Energiewende : Bund plant Zuschuss für Gebäudesanierung

Der Steuerbonus ist vom Tisch, stattdessen will der Bund etwas dazugeben: Wer neue Fenster oder Heizungen in sein Haus einbauen lässt, soll bis zu 5.000 Euro erhalten.

Hausbesitzer sollen nach Plänen der Bundesregierung einen Zuschuss für energetische Gebäudesanierungen erhalten. Einzelmaßnahmen wie neue Fenster, Wärmedämmung oder energiesparende Heizungen würden demnach mit bis zu zehn Prozent der Baukosten unterstützt. Das geht aus der Vorlage für die Kabinettssitzung am Mittwoch hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Das Angebot richte sich an Eigentümer von selbst bewohnten Häusern und Wohnungen. Die Obergrenze beträgt laut dpa 5.000 Euro. Bei umfassenden Sanierungen an sogenannten Effizienzhäusern soll ein Zuschuss von maximal 18.750 möglich sein.

Ein ursprünglich geplanter Steuerrabatt für energiesparende Gebäudesanierungen war am vergangenen Mittwoch im Vermittlungsausschuss gescheitert. Bund und Länder konnten sich nicht über die Kostenverteilung einigen. Der nun geplante Zuschuss soll Teil des bereits bestehenden Förderprogramms der KfW-Bank werden. Um Nutzer des Kreditprogramms im Vergleich zu Hausbesitzern, die Zuschüsse erhalten, nicht zu benachteiligen, sollen noch Änderungen geplant sein.

Das Zuschussprogramm umfasst jährlich 300 Millionen Euro und soll acht Jahre laufen. Starttermin ist demnach im Januar. "Mit dem neuen KfW-Programm sorgen wir dafür, dass die Gebäudesanierung einen weiteren Schub bekommt", sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer. "Das ist ein wichtiger Impuls für die Energiewende."

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Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

unausgewogene Förderung

Für die Förderung der im letzten Jahr errichteten Solaranlagen werden über 10 Milliarden ausgegeben, für die Sanierung des Wohnbestands nicht mal ein Dreißigstel davon ... Nun ist die PV-Förderung sicherlich wichtig und weitgehend berechtigt, zumal damit ja auch die internationale Bedeutung dieser Technik beim weltweiten Ausstieg aus der Kohleverstromung berücksichtigt wird.
Aber es bleibt doch der fade Eindruck, dass die Gebäudesanierung vor allem deshalb weniger Geld bekommt, weil damit direkt und sofort die öffentlichen Haushalte belastet würden, weswegen ja auch die SPD-geführten Länder mauern, wohingegen die Solarkosten über längere Zeit verteilt werden.

Dem armen Haus auf dem Bild kann man nur wünschen, daß noch jemand rechtzeitig einschreitet - bevor die vor dem Haus lagernden Styroporplatten angeklebt werden.

Man erkennt bereits auf dem Bild eine erhöhte Nässebildung an der linken Fassadenseite. ( Salzaustritt über verklinkertem Kellersockel, Algenbildung an der linken Fassadenecke bis hinauf in den Kniestock des 1 OG und unterhalb der Kupferverdachung des Erkers )

Ein solches, erkennbar durchfeuchtetes Gebäude mit einem diffusionsarmen Werkstoff zu verkleiden und womöglich noch die vorhandenen Holzkastenfenster durch PVC-Fenster zu ersetzen, wird es innerhalb drei Jahren komplett abbruchreif machen.

Das wird ein Dämm-Harakiri !

Gutes Auge.

...die betroffene Hausecke könnte die Nord-West-Seite zeigen.
Obwohl die Ausblühungen relativ Kleinflächig sind, ausgetrocknet und neutralisiert werden können, haben Sie Recht: Sehr wahrscheinlich wird "Tauwasserausfall" das Mauerwerk "füttern" und auf Dauer ein Verrotten unter schönsten Pilzkulturen ermöglichen. Schade.

Lieber einen dicken Pulli im Winter, als so ein schönes Haus kaputtmodernisieren.

Ich hatte einmal die Gelegenheit ...

... mich mit Architekturstudenten zu unterhalten. Ihre Argumentation war sehr schlüssig.
Die jetzigen Maßnahmen der außendämmung halten ca. 25 Jahre. Dann ist die von außen gedämmte Fassade Sondermüll. Die Entsorgung kostet mindestens doppelt so viel wie die Anbringung der wärmedämmenden Fassadenverkleidung.
Wer will das bezahlen?
Wie gesagt, aus heutiger Sicht. Gibt es Sicherheiten für die Zukunft?

Dem armen Haus auf dem Bild ( Teil2)

Ein bereits derart durchfeuchtetes Gebäude erfordert eine grundlegende und langwierige Trockenlegung - bis es wieder seine ursprüngliche Qualität erreichen kann.

Die allererste Maßnahme wäre der Abriß der Klinker vom Gebäudesockel und eine das Gebäude umgreifende Drainage.

Meines Erachtens wurde der erkennbare Feuchtigkeitsschaden durch die nachträgliche Verklinkerung des Kellersockels verursacht. ( 60er Jahre )
Die in den Keller eintretende Feuchtigkeit kann nicht mehr über den Sockel diffundieren und durchfeuchtet kappilar das ganze Gebäude.

Die vermutlich hochdurchfeuchteten Vollziegelmauern haben nur noch einen sehr geringen Wärmewiderstand.
Entsprechend hoch dürften auch die derzeitigen Heizkosten sein.

Will man auf lange Sicht das Gebäude erhalten reicht es vielleicht aus, die Klinkerverkleidung abzunehmen.

Will man das Gebäude energetisch sanieren sind weitreichende Drainierungsmaßnahmen erforderlich, in einigen Jahren mit der Trocknung des Vollziegelmauerwerks den ursprünglichen Wärmewiderstand der Außenmauer und ein langfristiges Diffusionsgleichgewicht schaffen könnten.

Will man das Gebäude in drei Jahren ohnehin abreißen,
dann empfiehlt es sich, eine Styroporfassade anzukleben und per 'Energieausweis' die Mieten anzuheben um die späteren Neubaukosten bereits teilweise vorzufinanzieren.