Europas KriseDeutsche Wirtschaftsweise sollen Reformprogramm für Frankreich ausarbeiten

Frankreichs Wirtschaft steckt fest. Nun macht Finanzminister Schäuble einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutsche Experten sollen Reformen für Paris entwerfen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat angeregt, dass der deutsche Sachverständigenrat ein Reformkonzept für die in Schwierigkeiten steckende französische Wirtschaft ausarbeitet. Nach Informationen von ZEIT ONLINE hat Schäuble das Thema im Beisein der Ratsprofessoren angesprochen, als diese am Mittwoch das Jahresgutachten für Deutschland überreichten.

Der Schritt ist ungewöhnlich, weil sich der vor 49 Jahren gegründete Rat bislang nicht um die Politik anderer Länder gekümmert hat. Dass er es nun doch tun soll zeigt, wie groß in Berlin die Sorge um den Zustand der französischen Wirtschaft ist.

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In Frankreich hat sich das Wirtschaftswachstum erheblich verlangsamt, viele Unternehmen kämpfen ums Überleben. Nach Angaben der Europäischen Kommission wird es dem Land nicht gelingen, sein Haushaltsdefizit wie geplant im kommenden Jahr unter die Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Frankreich steht am Rand einer Rezession, die Zahl der Arbeitslosen liegt mittlerweile bei mehr als drei Millionen. Wenn sich die Lage weiter verschlechtert, könnte sich die Krise in Europa wieder zuspitzen.

Für einen solchen Ernstfall soll nun Vorsorge getroffen werden. Das angeregte Reformprogramm soll einen möglichen Absturz der französischen Wirtschaft verhindern. Als mögliche Ansatzpunkte für eine Reform gelten der Arbeitsmarkt oder die sozialen Sicherungssysteme. Die deutschen Wirtschaftsweisen könnten einen solchen Plan gemeinsam mit ihren Kollegen aus Frankreich entwickeln.

Der Sachverständigenrat ist unabhängig, die Politik kann das Ergebnis eines möglichen Gutachtens nicht diktieren. Es handelt sich bislang auch nur um einen informellen Austausch. Ein Auftrag für ein Gutachten muss laut Gesetz von der Bundesregierung kommen.

 
Leserkommentare
  1. Aber wovor sollen Menschen noch "Angst" haben?

    Eine so genannte "neoliberale" Politik, im Sinne von liberal marktwirtschaftlicher Politik, findet doch kaum noch statt!

    Ich kann beim besten Willen seit Jahren kein "freies Spiel der Märkte" mehr erkennen. Im Gegenteil der Flaßbecksche (Alb-)traum von staatsregulierten Zinsen, Wechselkursen und demnächst auch (Mindest-)Löhnen wird doch schon fast tägliche Realität. Der Steuerknebel wird trotz Überfinanzierung zunehmend angezogen, die EU will noch mehr Haushaltsmilliarden, die Freiheit des Einzelnen schwindet deshalb zunehmend - zumindest, soweit er nicht zu den Alimentariern oder VersorgtwerdenWollern zählt.

    Da wird am Arbeitsmarkt verhindert und dort wird an den Zinsen interveniert. Vernünftige Instrumente zur Selbstregulation, wie Leerverkäufe und CDS werden behindert. Schauen Sie doch was Hollande in Frankreich versucht - katastrophal! Wenn er wenigstens alleine für seine Blütenträume zahlen würde....!

    Hätten wir wenigstens noch etwas neoliberales Wirken von Angebot und Nachfrage, würde das auch keine Angst machen, sondern Hoffnung wecken, dass man doch nicht in der Unfreiheit totalitär staatlicher Gängelung zur reinen Gehorchmasse degradiert wird.

    So jedoch, wird es eher schlimm enden.

    Nur wegen der Hoffnung, dass es, außer mir, doch noch einige mehr gibt, die das Ruder herum reissen können, engagiere ich mich.

    Eine Leserempfehlung
  2. Sind das nicht die, die jedes Jahr von den tatsächlichen Zahlen überrascht werden ? Die ihre Prognosen um 100-200% korrigieren müssen ?

    Ach...die !!

  3. 123. achja

    das war Ironie...

    Antwort auf "Arroganz!"

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