Fachkräftemangel : Arbeitsagentur steht vor tiefgreifendem Umbau

Die Agentur für Arbeit richtet sich neu aus: Die klassische Arbeitslosenvermittlung wird weniger wichtig, stattdessen soll der Fachkräftemangel im Fokus stehen.

Die Bundesagentur für Arbeit will sich künftig auf den Kampf gegen den Fachkräftemangel konzentrieren. Die klassische Vermittlung werde dann in den Hintergrund rücken und sich vor allem auf Langzeitarbeitslose konzentrieren, sagte der Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Die Eckpunkte für die Neuausrichtung sind in einem Positionspapier mit dem Titel BA 2020 festgehalten. Unter anderem soll die Präsenz in digitalen Medien ausgebaut werden, um junge Leute besser zu erreichen.

"Durch moderne Informationstechnologie brauchen wir weniger klassische Verwaltungsarbeit, dafür mehr Fachleute", sagte Weise. "Die Zahl unserer Mitarbeiter werden wir dafür weiter reduzieren ." Neue Pläne zum Stellenabbau gebe es derzeit aber nicht. Noch setzt die Behörde ein Programm zum Abbau von 17.000 Arbeitsplätzen um. Laut Weise habe man bislang 8.000 Stellen gestrichen. Bis Ende 2015 soll die Zahl der Beschäftigten unter 90.000 liegen.

Weise begrüßte die jüngste Verlängerung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld von sechs auf zwölf Monate durch die Bundesregierung als maßvollen Schritt. Er rechne trotz der deutlichen Konjunkturabkühlung immer noch mit weniger als drei Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt.

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Kommentare

39 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Der Fachkräftemangel

...ist ein von der Industrie herbeigeredeter Mythos, den es in der Form noch nicht wirklich gibt. Wahrscheinlich wird es ihn geben, aber so akut, wie die Wirtschaft ihn jetzt schon bejammert, ist er in Wahrheit noch nicht.

Die Wirtschaft handelt nach dem Prinzip, minimaler Einsatz, maximaler Ertrag. Es gibt genug Arbeitslose, die man mit etwas Weiterbildung, Umschulung und Fortbildung die benötigten Kenntnisse angedeihen lassen könnte. Bloß kostet das etwas Zeit und etwas Geld. Da ist es aus wirtschaftlicher Sicht bequemer, über etwas zu Jammern, was es so noch gar nicht gibt, um billig aus dem Ausland fertig ausgebildete Fachkräfte zu bekommen.

Das ist aus wirtschaftlicher Sicht verständlich (Stichwort ökonomisches Prinzip), aber die Politik sollte dem nicht nachgeben, sondern die Wirtschaft in die Pflicht nehmen, ihren Teil dazu beizutragen, vorhandene Arbeitskräfte entsprechend mitauszubilden.

Die kamen aber nicht.

Die Fachkräfte aus dem Ausland meine ich.

Auch auf die Gefahr hin, dass man mich jetzt als Verschwörungstheoretiker brandmarkt, aber ist es nicht verwunderlich und in gewisser Weise ein Glücksfall für die deutsche Wirtschaft, dass es jetzt in Griechenland, Spanien und Portugal so viel arbeitslose Fachkräfte gibt, die aufgrund ihrer perspektivlosigkeit so ziemlich jedes Stellenangebot zu so ziemlich allen Konditionen annehmen müssen?

Ich wollte mich in DE weiterbilden...

...das IHK-Diplom wäre Europaweit anerkannt. Ich wurde jedoch abgewiesen, da diese Institut zur Zeit kein Angebot für das deutschsprachige Ausland hat. Ich bin zur Zeit arbeitslos und es ist halt so, dass in Deutschland die Weiterbildungen einen Bruchteil kosten. Schade nimmt man mich nicht auf. Ich kann mir vorstellen, dass IHK-Diplomlehrgänge subventioniert sind. Ja und? Dann zahle ich genau diesen Teil obendrauf, damit ich niemandem zur Last falle - das wäre immernoch günstiger als in der Schweiz. Mich umgibt ein Gefühl, als wolle man die Arbeitslosen gar nicht erst gross helfen. In DE kostet dieser Lehrgang EUR 3800, in der Schweiz 25'000 CHF! Ist doch verständlich, dass ich nach DE studieren gehen will! Ebenso ist es verständlich, dass Deutsche in die Schweiz kommen (bis zu 65% mehr Salär). Aber eben, ein Geben und Nehmen wäre doch schön.

Europa im Allgemeinen soll sich nicht vom eigenen Ast absägen, sich von anderen Ländern abhängig machen (wenn es nicht ÖL ist, dann wird es Strom sein - der in Saudi-Arabien in Atomkraftwerken produziert wird.

Umbau der Arbeitsagenturen

Die Arbeitsagenturen, vorher Arbeitsämter, sind die Verwaltungen von einer der 4 Säulen der Pflichtversicherungen für Arbeitnehmer.

Die Schröder-SPD hat in Zusammenarbeit mit Herrn Hartz vor einigen Jahren schon einmal diese soziale Einrichtung total "umgebaut". Die Pflichtversicherten werden bei solchen Umbaumaßnahmen nicht gefragt. Die Beiträge für die Arbeitnehmer werden auf Druck der Arbeitgeber immer weiter gesenkt und damit auch die Absicherung bei Verlust des Arbeitsplatzes verringert. Von ca. 6,5 % auf ca. 3,25 % vom Bruttolohn wurden die Beiträge gesenkt. Die von den Arbeitgebern gesparten Anteile an den Beiträgen flossen voll in die Gewinne. (Lohnquote sank um 8 Prozent, die Gewinnquote stieg um insgesamt 8 Prozent).

Die Arbeitsagenturen wurden zu einem Werkzeug der Arbeitgeber. Diese konnten die Löhne auf unterhalb des Existenzminimums senken. Leiharbeit wurde ausgeweitet, Niedriglohnsektor wurde möglich. Aus den Beiträgen aller werden die Sklavenlöhne aufgestockt. Nicht mal das Niveau von Sklavenlöhnen wird manchmal erreicht, denn die Stundenlöhne und Arbeitsbedingungen reichen nicht für Essen, Kleidung und Wohnung.
NUn will man sich mehr der Beschaffung von Fachkräften kümmern. Wegen fehlender Ausbildugnsplätze in der Vergangenheit gehen uns heute die Fachkräfte aus. Die Ausbildung von Facharbeitern kostet Unternehmen Geld. Das wird gespart, wenn die Arbeitsagenturen diese Fachkräfte aus dem Ausland holen und notwendige Sprachkurse bezahlen.

@ 3 Ironpolem

Gibt es den überaupt, den Fachkräftemangel? Man kann in einer konzertierten (Man erinnere sich) Aktion von Firmen und Staat den Mangel solange hochpushen, bis der Letzte um einen Job Zitterende auch da Lohnkürzungen akzeptiert. Und die Arge kann wieder auf die Rufe der AG warten und braucht sich selbts nicht kümmern

Was wird nun aus dem Kroppzeug der Nichtfachkräfte? Wenn der Mindetslohn kommt, hat man genug getan und die Anderen werden eben ihr Schiksal des nicht Fachkraft Seins tragen müssen.

Kein andere Partei hat ein Konzept. Die Piraten setzen auf Bürgergeld, aber wenn das nicht kommt, wissen sie auch nicht weiter.

Die Linke verbaut sich durch ihre Verstaatlichungspläne den Einfluss und Wahlstimmen. Vielleicht punkten die Rechstradikalen. Hast keine Arbeit aber schlag zu, dann haste ein bisschen Macht und was zu tun.

Es ist eigentlich unglaublich, was hier abgeht. Die CDU/FDP ist die beste Regierung ist seit 1990? Kann man so sehen, wenn man oben ist. Für kurz vor unten und unten sind sie für mich die größten Wahlbetrüger seit Gründung der Republik, gemessen an ihrem vor der Wahl geäusserten Anspruch, für alle was bewegen zu wollen.

Wenn Rot-grün da auch nicht mehr bringt, ausser für bestimmte Gruppen kaufe man sich die von Steinbrück in seiner Rede erwähnten Wohnwagen oder Schrebergarten solange es noch Plätze gibt.

Die BA kümmert sich seit der Agenda 2010 darum,

Arbeitslose aus der Statistik und nicht in dauerhafte Arbeit zu bekommen. Vermittelt wird unter Androhung von Repressalien nur an Leiharbeitsfirmen, die einen wieder auf die Strasse setzen. Mit guter Bildung findet man keinen dauerhaften gut bezahlten Arbeitsplatz mehr. Dafür hat die Agenda 2010 der SPD gesorgt. Spätestens bei der Arbeitslosmeldung bei der BA, die Bildung des Arbeitslosen wertlos Der Arbeitslose MUSS JEDEN JOB unabhängig von seiner Qualifikation annehmen, sonst Sperrfrist. Man landet als Fachkraft im Niedriglohnsektor. Fachkräftemangel? Lächerlich. Ich habe nicht vernommen, dass Rot-Grün an der Praxis etwas ändern will. Beide Spitzenkandidaten sind Verfechter der Hartz-Gesetze.