Euro-KriseGriechenland führt Steuern auf Aktiengeschäfte ein

Das griechische Steuersystem soll fairer und effektiver werden. Aktienhändler müssen ihre Gewinne dann besteuern, die Steuerklassen werden von acht auf drei reduziert. von dpa und reuters

Das griechische Finanzministerium

Das griechische Finanzministerium  |  © John Kolesidis/Reuters

Kapitalgewinne von Aktienhändlern in Griechenland sind in Zukunft nicht mehr steuerfrei. Ein Gesetzentwurf zur Steuerreform sieht vor, die Gewinne aus Aktiengeschäften an der Athener Börse ab April 2013 mit 20 Prozent zu besteuern. Zugleich soll der Steuersatz für Unternehmensgewinne auf 26 Prozent von gegenwärtig 20 Prozent steigen.

So will das Euro-Land seinen Haushalt sanieren und seinen internationalen Geldgebern entgegenkommen.

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Erst am Donnerstag hatten die Finanzminister der Euro-Gruppe 49,1 Milliarden Euro Kredit aus dem Rettungsfonds EFSF endgültig freigegeben.

Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds hatten die Überweisung davon abhängig gemacht, dass die Regierung in Athen ihr Programm zum Rückkauf griechischer Staatsanleihen erfolgreich abschließt. Das gelang. In den kommenden Tagen wird nun ein erster Betrag von 34,3 Milliarden Euro überwiesen.

Das Finanzministerium teilte mit, das vorgeschlagene Steuergesetz sei ein "Teil eines breiteren Plans zur Schaffung eines fairen und effektiven Steuersystems". Auch die Steuersätze für die Griechen sollen laut einem Vorschlag des Parlaments verändert werden. Statt bislang acht Steuerklassen soll es bald nur noch drei geben. Je nach Einkommen müssen die Griechen dann Steuersätze von 22, 32 oder 42 Prozent zahlen. Das vereinfachte System soll vor allem die Einkommensschwächeren entlasten.

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Leserkommentare
    • ST_T
    • 14. Dezember 2012 9:05 Uhr
    1. [...]

    Entfernt, bitte bleiben Sie konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

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    • ST_T
    • 14. Dezember 2012 13:56 Uhr

    Mehr als die Hälfte der Gastwirtschaften zahlt keine Steuern!

    http://www.focus.de/finan...

    Es ist ein Mythos, nur irgendwelche dubiosen reichen Griechen würden Steuern hinterziehen. In Wahrheit gibt es in Griechenland fast schon eine Steuerhinterziehungs-Kultur, das ist das weitaus drastischere Problem.

    Erst 2 Monate her:

    http://www.spiegel.de/wir...

    Diese ganze Fixierung auf neue Steuern ist doch nur Übertünchung der eigentlichen Problematik der griechischen Regierung, und das macht sie seit JAHREN!
    Eine Steuer auf Aktiengeschäfte ist kontraproduktiv, sie erhöht lediglich die Schwelle, ab der Aktien gehandelt werden, sie unterbindet aber sicherlich keine Raids gegenüber hiesigen Unternehmen oder einer Regierung gegenüber, da die Gewinne eines Raids im Falle eines Sieges (was sehr wahrscheinlich ist btw, da die Euro-Regierung bei Zahlungsausfall Garantien gibt!) weit über den Steuern liegen werden.

    Ergo werden nur noch große Raids stattfinden, kleinere hingegen werden unterbunden.

    Das nenne ich herumdoktern!
    Man möchte nichts ändern, sondern man versucht nur mit kosmetischen Änderungen die eigentlichen Schandflecke zu übertünchen.

    Und nicht mehr und nicht weniger habe ich in meinem ersten Beitrag aussagen wollen.

    • Yuminae
    • 14. Dezember 2012 9:07 Uhr

    Das klingt ja schonmal wirklich gut.
    Jetzt noch dies ratifizieren und die Finanzbeamten weiter darauf einstellen die Fakelaki zu ignorieren und schon wäre es etwas mehr gerechter als vorher.

    Zumindest klingt das für mich so - mal sehen was von dem Gesetz übrig bleibt, wenn es durch das korrupte Parlament geht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    mal sehen was von dem Gesetz übrig bleibt, wenn es durch das korrupte Parlament geht
    Diese Befürchtung ist zu teilen - allerdings ist es bei uns doch keinen Deut besser. Erinnern wir uns daran, daß hierzulande allzu fähige Steuerfahnder weggemobbt, krankgeschrieben, in den Vorruhestand geschickt, oder Hinweisgeber in dieser Richtung jahrelang in eine Psychatrie eingesperrt werden. Die wenigen prominenten Fälle sind gar sicher auch nur die Spitze des Eisbergs.

    Desweiteren stelle ich fest, daß Griechenland schon ein echter Glücksfall für die deutschen Medien und den deutschen Bürger ist. Man kann bequem mit dem Finger drauf zeigen, auf die faulen und korrupten Hellenen, die unsere Hilfspakete fressen. Regelmässig Artikel über Griechenland -und immer schön an den eigentlichen Ursachen vorbei.
    Die "Hilfspakete" dienen einzig der Bedienung der Zinsen von Staatsanleihen zwecks Vermeidung (oder genauer Verzögerung) des Staatsbrankrotts und vor allem der dann weiter fallenden Dominosteine. Diese Anleihen jedoch werden von Investoren gehalten - also von ein paar griechischen Superreichen, oder vor allem aber von Superreichen aller anderen Länder, zum großen Teil verpackt in spekulative Finanzprodukte, aber auch in Altersvorsorgeanlagen. Diese Gelder hocken natürlich vor allem in Stiftungen und Schwarzgeldkonten von Steuerparadiesen. Es geht hier um nichts weniger, als daß Fehlinvestitionen privater Institutionen auf Kosten des Steuerzahlers nicht abgeschrieben werden wollen.

  1. positive Ergebnisse in der Zukunft in Aussicht stellen suspekt.

    Tut mir Leid, aber bisher waren Angaben über Griechenland oder aus Griechenland nicht das Gelbe vom Ei, ja noch nicht mal in der Nähe des Ei's.

    Wenn es mit der Steuermoral hapert, dann mag es sein, dass drei Steuerklassen einladenter wirken als derer acht. Ich zweifle aber daran.

    Gut, es soll Einkommensschwächere entlasten - das ist ok - mir fehlt der Teil wo Einkommensstärkere belastet werden.

    Was geht mit griechisches Steuerrecht an?
    Nichts - dachte ich immer.
    Jetzt sitzen, die aber mit am Tisch und mich beschleicht das Gefühl meine Steuern stehen dort auch zur Disposition.

  2. mal sehen was von dem Gesetz übrig bleibt, wenn es durch das korrupte Parlament geht
    Diese Befürchtung ist zu teilen - allerdings ist es bei uns doch keinen Deut besser. Erinnern wir uns daran, daß hierzulande allzu fähige Steuerfahnder weggemobbt, krankgeschrieben, in den Vorruhestand geschickt, oder Hinweisgeber in dieser Richtung jahrelang in eine Psychatrie eingesperrt werden. Die wenigen prominenten Fälle sind gar sicher auch nur die Spitze des Eisbergs.

    Desweiteren stelle ich fest, daß Griechenland schon ein echter Glücksfall für die deutschen Medien und den deutschen Bürger ist. Man kann bequem mit dem Finger drauf zeigen, auf die faulen und korrupten Hellenen, die unsere Hilfspakete fressen. Regelmässig Artikel über Griechenland -und immer schön an den eigentlichen Ursachen vorbei.
    Die "Hilfspakete" dienen einzig der Bedienung der Zinsen von Staatsanleihen zwecks Vermeidung (oder genauer Verzögerung) des Staatsbrankrotts und vor allem der dann weiter fallenden Dominosteine. Diese Anleihen jedoch werden von Investoren gehalten - also von ein paar griechischen Superreichen, oder vor allem aber von Superreichen aller anderen Länder, zum großen Teil verpackt in spekulative Finanzprodukte, aber auch in Altersvorsorgeanlagen. Diese Gelder hocken natürlich vor allem in Stiftungen und Schwarzgeldkonten von Steuerparadiesen. Es geht hier um nichts weniger, als daß Fehlinvestitionen privater Institutionen auf Kosten des Steuerzahlers nicht abgeschrieben werden wollen.

    Antwort auf "Erste, echte Schritte"
    • tokos
    • 14. Dezember 2012 10:49 Uhr

    Bleibt die Frage, ob die Steuern dann auch entrichtet werden, wo doch bisher in Griechenland kaum jemand mehr als 100.000 Euro Jahreseinkommen zur Versteuerung angegeben hat.

    Wie man das Geld eintreiben könnte, beschreibt Volker Pispers:

    http://www.pinkepinke.net...

    • ST_T
    • 14. Dezember 2012 13:56 Uhr

    Mehr als die Hälfte der Gastwirtschaften zahlt keine Steuern!

    http://www.focus.de/finan...

    Es ist ein Mythos, nur irgendwelche dubiosen reichen Griechen würden Steuern hinterziehen. In Wahrheit gibt es in Griechenland fast schon eine Steuerhinterziehungs-Kultur, das ist das weitaus drastischere Problem.

    Erst 2 Monate her:

    http://www.spiegel.de/wir...

    Diese ganze Fixierung auf neue Steuern ist doch nur Übertünchung der eigentlichen Problematik der griechischen Regierung, und das macht sie seit JAHREN!
    Eine Steuer auf Aktiengeschäfte ist kontraproduktiv, sie erhöht lediglich die Schwelle, ab der Aktien gehandelt werden, sie unterbindet aber sicherlich keine Raids gegenüber hiesigen Unternehmen oder einer Regierung gegenüber, da die Gewinne eines Raids im Falle eines Sieges (was sehr wahrscheinlich ist btw, da die Euro-Regierung bei Zahlungsausfall Garantien gibt!) weit über den Steuern liegen werden.

    Ergo werden nur noch große Raids stattfinden, kleinere hingegen werden unterbunden.

    Das nenne ich herumdoktern!
    Man möchte nichts ändern, sondern man versucht nur mit kosmetischen Änderungen die eigentlichen Schandflecke zu übertünchen.

    Und nicht mehr und nicht weniger habe ich in meinem ersten Beitrag aussagen wollen.

    Antwort auf "[...]"
  3. So eine Steuer gibt es seit Jahren bei uns,Gewinne müssen genauso versteuert werden wie Dividenden,dazu kommen noch Kirschensteuer und Soli.

  4. Erstaunlich, wie generös die griechischen Steuerregeln bislang waren.

    Da hatten die ein steuerfreies Grundeinkommen von 12.000 Euro/Jahr. Bis uns gerade mal 8004 Euro.

    Da gibt es keine Steuerpflicht von Kursgewinnen. Bei seit 2009, zuvor nur frei, wenn Haltedauer über 1 Jahr. Jetzt alles gestrichen.

    Nur zwei Beispiele, wie unterschiedlich die steuerliche Behandlung innerhalb der EU ist. Großzügig, wie manche Länder das handhaben, die anderen zahlen es ja.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Finanzministerium | EFSF | Einkommen | Euro | Finanzminister | Gewinn
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