Handel mit EuroFrankreichs Notenbankchef attackiert den Finanzplatz London

Der französische EZB-Rat Christian Noyer stellt den Status Londons als ersten Finanzplatz für den Handel mit Euro infrage. Er fordert mehr Kontrolle über die Geschäfte. von reuters

London sollte nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Christian Noyer nicht länger der erste Finanzplatz für den Handel mit der europäischen Währung sein. Es gebe keine logischen Gründe, dass sich das Finanzzentrum der Euro-Zone im nicht Euro-Land Großbritannien befinde, sagte der französische Notenbank-Chef im Gespräch mit der Financial Times .

Der größte Teil des Devisenhandels mit dem Euro sollte innerhalb der Euro-Zone abgewickelt werden. Das hänge mit den Möglichkeiten der Zentralbank zusammen, Liquidität zur Verfügung zu stellen und die Aufsicht seiner eigenen Währung zu gewährleisten.

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"Wir sind nicht gegen den Finanzplatz London", sagte Noyer der Zeitung. "Aber der Großteil der Geschäfte sollte unter unserer Kontrolle stehen. Das ist die Konsequenz der Entscheidung Großbritanniens, außerhalb der Euro-Zone zu bleiben."

Bislang ist die britische Hauptstadt der wichtigste Handelsplatz für Devisengeschäfte mit dem Euro. Nach Angaben der Financial Times werden hier mehr als 40 Prozent der weltweiten Euro-Geschäfte abgewickelt – mehr als in der gesamten Euro-Zone zusammen.

Die Äußerungen Noyers kommen kurz vor dem Treffen der Euro-Gruppe in Brüssel . Neben den Beratungen über Griechenland wollen sich die EU-Finanzminister auch mit den Plänen einer Bankenaufsicht befassen.

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Leserkommentare
  1. Was viele Leute nicht wissen: Die City of London untersteht garnicht dem englischen Gesetz.

    Die City of London ist eine zeremonielle Grafschaft.

    Die City of London ist basierend auf eigenständiger Rechtseinheit [1] einer der größten Finanzplätze der Welt

    Die City of London hat einen besonderen politischen Status. Grund dafür sind die von der Krone über die Jahrhunderte verliehenen Privilegien. Da die ungeschriebene englische Verfassung noch nie revidiert wurde, bestehen diese Privilegien immer noch fort. Die City wird durch die City of London Corporation verwaltet. Den Vorsitz der Corporation führt der Lord Mayor of London. Dieses Amt ist nicht mit jenem des Mayor of London zu verwechseln. Das Wahlverfahren für die Corporation entspricht nicht den üblichen demokratischen Prinzipien, da die Wirtschaftsvertreter einen überproportionalen Einfluss ausüben. Die City of London gliedert sich in 25 Wards.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Von daher sind die Forderungen mehr als berechtigt!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und das war ja auch bereits letztes Jahr in GB Diskussionsstoff, http://www.guardian.co.uk...
    und die Antwort darauf entlarvt das System besser als Wikipedia
    http://www.guardian.co.uk...

    @Thema
    Man muss doch zugeben, dass den Franzosen das jetzt erst auffällt spricht Bände, und seien wir doch ehrlich, wer will dem Club Méditerranée die Finanzhoheit darüber geben und diese dominieren nunmal viele europäische Einrichtungen inklusive der EZB.

    Es hätte vlt. auch Vorteile, da es dann die Nord- und Zentralländer zum Handeln zwingen würde, sich Gedanken über den Verbleib in der Geldunion zu machen, denn dann wäre die Lunte gesetzt.

  2. und das war ja auch bereits letztes Jahr in GB Diskussionsstoff, http://www.guardian.co.uk...
    und die Antwort darauf entlarvt das System besser als Wikipedia
    http://www.guardian.co.uk...

    @Thema
    Man muss doch zugeben, dass den Franzosen das jetzt erst auffällt spricht Bände, und seien wir doch ehrlich, wer will dem Club Méditerranée die Finanzhoheit darüber geben und diese dominieren nunmal viele europäische Einrichtungen inklusive der EZB.

    Es hätte vlt. auch Vorteile, da es dann die Nord- und Zentralländer zum Handeln zwingen würde, sich Gedanken über den Verbleib in der Geldunion zu machen, denn dann wäre die Lunte gesetzt.

    • Pepsiax
    • 03. Dezember 2012 13:57 Uhr

    dann geht´s jetzt nach Monaco, oder wie?

  3. ...war mir gar nicht bewusst, aber es macht natuerlich keinen Sinn den Haupthandelsplatz fuer den Euro in London zu haben...entweder die wollen auch Mitglied im Euro sein, oder muessen darauf verzichten!
    Ebenso den "Britenrabatt", das Eingestaendnis, dass GB trotz seiner grossen Wirtschaftskraft im Vergleich zu den anderen weniger in den EU Haushalt einzahlen muss, ist sehr fraglich.
    Eine Gemeinschaft kann nicht jeden Wunsch der einzelnen erfuellen, es braucht transparente und verbindliche Regeln.
    GB sollte sich ueberlegen was sie riskieren. Wenn die Diskussion so weitergeht, gibt es bald kein zurueck (vor dem Austritt), das waere schade, aber dann bitte nicht weinen.

  4. Schliesslich ist der Haupthandelsplatz fuer den Dollar auch nicht London.

  5. Je dünner die Brust, desto mehr wird der Gefieder aufgepluster. Wie wollen die Franzosen das ändern? Mit zusätzlichen Transaktionsteuer? mit zusätzlichen Reichenbesteuerung?
    Vielleicht mit einem Präsidialerlass, welcher den Chinesen, Singapuresen, Japaner, Koreaner, Russen untersagt, Finanztransaktionen in London zu tätigen.
    Man muß totlerant sein, jeder kann sich lächerlich machen wie er will.

  6. Eine geile Megapole der Weltfinnanz könnte man nur davon träumen , wenn man von der MAterie versteht .

    Vive London

  7. Der traditionelle Krieg zwischen den Angelsachsen und den Galliern hat nun also auch die Finanzschauplätze erreicht. Frankreichs Ratingagentur spielt verrückt und ignoriert die Bredouille der Franzosen und nun wird auch noch der Finanzplatz London angegriffen.
    Sollte man nun doch noch einer Transaktionssteuer wieder näher kommen? Die könnte ja den Aufwendungen für die Eurorettung einen hoffentlich angemessenen Beitrag zusteuern.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, nf
  • Schlagworte Bankenaufsicht | Euro | Euro-Zone | Handel | Hauptstadt | Liquidität
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