WirtschaftskriseFrankreich fürchtet die Immobilienblase
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"Der Preisdruck wird zunehmen"

Die Frage ist nun, wie viele Risiken die Banken bereits am französischen Immobilienmarkt eingegangen sind. Fallen die Preise weiter, könnte der Wertverlust der Immobilien vor allem überschuldete Familien schwer treffen, warnt der Risikoexperte Trainar. Einige Kredite könnten dann ausfallen. Die teilweise erheblichen Risiken, die sich dadurch für die Banken ergeben, würden erst dann sichtbar werden, wenn die Preise nicht mehr so hoch blieben wie in den vergangenen Jahren, sagt Ulrich Hege, Finanzprofessor an der Wirtschaftshochschule HEC Paris .

"Der Preisdruck wird zunehmen", sagt auch Michel Mouillart, Immobilienexperte an der Universität Paris X . Er glaubt, dass die Zahl der Neubauten auch im kommenden Jahr um 20.000 sinken wird. Daran wird wohl auch das nach der Wohnungsbauministerin Cécile Duflot benannte Gesetz nichts ändern, das Steuererleichterungen für den Bau von Mietwohnungen vorsieht. Auch Bauunternehmer und Makler schlagen Alarm. Der Verband französischer Bauunternehmer FFB rechnet damit, dass nächstes Jahr rund 40.000 Arbeitsplätze in der Branche wegfallen könnten. Laut dem Maklerverband Fnaim schlossen im ersten Halbjahr rund 350 Büros, weitere 5.000 Maklerjobs seien in Gefahr.

In Frankreich werden Erinnerungen an die neunziger Jahre wach. Schon damals stiegen die Preise erst drastisch, dann stagnierten sie – und brachen schließlich um mehr als 60 Prozent ihres ursprünglichen Wertes ein.  

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Leserkommentare
    • axelt
    • 28. Dezember 2012 17:16 Uhr

    Immer wieder das Gleiche...

    Warum kann da man da nicht mal entsprechend regulieren? Zum Beispiel die maximale Kreditvergabe an den erzielbaren Mietpreis koppeln, da sich bei Blasen meist noch halbwegs moderate Mietpreissteigerungen zeigen?
    So wäre es doch garkein Problem, wenn die Preise fallen, da die Banken bei iliquiden Immobolienbesitzern viel häufiger bei der Zwangsversteigerung den vollen Betrag zurückbekämen als wenn sie Blasen-Kredite vergeben die sich an Werten orientieren, die rein spekulativ in die Höhe getrieben sind... Wer dann die Boompreise zahlt und zockt, ist eben selber Schuld...

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    Beispiel Spanien. Frau Finkenzeller erzählt leider nur die halbe Wahrheit. In Spanien wurden viele Arbeiter nicht nur wegen des zu Ende gehenden Baubooms arbeitslos, sondern noch viel mehr Arbeiter verloren ihren Job wegen der harten Sparlinie der Regierung.

    Viele der dann Arbeitslosen hatten sich eine Wohnung auf Pump gekauft. Das waren bei der Vergabe keine faulen Kredit. Faul wurden sie erst, als die Regierung drastisch zu sparen anfing und dadurch die Arbeitslosenzahlen stiegen.

    Der Bauboom wurde also erst durch die staatliche Regulierung, die krasse Sparpolitik, zu einem Riesenproblem. In Spanien gibt es viele Arbeiter aus Mittelamerika, die nachdem sie nun ihren Job und ihre Immobilie verloren haben, das Land mit weniger verlassen, als sie damals mitgebracht haben. Das alles geht natürlich voll zu Lasten der spanischen Wirtschaftsleistung.

    Andererseits, wenn der Markt annähernd funktionieren würde, müsste überall dort, wo die Mieten steigen, auch die Bauaktivität steigen. das passiert aber nicht. In Paris sind die Mieten seit 30 Jahren irre hoch. In anderen Großstädten ist das Problem ähnlich. Eher werden Büro- und Gewerberäume gebaut als Wohnräume, denn leider werden hohe Mieten von den Stadtverantwortlichen häufig als eine Art Exzellenzkriterium für die Attraktivität der Stadt gesehen.

    Regulierung also auch dort, aber leider in die falschen Richtung. Sie kriegen keine gute Entwicklung, wenn die Eliten in die konträr regulieren.

  1. Genau das brauchen wir in Deutschland auch. Eine Immobilienblase, die die Geldhaie ein wenig zurückwirft, damit anständige Menschen ein angemessenes Leben führen können.

  2. residiert in prunkvollen Altbauetagen für einen lächerlichen Mietzins.

    Die Mieten in Berlin sind im Vergleich zu anderen vergleichbaren europäischen Hauptstädten immer noch sehr niedrig.

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    Wen interessiert's? Das bedeutet doch nicht, dass irgendwelche Zugezogenen diese Menschen verdrängen müssen.

    Der Unterchied zu anderen europäischen Hauptstädten ist allerdings, dass Berlin nicht das wirtschaftliche Zentrum des Landes ist. Nicht einmal annäherend. Mieten müssen sich am Ende an den Einkommen vor Ort orientieren. Und diese sind eben Abbild der Wirtschaftskraft.

    Deutschland besitzt eine polyzentrische Siedlungsstruktur. Diese wird verhindern, dass sich in Berlin ein wesentliches Wirtschaftszentrum bilden wird. Kaum ein Industrieunternehmen wird hierher (ich wohne in Berlin) verlagern.

    Dies ist auch einer der wesentlichen Fehler, die die vielen (Panik)Käufer von Wohnungen aus dem Ausland machen. Ihr Geld wäre wohl in Stuttgart oder Frankfurt am Main besser angelegt.

    • u.t.
    • 29. Dezember 2012 11:11 Uhr

    "Manch Berliner residiert in prunkvollen Altbauetagen für einen lächerlichen Mietzins.

    Die Mieten in Berlin sind im Vergleich zu anderen vergleichbaren europäischen Hauptstädten immer noch sehr niedrig."

    Meinen Sie, es ist erstrebenswert, Situationen wie in Pariser Banlieues oder manchen Stadtvierteln Londons zu erreichen?

  3. Wen interessiert's? Das bedeutet doch nicht, dass irgendwelche Zugezogenen diese Menschen verdrängen müssen.

    Antwort auf "Manch Berliner"
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    Tja, es passiert nun mal häufig, dass geade in Großstädten "irgendwelche Zugezogenen" (um mal ihre Wortwahl zu benutzen) die alteingesessene Bevölkerung verdrängen.

    So ist die Bevölkerungsstruktur im Wedding oder in Kreuzberg derzeit eine komplett andere als noch vor einigen Jahren.

    Die schlechte Nachricht: Die "Irgendwelche Zugezogenen" haben etwas,was Sie meines Erachtens gar nicht haben,nämlich Geld,viel Geld.

    Die gute Nachricht:Irgendwann,vielleicht sogar bald,wird der Immobilienmarkt in den westlichen Länder kollabieren,dann fallen die Preise wie abgeschossene Tauben...Siehe Link.Leider nur en français disponible.

    http://www.leap2020.eu/Le-livre-2015-La-grande-chute-de-l-immobilier-occ...

  4. Tja, es passiert nun mal häufig, dass geade in Großstädten "irgendwelche Zugezogenen" (um mal ihre Wortwahl zu benutzen) die alteingesessene Bevölkerung verdrängen.

    So ist die Bevölkerungsstruktur im Wedding oder in Kreuzberg derzeit eine komplett andere als noch vor einigen Jahren.

    Antwort auf "Wen interessiert das?"
  5. Ob Immobilien oder andere Wirtschaftsgüter, die auf Kredit gekauft werden: Es ist immer der gleiche Prozess. Erst wächst mit dem Kredit die Angebotssteigerung, dann wird sie weniger und weniger. Am Ende fällt sie ganz aus, weil Wachstum keine Einbahnstrasse ist.
    Ohne Angebotssteigerung werden Kredite notleidend und fallen aus. Vermögensvernichtung ist die Folge. Einen einfacheren Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung gibt es nicht.
    Jeder weiß es, aber kaum einer hält sich daran. Offenbar ist der Kauf auf Pump und der Glaube dass die Angebotssteigerung von Dauer ist eine Wunschrichtung, der sich nur wenige entziehen können. So denkt kaum einer an Rückzahlung. So wird auch Frankreich den Geruch der Pleite riechen, wenn nicht ein Wunder geschieht.

  6. Dann fallen die Preise für Immobilien eben und danach werden die Mietpreise fallen - so ist das eben, wenn Menschen gierig sind.

  7. 8. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie mit eigenen Argumenten den konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/jp

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