Klimaschutz : Amerika taugt nicht mehr als Feindbild
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Amerika verzeichnet Erfolge – ohne Emissionshandel und Gesetze

Doch wie ist das alles möglich, ohne Ökostrom-Einspeisegesetz, Emissionshandel und Ökosteuer? Hierauf gibt es mehrere Antworten.

Ökonomisch führte die Weltwirtschaftskrise auch in den USA zu einer Abnahme des Energieverbrauchs. Das sorgte auch für geringere Emissionen. Technologisch ersetzen immer günstigere erneuerbare Energieträger und das sauberere Erdgas zunehmend die amerikanische Kohle. Und drittens – für viele europäische Beobachter erstaunlich – zeigt die Politik der kleinen, aber mit Ausdauer verfolgten Schritte inzwischen immer deutlichere Erfolge.

Was die Politik betrifft, so kann Obama allerdings nur einen Teil des umweltpolitischen Erfolges für sich verbuchen. Schließlich verfolgte der Präsident, auch um innenpolitischem Widerstand aus dem Weg zu gehen, nach eigenen Worten eine Energiestrategie des "All of the Above" – also des "von allem etwas". Das bedeutet: Alle heimischen Energieträger sollen staatliche Förderung erfahren, um dem obersten Ziel gerecht zu werden: die Abhängigkeit von Energieimporten zu senken.

Die heimische Erdölproduktion der USA ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der jüngste World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur (IEA) sagt voraus, dass die Vereinigten Staaten schon bald Saudi-Arabien als weltgrößten Ölproduzenten ablösen werden. Die heimische Erdgasproduktion hat bereits einen historischen Höchststand erreicht.

Doch umweltverträglichere Energieträger profitierten ebenso stark von Initiativen der Regierung. So wurden die Flottenverbrauchsstandards für Kraftfahrzeuge drastisch erhöht, Steuerbegünstigungen für Wind- und Solarenergien erweitert. 90 Milliarden Dollar wurden als Teil des Konjukturpaketes in Energieeffizienz, Verbesserung der Stromnetze und alternative Energieträger investiert.

Die Bundesstaaten betreiben mittlerweile ehrgeizige Klimapolitik

Vielleicht noch wirksamer waren Entscheidungen, die gar nicht im Weißen Haus getroffen wurden. Die ambitionierte Klima- und Energiepolitik vieler Bundesstaaten und Kommunen zeigt etwa inzwischen Wirkung. Sie haben Effizienzstandards und Ökostrom-Einspeisegesetze verabschiedet und Programme zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und der Begrünung von Städten initiiert.

Kalifornien verfügt seit diesem Jahr über ein Emissionshandelssystem mit verbindlichen Minderungsvorgaben bis zum Jahr 2020. Dem werden sich, so lässt sich hoffen, bald weitere Staaten anschließen. Die Nordoststaaten haben bereits ein ähnliches System. Dort hapert es noch an einer erfolgreichen Umsetzung.

Der Erdgas-Boom ist vor allem dem Siegeszug unkonventionellen Schiefergases geschuldet, das seit einigen Jahren gewinnbringend aus tiefgelagerten Gesteinsschichten gefördert werden kann. Der Erfolg der Technologie, einzigartig in der Welt, ist das Ergebnis jahrzehntelanger kontinuierlicher Innovationsförderung durch die amerikanische Regierung. Der Erdgaspreis ist in diesem Jahr auf durchschnittlich 13 Dollar pro Barrel Öläquivalent gefallen.

Dies ermöglicht es den Versorgungsunternehmen, Gas in hocheffizienten Anlagen zu verfeuern – und im Gegenzug Kohlekraftwerke abzuschalten. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2012 zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung der Energie-Trends in den USA: Die Stromerzeugung aus Kohle ist 20 Prozent unter das Vorjahresniveau und 31 Prozent unter den Höchststand von 2007 gefallen. Seit Jahrzehnten lag der Kohlestromanteil bei mehr als 50 Prozent. Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Gas die Kohle ablöst.

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Stimmt so nicht

Alexander, die USA quetschen das letzte Schieferöl und -gas aus dem Kontinent. Wenn das mal teurer als Kohle wird, steigen sie wieder auf Kohle um.

Man sollte als Klimaschützer vor solchen Techniken warnen, die es der Menschheit ermöglicht, noch mehr fossile Energie aus der Erde zu holen. Wir brauchen Techniken, die es uns ermöglichen, die fossile Energie in der Erde zu lassen. Daran arbeitet D, nicht USA:

http://www.renewablesinte...

naja,naja ....

was ist denn mit der unran munition die die usa im irak und in afgahnistan eingesetzt hat und noch in anderen teilen der welt einsetzt? was dies für schäden an natur, umwelt und mensch anrichtet sollte auch thematisiert werden. oder ist das nicht pc genug, oder weil es nicht in den usa stattfindet nicht bei ihenen aufzurechenen?

petiteplanete

hat völlig Recht. In den letzten Jahren versuchen die USA auf Rohstoffimporte durch Förderung von Öl und Gas aus schwer zugänglichen Quellen verzichten zu können.
Und das geht vollständig auf Kosten der Umwelt, weil die Förderung eben dieser extrem umweltschädlich ist.
Ich mein was interessiert die Amerikaner auch die Erderwärmung, drehen sie eben die Klimaanlagen auf.

Andere Umweltsünden kommen kaum noch ans Tageslicht

"In den letzten Jahren versuchen die USA auf Rohstoffimporte durch Förderung von Öl und Gas aus schwer zugänglichen Quellen verzichten zu können."
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Das Stichwort lautet "Frecking". Leider wird zum Thema Umwelt heute nur noch auf das Thema CO2 geschaut, dessen Ursache am Klimawandel mehr als nur zu bezweifeln ist. Alle anderen Umweltsünden kommen kaum noch ans Tageslicht.

Nicht dauerhaft

>>Der jüngste World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur (IEA) sagt voraus, dass die Vereinigten Staaten schon bald Saudi-Arabien als weltgrößten Ölproduzenten ablösen werden.<<

Unwahrscheinlich, wie in damaligen Artikelkommentaren schon erläutert wurde. Bei genauerem Hinsehen geben sie Zahlen das nämlich wie so oft nicht her.
http://www.theoildrum.com/node/9622

>>Seit Jahrzehnten lag der Kohlestromanteil bei mehr als 50 Prozent. Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Gas die Kohle ablöst.<<

Gasboom durch Fracking, bis der der Arzt kommt?
Schön und gut, immerhin ist das gemeine Gaskraftwerk der Kohle deutlich vorzuziehen, wenn es denn schon fossil sein muß. Aber wie lange wird das gutgehen?

Ich wette, daß in 5 Jahren keine Sau mehr vom Gasboom spricht, denn dann werden die allermeisten Quellen bereits längst wieder erschöpft sein.
Kleines Paradoxon am Rande: wenn wir mit effektiveren Methoden eine Ressource besser und intensiver ausbeuten als vorher, dann ist sie nur umso schneller erschöpft.

Auslagern nach China ist keine CO2-Reduktion, auch wenn wir Europäer das auch gerne machen und uns stolz auf die Brust schlagen, gell, Frau Merkel?
Wo ist das 20-Milliarden-Programm, um steinzeitliche Klimaanlagen durch moderne Modelle zu ersetzen in den USA?
Oder so zu bauen, das man die Dinger gar nicht braucht?
Wo sind die Gesetze, die es verbieten, peinliche Holzhütten überall aufzustellen, ohne Rücksicht auf die dortigen klimatischen Verhältnisse?