Gaza-KonfliktIsraels Waffen für die Welt
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Lukratives Exportgeschäft mit Waffen

Waffenexporte machen heute rund 20 Prozent der israelischen Exporte aus – allerdings hängt noch ein viel größerer Teil der Wirtschaft von ihnen ab. Viele Produkte werden zwar zum Schutz der Sicherheit eingesetzt, sind aber offiziell keine Waffen. Dazu gehören Überwachungssysteme, Mauern und Zaunsysteme. Viele andere Sparten der Wirtschaft – insbesondere die Hightech-Industrie, nutzen die Entwicklungen und Möglichkeiten der Armee und der Verteidigungsindustrie.

Der Vorteil der Israelis: Sie können getestete Waffen für sogenannte asymetrische Kriege liefern, also für Kämpfe, in denen staatliche Armeen gegen Freischärler im Einsatz sind. Waffen, die in den Palästinensergebieten getestet und verbessert wurden, werden jetzt von den USA und den Alliierten im Irak und Afghanistan eingesetzt. Indien nutzt sie im Kaschmir-Konflikt, Kolumbien gegen die Farc, Mexiko und Brasilien im Kampf gegen Drogenkartelle. Dass die Waffen kampferprobt sind, scheint dem Geschäft der israelischen Hersteller mehr als förderlich zu sein.

Kurz nach dem Ende der Militäroperation 2009 im Gazastreifen, sagte Udi Shani, Generaldirektor im israelischen Verteidigungsministerium, voraus, dass die Absatzzahlen der israelischen Waffenindustrie steigen würden. "Die Kunden ziehen Israel wegen unserer Erfahrung vor", sagte er. Er sollte Recht behalten. Im gleichen Jahr stiegen die Waffenexporte Israels um zwölf Prozent, und zwar gegen den Trend: Wegen der Finanzkrise waren die gesamten Exporte des Landes im gleichen Zeitraum um 18,5 Prozent zurückgegangen.

Doppelmoral der Waffenkäufer

Die Länder, die bei Israel einkauften, scheinen zwei Dinge trennen zu können: Einerseits kritisieren sie den Einsatz in Gaza und seine Folgen, andererseits schätzen sie die technische Qualität der Waffen, die dabei zum Einsatz kommen.

Eine der Raketen, um die es dabei geht, ist die sogenannte Spike 4. Gebaut wird sie vom Waffenhersteller Rafael. Wie die Goldstone-Kommission in einem Bericht für die Vereinten Nationen darlegt, griff die israelische Armee mit einer solchen Rakete am 27. Dezember 2008 eine Abschlussveranstaltung der Polizeiakademie in Gaza an. 89 Zivilisten starben bei dem Angriff. Es war der Auftakt zur Operation Gegossenes Blei. Die Spike 4 verfügt über eine Kamera. Rafael wirbt damit, dass die Rakete besonders zielgenau und deshalb für den Einsatz in Städten besonders gut geeignet sei. Spanien, die Niederlande, Italien, Finnland, Singapur und andere Staaten nutzen Varianten der Spike 4.

Israels Waffenindustrie stellt auch Drohnen her. Etwa das Modell Heron, produziert von Israeli Aerospace Industries. Oder Hermes, deren Hersteller der Waffenkonzern Elbit Systems ist. Beide Drohnen kamen im Gaza-Krieg 2009 zum Einsatz.

Auch Deutschland kauft israelische Drohnen

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden die Raketen dabei falsch gelenkt und töteten Dutzende Zivilisten. Am 27. Dezember kamen bei einem Drohnenangriff auf ein Technikkolleg neun Studenten im Alter von 17 bis 19 Jahren ums Leben. Zwei Tage später starben bei einem Angriff auf ein Geschäft neun Familienmitglieder, zwei von ihnen waren 13 Jahre alt. Deutschland setzt ebenfalls auf die Heron-Drohne und hat sie im Gebrauch, ebenso Frankreich, Brasilien, Australien und Kanada. Neben den USA nutzen auch Großbritannien, Mexiko und Brasilien die Hermes-Drohne.

Die Operation Gegossenes Blei war auch der erste große Testversuch für das Prestigeprodukt BMS (Battle Management System) des Herstellers Elbit. Dabei handelt es sich um ein Computernetzwerk, das es ermöglicht, einem Heer aus der Ferne Befehle zu geben und es zu kontrollieren. Im März 2010, rund 15 Monate nach dem Ende des Gaza-Krieges, erhielt Elbit einen Großauftrag des australischen Militärs über 300 Millionen Dollar. In der israelischen Waffenindustrie hieß es anschließend, der Einsatz des BMS im Gaza-Konflikt habe nicht nur das Käuferinteresse gefördert, sondern auch den Verkaufspreis für das System in die Höhe getrieben.

Die Waffenindustrie Israels ist somit zu einem gewissen Grad von der Politik abhängig. Die Abhängigkeit besteht aber auch andersherum: Die Verkäufe der Rüstungsfirmen im Ausland sind überlebenswichtig für Israel, damit es seine militärischen Aktivitäten im Gazastreifen und im Westjordanland aufrecht erhalten kann.

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Leserkommentare
    • Handryk
    • 12. Dezember 2012 10:49 Uhr

    "Auch Deutschland kauft in Israel ein – und unterstützt so den Gaza-Konflikt."

    Ist das nicht auch der Sinn und Zweck der Übung?

    4 Leserempfehlungen
  1. 2. [...]

    Entfernt, bitte beteiligen Sie sich mit Argumenten. Danke, die Redaktion/se

  2. Entfernt. Bitte äußern Sie Ihre Kritik konstruktiv. Danke. Die Redaktion/kvk

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    Neben wirtschaftlichem Interesse hat Israel noch einen entscheidenden weiteren Vorteil auf Kriegshandlungen in Gaza (je mehr, desto grausamer): Die Hamas wird gestärkt und kann daher auch in Zukunft als diplomatischer Schild gegen die Kritik an der illegalen Siedlungspolitik und für den Boykott der Friedensverhandlungen verwendet werden.

    Der Gazakonflikt ermöglicht es den israelischen Regierung daher weiter Landraub zu betreiben.

    Der muss sich vor Ihren subtilen Drohungen wohl kaum fürchten.Was Sie hier als Tabu inszenieren, ist doch längst keine Neuigkeit mehr...

    "Yotam Feldman

    arbeitet als freier Journalist und Filmemacher in Tel Aviv. In seinem jüngsten Dokumentarfilm The Lab zeigt er auf, wie die israelische Waffenindustrie vom Nahost-Konflikt profitiert. Der Film erscheint in den kommenden Monaten in Europa."

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und beteiligen Sie sich mit konstruktiven Kommentaren an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/kvk

  3. "Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums war Israel Ende der nuller Jahre der drittgrößte Exporteur von Waffen – nach den USA und Russland."

    Damit ist alles gesagt.

    Und ich dachte Fisibubele-Limonade wär der Exportschlager der Israelis...

    Eine Leserempfehlung
  4. 5. [...]

    Bitte beteiligen Sie sich konkret zum Artikelthema. Danke, die Redaktion/se

  5. Neben wirtschaftlichem Interesse hat Israel noch einen entscheidenden weiteren Vorteil auf Kriegshandlungen in Gaza (je mehr, desto grausamer): Die Hamas wird gestärkt und kann daher auch in Zukunft als diplomatischer Schild gegen die Kritik an der illegalen Siedlungspolitik und für den Boykott der Friedensverhandlungen verwendet werden.

    Der Gazakonflikt ermöglicht es den israelischen Regierung daher weiter Landraub zu betreiben.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sie wollen also"
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    Aha, es handelt sich also doch um eine jüdische Verschwörung!?

    Das legitime Recht Israels auf Selbstverteidigung darf nicht in Frage gestellt werden. Erstmals in der Geschichte der Israelis, sind diese fähig sich gegen Angriffe zu wehren. Und das sie dies tun ist durch wiederholte Raketenangriffe, Selbstmordattentate und dem ausgesprochenen Wunsch der Hamas, die Juden zu vernichten auch gerechtfertigt.

    Die BRD ist dabei nicht nur historisch, sondern auch aus emanzipatorischer Sicht gut beraten, die einzige stabile Demokratie im Nahen Osten zu unterstützen.

    ch habe nicht das geringste Insiderwissen. Die israelische Politik hat nie einen hehl daraus gemacht, welche Agenda sie verfolgt. Die Statements der jeweiligen Regierungspolitiker sind teilweise öffentlichen Medien gegenüber gefallen und gehen ansonsten aus den internen Aufzeichnungen hervor. Ein Vorgeschmack:

    "Golda Meir, later Prime Minister, informed her Labor colleagues that Israel should keep the Gaza Strip while “getting rid of its Arabs.” Defense Minister Dayan and others agreed. Prime Minister Eshkol explained that those expelled cannot be allowed to return because “We cannot increase the Arab population in Israel” – referring to the newly occupied territories, already tacitly considered part of Israel."

    "After the 1967 war, the respected diplomat Abba Eban, who was in charge of the effort, was highly praised by Golda Meir and other colleagues in the governing Labor Party for his success at the United Nations in carrying forward “Israel’s peacemaking strategy” of confusion and delay, which came to “take the shape of a consistent foreign policy of deception,” as it is described by Israeli scholar Avi Raz in a detailed review of internal records."

    http://www.stopwar.org.uk/index.php/palestine-and-israel/2099-noam-choms...

    Über Sharons Kommentar nach dem Abzug der Siedler aus Gaza können Sie sich übrigens in Wikipedia informieren: Das taktische Manöver sollte "Palästina" für lange Zeit verhindern.

    sie sind - zumindest in Ihrer ziemlich beschränkten Weltsicht - immer die Bösen, die Verschwörer, die Hostienschänder. Uups, das ist heute ja nicht mehr von Bedeutung.

    Was aber die Israelis auch nicht in den Griff bekommen ist das antisemitische Geraunze das man hier so gerne absondert. Und erst die arme Hamas. Ein Opfer Israels. Mit kommen die Tränen.

  6. Israel braucht Devisen um seine internationalen (Waffen)geschäfte zu bezahlen. Um immer wenn die knapp werden kauft Deutschland ein paar Waffen in Israel.

    So wurden auch die umstrittenen U-Boote finanziert. Der eine Teil der Devisen kam durch durch deutsche Waffenkäufe in Israel, den anderen Teil hat der Steuerzahler geschenkt. Fast eine Milliarde Euro.

    Wäre mal interessant zu erfahren, ob dabei die Vergabekriterien für solche Geschäfte eingehalten werden.

    2 Leserempfehlungen
  7. " Nach Angaben der Menschenrechts ... "

    Ist der Satz irgendwie an die falsche Stelle verrutscht ?

    Eine Leserempfehlung

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