Bundesumweltminister Peter Altmaier hat auf der UN-Klimakonferenz in Doha zu mehr Tempo und Ehrgeiz beim Klimaschutz aufgerufen. "Die dramatische Entwicklung des Klimawandels steht im scharfen Gegensatz zu dem langsamen Fortschritt unserer Arbeit", sagte der CDU-Politiker vor den Delegierten aus 194 Staaten. "Wir müssen unsere Anstrengungen beschleunigen. Wenn wir so weitermachen, laufen wir Gefahr, die verzweifelten Hoffnungen vieler junger Menschen auf der ganzen Welt zu enttäuschen. Wenn wir nicht handeln, werden nicht nur einige in diesem Raum ihre Heimat durch den Anstieg des Meeresspiegels verlieren."

In weniger als 20 Jahren würden alle Menschen auf der Erde auf die eine oder andere Weise direkt oder indirekt unter dem Klimawandel leiden. Deutschland sei ernsthaft besorgt, die Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad zu schaffen. Altmaier warnte davor, die nötigen Anstrengungen beim Klimaschutz aus wirtschaftlichen Gründen zurückzustellen: "Wachstum und Klimaschutz sind keine Gegensätze und auf lange Sicht können sie nur gemeinsam erreicht werden."

Deutschland habe trotz Wachstums eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 26 Prozent geschafft. Die Energiewende bedeute maximalen Klimaschutz und maximale Wettbewerbsfähigkeit zugleich. Altmaier verwies auch auf den deutschen Beitrag zum Klimaschutz: Die im Kyoto-Protokoll eingegangenen Verpflichtungen seien nicht nur eingehalten, sondern übertroffen worden.

"Flotte Sprüche reichen nicht"

Greenpeace sieht Deutschland in der Pflicht, damit zumindest Minimalerfolge beim UN-Klimagipfel in Doha erzielt werden können. "Die Zeit der Ankündigungen von Peter Altmaier ist vorbei", sagte der Leiter Internationale Klimapolitik der Umweltorganisation, Martin Kaiser. "Nur flotte Sprüche reichen nicht mehr. Wir brauchen ein starkes gemeinsames Ziel, dass die EU in den nächsten Monaten auf 30 Prozent geht." Entscheidend werde aber auch der künftige Umgang mit bisher ungenutzten CO2-Ausstoßrechten von Ländern wie Polen und Russland sein.

Die EU will mit Zusagen über Klimaschutzhilfen in Milliardenhöhe Bewegung in den UN-Klimagipfel in Doha bringen. Die Bundesregierung kündigte für 2013 und 2014 Klimaschutzhilfen in Höhe von jährlich 1,8 Milliarden Euro an. Nach Informationen der EU-Kommission will Großbritannien 2,2 Milliarden ausgeben, Frankreich zwei Milliarden Euro. Schweden machte für 2013 Zusagen über 283 Millionen Euro, Dänemark über 67 Millionen Euro. Die Brüsseler Behörde selbst will 500 Millionen Euro für 2013 beisteuern. Weitere EU-Länder wollen ihre Finanzzusagen bald vorlegen.