Regierungsbericht : Gelingt die Energiewende?
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Die Experten bemängeln die Versorgung mit Erdgas

Die größten Probleme bei den erneuerbaren Energien sehen die vier Energieexperten der Kommission derzeit beim Ausbau der Windenergie auf hoher See. Hier gebe es eine "fehlende Dynamik". Probleme sehen sie auch beim Ausbau der Solarenergie, die übers Jahr gesehen zwar nur drei bis vier Prozent der nötigen Strommenge hierzulande erzeugt, aber die Hälfte des 18 Milliarden Euro schweren EEG-Fördertopfes auffrisst. Die Regierung hat bereits ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Netzanbindung von Offshore-Windparks einfacher – und finanzierbar – machen soll. Das Vorhaben wird allerdings von Verbraucherschützern heftig kritisiert, weil die Haftungsrisiken über den Strompreis auf die Kunden abgewälzt werden sollen.

Wie sicher ist die Versorgung?

Die Bundesminister und die von ihnen beauftragten Energieexperten sind sich einig, dass die Energiewende hierzulande in der Bevölkerung nur akzeptiert wird, wenn die Versorgung praktisch lückenlos funktioniert. Und das ist seit dem Abschalten der acht ersten Kernkraftwerke nach Fukushima deutlich schwieriger geworden. Rund sechs Gigawatt Stromleistung fehlen – vor allem im Winter. Da fährt die Regierung zweigleisig. Zum einen hat sie die Bundesnetzagentur auch in diesem Winter beauftragt, Kraftwerksbetreiber zu finden (und zu bezahlen), die Reservekapazitäten bereithalten. "Ordnungspolitisch bin ich damit nicht glücklich", sagte Wirtschaftsminister Rösler am Mittwoch. Aber das sei kurzfristig nötig.

Wie es langfristig weitergeht, ist noch unklar. Die Energieforscher warnen, dass derzeit nicht genug konventionelle Kraftwerke im Bau sind. Die Kapazität reiche nicht aus, um bei Schatten und Flaute den fehlenden Grünstrom auszugleichen. Beim Strom sei die Versorgungssituation "kritisch". Beim Stromnetzausbau bemüht sich die Regierung intensiv, Genehmigungsverfahren, die heute bis zu zehn Jahre dauern können, zu verkürzen.

Die Experten lenken den Blick aber auch auf ein bisher kaum diskutiertes Thema: die Sicherheit der Versorgung mit Erdgas. Dieser fossile Energieträger ist relativ klimafreundlich bei der Verbrennung und gilt als derzeit beste Ergänzung zur unzuverlässigen Stromerzeugung aus Windkraft und Sonnenenergie. Gaskraftwerke lassen sich binnen einer Viertelstunde hochfahren. Kohlekraftwerke brauchen mehrere Stunden. Das Problem ist offenbar nicht die Abhängigkeit von speziellen ausländischen Lieferanten wie RusslandNorwegen, Großbritannien oder den Niederlanden. Auch die nötigen Pipelines stehen bereit oder sind im Bau, wenngleich es im Inland noch nicht genügend Pipelinekapazitäten gibt.

So könnte man sagen: Die Zahl der Schritte, die eine Regierung auf dem Weg zur Energiewende macht, sagt wenig darüber aus, wie nah sie dem Ziel kommt.

Erschienen im Tagesspiegel

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Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Schönredner ohne Sachkompetenz!!

Sie merken nicht, dass sie politisch versagt haben - dieses auf breiter Ebene. Das Energiekonzept ist nur auf dm Papier und hiermit Argumentieren sie. Die dazu gehörige Durchführung ist von Allen vernachlässigt worden. Den Streit muss der Bürger in voller Höhe bezahlen. Es herrscht Konzeptlosigkeit !!! Das kann man in der Hauptsache Herrn Rösler zuschreiben. Herr Altmeier redet die Sache schön!!

Energiewende?

Was soll das sein?
Bevor man sich die Frage stellt, ob das als "Energiewende" betitelte Einzel- oder Gesamtkunstwerk gelingen kann, sollte man zunächst einmal definieren, was sich hinter dem Schlagwort verbirgt.
Bitten Sie zehn Leute, den Begriff "Energiewende" inhaltlich zu bestimmen und Sie werden fünfzehn verschiedene Definitionen erhalten.
Ich weiß, derartige Worthülsen sind zunächst einmal schön griffig. Aber nur auf den ersten Blick. Sie dienen im Ergebnis nur der Verwässerung der Diskussion.
Das mag Herrn Altmaier recht sein. Die Presse sollte dieses Spiel nicht mitmachen.
Fakten, Fakten, Fakten ... Sie erinnern sich?

Energiewende: Definition auf Wikipedia

"Als Energiewende wird die Realisierung einer Nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit Erneuerbaren Energien bezeichnet. Hierzu zählen die Windenergie, Biomasse (Bioenergie, einschließlich Deponiegas und Klärgas), Wasserkraft, Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Geothermie und Meeresenergie, die als Alternative zu fossilen Energieträgern (Öl, Kohle, Erdgas) und Kernbrennstoffen (Uran) dienen sollen. Mit Energiewende wird der Teil der Rohstoffwende bezeichnet, der die Energierohstoffe betrifft."
Dem kann ich so zustimmen.