BerufsabschlussBA will Langzeitarbeitslosen Ausbildung anbieten

Die Agentur für Arbeit plant eine Mobilisierungskampagne: Hartz-IV-Empfänger zwischen 25 und 40 sollen im nächsten Jahr eine zweite Chance auf eine Ausbildung erhalten. von dpa und

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will Langzeitarbeitslose ohne Berufsabschluss mit einem Sonderförderungsprogramm qualifizieren und damit ihre Chancen auf einen Berufseinstieg erhöhen. Man werde im kommenden Jahr jeden der rund 320.000 Hartz-IV-Empfänger im Alter zwischen 25 und 40 Jahren ansprechen und "eine zweite Chance" auf Berufsausbildung anbieten, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt .

Alt erwartet zumindest einen Teilerfolg durch die Mobilisierungskampagne. "Wir können in den nächsten drei Jahren vielleicht 25.000 von ihnen für eine Ausbildung gewinnen", sagte er. Eine berufliche Qualifikation helfe nicht nur bei der Vermittlung in Beschäftigung. Facharbeiter müssten später auch keine Altersarmut fürchten.

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Der Vorstand der Bundesagentur geht davon aus, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen trotz der sich abschwächenden Konjunktur 2013 nicht weiter steigen werde. Selbst ein leichter Rückgang sei denkbar. Derzeit gibt es knapp 1,9 Millionen arbeitslos gemeldete Hartz-IV-Bezieher.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 21. Dezember 2012 8:47 Uhr

    Gabs doch alles schon mal bis zur Einführung des Verbots flexibler Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte und mit der Einführung von Hartz IV sind och mal etliche Ausbildungsmöglichkeiten verschwunden.

    Jetzt ist es eben marktkonform. Ab 48-50 zu alt und doof das zu lernen, was Markt gebrauchen kann.

    5 Leserempfehlungen
  1. so was zu machen.

    schlecht ist aber die altersbeschränkung.

    und die frage ist: darf der schbearbeiter bestimmen: das ist eine ausbildung für dich, das ist keine ausbildung für dich.

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  2. Das wurde schon zu Beginn der Hartzreformen diskutiert. Auch, ob man es Schulen erlauben sollte, Schüler ohne Abschluß entlassen zu dürfen (oder man die Schulpflicht bis zum ersten Abschluß ausweitet - und nicht vom Alter abhängig macht). Meiner Meinung nach sollte jeder Langzeitarbeitsloser, der länger als sechs Monate arbeitslos ist und keine guten Argumente für die Nichtaufnahme von Arbeit hat (z.B. Doktoranden nach Ablauf ihrer Stipendien usw.), automatisch in 40h pro Woche- Kurse (Mo-Fr 8-16.30 Uhr) landen. Das verhindert Schwarzarbeit und motiviert eventuell doch eher, eine Arbeit anzunehmen. Und alle (!), die keinen Schulabschluß haben, sollen gefälligst wieder die Schulbank drücken - sonst kein Geld! Und alle, die keine Ausbildung haben, sollen gefälligst eine machen - sonst kein Geld!

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    Die von Ihnen geforderten 40-Stunden-Kurse gibt es leider schon. Das sind die Aktivcenter, die zunehmend die 1-Euro-Jobs ersetzen. Hatte selber letztes Jahr einen 1-Euro-Job in einer Einrichtung und miterlebt wie Schritt für Schritt dort alle Abteilungen mit 1-Euro-Jobs aufgelöst wurden und durch kostengünstigere Aktivcenter ersetzt wurden. Während ich bei meinem 1-Euro-Job noch einen guten Qualifizierungsanteil hatte, durchaus als sinnvoll empfundene Arbeit verrichtete und zusätzliche Entlohnung erhielt, bekommen die Ärmsten, die in diese Aktivcenter gezwungen werden, keinen Cent, werden auch nicht wirklich weiterqualifiziert. Sie sollen sich selbst weiterqualifizieren mittels Internet. Da zwingt man dann den Ingenieur und Softwareentwickler sich mit Selbstlernprogrammen Excel oder Word beizubringen
    Das verhindert zwar Schwarzarbeit, aber ist keine individuell angemessene Förderung, wirkt nur demütigend und demotivierend und verstärkt psychische Probleme, die teilweise das Haupthindernis bei der Jobsuche sind.

    Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit meinem Berufsberater/Sachbearbeiter in einem Berliner Jobcenter.
    Ich bat um einen Bildungsgutschein,damit ich eine Umschulung beginnen kann,welches meine Arbeitslosigkeit beenden kann und meine Arbeitsmarktchancen auf jeden Fall verbessern würde. Dieses wurde abgelehnt, weil ich in der "Berliner Joboffensive" hänge - was das auch immer heißen mag. Darauf hingewiesen, das ich noch mindestens 25 Jahre beruflich tätig sein kann und eine Umschulung sicherlich meine Marktchancen erhöhen und meine Abhängigkeit vom "Vater Staat" beendet werden kann, wurde einfach damit begründet das so eine Umschulung zu teuer sei. Ok, wie wäre es wenn ich ein Darlehen aufnehmen würde und die Umschulung selber zahle, aber mein Lebensunterhalt (Miete und Nahrungsmittel) aufgrund der Zeiten (8:00 - 16:30) nur bedingt selber getragen werden kann, weil hier nur eine geringfügige Beschäftigungsverhältnis nachgegangen werden kann, aber ein Teil vom Jobcenter eben bezuschußt werden muss. Die Ersparnis die das Jobcenter hätte liegt auf der Hand, aber auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt, weil sollte ich diese Umschulung selber finanzieren dann dürfte das Jobcenter mir keine finanzielle Unterstützung bieten, bzw. hätte das Recht mich jederzeit aus der Umschulung zu holen (für einen Euro-Job) und damit die komplette Umschulungszeit zunichte zu machen. So, dann fragt man sich natürlich wie es sich die Beamten so vorstellen die Arbeitslosigkeit ihrer "Kunden" zu beenden?

    Ihre Forderungen geben der dominanten Koalition in der BRD/EU nur weitere Sanktionsmöglichkeiten gegen die abhängig Beschäftigten. Das ist die Mehrheit der Bevölkerung.

    Die Ursache für die Arbeitslosigkeit sind einerseits der Standort-Wettbewerb in der EU, Kreditgeiz der Privatbanken, Steueroasen als Kapitalsenke etc.

    Standort-Wettbewerb in der EU

    Die politischen Gebietskörperschaften sollten nach grösseren makroökonomischen Regionen organisiert werden und in diesen Verwaltungseinheiten gilt eine einheitliche Unternehmensbesteuerung.

    Für ausländische Handelseinfuhren werden Schutzzölle erhoben, wenn Wettbewerbsvorteile durch Unterlaufen sozialer Menschenrechtsstandards erzielt wurden. Die Zolleinnahmen sind nach einem Schlüssel auf Gebietskörperschaften und Rentenkassen aufzuteilen.

    Kreditgeiz der Privatbanken

    Nach Vorbild UK und Kanadas werden vergessene Spareinlagen, Konten und Glückspielgewinne, die mehr als 15 Jahre unangetastet blieben in öffentliche Gründer-Bank überführt. Etwa 1-1,5 Mrd. €. Die Gründer-Bank finanziert Gründungsunternehmen arbeitsloser Hochqualifizierter und Belegschaftsunternehmen.

    Das alleinige Verfügungsrecht über die Pensionsfonds durch die Arbeitnehmerseite wird aufgehoben. Die Fondmanager sind von der Akademie der Arbeit zu stellen, die dann auch entsprechende Professorenstellen für den Fondmanagement erhält.

    Überschüsse der Pensionsfonds aus Währungsspekulationen werden der Gründer-Bank und den Bildungsbudgets zugewiesen.

  3. 4. Wow...

    Super was machen die die in ihrem erlenten Beruf nichts finden?

    Die schauen wieder in die Röhre?

    Stattdessen wird wieder in die investiert die es schon in der Schule nicht gepackt haben oder nicht packen wollten.

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    ...das muss ja wohl davon abhängen, was der Beruf ist. Wer irgendwas gelernt hat, wo er keine Vermittlungschancen hat (etwa weil es dafür in D. keine Jobs gibt, weil er "zu lange raus ist etwa in der Computerbranche", dann ist wohl eine Um- oder Nachschulung sinnvoller.

    Was jedenfalls nicht geht, dass man sich auf den Standpunkt stellt: ich habe ja was gelernt und deshalb hab ich jetzt lebenslang Anspruch auf Sozialleistungen, bis ich was in meinem Beruf finde. So verstehe ich IHREN Beitrag zwar nicht, aber solches kann man durchaus auch lesen.

  4. Das ist tatsächlich heikel.
    Erstmal ist der Ansatz einfach nur begrüßenswert. Die Beschränkung in Alter und Dauer in Arbeitslosigkeit halte ich allerdings für eine Erfolgsbremse, insbesondere für jene, die einen Beruf erlernt haben, welcher so nicht mehr gebraucht wird oder an Arbeitskräfteüberschuss leidet.
    Ich zumindest kenne mindestens zwei Personen, die mit einer Art Weiterbildung oder Neuausbildung ihren ehemals gelernten Beruf überwinden konnten und Arbeit gefunden haben - aus HIV raus. Jedenfalls sollten auch jene ins Programm aufgenommen werden, die eine klare eigene Perspektive mit Berufswahlwechsel anstreben, unabhängig von Alter und Verweildauer in der Arbeitslosigkeit.
    Auf die Berufsauswahl bin auch ich gespannt. Wenn dann wieder engros die Fremdsprachensektretärinnen den Markt fluten usw.

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    Was ich vergaß - die finanzielle Beteiligung jener Betriebe und Unternehmen, die angeblich händeringend bestimmte Qualifikationen suchen, muss sichergestellt sein.

    Floristen.

    • jvz
    • 21. Dezember 2012 11:32 Uhr

    HIV ist auch heikel...
    Aber sonst gebe ich Ihnen recht ; )

    frohe Weihnachten -
    Der Sergeant

  5. Was ich vergaß - die finanzielle Beteiligung jener Betriebe und Unternehmen, die angeblich händeringend bestimmte Qualifikationen suchen, muss sichergestellt sein.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Heikel."
  6. Floristen.

    Antwort auf "Heikel."
  7. Rente erst mit 67, aber keine berufliche Qualifikation über 40. Wer also über 40 ist wird nur mit sinnlosen Maßnahmen drangsaliert und gedemütigt. Hauptsache diese Maßnahmen sind billig. Da werden dann Menschen dazu gezwungen sich in sogenannten Aktivcentern 8 Stunden täglich vor einen Computer zu setzen und mit Selbstlernprogrammen sich selber weiterzubilden. Lehrpersonal ist halt zu teuer. Anders als bei 1-Euro-Jobs gibts auch keinen Cent zusätzlich, auch dadurch spart man viel mit diesen Aktivcentern, die zunehmend die 1-Euro-Jobs ersetzen.

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tis
  • Schlagworte Heinrich Alt | Arbeit | Ausbildung | Berufsausbildung | Konjunktur | Vorstand
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