Deutsche Unternehmen sind stark verunsichert und machen sich Sorgen, wenn sie an das Jahr 2013 denken: Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnen 28 Prozent der deutschen Unternehmen damit, im kommenden Jahr Stellen abbauen zu müssen . Dieser Trend zeige sich in allen Wirtschaftsbranchen, sagte IW-Direktor Michael Hüther.

Nach Ansicht der Bundesbank ist der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt schon jetzt gestoppt. In den Chefetagen der Unternehmen sei eine "tiefsitzende Verunsicherung" festzustellen. Dies dürfte die Wirtschaftsentwicklung nach Einschätzung des Instituts und der Bundesbank weiter bremsen.

Erstmals seit dem Frühjahr 2009 erwarten mehr Firmen für das kommende Jahr einen Rückgang der Produktion als einen Anstieg. 24 Prozent rechnen mit einem Plus, 28 Prozent mit einem Minus und 48 Prozent mit gleichbleibenden Werten. Das IW geht für 2013 von 0,75 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland aus.  

Besonders vorsichtig in ihrer Planung seien nach IW-Angaben Industrieunternehmen, die mit geringeren Exporterträgen innerhalb der EU rechnen. Rund 30 Prozent der Unternehmen aus diesem Sektor erwarteten im Jahr 2013 weniger Arbeitsplätze. Besser sehe es bei den Dienstleistern aus. Dort wollten zwar 27 Prozent Stellen abbauen, aber immerhin 23 Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigen, sagte Hüther.

Branchenübergreifend rechnen derzeit nur 20 Prozent damit, im kommenden Jahr neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Düstere Prognosen für alle Wirtschaftsbereiche

Die Bundesbank kommt zum gleichen Ergebnis. "Die Zuversicht, dass sich die Konjunktur kurzfristig beleben könnte, geht in immer mehr Bereichen der Wirtschaft verloren", schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht. Bisher habe vor allem die exportorientierte Industrie unter dem langsameren globalen Wachstumstempo und den Krisen in Teilen des Euro-Raums gelitten. "Inzwischen ist aber unverkennbar, dass die Wirtschaft davon in der Breite in Mitleidenschaft gezogen werden könnte."

Derzeit trotzten nur der Wohnungsbau und der private Konsum den spürbar gedämpften Einflüssen, schreibt die Bundesbank weiter. Hingegen hätten neben den Industrieunternehmen zuletzt auch die vor allem aufs Inland ausgerichteten Dienstleister ihre Geschäftserwartungen beträchtlich heruntergestuft. Bei den Investitionen habe die Konjunktur bereits vor einem Jahr jeden Schwung verloren.