Die Erleichterung war Wolfgang Schäuble anzumerken. Nachdem Griechenland einen erfolgreichen Rückkauf seiner Schulden vermeldet hatte, gab der deutsche Finanzminister auf einer kurzen Pressekonferenz in Brüssel am Donnerstag die Auszahlung der nächsten Hilfstranche bekannt.

Schäuble und seine Kollegen hatten hoch gepokert – niemand wusste zuvor sicher, ob die griechischen Banken beim Schuldenrückkauf tatsächlich mitspielen würden. "Es war zum Stück ein Unterfangen, bei dem wir sagen mussten: Es wird hoffentlich gut gehen", gab der Minister unumwunden zu.

Griechenland hatte durch den Rückkauf seine Schuldenlast um 20 Milliarden Euro gesenkt. Insbesondere der Internationale Währungsfonds hatte auf den Schritt gedrängt, damit die Regierung in Athen langfristig seine Schuldenlast auf ein tragbares Maß reduzieren könne.

"Griechenland ist wieder aufgestanden"

Auch der griechische Regierungschef Antonis Samaras zeigte sich erleichtert. "Griechenland ist wieder aufgestanden, die Opfer des griechischen Volkes waren nicht umsonst", sagte er in Brüssel. Die Solidarität der Europäischen Union sei lebendig.

Insgesamt soll Griechenland nun in den kommenden Monaten 49,1 Milliarden Euro erhalten. Ursprünglich war von 44 Milliarden Euro die Rede. Schäuble sagte, der neue Finanzbedarf ergebe sich aus zusätzlichen Kosten für den Schuldenrückkauf. Am Ende musste die griechische Regierung den Anlegern mehr Geld bieten, um sie zum Verkauf der Staatsanleihen zu bewegen.

Schon kommende Woche soll der erste Batzen von 34,3 Milliarden Euro an Griechenland ausgezahlt werden. Die Auszahlung der folgenden Tranche (14,8 Milliarden Euro) ist für Anfang kommenden Jahres geplant. Diese nächste Rate knüpft die Troika, zu der neben der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission auch der Internationale Währungsfonds gehören, allerdings erneut an Bedingungen: Die Regierung in Athen müsse unter anderem im Frühjahr erfolgreich seine Steuerreform umsetzen. Das Prinzip Zuckerbrot und Peitsche zieht die Troika im Fall Griechenlands also weiter durch.