegt. Die Fachleute verwiesen darauf, dass der verheerende Hurrikan Katrina 2005 das Wirtschaftswachstum zwar erheblich verlangsamte, vor allem weil Ölraffinerien ausfielen und zwei Monate lang das Benzin deutlich teurer war.

Allerdings erholte sich damals die Konjunktur auch wieder sehr rasch. Sandy habe zwar auch einige Raffinerien in Mitleidenschaft gezogen, schrieben die Analysten weiter. Aber die Auswirkungen auf den Benzinpreis seien vermutlich nur kurzfristig.

Auch Volkswirt Bernd Krampen von der NordLB sieht die Lage weniger dramatisch. Er rechnet kurzfristig mit deutlichen Rückschlägen bei Einzelhandelsumsatz, Industrieproduktion und Beschäftigung. Insgesamt seien im vierten Quartal jedoch lediglich Wachstumseinbußen von 0,1 Prozent zu erwarten.

Zuletzt hatten die Schätzungen von Experten für das vierte Quartal im Schnitt bei einem Plus von 1,8 Prozent gelegen.

Schäden schwer zu schätzen

Sandy war am Montag auf einer Breite von mehreren Hundert Kilometern auf die Ostküste der USA geprallt. Überschwemmungen, Stromausfälle und zerstörte Häuser waren die Folge . Mehr als 50 Menschen starben in den USA und Kanada , mehr als 60 in der Karibik .

Wie hoch die Schäden sind, die Sandy hinterließ, ist derzeit nur schwer abzuschätzen. Unzählige Wohnhäuser, Fabriken, Kraftwerke und Verkehrswege in den besonders betroffenen Bundesstaaten New Jersey und in New York müssen instandgesetzt werden. Auf die Konjunktur werden sich diese Wiederaufbauarbeiten aber wohl erst 2013 positiv auswirken.

Der Informationsdienst IHS Global Insight rechnet mit einem wirtschaftlichen Gesamtschaden von bis zu 50 Milliarden Dollar (38,7 Milliarden Euro). Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat geht von direkten Schäden von bis zu 20 Milliarden Dollar aus, die Hälfte davon dürfte versichert sein. Der Risikospezialist AIR kommt auf eine ähnliche Summe.

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Leserkommentare
  1. Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    • mores
    • 01. November 2012 12:51 Uhr

    Die Toten sind noch nicht beerdigt, die unermesslichen Schäden noch nicht registriert, da grübeln Wallstreet und Obama, WEM "Sandy" NÜTZT - eine Geier-Gesellschaft, wert zum Wegspülen!

    3 Leserempfehlungen
    • Gerry10
    • 01. November 2012 14:18 Uhr

    ...es muss was kaputt gemacht werden damit die Wirtschaft wächst. Naturkatastrophe oder Krieg, solange es was zum wieder aufbauen gibt gehts der Wirtschaft gut.
    Ich frage mich woher das ganze Geld kommen soll um dies alles zu bezahlen.
    Auf Pump vielleicht?
    Kann nicht sein, denn in Europa wird "gespart" um die Wirtschaft zu retten...

    Eine Leserempfehlung
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    Wobei es gleich ist ob durch die Natur,Kriege,oder wenn sich da nichts tut,dann Abwrackpraemie.

    Zwar hat man viele Produkte schon so hergestellt,das sie nicht zulange halten,das greift halt nicht so Nachhaltig scheints.

    Das ist die Schattenseite des auf Wachstum basierenten Wirtschaftsystems,da es nun mal kein Endloses Wachstum geben kann in einem geschlossenen system.
    Und dann macht man sogar ein Wachstumsbeschleunigungs Gesetz,unter mit wierkung einer Kanzlerin,die scheints vergessen hat,was sie in ihrem Physikstudium gelernt hat/haette muessen.
    Nunja,vieleicht hatte sie gerade gefehlt.

    Aus der Druckerei natürlich.
    Ab er es stellen sich weitere interessante Fragen. Zwei Tage blieb die Börse geschlossen. Hat dies der US-Wirtschaft geschadet oder genützt? Falls dies nicht feststellbar ist, könnte ja mal ein Test mit längerer Pause gestartet werden. Vielleicht sind diese Spielcasinos ja auch verzichtbar?!

    Dass es ausgerechnet bei uns Menschen gibt, die das immer noch nicht verstehen, ist erstaunlich. Unser ganzes
    "Wirtschaftswunder" war doch überhaupt nur möglich, weil Deutschland in Trümmern lag.

    Selbstverständlich kurbelt auch dieser Hurrikan wieder die US-Wirtschaft an, genau wie sämtliche früheren Hurrikane. Diesmal vielleicht sogar noch mehr, weil nur Wohngebiete beschädigt wurden, aber nicht die Industrie.

  2. Ich frage mich, wie das Versicherungskonzerne eigentlich sehen mit dem Umweltschutz. Immerhin tragen die den Großteil der Kosten für die Schäden.

    Bisher größten Versicherungsschäden:

    5. Charley (2004) – $8.755 billion
    4. Wilma (2005) – $11.676 billion
    3. Ike (2008) – $13.050 billion
    2. Andrew (1992) – $22.939 billion
    1. Katrina (2005) – $46.591 billion

    Source: CNBC

    Da die meisten Opfer der Schäden nicht versichert sind, belaufen sich die Kosten für die Versicherungen auf ca. 5-10 Milliarden bei Sandy.

    http://rt.com/usa/news/hu...

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    Wie sollten sie das tun?

  3. Wie sollten sie das tun?

    Antwort auf "Versicherungskonzerne "
  4. Wobei es gleich ist ob durch die Natur,Kriege,oder wenn sich da nichts tut,dann Abwrackpraemie.

    Zwar hat man viele Produkte schon so hergestellt,das sie nicht zulange halten,das greift halt nicht so Nachhaltig scheints.

    Das ist die Schattenseite des auf Wachstum basierenten Wirtschaftsystems,da es nun mal kein Endloses Wachstum geben kann in einem geschlossenen system.
    Und dann macht man sogar ein Wachstumsbeschleunigungs Gesetz,unter mit wierkung einer Kanzlerin,die scheints vergessen hat,was sie in ihrem Physikstudium gelernt hat/haette muessen.
    Nunja,vieleicht hatte sie gerade gefehlt.

  5. Aus der Druckerei natürlich.
    Ab er es stellen sich weitere interessante Fragen. Zwei Tage blieb die Börse geschlossen. Hat dies der US-Wirtschaft geschadet oder genützt? Falls dies nicht feststellbar ist, könnte ja mal ein Test mit längerer Pause gestartet werden. Vielleicht sind diese Spielcasinos ja auch verzichtbar?!

  6. Dass es ausgerechnet bei uns Menschen gibt, die das immer noch nicht verstehen, ist erstaunlich. Unser ganzes
    "Wirtschaftswunder" war doch überhaupt nur möglich, weil Deutschland in Trümmern lag.

    Selbstverständlich kurbelt auch dieser Hurrikan wieder die US-Wirtschaft an, genau wie sämtliche früheren Hurrikane. Diesmal vielleicht sogar noch mehr, weil nur Wohngebiete beschädigt wurden, aber nicht die Industrie.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, Reuters, AFP, tst
  • Schlagworte Benzin | Benzinpreis | Bruttoinlandsprodukt | Dollar | Hurrikan | JPMorgan Chase
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