KlimagipfelDeutschland, der angekratzte Vorreiter

Wegen seiner Energiewende gilt Deutschland vielen als Vorbild. Doch der Eiertanz der Europäer in Doha könnte das Image der Deutschen beschädigen, kommentiert A. Endres. von 

Auf der Klimakonferenz in Doha wirbt Deutschlands Umweltminister engagiert für die Energiewende. Er hoffe, dass sich viele Länder dem deutschen Beispiel anschlössen, sagte er vor Journalisten, denn: "Wenn es uns gelingt, erneuerbare Energien weltweit zum Einsatz zu bringen, werden wir damit sicher mehr Kohlendioxid reduzieren als mit vielen, vielen Jahren weiterer Verhandlungen."

Doch Peter Altmaiers Stolz auf das heimische "Erfolgsmodell" ist nur zum Teil berechtigt. In einem Punkt hat der Minister Recht: Ohne den Umbau der Energiewirtschaft kann Klimaschutz nicht gelingen. Je mehr Strom aus erneuerbaren Quellen kommen kann und je wettbewerbsfähiger diese sind, desto leichter könnten einzelne Länder auf künftigen Klimagipfeln weitreichende Zusagen machen. Und unzweifelhaft sind auf der Welt nur wenige Projekte in ihrer Bedeutung für die Klimapolitik mit der deutschen Energiewende vergleichbar.

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Deshalb könnte sich am deutschen Beispiel tatsächlich zeigen, wie klimafreundlich Energiepolitik heute sein kann. Glückte die Wende, würde Deutschland zum Vorbild für viele. Schon jetzt wird die Energiewende in vielen Ländern mit großem Interesse bedacht, und auch auf dem Klimagipfel in Doha werden deutsche Delegierte und Journalisten am Rande der Verhandlungen häufig nach ihrer Einschätzung zum deutschen Energie-Umbau gefragt.

Die EU beschädigt ihre Glaubwürdigkeit

Doch Altmaier selbst und seine europäischen Kollegen tragen auf der Konferenz nicht gerade dazu bei, das Image der Deutschen als Vorreiter zu stabilisieren . Im Gegenteil: Der deutschen Delegation gelingt es in diesem Jahr gerade nicht, die Verhandlungen voranzutreiben. Jennifer Morgan, Klimaexpertin des World Resources Institute in Washington und seit 18 Jahren auf jedem Klimagipfel dabei, fasste am Freitagmorgen in Doha die Kritik an Altmaier pointiert zusammen: Sie habe noch nie einen so wenig kämpferischen deutschen Minister erlebt, sagte sie.

In den Klimaverhandlungen fehlt den deutschen Regierungsvertretern leider das Selbstbewusstsein, das sie in der Energiewende – bei allen Koalitionsquerelen – an den Tag legen. Es mag Gründe dafür geben, unter anderem den Streit mit dem Nachbarn Polen über die europäischen Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Doch diese Kontroverse ist seit über einem Jahr bekannt. Es wäre die Aufgabe der Bundesregierung gewesen, vor der Konferenz mit ihren EU-Nachbarn daran zu arbeiten, dass die Konflikte möglichst weitgehend bereinigt werden. Dann hätten sich die Europäer auch in Doha als führende Kraft in der Klimapolitik präsentieren können.

Stattdessen ist die EU nun marginalisiert – und wird weiter an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn sie es bis zum Ende des Gipfels nicht schafft, überzeugend darzulegen, wie sie in naher Zukunft ihre Emissionen weiter in einem relevanten Maß reduzieren will. Damit wären auch die Deutschen beschädigt. Und gerade weil Energie- und Klimapolitik nur miteinander funktionieren, würde das auch die Glaubwürdigkeit der Deutschen als Vorreiter in einer globalen Energiewende beeinträchtigen, wie sie Altmaier vorschwebt .

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Leserkommentare
    • Xdenker
    • 07. Dezember 2012 18:50 Uhr

    Vielleicht wollen die auch mal und trauen sich nur nicht.

    Klar, schwer für alle, die stets meinen, am deutschen Wesen müsse die Welt genesen.

    Der "Imageschaden der Deutschen" erscheint mir eher als ein gruppenspezifisches Anmutungsphänomen der Greenpeace, Oxfam, Brot für die Welt, BUND, NABU, WWF und Germanwatch.

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    • ribera
    • 07. Dezember 2012 19:21 Uhr

    5 Sterne. Habe mir diesen Kommentar abgespeichert.
    Wieder einmal mehr wird versucht, "Meinung" als Fakt darzustellen.

    • SonDing
    • 07. Dezember 2012 18:51 Uhr

    Der Winter strafft die Zügel
    http://video.wetteronline...

    Die aktuellen TOP TEN in Zentralasien:

    Vanavara (260 m, Russische Föder.) -50.3°
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    Selagoncy (236 m, Russische Föder.) -46.7°
    Bajkit (262 m, Russische Föder.) -45.6°
    http://www.wetteronline.d...

    Wer bietet weniger? Willkommen in der neuen Eiszeit!

    Klimagipfeln - Mein Vorschlag, für eine neue olympische Disziplin.

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    Ignoranz verdient.....

    ... Und das CO2 einTreibhausgas ist, das seit der industriellen Revolution in Massen freigesetzt wird ist natürlich auch alles Quatsch... Und die Erdeeine Scheibe.....

    Ein Hitzerekord Jagd den nächsten:
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    http://www.wtop.com/41/24...

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    2011 war Jahr des Extremwetters:
    http://www.n-tv.de/wissen...

    • SonDing
    • 08. Dezember 2012 8:43 Uhr

    Aber eigentlich, sind Sie doch dadurch angespornt. Oder? Und machen genau das, was ich an der sogenannten "seriösen" Klimaforschung und dem daraus resultierenden Alarmismus kritisiere: Selektive Auswahl von Daten und Wettereignissen und das Vermischen von Halbwissen und Wunschdenken.

    "Klimagipfeln" ist m.E. eine gefährliche Panikmache, derer sich findige Globalisten bedienen, um zu beweisen, dass die Menschheit nur durch eine zentralistische Weltregierung überleben kann. Dagegen wehre ich mich.

  1. die Lüge vom Klimawandel und von Oil-Peak zu zementieren.

    Die Ölförderer lassen sich als eine angeblich ausstebende Spezies darstellen, obwohl sie sich und ihre wenigen Profituere, meist Famailienclans, noch über mindestens fünf, wenn nicht zehn oder zwanzig Jahrhunderte an dem Stoff bereichert, der einen reich macht wenn man ein Rohr in den Boden treibt.

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    Wo, glauben Sie, wird Erdöl noch in 500 Jahren aus dem Boden fliessen, wenn man nur ein Rohr in den Boden steckt?

    In der Realitât sieht das anders aus - Öl zu fördern kostet immer mehr Energie, es wird also immer teurer und energieineffizienter.

    • xpol
    • 07. Dezember 2012 19:02 Uhr

    ... Argumentation.

    Als ob wir uns keinen "Imageverlust" leisten könnten.

    Der träte auch erst dann ein, wenn wir energiegewendet zur Winterzeit in Dunkelheit und Kälte sitzen würden oder uns die Kosten ruinieren würden.

    Das der Klimaquatsch keinen interessiert, zeigt doch gerade dieser "Gipfel".

    • ribera
    • 07. Dezember 2012 19:21 Uhr

    5 Sterne. Habe mir diesen Kommentar abgespeichert.
    Wieder einmal mehr wird versucht, "Meinung" als Fakt darzustellen.

  2. Der fromme Wunsch manch naiven Foristen, dass "das Interesse am Klimawandel nachlassen werde" wird sich leider nicht erfuellen denn die durch den Klimawandel verursachten Probleme, z.B. haeufigere Extremwetterereignisse, werden langsam aber stetig immer weiter zunehmen und den Druck auf die Menschheit stetig erhoehen.

    Daher ist es unverstaendlich, wie bei einer solchen auf lange Sicht existenziellen Frage der gemuetliche Altmaier zur Konferenz geschickt wird. Er ist bestimmt ein netter Kerl um einen Wein trinken zu gehen aber in Verhandlungen kann er sich doch offenbar kaum durchsetzen. Aber leider fehlt es der CDU ja generell an gutem Personal...

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    • gkramm
    • 09. Dezember 2012 7:01 Uhr

    Er ist in der Tat der falsche Mann fuer diesen Job. Aber was Sie zusammenfaseln ueber haeufigere Extremwetterereignisse, ist nicht besser. Offenbar wissen Sie ueberhaupt nicht, was Klima bedeutet. Aber das ist ja auch nicht wesentlich, wenn es um Religion und nicht um Wissenschaft geht.

    Es gab schon einmal einen M-Plan. Der stammt aus dem Jahre 1944 und sah vor, Deutschland in einen Agrarstaat umzuwandeln, um es daran zu hindern, weitere Kriege vom Zaum zu brechen. Das M steht fuer Morgenthau. Sein Ansinnen war vor dem Hintergrund des Nazi-Terrors noch nachvollziehbar.

    Nun gibt es einen weiteren M-Plan. Was Morgenthau nicht gelang, wird heute von deutscher Seite aus freiwillig vorgenommen: Die von Bundeskanzlerin Merkel verordnete "gruene" Revolution, die nur einen Weg kennt, den ins Chaos, verursacht durch technisch-wissenschaftliche Inkompetenz und gruener Ersatzreligion.

    • DBZO
    • 07. Dezember 2012 19:53 Uhr

    Wegen seiner Energiewende gilt Deutschland vielen als Vorbild.

    Wem? In der Ausländischen Presse gilt Deutschland eher als Negativ Beispiel wie es nicht laufen darf! Durch die ideologische Verblendung und Realitätsverweigerung riskiert Deutschland die sichere Stromversorgung!
    Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa, diese liegen sogar 50% über EU Durchschnitt und kein Ende der Strompreissteigerung ist in Sicht!

    Ich finde es seltsam, dass Deutschland in Sachen Klima Vorbild für die Welt sein will, aber wenn es um die Bändigung der Finanzmafia geht, dann heißt es man darf sich nicht Isolieren, nicht mal in der EU.

  3. Wo, glauben Sie, wird Erdöl noch in 500 Jahren aus dem Boden fliessen, wenn man nur ein Rohr in den Boden steckt?

    In der Realitât sieht das anders aus - Öl zu fördern kostet immer mehr Energie, es wird also immer teurer und energieineffizienter.

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    hat genug Öl um den Weltbedarf für die nächsten 500 Jahre zu decken. Das wird ein Bush Junior aber nciht unbedingt allen erzählen. Was würden Sie sagen wenn sie auf ihrem Acker ein Goldader gefunden hätten. Da ist genug für alle drin?? Oder würden sie sagen der Stollen ist tot.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Europäische Union | Bundesregierung | Doha | Energiepolitik | Energiewirtschaft | Klimakonferenz
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