Auf der UN-Klimakonferenz in Doha hat sich Deutschland bereit erklärt, mehr Geld in den Klimaschutz zu investieren. Für die kommenden zwei Jahre sind je 1,8 Milliarden Euro für Hilfen an Entwicklungsländer vorgesehen.

"Wir werden in den Jahren 2013 und 2014 jeweils 400 Millionen Euro mehr für internationalen Klimaschutz ausgeben", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche ( CDU ). Dieses Angebot habe die deutsche Delegation in Doha "auf den Tisch gelegt". Zusammen mit für die beiden kommenden Jahre bereits eingeplanten 1,4 Milliarden Euro ergibt sich damit jeweils eine Summe von 1,8 Milliarden Euro für den deutschen Beitrag.

Bereits am Dienstag hatte Großbritannien insgesamt 2,2 Milliarden Euro für die Jahre 2013 bis 2015 zugesagt.

Oxfam lobt Bundesregierung

Hilfsorganisationen begrüßen die Zusagen und fordern weitere Industrieländer auf, dem Beispiel zu folgen. "Die Ankündigung der Bundesregierung ist ein wichtiger und hochwillkommener Schritt, mit dem Deutschland dem Beispiel Großbritanniens von gestern folgt", sagte Jan Kowalzig von der Organisation Oxfam . "Jetzt müssen die übrigen reichen Länder nachlegen." Es gehe darum, eine Dynamik zu erzeugen, "die die schwierige und von Misstrauen geprägte Konferenz noch zu einem passablen Abschluss bringt".

Die Staaten wollen in Doha einen Weltklimavertrag vorbereiten , der 2015 beschlossen und 2020 in Kraft treten soll. Allerdings liegen Industriestaaten sowie Schwellen- und Entwicklungsländer in allen zentralen Fragen weit auseinander. Ziel der Staatengemeinschaft ist, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen .

Ab 2020 sollen dafür insgesamt jährlich 100 Milliarden Dollar in den neu errichteten Grünen Klimafonds (GCF) fließen, dessen Finanzierung aber bisher noch unklar ist. Auch für die Zeit von 2013 bis 2020 gibt es bislang keine gesicherte Finanzierung für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern. Diese verlangen 60 Milliarden Dollar für die Jahre bis 2015.