Griechenland : Ein Sparkurs, für Deutsche kaum vorstellbar

Die Griechen müssen mehr sparen, heißt es in Deutschland. Nun hat die OECD errechnet, was die Sparpolitik für deutsche Beamte und Rentner bedeuten würde.
Demonstrant mit Maske vor dem griechischen Parlament © Aris Messinis/AFP/Getty Images

Jens Weidmann gibt sich dieser Tage ungeduldig. Griechenlands Regierung müsse mehr tun, sonst ergäben neue Hilfen keinen Sinn, mahnte der Bundesbank-Chef am Wochenende in einem Zeitungsinterview . Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble spricht gerne davon, dass es nur einen Weg für Griechenland innerhalb der Euro-Zone gebe, und dieser Weg sei hart.

Tatsächlich spart die Regierung in Athen seit beinahe drei Jahren stärker als jedes andere Industrieland zuvor. Am Sonntag verabschiedete das Parlament den Haushalt 2013 und ein weiteres Sparpaket über 13,5 Milliarden Euro. Es ist der letzte Beschluss in einer Reihe von Maßnahmen, die die Bürger des Landes treffen. "Die soziale Toleranzschwelle ist fast erreicht", sagt Michael Massourakis, Chefvolkswirt der griechischen Alpha-Bank. "Ich bin mir nicht sicher, dass ein Land in Friedenszeiten eine solche Situation ertragen kann."

Viele in Deutschland können sich kaum vorstellen, wie groß die Einkommensverluste der Griechen sind. Für ZEIT ONLINE haben Experten des Industrieländerclubs OECD in Paris eine Rechnung aufgestellt: Wie groß wären die Einbußen für die Deutschen, wenn der Sparkurs nicht in Griechenland, sondern in Deutschland stattfände?

Dafür betrachteten die Experten nur einen Teil des Sparprogramms: die Ausgaben für Beamte und Pensionäre. Die Staatsbediensteten und Ruheständler mussten in den Jahren 2010 und 2011 Kürzungen von insgesamt 2,5 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts mitmachen. Allein im Jahr 2010 hatte die griechische Regierung ihre Ausgaben um insgesamt 8,2 Milliarden Euro reduziert. Den größten Anteil mussten Beamte und Pensionäre schultern: 5,5 Milliarden Euro.

Überträgt man diese Summen auf deutsche Verhältnisse, dann hätten deutsche Beamte und Pensionäre in den vergangenen zwei Jahren auf 13,5 Prozent ihrer Einkommen verzichten müssen, rechnen die Experten der OECD vor. "Das wären beachtliche Anpassungen für Deutschland", sagt Claude Giorno, der Griechenland-Experte der Organisation.

Müssten tatsächlich deutsche Lehrer, Feuerwehrmänner, Polizisten und Rentner auf 13,5 Prozent ihres Einkommens verzichten – was würde in Deutschland geschehen? Die letzte große Reformwelle in Deutschland waren die Agendareformen von  Gerhard Schröder im Jahr 2005. Damals änderte die Regierung vor allem die Spielregeln: Sie legte Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammen und weckte damit neue Abstiegsängste in der deutschen Bevölkerung. Hunderttausende gingen damals auf die Straße. Dabei waren die Hartz-Reformen weit entfernt davon, ein brutales Einsparprogramm vom Format Griechenlands zu sein.

Hinzu kommt: Die Rechnung beinhaltet nur einen Bruchteil der tatsächlichen Belastungen für griechische Bürger. Die Mehrwert- und Tabaksteuer wurde erhöht, ebenso wie die Steuern auf Immobilien. Auch die allgemeine Wirtschaftslage ist seit Jahren dramatisch. Das Land steckt tief in der Rezession, jeder vierte Grieche ist arbeitslos. Die Kürzungen aus dem jüngsten Sparpaket sind in der Rechnung ebenfalls nicht enthalten.

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Kommentare

130 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

Ausgangssituation auch relevant

Das Einkommen der Deutschen hat sich aber in den letzten Jahrzehnten auch kaum erhöht.

Wenn man da in Griechenland nachschaut, dann entdeckt man Zuwachsraten bei Löhnen und Einkommen die man sich hierzulande kaum vorstellen kann.

Daher rührt ja auch das enorme Leistungsbilanzdefizit von GR.

Dieses ist mittlerweile nahezu ausgeglichen, das ist die gute Nachricht. Denn mit einer netativem Leistungsbilanz kann Griechenland gar keine Schulden zurückzahlen, sondern nur von Privat zu Staat verschieben.

sowas bedingt sich ja

in gewisser weise wechselseitig und taugt somit kaum als rechtfertigung fuer lohnsteigerungen oberhalb der leistungsfaehigkeit der volkswirtschaft.

bestimmte preisentwicklungen kann man uebrigens auch auf die vereinheitlichung der waehrung zurueck fuehren.

jedenfalls ist eine grundannahme der sinnhaftigkeit einer einheitswaehrung "angleichung der volkswirtschaften (auf allen ebenen" durchaus widerlegt. wer zum zeitpunkt des eintritts nicht wettbewerbsfaehig war wird dies mit der dortigen verschuldungspolitik und von der eu verfolgten freihandels-politik jedenfalls erst recht nicht.

abgesehen davon das die grundsaetzlichen eintrittskriterien schon zu beginn nicht eingehalten wurden (staatsverschuldung) und per bilanztrick marke goldman sachs auf taeuschung beruhten, trotz kenntnis der politischen akteure in rest-europa akzeptiert wurden und marktseitig scheinbar auch nicht weiter geprueft wurde in was fuer eine bananen-republik geliefert und vorfinanziert wird.

Haben Sie auch Belege

für Ihre Behauptungen? Und differenzieren Sie zwischen dem 'einfachen Mann auf der Straße' und dem Beamtenapparat? Immerhin verdienen auch in Deutschland höhere Beamte ein vielfaches dessen, was ein Arbeiter bekommt, von Ministern, Staatssekretären und pensionierten Bundespräsidenten garnicht zu reden.
Ich glaube ja nicht, daß ein normaler Elektriker/Klempner/Arbeiter am Fließband/Bauer/Handwerker in Griechenland extreme Lohnsteigerungen in den letzten Jahren genossen hat.

Ausgangssituation

Griechenland befand sich vor dem Euro bestenfalls auf dem Niveau eines aufstrebenden Dritte Welt Landes. Innerhalb weniger Jahre stiegen aber Löhne und Sozialleistungen fast auf das Niveau Mitteleuropas. Der Rest verharrte auf altem Niveau.
In etwa so, als ob eine deutsche Verkäuferin plötzlich 3000€ monatlich vom Chef erhalten würde. Ohne diesen Betrag zu erwirtschaften und bezahlt aus einem Firmendarlehen. Nun gibt es keinen Kredit mehr.
Hier von sparen zu sprechen ist eine falsche Beurteilung der Lage. Vielmehr handelt es sich um eine Anpassung an das Wohlstandsniveau, welches Staat und Bevölkerung tatsächlich erwirtschaften.
Das einzig fatale ist, dass mit Beibehaltung des Euro die Bevölkerung auch im Euro-Preissystem gefangen bleibt.
Wenn dann 50% weniger Griechen sich ein Auto leisten können oder man aus Geldmangel nicht den Bus nehmen kann sondern 30 Minuten zu Fuß laufen muss - was solls?
Muss ein HarzIV -er in Deutschland auch.
Solange es Euroländer mit geringeren Mindestlöhnen oder Mindestrenten als in Griechenland gibt, sollte man die Kürzungen in Griechenland nicht verklären.

Da Sie auf "Differenzierung" von Behauptungen so viel Wert legen

"...verdienen höhere Beamte ein vielfaches dessen, was ein Arbeiter bekommt,"( meinen Sie "Facharbeiter"???)

sei dazu gesagt, dass
- einfache u. mittlere Beamte, auch mitunter gehobener Dienst oft deutlich weniger verdient, was ein tariflich ordentlich bezahlter Arbeiter bzw. Facharbeiter bekommt.

Was Sie unter "Höheren" Beamten ( das sind i.d.R. Akademiker) verstehen, die Sie mit einem offenbar einfachen (Fließband-) Arbeiter vergleichen, bleibt Ihr Geheimnis.
Minster u.Staatssekretäre sind außerdem politische Wahlbeamte auf Zeit.

(Die vergleichenden "Belege",was diese Beamtengruppen alle verdienen, können Sie übrigens prima im Netz finden, falls Sie es ganz genau wissen wollen)

Lohnniveau

Diese 40 % hören sich natürlich drastisch an, doch von welchem Lohnnieveau sprechen wir.
Es ist ja nicht so, dass Griechenland ein Billigland wäre.
Wenn die Lehrer jetzt so um die 1.000 € brutto verdienen und einige Junglehrer sogar nur 600 €, dann waren die Gehälter vor den Lohnerhöhungen wohl sehr mager.
Anstatt, dass die Deutschen hier für höhere Löhne kämpfen und dies auch politisch zum Ausdruck bringen, scheint es vielen eine echte innere Befriedigung zu sein, wenn andere noch weiter in den Dreck getreten werden. WIDERLICH - aber so kennen wir ja unsere lieben, deutschen Mitbürger, um mal genauso pauschal zu proleten.

Vom griechischen Nepotismus profitierten nicht nur reiche

Es ist in der Tat so, das die Löhne im Staatssektor stärker stiegen. Der ist aber in Griechenland nicht gerade klein. Und es gibt/gab auch "Halbtagsstellen" zu denen man nicht erscheinen muss. Quasi eine art "Aufstocker"

Die in den Staatsunternehmen profitierten auch in unglaublichem Ausmaß, wie alle mit Streikpotential.

LKW-Fahrer (abgeschotteter Markt; Lizenzen)
Lockfüherer (vielfaches der Einkommen bei der DB)
staatl. Ölunternehmen (Nachtwächter sechstellig)

Die grafik, das in allen Sektoren die Löhne gestiegen ist hab ich in der Sendung "ECO" im SF (Schweizer Fernsehen) gesehen, finde die Folge auf die Schnelle nicht.

Sind aber auch nicht gerade Geheimdienstliche Informationen ;-)

Niemand hat gesagt das es dem Durchschnittsgriechen besser geht als dem Durchschnittsdeutschen.

Aber das es dem Durchsnittsgriechen vor 4 Jahren extrem besser ging als vor 12 Jahren darf erwähnt werden. Das ist nicht "einprügeln" sondern schlicht fakt.

Die Griechen haben nach der Euro-Einführung ihre nominellen Löhne mehr oder weniger genauso erhöht wie zu Drachme-Zeiten. Nur war die Drachme nunmal eine Weichwährung, der Euro nicht. Die Binnenpreise stiegen so enorm, das Leistungsbilanzdefizit auch.

Ich bezweifel ja gar nicht das es für die Griechen hart ist. Aber wenn wir auf 15% unseres Einkommens verzichten, dann landen wir beim Lebensstandart in den 60ern/70ern/80ern, die Griechen in den 90ern. Das ist ein Unterschied.

Die enormen Lohnsteigerungen können Sie nicht von der Hand weisen.

Ich rede explizit von

höheren Beamten und Angestellten übrigens auch; darunter fallen für mich z.B. keine normalen Lehrer, da ich weiß, daß die Gehälter für Lehrer nicht gestiegen sind und niedrigere Beamte ebenfalls Kürzungen hinnehmen mußten.
Ich rede hier z.B. von Direktoren von Krankenkassen, die 400 000 Euro/Jahr verdienen, ich rede von Staatsekretären, ich rede von Geschäftsführern von Versicherungen etc, die sich jedes Jahr eine Gehaltserhöhung gönnen (von Bankern und Managern will ich garnicht erst reden).
Ein Lehrer in Griechenland verdient m. W. 800 Euro, das ist also keine Unsumme. Trotzdem wird hier dauernd auf die Beamten geschimpft, OHNE zu differenzieren. Wie mir scheint, ist die Situation in Deutschland garnicht so viel anders als in Griechenland, abgesehen von der Ausgangssumme.
Wenn die Preise in Griechenland in etwa den deutschen Preisen entsprechen, ist wohl klar, warum das Volk auf die Straße geht - und dazu zählen NICHT die höheren Beamten. Das würden sie in Deutschland übrigens auch nicht. Ich möchte doch wirklich mal zu gerne hören, wenn ein höherer Beamter/Angestellter auf 13 % seines Gehaltes verzichten soll, was er dann sagt. Ich wundere mich außerdem (nicht wirklich), warum solche Vorschläge in Deutschland erst garnicht gemacht werden, aber für Griechenland für ALLE selbstverständlich sein sollen - und ich finde es beschämend, wenn mal wieder Griechenland-Bashing betrieben wird. Deshalb meine ich, sollte man differenzieren.

Ssagt sogar sehr viel

"Der Einkommenszuwachs allein sagt doch nichts aus - wenn man 10 Euro/Monat verdient und dann hinterher 20, hat man auch einen Zuwachs von 100 Prozent. Klingt ja super, ist in der Realität aber trotzdem mager."

Doch, sagt sogar sehr viel wenn nur durch Kredit (Staats+Privatschulden Griechenland) und nicht durch Produktionssteigerung erreicht worden ist, oder wollen Sie uns sagen dass es für die Griechen berechtigt ist ein unverdientes Wohlstand zu behalten und wenn ja mit welchem Recht?

Foristen und OECD vergleichen "Unvergleichliches"

"Ich rede hier z.B. von Direktoren von Krankenkassen, die 400 000 Euro/Jahr verdienen, ich rede von Staatsekretären, ich rede von Geschäftsführern von Versicherungen etc, die sich jedes Jahr eine Gehaltserhöhung gönnen (von Bankern und Managern will ich garnicht erst reden)"

Na, dann sagen Sie doch gleich, worüber Sie wirklich reden wollen und ziehen nicht so irritierend verallgemeinernde Vergleiche!
Über die tatsächlichen Einkünfte und Stellen-u.Funktionsbeschreibungen, zu den Gehältern (Beamte) und Vergütungen (Angestellte) im öffentlichen Dienst sollte man sich wirklich differenzierter schlau machen, eh man undifferenziert den Dreschflegel schwingt.

Eine Übersicht der Tarifverträge und Besoldungsordnungen im öffentlichen Dienst mit Auflistung aller im Gehaltsrechner enthaltenen Tarifverträge mit Anwendungsbereich und Gültigkeitsdauer
findet man hier:
http://oeffentlicher-dien...

Anschließend könnte man sich zielführend mit dem Vergleich Griechenland -Deutschland weiter unterhalten.

Aber wenn sogar die OECD uns mit ihren blindwütige Vergleichen ohne genaue Recherchen, schön kleinlaut halten will, was will da man von uns gemeinen deutschen Foristen erwarten...

@schewietzek Habs jetzt gefunden // Lohnsteigerungen in GR

Das ist die Sendung in ECO vom SF

http://www.videoportal.sf...

Hier wird gezeigt das die Löhne in allen Sektoren in Griechenland gestiegen ist. Ein Bauboom hat in allen Sektoren die Löhne gestiegen.

Die Löhne sind in allen Sektoren -ausnahme Bildungssektor- massiv bis zur Kriese massiv gestiegen.
Der öffentliche Sektor bildete die Spitze, insbesondere der Transoprt (Bahn etc) die ihre Löhne mit ihrem mächtigen Streikhebel absurd in die höhe schraubten.
Aber auch im Tourismus sind die Löhne massiv gestiegen, bis zur Kriese.

Ich habs mir jetzt angesehen

und bemängele erst mal, daß hier nicht von konkreten Zahlen gesprochen wird - hier wird nur vom Prozentsatz der 'Lohnstückkosten' und von der Produktivität gesprochen.
Die Lohnstückkosten sind natürlich die Löhne - und wie schon gesagt, war die Ausgangsbasis extrem niedrig; deshalb z.B. verzeichnet Rumänien eine Entwicklung der Reallöhne von 2000 - 2008 um 331 ! %.
http://de.statista.com/st...
Lettland liegt bei 188 %.
Nimmt man allein die Zuwachsraten, müßten Rumänien, Lettland usw. wahrhaft paradiesisch sein. Davon ist mir allerdings noch nichts zu Ohren gekommen. Hier ist einfach viel Nachholbedarf, deshalb die hohen Lohnsteigerungen. Das galt ebenso für Griechenland - auf die Griechen wird geschimpft, warum nicht auf die Rumänen?
Des weiteren sind die Mindestlöhne in Griechenland auf 853 Euro gestiegen, bei zumindest vergleichbaren Preisen; wären auch die Preise entsprechend niedriger, würden deutsche Rentner massenhaft in Griechenland überwintern.
Die Zuwachsraten sagen also allein garnichts aus, solange nicht tatsächliche Zahlen genannt werden.
Im Übrigen: glauben Sie wirklich, man kann von 853 Euro eine Familie ernähren, Miete oder Hypotheken abzahlen, Kleidung kaufen und was alles sonst noch so zu einem normalen Leben gehört? Ich rede ja hier nicht von einem Zweitjob, von einem willkommenen Zubrot, sondern von dem Lohn für eine Ganztagstätigkeit.

Leistungsbilanzdefizit

Seit wann kann man mit einem Mindestlohn eine Hypothek abbezahlen? Es wäre ja schön wenn das so wäre, aber das sind nun echt ansprüche die bar jeder Realität sind. Kann man das etwa hier? Schon ein komischer vergleich.

Griechenland hat ein enormes Leistungsbilanzdefizit aufgetürmt, es hat seine Löhne -wie im Beitrag gezeigt- enorm über der Produktivität angehoben, das führte dazu das der Lebensstandard gar nicht zu den Löhnen erwirtschaftet werden konnte, also importiert werden musste. Die Finanzierung des Imports erfolgte auf pump.

Griechenland lebte also "über seinen Verhältnissen", auch wenn diese nicht sehr hoch sind. Was jetzt erfolgt ist also ein anpassen an die Realität.

Die anderen Länder haben auch Leistungsbilanzdefizite, aber geringere, inwieweit diese werden aber durch Investoren finanziert, die an die Entwicklung in den Ländern glauben. Das Leistungsbilanzdefizit von GR wird durch die Staaten der EU gezahlt, also was ganz anderes.

Über die Lohnstückkosten in Rumänien hab ich jetzt keine Information.

Die Griechen geben jetzt also vor allem nur die Teile ihres Wohklstandes auf, die auf einem trügerischen Wachstum fußen.

Das Griechenland reicher ist als Deutschland hab ich nie gesagt. Aber viele Länder -und erst recht im Balkan- sind das auch nicht.

Genau der Hinweis aber, auf die enorman Steigerungen der Einkommen hat im Artikel gefehlt. Das ist schon etwas unausgewogen.

So hoch auch dem Pferd....

Wenn man all die Kommentare liest glaubt man dass alle in Griechenland gelebt haben und über alles aber alles ganz bestimmt genau bescheid wissen! Alle Achtung! Es wäre eine Frage, was ist schlimmer die Ahnungslosigkeit oder die Dummheit den Medien alles zu glauben? Kann man die Weitsicht der Weltgeschehen die durch Planung und gezielte Durchführung stattfanden als ein Ignorant und Arroganter betrachten? Anscheinend schon!!! Jede "Münze" hat mindestens drei Seiten.... Mal sehen wenn in Deutschland die ersten Selbstmord begehen, was dann in den Medien stehen wird und wie oberflächlich dann die Meinungen sein werden!

Mindestlohn?

... der steht bestenfalls auf dem Papier, jedenfalls gilt er nicht flächendeckend. Es gibt etliche Jobs (Bürotätigkeiten, Verkäufer etc), da wird Ihnen ein 'Vasikos Misthos' (zu deutsch 'Grundgehalt') geboten, das waren 2005 so was um die 600 Euro, wenn verheiratet, dann 650 €. Ich wage mal zu behaupten, dass so ca. 25 % der Griechen immer arm waren, und die tollen 'Eigenheime' sind selbstgemauerte Büdchen. Ganze Stadtbezirke in Thessaloniki beispielsweise sehen so aus. Das Problem in Griechenland ist auch dort die Schere zwischen Arm und Reich bzw. wohlhabenderer Schichten, die sich in den letzten 20 Jahren enorm vergrößert hat. Den letzteren gehts jetzt an den Kragen und den Armen jetzt richtig besch...

Dieser Einblick war. . .

. . .sehr interessant.Danke. Da sind die Verdienstmöglichkeiten ja manchmal bitter gering. Nimmt man da die von den OECD genannten allgemeinen minus 13,5 % wird es in diesem Land sehr still werden. Ich denke nicht, das grosse "Aufstände" stattfinden werden. Das jahrelang gepredigte "Gürtel enger schnallen, "wir sitzen alle in einem Boot", "es ist halt kein Geld mehr da" ;-) hat ja gezeigt, das der Deutsche an sich leidensfähig, zäh und unverdrossen auf sich eindreschen lässt. Und auf bessere Zeiten wartet.

Absurd

Den Konsolidierungsbedarf Griechenlands mit dem Deutschlands zu vergleichen, ist absurd. Gleichwohl gilt für alle das Kriterium, die Schuldenstandsquote der öffentlichen Haushalte bei maximal 60 Prozent des BIP zu halten und ggf. auf diese Marke herunterzufahren.

Diesbezüglich ist für Deutschland erheblich mehr Ehrgeiz angebracht. Was die Bundesregierung dazu (nicht) unternimmt, macht sie in meinen Augen unglaubwürdig. Ein Vorbild müsste sie dabei sein, ist sie aber nicht.

Wir leben hier im Paradies

Wir leben hier in Deutschland im Paradies, nur merkt es keiner.
Stattdessen landauf, landab Nörgelei, Pessimismus, Negativität, Beschwerden, Neid und stöhnen auf hohem Niveau.
Liegt wohl im "deutschen Charakter". Sehr traurig. Wenn man öfter im Ausland ist, so wie ich, dann fällt einem auf, dass es einem deutschen Hartz IV Empfänger deutlich besser geht als einem Durchschnittsbürger in den meisten anderen Ländern!

Zetern und Nöhlen auf hohem Niveau

Guter Artikel !

Wir sind uns in Deutschland nicht bewusst, wie gut es uns geht. Der deutsche Pessimismus, das herunterziehen der Mundwinkel, zetern, nöhlen und beschweren sind des Deutschen Lieblingsbeschäftigungen.
Wie Fischbacher oben schreibt: Einem Hartz IV Empfänger in Deutschland geht es besser als einem Normalbürger in den meisten anderen Ländern.

Also naja lieber Herr Boes

Herr Boes arbeitet im Vollzeitehrenamt und weil er dabei logischerweise nichts verdient, erhält er Solzialhilfe, die der Steuerzahler blechen darf. Weil Herr Boes durch seine unbezahlte Vollzeitaktivität keine Zeit zum Gelderwerb übrig hat, werden seine Sozialleistungen gekürzt... da sich sonst der Großteil der Bevölkerung zurecht verkackeiert fühlen dürfte. Und weil so ein Fatzke, der in den Wolken lebt, Probleme mit den Behörden kriegt, soll ich als Arbeiter mein Land beschimpfen?

Du liebes Lieschen,

müssen wir erst Slums wie in anderen Ländern haben und Bettler an jeder Straßenecke, damit man dann kritisieren darf? Muß es wirklich erst soweit kommen?
Im Übrigen sollten Sie mal einen Blick auf die Tafeln und Kleiderkammern werfen, um sich zu überzeugen, wie gut es Hartz-IV-Empfängern in diesem Land geht.
Und denken Sie dran: auch zwischen Ihnen und Hartz-IV stehen nur 15 Monate; man kann in Deutschland sehr schnell sehr tief fallen.

Das kann nur jemand schreiben ...

... der kein Hartz IV-Empfänger ist.

Wenn ich sehe, wie schlecht es diesen oft geht, finde ich es sehr anmaßend, von einer finanziell besser gestellten Warte belehrende Worte an selbige zu richten - ihr seid ja bloß Querulanten, denen es noch viel zu gut geht!

Warum will denn keiner in Hartz IV abrutschen, der eine vernünftige Arbeit hat?

Weil es einem mit Hartz IV im Zweifelsfall beschisssen geht!

Das man nicht gleich verhungert, ist in einem der reichsten Länder der Welt anscheinend der kleinste gemeinsame Nenner, auf den man sich in der Sozialpolitik einigen kann.

Zur Erinnerung: Vermögenssteuersatz wurde anstandslos nicht mehr erhoben - eigentlich noch Gesetz, nahmen unsere Regierungen die verfassungswidrige Privilegierung der Immobilien zum Anlass, die Steuer insgesamt auszusetzen.

Der Spitzensteuersatz wurde sang- und klanglos gesenkt.

Rettungspakete für Banken werden über Nacht und immer wieder durchs Parlament gewunken.

Aber eine minimale Erhöhung des Existenzminimums braucht eine Ermahnung des Verfassungsgerichts und mehrere Jahre, bis sie verabschiedet wird - natürlich weit unter der Teuerungsrate.

Logischerweise ist das Vermögen nahezu der Hälfte der Deutschen inzwischen nahe am Nullpunkt angekommen.

Aber uns geht es natürlich noch zu gut ...

Aufwachen!

Bert brecht sagte einmal: "verhungern kann man in jedem Land!" Recht hat er es geht also nur um die Frage, wie man verhungert!

In Deutschland verhungern die Leute, wenn
- sie nicht täglich dreimal am Tag sattessen haben!
- wenn sie nicht einmal im Monat zum Essen gehen können!
- Wenn sie täglich Brot statt Brötchen /Semmeln essen können
- wenn ihr Haustier verhungert
- wenn sie kein Geld für Zigaretten haben
- wenn sie nicht bei Mediamarkt einkaufen können
- wenn sie nicht Autofahren können
etc.

Deutschland jammert auf sehr hohem Niveau,
bringt den Arsch nicht nach oben, um die Misstände im eigenen Land zu beheben, sondern schaut neidisch auf den Nachbarn den sie durch ihr Verhalten in Not und Elend stürzen!

Deutschland kann locker 5 - 6 Mio Arbeitslose verkraften und immer noch von Vollbesachäftigung sprechen, aber neien lieber keinen Mindestlohn, lieber drei Jobs als zwei etc. und immer schön Buckeln damit der Chef sich den nächsten dicken Wagen leisten kann obwohl er schon einen hat.

Deutschland verdient immer noch an Griechenland!

Woher kommt in Deutschland das Geld für die ganzen Spenden, jetzt beginnt wieder die Zeit der Spendensendungen? (Von mir nicht!)

In Griechenland, Spanien etc. glaube ich ehrlich werden die Leute dieses Jahr kaum etwas geben!