Griechenland hat Details für den vereinbarten Rückkauf von Schulden bekannt gegeben. Den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten werden Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes gemacht, teilte die zuständige staatliche Behörde PDMA mit.

Das Angebot an die privaten Gläubiger endet den Angaben zufolge am Freitagnachmittag. Der Erfolg der Aktion ist Voraussetzung für weitere Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber an Griechenland.

Die Kurse griechischer Anleihen verbuchten nach Bekanntgabe der Details kräftige Gewinne. Der Kurs für richtungsweisende Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg am Montagvormittag innerhalb weniger Minuten um etwa zehn Prozent.

Rückkauf soll Schuldenlast um 30 Milliarden senken

Am späten Nachmittag will Griechenlands Finanzminister Ioannis Stournaras seine Amtskollegen der Euro-Gruppe über die Einzelheiten der Rückkaufaktion informieren. "Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums nach der Veröffentlichung des Angebots.

Griechenland will für den Schuldenrückkauf bis zu zehn Milliarden Euro einsetzen. Experten schätzen, dass das Land damit eine Schuldenlast von bis zu 30 Milliarden Euro loswerden könnte.

Privatanleger hielten zuletzt griechische Staatsanleihen im Wert von etwa 62 Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von ausländischen Banken und Anlegern. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Milliarden Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden.

Es gibt jedoch in Griechenland Befürchtungen, dass ausländische Anleger wie Hedge-Fonds das Angebot in Erwartung höherer Gewinne nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen Plan B gesprochen. Details gab er dazu bislang nicht bekannt.