Verband BDIIndustrie rechnet trotz Krise mit Exportwachstum

Die Deutschen Großunternehmen werden ihre Ausfuhr erneut steigern und den Weltmarktanteil Deutschlands halten. Der Export in EU-Länder stagniert jedoch. von dpa, reuters und

Die deutschen Exporteure werden die Ausfuhr von Industrieprodukten im kommenden Jahr erneut steigern. Für 2012 rechnen sie mit einem Plus von etwa vier Prozent. Im kommenden Jahr soll der Export um drei Prozent wachsen, wie aus dem Außenwirtschaftsreport des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hervorgeht.

Damit werde die deutsche Industrie ihren Weltmarktanteil halten, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. 2011 hatte der Export laut Statistischem Bundesamt noch 11,4 Prozent zugelegt.

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Der Branchenbericht zeigt, dass das Wachstum durch Länder außerhalb der EU entsteht. Die Exporte in diese Drittländer legten in diesem Jahr um elf Prozent zu. Ihr Anteil an der Gesamtausfuhr stieg seit 2009 von 38 auf 43 Prozent. Ausfuhren in die EU-Länder wuchsen dagegen kaum.

Impulse mehrerer Branchen

In Euro ausgedrückt, dürfte die Ausfuhr der deutschen Industrie laut Außenhandelsverband 2012 auf 1,1 Billionen Euro steigen. Nach der jüngsten Branchenumfrage erwartet der BDI, dass die Impulse 2013 vor allem vom Maschinenbau, der Elektroindustrie und der chemischen Industrie ausgehen werden.

Die Industrieführer sehen auch Risiken: Die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum ist für den Industrieverband eine "große Gefahr für die Exporte".

Auf die Prognosen der Wirtschaftsforscher hat die Krise derzeit keinen negativen Einfluss. Das Gewerkschaftsnahe IMK-Institut verdoppelte seine Wachstumsprognose für 2013. Die Düsseldorfer Forscher trauen der deutschen Wirtschaft nun ein Plus um 0,8 Prozent zu. Sie begründen dies mit besseren Geschäftsaussichten für die heimischen Exporteure. Zudem dürfte die US-Wirtschaft wieder zulegen, hieß es. Das Ifo-Institut hatte schon am Donnerstag eine Prognose veröffentlicht , wonach die Wirtschaft 2013 um 0,7 Prozent wachsen solle.

Löhne dürften steigen

Die Erhöhungen kommen eher überraschend. Die meisten Forscher hatten ihre Schätzungen zuletzt gesenkt. Die Bundesbank etwa hatte ihre Prognose für 2013 deutlich von 1,6 Prozent auf 0,4 Prozent gekappt. Sie rechnet mit einem Konjunktureinbruch im Winterhalbjahr. Nur die Bundesregierung ist mit einem erwarteten Plus von einem Prozent deutlich optimistischer.

Umfragen vermitteln aber auch eine positive Stimmung. Der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex liegt höher als zuvor.

Die gute Lage der Wirtschaft wird sich aus Sicht der Arbeitgeber auch auf die Vergütung der Beschäftigten auswirken: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet für das kommende Jahr mit steigenden Löhnen. "Ich bin überzeugt, dass wir in Deutschland keine Rezession erleben werden", sagte Hundt der Rheinischen Post. Die gute Lohnentwicklung von 2011 und 2012 werde sich weiter fortsetzen. "Wenn es den Unternehmen gut geht, sollen davon auch die Mitarbeiter profitieren", sagte er, empfahl aber zugleich, im Falle einer Konjunkturschwäche die Zeitarbeit auszuweiten.
 

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Leserkommentare
  1. Rüstungsexporte sofort einstellen würden wäre da wohl kein Wachstum mehr zu verzeichnen.

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    Rüstungsexporte machen 2-3 Mrd.€ im Jahr aus. Der Gesamtexport liegt bei einer Billion €. Noch Fragen?

  2. Rüstungsexporte machen 2-3 Mrd.€ im Jahr aus. Der Gesamtexport liegt bei einer Billion €. Noch Fragen?

    Antwort auf "wenn wir die gesamten"
  3. ...kauft den krempel eigentlich? (jetzt kommt mir nicht mit deutscher ingenieurskunst, ich bin selber einer)

    immer der gleishe mist, angst um arbeitsplatzabbau verbreiten und gleichzeit "wachstum" verzeichnen, dann geht der verkauf vielleicht wirklich mal zurück und schon ist panik, geht also wieder zulasten der mitmenschen,... dann gehts wieder aufwärts aber nicht mit den mitarbeitern

    und folglich müssen immer mehr menschen immer mehr konsumieren um die erwartungen der "analysen" und "börsianer" zu erfüllen (dürfte für zündstoff für kriege dienen, aber daran kann man auch gut verdienen...)

    schonmal gemerkt wie pervers das alles ist? tiere die sich morgens in ein kostüm werfen (aka anzug) und sich dann ganz toll fühlen, zu ihrem arbeitsplätzchen fahren und dort mehr oder minder was produktives tun, schnell fertigzeug in sich reinstopfen, zu dieser zeit alle anrufen und fragen was für geschenke sie wollen, dann wird hektisch in allen läden rumgewühlt, jeder noch so unnötige mist wird von iergendjemandem gekauft, ganz schlimm bei den teenies bei denen nurnoch das aussehen zählt, nicht was man kann, wobei das auch für die meisten erwachsenen gilt (und tatsächlich wären die meisten menschen total lebensunfähig in der wildnis), typen die giftmüll einfach auskippen, aus gier kontamination riskieren usw usw.

    und dann gibt es noch sinnbildlich den afrikanischen löwen der das leben genießt, kämpft wenn es sein muss und so das gleichgewicht hält...

    • KHans
    • 17. Dezember 2012 16:23 Uhr

    Deutschland steht "gut" da auf Kosten auskömmlicher Gesamtverhältnisse. Der Preis der "Stabilität" ist die Destabilisierung sozialer und klimatischer Verhältnisse.

    Wachstumsdaten sagen gar nichts aus über tatsächliche Lebensverhältnisse.
    Wer einen gut bezahlten Job hat, darf weiter schlafen. Und auf diese willige Gruppe verläßt sich die deutsche Rechte, bestehend aus SPD,FDP, CDU/CSU. Weiter so.

    Unsere Politik hofiert ein marodes System: Sozial, klimatechnisch, wirtschaftlich. Das wird von Jahr zu Jahr teurer.

    Wer glaubt, wir seien die Besseren, die Griechen seien faul, die Süd-Europäer korrupt, die Briten und Franzosen unfähig, - der ist reif für die Insel.

    Es ist doch der Wahnsinn bei wachsenden europäischen Schulden isoliert von einer niedrigen Inflationsrate in Deutschland zu schwärmen. Als hieße das, daß wir gut dastehen. Das heißt nur, daß andere den Euro viel teurer einkaufen müssen als wir und die Gemeinschafts-Schulden wachsen.

    Ist denn der Dame und den Herren nicht klar, daß wir nur im fairen Ausgleich leben und klar kommen können?

  4. Ex-BDI-Chef Michael Rogowski, Mindestlohngegner und Arbeitgeber-Lobbyist bei ´Maischberger´ am 06.03.2012:

    "Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass Arbeit immer das Leben finanzieren kann".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass Arbeit immer das Leben finanzieren kann".

    Nach über 60 Jahren Wirtschaftswachstum soll es auf einmal nicht mehr möglich sein, dass Arbeit das Leben finanzieren kann. Das ist schlicht unlogisch. Das könnte nur dann richtig sein, wenn wir Arbeit verschenken oder die Erträge das Arbeit nicht mehr bei den Arbeitenden ankommen.

    Ich glaube, beides ist richtig.

  5. Ich stelle fest: Deutschland - mit einer (wie immer wieder bekundet) weltweit führenden Automobil-Industrie, seinem "konkurrenzlosen" Maschinenbausektor, seiner "blühenden" Stahl- o. Chemoindustrie, "beispielhaften" Infrastruktur, "techn. Führung" in vielen Industrie- u. Wissenschaftsbereichen, seinen "funktionierenden" u. "vorbildhaften" Verwaltungsstrukturen, Korruptionsbekämpfung, "Reformfähigkeit" u. vergleichsweise soliden Steuerzahlern & Spãtrentnern, bietet kaum - wenn überhaupt - mehr Wohlstand als Agrarländer wie Griechenland u. Zypern, in denen wir getrost das Gegenteil vieler oben genannter Vorzüge voraussetzen können.
    Noch schlimmer: Wãhrend hierzulande mit dem Euro die realen Einkommen, Sozial- u. Rentenleistungen regelmäßig schrumpfen, stiegen sie in den Agrar- u. Steuervermeidungszonen stark.

    Die Tatsache, dass hiesige Beschäftigte obenauf nun auch noch dauerhaft Milliarden- o. gar Billionenbeträge in den Süden Europas pumpen dürfen (u. dafür brennende Hakenkreuzfahnen ernten), würde ich nun auch nicht unbedingt als erstrebenswert - geschweige denn als "Lohn" für wirtschaftl. Erfolg o. dankbare "Anerkennung" für Bescheidenheit - interpretieren, sondern eher - wie man auch immer wieder in der Auslandspresse o. in freimütigen Gesprächen mit kopfschüttelnden Gastgebern in den "Nehmerländern" vernimmt - als "größtmögl. Ausverkauf eines Volkes" und "zwangsverordnetem Masochismus": Maximales Unveständnis, das versteht keiner, freiwillig tut sich das keiner an.

  6. ...ff...

    Unter dem Deckmantel von "Solidarität", "Europa" und - rund 70 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges - dem Schlagwort "historischer Verantwortung" rechtfertigt die deutsche Politik, die deutsche Wirtschaft und Golmann Sachs - die deutsche Medienlandschaft und somit "herrschende öffentliche Meinung" dank Kapital-, Bilderberger & Co. vollständig kontrollierend - immer tiefer in die Lohntüte hiesiger Arbeitnehmer, um die Geldströme eines Ponzi-Systems so zu lenken, dass zwar Wohlstand und Früchte auf verkaarsteten Mittelmeerinseln-, in entlegenen Offshore-Regionen der Karibik, hochalpinen Weiden zw. St. Bernhard- und St. Gotthard und sonstigen Steuer- und Ruhestandsregionen Europas/der Welt gedeiht - nur am Ort der eigentlichen Entstehung Menschen hinterlässt, die Jahr für Jahr weniger wissen, wie sie ihre Miete, Energie oder Mobilität finanzieren sollen, geschweige denn eine Familie gründen, im Alter leben oder jene Schulden abarbeiten sollen, die sie zwar nie gemacht-, ihnen jedoch durch Dritte aus just eben genannten priviligierten Regionen in die Bücher geschrieben wurden.

    ...ff...

  7. "Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass Arbeit immer das Leben finanzieren kann".

    Nach über 60 Jahren Wirtschaftswachstum soll es auf einmal nicht mehr möglich sein, dass Arbeit das Leben finanzieren kann. Das ist schlicht unlogisch. Das könnte nur dann richtig sein, wenn wir Arbeit verschenken oder die Erträge das Arbeit nicht mehr bei den Arbeitenden ankommen.

    Ich glaube, beides ist richtig.

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  • Quelle ZEIOT ONLINE, Reuters, dpa, tst
  • Schlagworte Industrie | Dieter Hundt | Bundesverband der Deutschen Industrie | Bundesbank | Bundesregierung | Arbeitgeber
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