KlimakonferenzKonzentriert Euch auf 2015!

EU-Kommissarin Hedegaard verteidigt in einem Gastbeitrag die Resultate des Doha-Gipfels. Die Konferenz markiere einen wichtigen Schritt hin zu einem neuen Klimavertrag. von Connie Hedegaard

Die Doha-Klimakonferenz war keine spektakuläre Konferenz. Das große Klima-Abkommen, das für 2015 geplant ist, wurde nicht vorab auf ihr beschlossen. Das scheint einige Kommentatoren und Umweltgruppen zu überraschen. Dabei sollte niemand überrascht sein. Schon im vergangenen Jahr in Durban hatten sich alle Länder geeinigt: Die folgenden Klimakonferenzen, die bis 2015 stattfinden würden, sollten nur dazu dienen, das große 2015er Abkommen vorzubereiten. 

Die Europäische Union hat vor Doha angekündigt, welche Fortschritte in Richtung des neuen Klimaabkommens sie auf dem Gipfel erreichen wollte. Jetzt können wir jeden einzelnen Punkt auf unserer Liste abhaken.

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Wir wollten, dass Doha den Übergang markiert vom alten Klimaregime, in dem nur die Industrienationen verbindliche Verpflichtungen haben, hin zu einem neuen System. In ihm sollten alle Länder, Industrie-und Entwicklungsländer gleichermaßen, zum ersten Mal rechtliche Verpflichtungen im Rahmen eines neuen globalen Abkommens eingehen. Das haben wir erreicht.

In Doha haben wir unsere Art geändert, Verhandlungen zu führen. Wir hatten früher unterschiedliche Arbeitsgruppen, die auf einer scharfen Unterscheidung zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern basierte. Jetzt haben wir für alle Länder nur noch ein Verhandlungsforum, die Durban-Plattform. 

Connie Hedegaard

Connie Hedegaard ist seit 2010 EU-Kommissarin für Klimaschutz.

Das ist kein geringer Erfolg. Heute werden in China pro Kopf bereits an die 7,2 Tonnen CO2 aufgestoßen, mit steigender Tendenz. In Europa sind wir bei 7, 5 Tonnen, mit fallender Tendenz. Der Klimawandel kann nicht bekämpft werden, wenn sich die Schwellenländer nicht beteiligen. Daher war es so wichtig, vom alten zu einem neuen System zu wechseln. Und wir haben es geschafft.

Der Wechsel wurde dadurch erreicht, dass die EU und ein paar andere Industrieländer sich auf eine zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll geeinigt haben. Hätten wir Kyoto nicht verlängert, hätten wir zu viele Jahre an harter Arbeit einfach weggeworfen. Schließlich  handelt es sich noch immer um den einzigen globalen Vertrag zur Reduzierung von Emissionen. Ein Ende des Kyoto-Protokolls konnten wir nicht zulassen. Dadurch, dass es nun um acht Jahre verlängert wird, haben wir Kontinuität bis hin zum neuen weltweiten Klimaabkommen garantiert, das 2015 beschlossen werden soll und 2020 in Kraft treten wird.

Kaum jemand kauft noch "heiße Luft"

Wir haben endlich das alte Problem der "heißen Luft" gelöst – dabei handelt es sich um einen Überfluss an unbenutzten Emissionszertifikaten aus der ersten Kyoto-Verpflichtungsperiode. Zwar verfallen diese Papiere nicht. Aber die Käufer werden in ihren Möglichkeiten stark beschränkt.

Das EU-Recht erlaubt die Benutzung dieser Zertifikate nicht mehr, und potenzielle Käufer haben bereits erklärt, sowieso keine alten Emissionsrechte kaufen zu wollen. Die neuen Regeln verhindern zudem, dass mehr "heiße Luft" geschaffen wird. Das ist ein sehr positives Ergebnis für den Umweltschutz.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Europa haben wir in Doha zudem weitere Klimafinanzierungen in Aussicht gestellt. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission haben insgesamt sieben Milliarden Euro an Klimageld für 2013 und 2014 angekündigt. Das ist mehr als in den vergangenen zwei Jahren.  

Leserkommentare
  1. Vertreter der Industrienationen. Eine Unverschämtheit den Entwicklungsländern, welche im Zuge des Wachstums im Aufschliessen zur 1. Welt auf Umweltverschmutzung im gröberen Masse angewiesen sind, mit derartigen Forderungen zu überfahren.

    Wer denkt denn tatsächlich dass sich die jeweiligen Staatschefs darauf einlassen werden? Wieso Zugeständnisse machen, die das Generieren von Wohlstand im eigenen Land hemmen und deren ursprüngliche Begründung (Aufhalten des anthropogenen Klimawandels) höchst umstritten und bis dato nicht zweifelsfrei belegt ist?

    Es gehört schon eine mächtige Portion Arroganz und Impertinenz dazu, Ländern, welche in ihrer Entwicklung weit hinter dem eigenen stehen mit derartigen Auflagen am Boden halten zu wollen, während man sich selbst auf dem Wohlstand ausruht und sich Luxusprobleme wie Energiewende selbst schafft.

  2. Siehe hier: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gescheiterte-uno-konferenzen-fo...

    Hedegaard erinnert ein bisschen an Honecker der bis zuletzt nicht verstanden hatte, warum sein Reich zusammenbrach.

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  3. ist wie immer enthusiastisch und optimistisch bei der Sache.

    Ich fürchte aber, dass alles, was sie uns hier als substanzielle Fortschritte anpreist, sich 2015 bis 2020 in heiße Luft auflösen wird. Was, bitte schön, soll 2015 denn anders sein als in Doha und den Konferenzen zuvor?

    Das Versagen der Politik wird weitergehen.

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  4. ... um ihren Posten?

  5. Ich würde mir aber wünschen, wenn die "Verquickung" von Wissenschaft und Politik bei diesem Thema aufhören würde.
    Nur die Wissenschaft sollte hier meines Erachtens das Primat haben, Art, Umfang und mögliche Folgen des Klimawandels objektiv analysieren und darstellen zu können.
    Aufgabe der Politik wäre es dann, den "Gesellschaftlichen Konsens" herzustellen, den ich bisher vermisse, der aber eine unabdingbare Voraussetzung dafür ist,einem möglichen "Negativtrend" des irdischen Klimas etwas entgegenzusetzen.

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    ist es im Fall der Klimaforschung aber nicht wirklich möglich die Blöcke "wissenschaftliche Forschung" auf der einen und "politische Entscheidungsfindung" auf der anderen Seite voneinander zu trennen. Andere Bereiche in denen das ebenso wenig funktioniert ist bspw. die Wirtschaftsforschung oder auch die Genforschung.

    Die Politikerklasse möchte das sprichwörtliche Zepter nicht aus der Hand geben. Studien in den wissenschaftlichen Disziplinen werden, zumindest in Deutschland mehrheitlich vom Staat bezuschusst. Ich habe in meiner bislang kurzen Zeit als Jungforscher schon oft gesehen, wie Zuschussanträge für Forschungsvorhaben (sog. Grants) von Kollegen abgelehnt wurden, weil sie nicht eindeutig in die politisch motivierte Richtung zeigten.

    Das Dogma das anthropogenen Klimawandels hat sich bereits fest in den Köpfen der Politiker und der breiten Bürgermasse manifestiert. Vorbehaltslose Forschung ist auf diesem Gebiet meiner Ansicht nach im Moment in Deutschland nicht möglich. Zum einen dürften sie nämlich Probleme bei der Finanzierung bekommen, zum anderen steht in Zweifel, ob ihre Forschung nicht von vornherein als verschwörerisch neo-liberal abgekanzelt wird.

    <em>"Aufgabe der Politik wäre es dann, den "Gesellschaftlichen Konsens" herzustellen, ..."</em>

    Braucht Politik Konsens, um zu handeln? Ich erinnere daran, dass wegweisende Entscheidungen in der Geschichte der Bundesrepublik (z.B. NATO-Beitritt, Brandts Ostpolitik) sogar höchst umstritten waren, und dennoch nicht die schlechtesten waren. Im Gegenteil. Nein, für gute Politik braucht man einfach Mehrheiten und einen politischen Willen.

    Und zur Klimapolitik: Wie breit soll der Konsens denn noch werden? Sämtliche Parteien des Bundestages haben sich in ihren Programmen zum 2°-Ziel und CO2-Reduktionen glasklar bekannt. Die Bevölkerung steht mit übergroßer Mehrheit hinter diesen Zielen.

    Hier scheint es genau umgekehrt zu sein:
    Der Konsens ist da, aber der Wille zur politischen Ausgestaltung fehlt.

  6. ist es im Fall der Klimaforschung aber nicht wirklich möglich die Blöcke "wissenschaftliche Forschung" auf der einen und "politische Entscheidungsfindung" auf der anderen Seite voneinander zu trennen. Andere Bereiche in denen das ebenso wenig funktioniert ist bspw. die Wirtschaftsforschung oder auch die Genforschung.

    Die Politikerklasse möchte das sprichwörtliche Zepter nicht aus der Hand geben. Studien in den wissenschaftlichen Disziplinen werden, zumindest in Deutschland mehrheitlich vom Staat bezuschusst. Ich habe in meiner bislang kurzen Zeit als Jungforscher schon oft gesehen, wie Zuschussanträge für Forschungsvorhaben (sog. Grants) von Kollegen abgelehnt wurden, weil sie nicht eindeutig in die politisch motivierte Richtung zeigten.

    Das Dogma das anthropogenen Klimawandels hat sich bereits fest in den Köpfen der Politiker und der breiten Bürgermasse manifestiert. Vorbehaltslose Forschung ist auf diesem Gebiet meiner Ansicht nach im Moment in Deutschland nicht möglich. Zum einen dürften sie nämlich Probleme bei der Finanzierung bekommen, zum anderen steht in Zweifel, ob ihre Forschung nicht von vornherein als verschwörerisch neo-liberal abgekanzelt wird.

  7. <em>"Aufgabe der Politik wäre es dann, den "Gesellschaftlichen Konsens" herzustellen, ..."</em>

    Braucht Politik Konsens, um zu handeln? Ich erinnere daran, dass wegweisende Entscheidungen in der Geschichte der Bundesrepublik (z.B. NATO-Beitritt, Brandts Ostpolitik) sogar höchst umstritten waren, und dennoch nicht die schlechtesten waren. Im Gegenteil. Nein, für gute Politik braucht man einfach Mehrheiten und einen politischen Willen.

    Und zur Klimapolitik: Wie breit soll der Konsens denn noch werden? Sämtliche Parteien des Bundestages haben sich in ihren Programmen zum 2°-Ziel und CO2-Reduktionen glasklar bekannt. Die Bevölkerung steht mit übergroßer Mehrheit hinter diesen Zielen.

    Hier scheint es genau umgekehrt zu sein:
    Der Konsens ist da, aber der Wille zur politischen Ausgestaltung fehlt.

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    mit übergroßer Mehrheit hinter diesen Ziel? Das glaubte man seinerzeit auch bei Stuttgart21, dann gab es lange Gesichter und ne Watschen die sich gewaschen hatte.

    Beim Thema Erderwärmung hingegen dräut es nun auch dem Letztem langsam, wie sich die These des anthropogenen Klimawandels selbst zerlegt. Mal von dem jahrzehntelangen substanzlosen Multimedia-Konzert links-grüner Umverteilungspläne und derer Steigbügel Unfähige abgesehen, hat die übergroße Mehrheit langsam die Nase voll vom ewigen Sünder und Büßer-Kostüm.
    Wenn doch wenigsten etwas haltbares zu Tage getreten wäre, aber im großen Orchester des Unterganges wabern nur Hochrechnungen, Computer-Modelle und Prognosen herum. Wenn mal ein faktischer Beleg gefunden wurde, konnte er mit einfachsten Mitteln widerlegt werden. Besonders lustig wurde es, wenn eine These felsenfest mit dem Argument verteidigt wurde, dass die Gesetze der Physik nicht überall auf dem Planeten gleich gelten würden.

    Die These des anthropogenen Klimawandel ist ebenso beknackt, wie seinerzeit (noch zu Ostzeiten) der Versuch an der Humboldt-Universität wissenschaftlich beweisen zu wollen, dass der Sozialismus als Sieger aus dem Wettstreit der System hervorgehen muss.

    Das es in diesem Gefolge um den immer gleichen Menschenschlag handelt, brauch man wohl nicht extra zu erwähnen. Früher hingen um die 6 Parasiten um einen Dachdecker, der heutige Wasserkopf dürfte um einiges größer sein.

    Lieber Herr Kein Einstein, genau da habe ich meine Zweifel.
    Haben Sie vielleicht hierfür statistisches Material?
    Dem Vorposter Batemann, habe ich aus der Seele gesprochen und wenn ich die Diskussionen in den verschiedenen Threads zum Klimawandel verfolge, so stelle ich dort gravierende Meinungsunterschiede fest. Auch finde ich diese, innerhalb der betroffenen Wissenschaften. Daher ist meine Positionierung zum Klimawandel vorsichtig zurückhaltend.

    Anmerken möchte ich aber, dass für Brandts Ostpolitik oder für den NATO-Beitritt, vielleicht "Politologen", doch keine
    Naturwissenschaftler (Klimawissenschaftler) vorher befragt wurden.
    Kurzum, ich lehne diesen Vergleich daher ab.
    Trotzdem habe ich auch ihren Kommentar empfohlen.

    Claus von der Wilhelmshöhe

  8. mit übergroßer Mehrheit hinter diesen Ziel? Das glaubte man seinerzeit auch bei Stuttgart21, dann gab es lange Gesichter und ne Watschen die sich gewaschen hatte.

    Beim Thema Erderwärmung hingegen dräut es nun auch dem Letztem langsam, wie sich die These des anthropogenen Klimawandels selbst zerlegt. Mal von dem jahrzehntelangen substanzlosen Multimedia-Konzert links-grüner Umverteilungspläne und derer Steigbügel Unfähige abgesehen, hat die übergroße Mehrheit langsam die Nase voll vom ewigen Sünder und Büßer-Kostüm.
    Wenn doch wenigsten etwas haltbares zu Tage getreten wäre, aber im großen Orchester des Unterganges wabern nur Hochrechnungen, Computer-Modelle und Prognosen herum. Wenn mal ein faktischer Beleg gefunden wurde, konnte er mit einfachsten Mitteln widerlegt werden. Besonders lustig wurde es, wenn eine These felsenfest mit dem Argument verteidigt wurde, dass die Gesetze der Physik nicht überall auf dem Planeten gleich gelten würden.

    Die These des anthropogenen Klimawandel ist ebenso beknackt, wie seinerzeit (noch zu Ostzeiten) der Versuch an der Humboldt-Universität wissenschaftlich beweisen zu wollen, dass der Sozialismus als Sieger aus dem Wettstreit der System hervorgehen muss.

    Das es in diesem Gefolge um den immer gleichen Menschenschlag handelt, brauch man wohl nicht extra zu erwähnen. Früher hingen um die 6 Parasiten um einen Dachdecker, der heutige Wasserkopf dürfte um einiges größer sein.

    Eine Leserempfehlung

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