StaatsanleihenGriechenland gibt mehr Zeit für Schuldenrückkauf

Der griechische Schuldenrückkauf läuft erfolgreich – mehr als 20 Milliarden Euro sind zusammengekommen. Nun wurde die Frist verlängert, um noch mehr Schulden zu tilgen. von dpa und

Die Bank von Griechenland in Athen

Die Bank von Griechenland in Athen  |  © Louisa Gouliamaki/AFP/GettyImages

Die griechische Regierung hat die Frist für den Rückkauf von Staatsanleihen bis zum 11. Dezember verlängert. Die neue Frist endet nach Angaben der griechischen Schuldenagentur am Dienstag nächster Woche um 13.00 Uhr.

Die Verlängerung des Rückkaufprogramms wird aber nicht als schlechtes Zeichen gewertet. Die Aktion sei "praktisch unter Dach und Fach", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums in Athen . Griechische Medien berichteten, die Euro-Gruppe habe am Sonntag die kleine Verlängerung der Frist gebilligt.

Anzeige

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hatte am Wochenende versichert, der Rückkauf griechischer Staatsanleihen werde erfolgreich verlaufen. "Ich bin zuversichtlich, bis Montag oder Dienstag mit großer Sicherheit sagen zu können, dass die Sache sehr gut gelaufen ist", sagte Samaras nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ( CSU ) in München .

Mehr als 20 Milliarden Euro gesichert

Das Ziel Griechenlands ist es, mit zehn Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF etwa 30 Milliarden Euro an Staatsanleihen zu kaufen, die im Wert stark gesunken sind. Dadurch könnte der griechische Schuldenberg auf einen Schlag um 20 Milliarden Euro gesenkt werden.

Ob das Ziel tatsächlich erreicht wird, ist noch offen. Es soll noch eine Lücke von vier bis fünf Milliarden Euro bis zum Zielbetrag geben. Medienberichten zufolge soll diese von griechischen Banken geschlossen werden, die als erste ihre Teilnahme am Schuldenrückkauf zugesagt hatten. Die fehlenden Milliarden hatten sie offengelassen, um abzuwarten, wie sich Hedgefonds und andere ausländische Investoren verhalten. Aus dieser Gruppe sollen sich Halter von Anleihen in Höhe von 15 bis 16 Milliarden Euro gemeldet haben. Demnach erreichte der Gesamtbetrag bis zum Ablauf der ersten Frist am vergangenen Freitagabend 25 bis 26 Milliarden Euro.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Davon kann nicht die Rede sein. Die Aktion ist eine Farce! Wenn der Rückkauf mit eigenem Geld erfolgen würde (z.B. aus Privatisierungserlösen), würde ich Hr. Samaras ein Glückwunsch-Telegramm schicken.

    Aber wie immer kommt das Geld von den Geberländern. Schlechtes Geld (marode Anleihen im Besitz der GR-Banken) wird durch gutes Geld ersetzt. Die GR-Banken werden ja später "rekapitalisiert", da sie sonst pleite wären.

    Selbst wennn die 30 Mrd. nicht erreicht würden, würde die Rettungsorgie mit Hilfe anderer Taschenspielertricks fortgesetzt werden. Erst wenn alle Euro-Länder gleich tief im Morast stecken, wäre wohl Schluss.

    Wenn ein Blinder einen anderen führt, fallen beide in die Grube.

  2. endgültig zum Verlautbarungsorgan von Herrn Samaras geworden. Keine Erklärungen, keine Hinterfragungen. Lebt diese Zeitung nun hinter dem Mond, ist sie so gnadenlos naiv wie sie tut? Mir fehlen mittlerweile einfach die Worte ...

  3. Nachdem Minister Schäuble gesagt hat, dass Griechenland auf jeden Fall geholfen wird und nachdem für die Zeit nach den Bundestagswahlen in Deutschland ein neuer großer Schuldenschnitt veranschlagt ist, der auch um die 60 % liegen dürfte und der dann voll zu Lasten der europäischen Steuerzahler gehen wird, hat die Troika nun noch ein bisschen Möglichkeit, so zu tun als könne Griechenland tatsächlich schon ein bisschen auf dem Markt agieren.

    Machen Sie Ihren Frieden mit dem Euro. Am Ende werden die Geldeliten sich die Rechnungen immer von den Steuerzahlern bezahlen lassen. Das war schon so, als die Bad Bank der HRE 180 Mrd. Steuergeld zum Stopfen der Löcher bekam, die ansonsten die großen Schiffe der wirklich Reichen gefährdet hätten, und das wird wieder so sein, wenn die Europäer die Löcher stopfen, die die nicht gezahlten Steuern der Reichen in Griechenland gerissen haben.

    Wie die deutschen Steuerzahler 20 Jahre Zeit bekommen, um die HRE-Milliarden auszugleichen, werden auch die europäischen Steuerzahler ausreichend Zeit bekommen, damit kein großes Institut - Bank oder Versicherung - pleite gehen wird und die Kapitalstöcke verdampfen. Denn wenn das passieren würde, würde es mindestens zwei Generationen dauern, bis die Bürger wieder so viel Vertrauen in den Markt haben, dass man ihnen als Alternative zu Umlagerenten private Renten verkaufen könnte.

  4. wäre doch eine Fristverlängerung nicht nötig gewesen. so kann man dann hinterher argumentieren: es lief nicht soooo gut, aber wir haben uns, wie man sieht, redlich bemüht.
    Außerdem kann man doch einen gewissen Rest für andere Zwecke abzweigen, denn nach wie vor gilt das Hypokratische Nullmengen-Theorem: was weg ist, ist weg.

    • scoty
    • 10. Dezember 2012 17:14 Uhr

    ist Morgen und nicht " am Dienstag nächster Woche ".

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tis
  • Schlagworte Antonis Samaras | CSU | Horst Seehofer | Medien | Anleihe | Bank
Service