WeltenergieausblickUSA werden weltgrößter Ölproduzent

Die USA könnten bald unabhängig von Erdöl und Gas aus dem Ausland sein. Zeitweise steigt das Land sogar zum weltgrößten Ölproduzenten auf, prognostizieren Experten. von afp

Eine Gas-Pipeline wird im US-Bundesstaat Pennsylvania verlegt.

Eine Gas-Pipeline wird im US-Bundesstaat Pennsylvania verlegt.  |  © Les Stone/Reuters

Die USA könnten nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) in rund 20 Jahren unabhängig von Erdöl und Gas aus dem Ausland sein. Das Land werde seinen Energiebedarf voraussichtlich gegen 2035 fast vollständig aus eigenen Ressourcen decken können, heißt es in dem jährlichen Weltenergieausblick der IEA. Es handle sich um eine "dramatische Umkehrung des Trends, der in den meisten Energie importierenden Staaten sichtbar ist". Derzeit decken die USA noch rund 20 Prozent ihres Energiebedarfs aus Importen.

Laut dem IEA-Bericht dürften die USA dank des Ausbaus ihrer Förderungen etwa im Jahr 2020 vorübergehend zum größten Ölproduzenten der Welt vor Saudi-Arabien aufsteigen. IEA-Chefökonom Fatih Birol rechnet damit, dass dies sogar noch früher, im  Jahr 2017, der Fall sein könnte. Bereits 2015 werden die USA demnach Russland auf Platz eins der größten Gasproduzenten ablösen. Eine Zunahme der Ölproduktion in den Opec-Staaten werde die USA aber bereits ab Mitte der 2020er Jahre wieder vom Spitzenplatz der Erdöl-Produzenten verdrängen, sagt die IEA voraus. Ganz Nordamerika werde unabhängig davon ab 2030 mehr Erdöl exportieren als importieren.

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Als Grund für die Zunahme der Erdöl-Produktion wird in dem IEA-Bericht die Erschließung von Ölvorkommen genannt, die bislang als schwer zugänglich galten, etwa weil sie sich in dichtem Gestein befinden. Inzwischen wird in den USA mithilfe neuer Technik verstärkt dieses sogenannte tight oil gefördert. Die USA setzen zudem auf die höchst umstrittene Förderung von Schiefergas. Kritiker monieren hierbei erhebliche Risiken für die Umwelt. Parallel dazu müssen die USA laut IEA weniger Erdöl importieren, weil der Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen sinkt.

Nachfrage dürfte bis 2035 um 14 Prozent steigen

Die USA streben seit Längerem an, ihre Abhängigkeit von Erdölimporten zu vermindern. Das Thema spielte auch im US-Präsidentschaftswahlkampf eine Rolle. Während der republikanische Herausforderer Mitt Romney vor allem auf die Förderung von konventionellen Energieträgern wie Erdöl und Kohle setzte, würdigte Amtsinhaber Barack Obama auch die Rolle erneuerbarer Energien.

Weltweit dürfte die Nachfrage nach Rohöl laut IEA bis 2035 um 14 Prozent auf 99,7 Millionen Barrel pro Tag ansteigen. Der Preis pro Barrel (159 Liter) dürfte dann gerechnet in Preisen von 2011 auf rund 125 Dollar anwachsen. Der Durchschnittspreis liegt 2012 bei 107 Dollar. Laut IEA wird die Nachfrage nach Öl zwar in den Industrieländern abnehmen, einen starken Anstieg der Nachfrage prognostiziert die Energieagentur dagegen in China , Indien und im Nahen Osten, insbesondere im Transport- und Verkehrssektor.

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Leserkommentare
    • tom1972
    • 13. November 2012 10:03 Uhr

    "Als Grund für die Zunahme der Erdöl-Produktion wird in dem IEA-Bericht die Erschließung von Ölvorkommen genannt, die bislang als schwer zugänglich galten, etwa weil sie sich in dichtem Gestein befinden. Inzwischen wird in den USA mithilfe neuer Technik verstärkt dieses sogenannte tight oil gefördert. Die USA setzen zudem auf die höchst umstrittene Förderung von Schiefergas. Kritiker monieren hierbei erhebliche Risiken für die Umwelt. Parallel dazu müssen die USA laut IEA weniger Erdöl importieren, weil der Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen sinkt."

    Polemik : Ich lese hier beim besten Willen nichts von Krieg. Grundsätzlich haben bislang Länder wie Venezuela die Grössten Vorkommen. Dort Marschiert niemand ein. Wo auf dem Balkan Öl gewesen sein soll, ist mir ebenfalls schleierhaft. Die anderen Länder haben ihr Öl noch und finanzieren sich dadurch selbst. Auch wenn dies unter Polemik fallen könnte: die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Das Kriege jedesmal für Öl geführt werden, ist nur eine leere Worthülse.

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    • Paul79
    • 13. November 2012 10:08 Uhr

    vielleicht nicht jedes Mal, aber doch sehr oft!

    • tom1972
    • 13. November 2012 12:40 Uhr

    Irak 1 und 2 .. Irak hat sein Öl noch.
    Afghanistan 2? - 9/11
    Balkan 1 und 2? beides hat nichts mit Öl zu tun.
    Cuba? Stellvertreterkrieg
    Korea? Stellvertreterkrieg
    Afghanistan 1? Stellvertreterkrieg
    Viet-Nam? Stellvertreterkrieg
    Solamia? Rebellen, die Hilfslieferungen rauben, sollten gestoppt werden.

    • Paul79
    • 13. November 2012 10:08 Uhr
    50. naja -

    vielleicht nicht jedes Mal, aber doch sehr oft!

    Antwort auf "Donnerkiesel"
    • DerDude
    • 13. November 2012 10:13 Uhr
    51. [...]

    Entfernt. Wir bitten Sie nun, zur Diskussion des konkreten Artikelthemas zurückzukehren. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "Präzisierung"
    • redslug
    • 13. November 2012 10:38 Uhr

    Die Erdgasförderung ist in den Mittel- und Südstaaten - durch die Bush-Administration von jeglichen Umweltauflagen entfesselt – dabei, in gewohnter Großkonzern-Skrupellosigkeit die Umwelt zu zerstören.

    Antwort auf "hoffentlich gelingt es"
  1. Bush hin - Obama her, hier geht es um Energie(selbst)versorgung und (Wirtschafts-)Macht.
    Klima ist was für die Europäer.

  2. Sagen Sie mir bitte jetzt, dass das von Ihnen nur als Satire gemeint war. Oder??

    Antwort auf "Zum KOmmentar #32"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mein Fachbereich ist tatsächlich ein anderer, dort bin ich wesentlich besser ;-)

    • tom1972
    • 13. November 2012 12:40 Uhr

    Irak 1 und 2 .. Irak hat sein Öl noch.
    Afghanistan 2? - 9/11
    Balkan 1 und 2? beides hat nichts mit Öl zu tun.
    Cuba? Stellvertreterkrieg
    Korea? Stellvertreterkrieg
    Afghanistan 1? Stellvertreterkrieg
    Viet-Nam? Stellvertreterkrieg
    Solamia? Rebellen, die Hilfslieferungen rauben, sollten gestoppt werden.

    Antwort auf "Donnerkiesel"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, tok
  • Schlagworte USA | Barack Obama | Dollar | Energie | Erdöl | Fahrzeug
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