Die Frage ist nun, wie viele Risiken die Banken bereits am französischen Immobilienmarkt eingegangen sind. Fallen die Preise weiter, könnte der Wertverlust der Immobilien vor allem überschuldete Familien schwer treffen, warnt der Risikoexperte Trainar. Einige Kredite könnten dann ausfallen. Die teilweise erheblichen Risiken, die sich dadurch für die Banken ergeben, würden erst dann sichtbar werden, wenn die Preise nicht mehr so hoch blieben wie in den vergangenen Jahren, sagt Ulrich Hege, Finanzprofessor an der Wirtschaftshochschule HEC Paris .

"Der Preisdruck wird zunehmen", sagt auch Michel Mouillart, Immobilienexperte an der Universität Paris X . Er glaubt, dass die Zahl der Neubauten auch im kommenden Jahr um 20.000 sinken wird. Daran wird wohl auch das nach der Wohnungsbauministerin Cécile Duflot benannte Gesetz nichts ändern, das Steuererleichterungen für den Bau von Mietwohnungen vorsieht. Auch Bauunternehmer und Makler schlagen Alarm. Der Verband französischer Bauunternehmer FFB rechnet damit, dass nächstes Jahr rund 40.000 Arbeitsplätze in der Branche wegfallen könnten. Laut dem Maklerverband Fnaim schlossen im ersten Halbjahr rund 350 Büros, weitere 5.000 Maklerjobs seien in Gefahr.

In Frankreich werden Erinnerungen an die neunziger Jahre wach. Schon damals stiegen die Preise erst drastisch, dann stagnierten sie – und brachen schließlich um mehr als 60 Prozent ihres ursprünglichen Wertes ein.