Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Bundestag © Michael Kappeler/dpa

Verkehrsminister Peter Ramsauer ( CSU ) schließt nicht aus, dass der Eröffnungstermin für den Berliner Großflughafen erneut verschoben werden muss. Der Bund als Miteigentümer sehe Anzeichen dafür, dass der Termin 27. Oktober 2013 möglicherweise nicht gehalten werden könne, sagte der CSU-Politiker der Zeitung Die Welt .

Zuvor hatten auch die Vertreter der beiden anderen Gesellschafter – Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD ) – nicht garantieren wollen, dass der 27. Oktober 2013 gehalten werden kann. Insgesamt wurde die Eröffnung des BER dreimal verschoben. Zudem ist der Flughafen Fachleuten zufolge zu klein geplant worden .

Ramsauer sagte, ein Risiko bestehe weiter darin, ob der Brandschutz gewährleistet werden könne. Dafür müssten noch viele Tests durchgeführt werden. Klarheit über den Eröffnungstermin werde es aber erst im kommenden Jahr geben. Ramsauer sagte zu den Kosten, die bisher von etwa 2,0 auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen sind : "Es gibt auch Risiken bei den Kosten . Darum muss sich das Management der Flughafen-Gesellschaft kümmern."

Indirekt griff Ramsauer auch den Flughafen-Aufsichtsratschef, Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), an: "Ein Aufsichtsratschef ist dafür verantwortlich, dass das Management funktioniert." Zugleich stellte er aber die Frage, was passiere, wenn das Management nicht alle Daten preisgebe. Das Kernproblem sei, dass in der Vergangenheit "nicht alle entscheidenden Fakten auf dem Tisch der Aufsichtsräte" gelegen hätten, sagte Ramsauer.

Ramsauer lehnt Baustopp bei Stuttgart 21 ab

Mit Blick auf andere Großprojekte wie den Bahnhof Stuttgart 21 oder die Hamburger Elbphilharmonie mahnte Ramsauer mehr Ehrlichkeit an: "Der Steuerzahler darf nicht an der Nase herumgeführt werden." Die Projekte dürften auf keinen Fall vor Baubeginn unrealistisch runtergerechnet werden, sagte Ramsauer. Sonst seien Nachträge vorprogrammiert. Dass der verteuerte Bahnhofsbau in Stuttgart andere Bauprojekte der Bahn gefährde, wies er zurück: "Das Projekt Stuttgart 21 kannibalisiert kein einziges anderes Bahnprojekt, wie das die SPD behauptet." Einen Baustopp lehnte er ab. Der Bahn zufolge verteuert sich der Bau um mindestens 1,1 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro. Laut Ramsauer stehen jedoch "alle Projektpartner zu diesem Vorhaben". Nun müssten das Land Baden-Württemberg , die Stadt Stuttgart, der regionale Wirtschaftsverband und die Bahn über die Mehrkosten sprechen . "So steht es in den Verträgen", sagte Ramsauer.

Trotz der Kostensteigerungen plädierte Ramsauer dafür, dass die öffentliche Hand weiter als Bauherr auftritt. "Auch im privaten Bausektor gibt es Pfusch, Verzögerungen und Kostensteigerungen." Das entschuldige den öffentlichen Bauherrn nicht, aber man sollte ihn nicht schlechter machen als er sei.