StudieZahl der einwandernden Akademiker nimmt zu

Fast die Hälfte der Neuzuwanderer hat einen akademischen Abschluss. Im Schnitt sind sie deutlich besser qualifiziert als Migranten, die bereits in Deutschland leben. von dapd

Immer mehr Menschen, die nach Deutschland einwandern, haben einen Hochschulabschluss. Besaßen 2005 erst 30 Prozent der Neuzuwanderer einen akademischen Abschluss , waren es fünf Jahre später 44 Prozent. Das geht aus einer Studie ( pdf ) des Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Gleichzeitig geht die Zahl derer, die keinen Abschluss haben, weiter zurück.

Im Vergleich zu Migranten, die schon länger in Deutschland leben oder hier geboren sind, seien die Neuzuwanderer im Schnitt besser qualifiziert . Ihnen gelinge es auch häufiger eine Beschäftigung zu finden, die ihrer Ausbildung entspricht, heißt es in der Studie weiter.

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Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern gehen laut der Studie deutlich seltener einer Erwerbstätigkeit nach als jene aus der EU . Das IAB führt dies zum einen auf unterschiedliche Zugangshürden auf dem Arbeitsmarkt zurück, zum anderen aber auch darauf, dass diese Personengruppe häufiger aus familiären oder humanitären Gründen nach Deutschland komme und nicht, weil sie ein konkretes Arbeitsangebot habe.

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Leserkommentare
  1. Die Frage ist doch, ob die Abschlüsse der Nicht-EU-Akademiker auch anerkannt werden, Negativbeispiele für Akademiker, die unter ihrem Bildungsstand arbeiten oder noch einmal studieren müssen, gibt es genug; ich selbst habe nebenher eine Nicht-EU-Zusatzqualifikation, mit der man hierzulande nur wenig anfangen kann, weil sie hier keine Entsprechung hat.

  2. "Immer mehr Menschen, die nach Deutschland einwandern, haben einen Hochschulabschluss."

    Das klingt ja an sich schon mal nicht schlecht, sieht man sich den Akademikermangel in einigen Bereichen hierzulande an. Hier kommt es aber natürlich dann darauf an, welche Fachbereiche bei den Einwanderern dominieren. Gibt es dazu Zahlen?

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    Glauben Sie tatsaechlich die Maer vom Akademikermangel, wie von VDI und Frau v.d. Leyen immer behauptet wird? Vergessen Sie es, den gibt es nicht, es geht nur darum moeglichst ein Uberangebot an Akademikern zu produzieren, so dass die Loehne schoen niedrig bleiben. Gaebe es einen Mangel, liesse sich das leicht an der Lohnentwicklung der Akademiker ablesen, aber leider steigen die Loehne nicht aussergewoehnlich, mithin kein Mangel.

    ...wenn hier wie z. B. in anderen zivilisierten Zuwanderungsländern ein Anstellungsvertrag mit entsprechendem hier gängigen Einkommen gewährleistet ist, dadurch ein Mangel behoben wird der nicht auch durch eigene erfahrene Ressourcen abgedeckt werden kann, entsprechendes Kapital mitgebracht wird usw. usw. ..........

  3. 3. Bedarf

    Verwundern sollte das nicht, immerhin sind die Tage vorbei, an denen das Gros unserer Einwanderer unmittelbar als Kohlekumpel unter der Erde verschwandt. Heute sind hochqualifizierte Köpfe gefragter als während der 50er und 60er.

  4. als früher nach Deutschland. Unterm Strich vermute ich keine Netto-Zunahme des Bildungsniveaus.

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    Welche Quelle sagt das? Ich habe davon noch nie gehoert.

    • Nero11
    • 26. November 2012 13:13 Uhr

    .

  5. Insgesamt eine gute Nachricht. Mir fehlt jedoch eine Angabe dazu, wie stark Akademiker in einzelnen Zuwanderungsgruppen vertreten sind, und ob sich diese Gruppen von jenen unterscheiden, die "schon länger in Deutschland leben oder hier geboren sind" - sonst wirkt es so, als würden Äpfel mit Birnen verglichen.

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    Zitat: "Im Schnitt sind sie deutlich besser qualifiziert als Migranten, die bereits in Deutschland leben."

    Da wäre eine Unterscheidung nach Herkunft nicht übel - nicht um die Gruppen zu diskriminieren, sondern um bessere Wege daran was zu ändern. Und ja: Leider meine ich da in DE lebende muslimische/arabische Immigranten.

    Da muss sich gewaltig was tun, sonst haben wir am Ende eine sehr homogene Unterschicht im Land, die den Weg nach oben nicht kennt.

    Hier ein FAZ Artikel zur Untermalung, etwas älter aber noch immer aussagekräftig: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/2.1763/die-debatte/integr...

    • etiam
    • 26. November 2012 12:26 Uhr

    Wenn nur die durchschnittliche Bevölkerung aus anderen OECD Staatsen nach Deutschland einwandert, dann steigt die Akademikerquote automatisch - denn dort gibt es mehr Akademiker als hierzulande.
    Das ändert jedoch an der BILDUNG der Deutschen nicht zwingend etwas, denn nicht automatisch steckt Bildung drin, wo Akademiker drauf steht.
    Die implizite Herabwürdigung der hervoragenden deutschen Ausbildungsberufe durch den Akademisierungswahn anderer Länder spürt man eben auch wenn hier über die "Akademikerquote" der Einwanderer berichtet wird.
    Man sollte sich wieder auf unser eigentlich gutes Bildungssystem besinnen!
    (sagt ein Hochschullehrer)

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    beipflichten. Die Kategorie des "Akademikers" ist im internationalen Vergleich noch unbrauchbarer als im inner-nationalen. Es liegt mir fern ein Loblied auf unser Bildungs- und Wissenschaftssystem anzustimmen (wobei die größten Mängel durch die Politik verschuldet, bzw. dort nicht behoben werden) aber wofür man in einigen Ländern studieren muss und welches Qualifikationsniveau man dadurch hat gibt einem dann doch zu denken.

  6. Glauben Sie tatsaechlich die Maer vom Akademikermangel, wie von VDI und Frau v.d. Leyen immer behauptet wird? Vergessen Sie es, den gibt es nicht, es geht nur darum moeglichst ein Uberangebot an Akademikern zu produzieren, so dass die Loehne schoen niedrig bleiben. Gaebe es einen Mangel, liesse sich das leicht an der Lohnentwicklung der Akademiker ablesen, aber leider steigen die Loehne nicht aussergewoehnlich, mithin kein Mangel.

    Antwort auf "Details interessant"
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    Das gespielte Gejammer dient ausschließlich der Lohndrückerei.

    Ziemlich wiederlich.

    MfG KM

    D Hydrologe bei einem großen Ing Büro in Sachsen 2000 Euro/brutto, selbe Quali in Saskatchewan kleines Büro 6000 Euro/brutto Lebenshaltung und Steuern etwa ähnlich, Work-Life Balance und Benefits in D nicht existent.

    @Thema
    Wird spannend die Entwicklung zu sehen, hier in Canada gab es den selben Boom und die selben Schlagzeilen. Problem Hochschulabschluss in Asien/Afrika oftmals nicht gleichwertig, Arbeitgeber suchen hier teilweise nur noch Nord und Mitteleuropäer (Benelux, Polen, Tschechien und D) Europäer.

    Hier mal eine aktuelle (http://www.engineeringuk.com/_db/_documents/Engineering_Graduates_in_Chi...) und eine ältere (http://www.cggc.duke.edu/pdfs/Gereffi_JEE_Gettingthenumbersright-USChina...) Studie zu dem Thema.

    Man kann den dt. Firmen nur raten sich Fachleute zu holen, die die Abschlüsse und deren Wertigkeit der vorgelegten Urkunden nachprüfen können, sonst kann es schnell versicherungstechnisch teuer werden.

  7. Welche Quelle sagt das? Ich habe davon noch nie gehoert.

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    als in den vergangenen Jahren nach Deutschland, und viele von ihnen sind Analphabeten. Mich würde interessieren, ob diese in der Berechnung in diesem Artikel ("im Schnitt besser qualifiziert")berücksichtigt sind oder nicht.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, nf
  • Schlagworte Studie | Europäische Union | Ausbildung | Hochschulabschluss
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