Polizeiautos vor dem Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt am Main © Kai Pfaffenbach/Reuters

Ermittler haben wegen des Verdachts des millionenschweren Steuerbetrugs beim Handel mit CO2-Emissionszertifikaten die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. 25 Mitarbeiter stünden unter dem Verdacht der schweren Steuerhinterziehung, der Geldwäsche und der versuchten Strafvereitelung, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Gegen fünf von ihnen wurde Haftbefehl erlassen.

Die Ermittler durchsuchten neben der Zentrale der Bank zahlreiche Wohnungen und Büros, unter anderem in Berlin und Düsseldorf . Anlass der Razzia sind die seit Frühjahr 2010 laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts der Umsatzsteuerhinterziehung beim CO2-Zertifikatehandel. Bereits damals wurden Büros der Deutschen Bank durchsucht.

Es bestehe der Verdacht, dass den Ermittlungsbehörden Beweismittel vorenthalten wurden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Deutsche Bank erklärte, sie wolle weiter umfassend mit den Behörden kooperieren.

Betrug durch Ankauf im Ausland

Das Landgericht Frankfurt hatte vor einem Jahr sechs Manager anderer Unternehmen wegen Steuerhinterziehung verurteilt . Sie hatten weitgehend gestanden, über den europaweiten Handel mit Luftverschmutzungsrechten mindestens 230 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen zu haben: Sie hatten die Zertifikate umsatzsteuerfrei im Ausland gekauft, dann günstig weiterverkauft und bei den Finanzbehörden die Umsatzsteuer zurückgefordert. Abnehmer der billigen Zertifikate war nach Angaben des Gerichts die Deutsche Bank.

Im Emissionshandel der Europäischen Union werden Verschmutzungsrechte vergeben, die es Unternehmen erlauben, eine bestimmte Menge Kohlenstoffdioxid (CO2) auszustoßen. Stößt eine Firma weniger CO2 aus, kann sie die Scheine weiterverkaufen.