Arbeitslosigkeit : Das beschämende Gefühl, Hartz IV zu beziehen

Leser Dirk Mergel fühlt sich als Hartz-IV-Empfänger vom Arbeitsamt gedemütigt. Er müsse sinnlose Bewerbungen schreiben, damit seine Bezüge nicht gekürzt werden.

Ich oute mich. Ich habe es lange vor meinen Freunden und Bekannten geheim gehalten. Ja, ich beziehe Hartz IV. Es ist ein erniedrigendes Gefühl. Es ist, als ob jemand dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Es ist beschämend, sich auf dem Amt nackig zu machen, Kontoauszüge der letzten sechs Monate vorlegen zu müssen, bei einer Mitarbeiterin, die wahrscheinlich grade so die mittlere Reife geschafft hat, sich dir gegenüber jetzt aber wie eine Göttin aufführt.

Du weißt, was du kannst, aber du gehörst eben nicht zu den Glücklichen. Du bist ein Loser. Du hast beim großen Poker um die Karriere mit schlechten Karten spielen müssen, bist ausgestiegen, hast nicht mehr reizen können, warst zu feige.

"Haben Sie das jetzt verstanden?", fragt die Frau dir gegenüber, und du bist ganz verwirrt. "Was, bitte? Verzeihen Sie." – "Sie unterschreiben hier eine Eingliederungsvereinbarung, da erklären Sie sich bereit, jeden Monat zehn Bewerbungen zu schreiben." Unverständnis. Egal ob sinnvoll oder nicht, ich muss mich bewerben, vielleicht als Koch oder Schweißer. Hauptsache, dem System ist Genüge getan. Bitte, mach ich doch glatt.

"Wenn ich nicht genügend Stellen finde, wo ich mich bewerben kann, was passiert dann?" – "Sie können sanktioniert werden, es wird Ihnen Geld abgezogen von den monatlichen Zuwendungen des Staates." Das habe ich sofort kapiert. Wenn ich also Bewerbungen schreibe, egal wie schwachsinnig sie sind, bin ich ein braver Bürger, wenn ich sie nicht schreibe, ein böser.

Meine Frau, tätig im Hotelfach, findet hier in Mecklenburg-Vorpommern auch seit Jahren keinen Job mehr, weil die Konkurrentinnen aus Polen – nichts gegen sie – einfach günstiger sind. Meist arbeiten sie sogar schwarz. "Die ganzen Pollacken nehmen uns die Arbeit weg," wettert schon seit Jahren die braune Pest. Sie erhält Zulauf. Junge Menschen wenden sich in Mecklenburg-Vorpommern denen zu, die ab und zu mal ein Lagerfeuer machen und den Jungs erklären, dass ohne die "Pollacken" alles im Lack wäre.

Meine Frau hat dieses Jahr einen Ein-Euro-Job aufs Auge gedrückt bekommen. Was als Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gemeint ist, ist bei meiner Frau leider nicht angekommen. Sie hat als volle Arbeitskraft arbeiten müssen. Ohne Chance, übernommen zu werden. Warum? Weil sie in einem Museum beschäftigt war, das ausschließlich von Ein-Euro-Jobs lebt. Über den Sommer nimmt dieses Museum viel Geld ein, aber die Mitarbeiter schickt man mit einem Euro nach Hause.

Meine Söhne möchten jetzt Sport machen. Tolle Idee. Der eine möchte Fußball spielen. Soll und wird er auch. Ein Paar Fußballschuhe fürs Training: 25 Euro. Ein Paar Schuhe für die Spiele: 45 Euro. Der andere möchte Judo machen. Soll und wird er auch, mit oder ohne Hilfe des Staates.

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Kommentare

582 Kommentare Seite 1 von 47 Kommentieren

Regeln sind nicht für die, die sie befolgen gedacht

Hallo,
ich bedauere, daß sie in diese miesliche Lage gerutscht sind und ich verstehe ihren Frust darüber anscheinend sinnlose Dinge tun zu müssen.
Doch bitte bedenken sie, daß Regeln für die gemacht sind, die sie nicht befolgen. Ich bin überzeugt der Großteil der Bürger bräuchte kein Gesetz, das stehlen verbietet und doch gibt es dieses Gesetz und wir als gesellschaft brauchen es auch, um diejenigen die es brechen bestrafen zu können.
Natürlich machen viele Hartz-IV-Vorschriften im Einzelfall keinen Sinn, aber es gibt leider immernoch viel zu viele Menschen, die lieber von Hartz-IV und ein bisschen "Schwarz nebenher" leben, als nach echter Arbeit zu suchen und bei dem Versuch diese Menschen "auszusortieren" leiden leider auch Menschen, die ihr bestes geben.
Das bedauere ich, halte es aber leider für notwendig.
MfG,
Shari

Der Vergleich ...

>> Doch bitte bedenken sie, daß Regeln für die gemacht sind, die sie nicht befolgen. Ich bin überzeugt der Großteil der Bürger bräuchte kein Gesetz, das stehlen verbietet <<

... hinkt massiv. Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Wer stiehlt und erwischt wird, wird irgendwie bestraft.

Bei Hartz IV wird erstmal jeder pauschal und im Vorfeld bestraft - könnte ja sein, dass er einer von den Dieben ist.

Und übrigens, diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten hat es immer gegeben und wird es immer geben. Die wird man selbst mit Zwangsmaßnahmen nicht in die nicht vorhandenen Arbeitsverhältnisse vermitteln können.

Der Umgang mit Arbeitslosen hierzulande ist gleichermaßen entwürdigend und sinnfrei.

der Zeitartike

spricht mir aus der Seele. Mir ist es genauso ergangen. Nicht nur, dass man sich in der Gesellschaft wie "Bodensatz" vorkommt, sondern, dass man der Beamtenwillkür schutzlos ausgeliefert ist. Regeln sind dazu gemacht die "Administration" der Einzelschicksale zu erleichtern. Wie gnädig: "...ja da brauchen Sie dann auch nicht zu befürchten, dass wir Sie zum Blätterfegen in den Wald schicken...."

Menschenbild??!!!

Dieses Argument, dass es ja angeblich so wahnsinnig viele Leute gibt, die den Sozialstaat ausnutzen, hört man ja oft. Ich frage mich: kennen Sie so jemanden? Kennt irgendjemand hier so jemanden?

Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um ein Märchen, das irgendein Politiker irgendwann mal verstreut hat, um die Einführung von mehr und mehr Kontrolle seitens des Staates zu rechtfertigen (zieht sich übrigens durch alle Ebenen; siehe z.B. auch "Terrorismusgefahr"), und das dann ganz viele Bürger mit ganz viel Freude weitererzählen.

Es steht völlig außer Frage, dass es immer Einzelfälle schwarzer Schafe geben wird, die tatsächlich den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen und sich über Geldgeschenke vom Staat freuen. Aber erstens lassen sich diese Fälle auch durch immer noch mehr Kontrolle nicht vermeiden, und zweitens sind Einzelfälle überhaupt gar kein Argument dafür, dass die Masse der HartzIV-Bezieher unter starren und zum Teil für sie sinnlosen Regelungen leiden soll.

Ich glaube, dass es ziemlich wenige Menschen gibt, die wirklich NICHT arbeiten möchten. Das Problem liegt eher darin, dass unsere Gesellschaft für immer weniger Menschen einen Platz hat.

Das Schlimmste an dem Ganzen ist aber das dahinter stehende Menschenbild: Bürger sind grundsätzlich nicht mündig und selbstbestimmt, sondern dumme Kindergartenkinder, denen Papa Staat mit Sanktionen kommen muss, wenn sie seine aus individueller Sicht häufig willkürlichen und sinnolsen Regeln nicht befolgen.

@1 Alternativen wagen!

Nur es traut sich niemand.

Die Alternative wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Auf einen Schlag bräuchte man kein Überwachungs-, Zuteilungs- und Berechnungssystem mehr, daß sich personalintensiv um die Einhaltung fragwürdiger Spielregeln bemüht, um einen kleinen Anteil Mißbrauch zu verhindern und dabei aber die überwältigende Mehrheit der Antragsteller gängelt.
Jeder Bürger hätte einen Anspruch allein durch sein Da-Sein, niemand würde sich als Almosenempfänger gebrandmarkt sehen. Existenzsicherung wäre abgekoppelt von Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit kein Stigma mehr.

Auf einen Dschungel an Einzelleistungen könnte verzichtet werden, alles wäre durch das bedingungslose Grundeinkommen abgedeckt und jeder würde gleichbehandelt.

Aus humanitären und wirtschaftlichen Gründen spräche vieles dafür.

grundsätzlich ja.. aber

das Grundeinkommen müsste dann bei weitem unter dem momentanen Alg2 Satz liegen, damit ein gewisser grundlegender Arbeitsanreiz bleibt und das ganze finanzierbar im Sinne einer "Grundeinkommensmigration".

Ich denke mehr als 150 Euro +Miete(~350)+GKV(~150) dürfte man da nicht verteilen (an Erwachsene). Dann müssten auch so Sachen wie das Sponsoring von Wohnungseinrichtungen etc gestrichen werden. Flankiert mit einem Mindestlohn ab 7 Euro und Steuerfreiheit für die ersten 1000 Euro könnte es durchaus hinhauen.

Das kann hart sein insb. für Leute die gar nichts können (am Arbeitsmarkt) und sich zb. trennen und dann eine eigene Wohnung brauchen..

Es bliebe aber ein Ende der Gängelung und eine massive Verringerung der kafkaesken Bürokratie.

Und immerhin: Arm ist nur der Arme im Kopf. Mit Geld hat das am Ende nur wenig zu tun. Insofern auch Kopf hoch @den Autor: Ich bin auch nicht in matierellem Überfluss aufgewachsen, bin aber trotzdem was geworden, denn es kommt immer darauf an, was man aus dem macht, was man hat!

Superforderung

Also Sie meinen ein BGE von 750 EUR pro Monat und Kopf ist okay? Gut, das ist ja wenigstens eine Hausnummer. Nun ich weiss es ist haesslich, aber kalkulieren wir mal kurz, 750 EUR mal 82 Million Buerger macht gerade mal knapp 61.5 Mrd EUR pro Monat, mal 12 macht 738 Mrd EUR pro Jahr. Derzeit betraegt der Bundeshaushalt 302 Mrd EUR. So liebe BGE Fans, man muesste also die Bundessteuern mndestens verdoppeln, bzw die EKSt-Saetze um 50% hoch, MwSt um 50% hoch, Mineraloelsteuer um 100% hoch usw.. Aber jetzt hat man noch weitere Ausgaben des Bundes, wie Bundeswehr, Bundespolizei, Ministerien, usw. also muessen die Steuern noch hoeher sein. Habt Ihr Euch das wirklich ueberlegt, was Ihr da wollt? Oder ist rechnen nicht Eure Staerke? Dagegen war die DDR ein Hort der Effizienz.

nein nicht ganz: 150+150+350= 650 Euro

Das sind immerhin 100 Euro weniger. Bei 82 Mio Menschen addiert sich das p.a. auf immerhin auf schlappe 100 Mrd. Euro! Das macht einen feinen aber doch deutlich sichtbaren Unterschied.

Hinzu kommt, dass der heute existierende Steuerfreibetrag in etwa das selbe ausmacht. Das Grundeinkommen in meinem Zahlenbeispiel wäre demnach nur eine Erweiterung mit negativem Ende.

Als letztes vllt noch der Hinweis auf eine Studie Thomas Straubhaar, nach der im Jahr 2004 pro Kopf und Monat 693 Euro ausgegeben wurden. (S.9ff -> http://www.hwwi.org/filea...)

Unterm Strich: Ein BGE würde uns und dem Atuor einiges an Geld und Nerven sparen!

Straubhaar- Studie zum BGE

Sie schreiben: "Ein BGE würde uns und dem Autor einiges an Geld und Nerven sparen!"

Sie haben aber dieses BGE- Modell richtig verstanden?
Ich erinnere mich an einen Artikel im "Rheinischen Merkur" darüber, ohne jetzt diese Studie nochmals gelesen zu haben.

Im Groben sagt es: Alles weg an Sozialleistungen und alles weg an Sozialbeiträgen. Verbrauchsteuern höher. Dafür BGE.
Eigenverantwortung für alles und für alle, von der Krankenkasse bis zur Rente.

Ich selbst wäre sehr dafür. Doch schon damals ging ein Aufschrei ringsum. "Viel zuwenig, diese ca. 700 Euros..."

Soviel Eigenverantwortung für sein Leben kann man doch niemandem zumuten -never.

Menschenbild

"Ich bin überzeugt der Großteil der Bürger bräuchte kein Gesetz, das stehlen verbietet und doch gibt es dieses Gesetz und wir als gesellschaft brauchen es auch, um diejenigen die es brechen bestrafen zu können."

Da irren Sie sich aber gewaltig. Vertauschen Sie mal nicht Ursache und Wirkung. Ohne Gesetz wird schnell aus dem braven Spießbürger ein Aasgeier. Lesen Sie sich mal in den Ausgangspunkt der bedeutenden Rechtstheorien ein...

ja das ist die Sache

Wobei die Regelung für die Krankenkasse und die Art der Steuererhebung nicht zwingend so laufen müssen. Das kann auch wie bisher bleiben, das macht keinen allzu grossen Unterschied.

Was aber bleibt ist eben das Rummäkeln am Satz. Deshalb hab ich in einem oberen Beitrag auch die Härte erwähnt, die auftreten kann, wenn mit einem BGE die gelegentlichen Zusatzleistungen wegfallen.

Auf der anderen Seite wäre es schon ein recht guter Deal für die Leute im unteren Lohnbereich: GKV, Miete plus das Nötigste sind bezahlt, wer dann noch 400 Euro nebenbei verdient (=15h pro Woche) ist dann schon in der Mittelklasse.. sowas SOLLTE eigentlich jeder gern unterschreiben.

Sinnvolle Regeln?

"aber es gibt leider immernoch viel zu viele Menschen, die lieber von Hartz-IV und ein bisschen "Schwarz nebenher" leben, als nach echter Arbeit zu suchen und bei dem Versuch diese Menschen "auszusortieren" leiden leider auch Menschen, die ihr bestes geben."

Hallo Shari, meinen Sie das wirklich ernst? Was ist schlimm daran, wenn einzelne mit Hartz-IV leben können und wollen? Geben wir denen ein bedingungsloses Grundeinkommen, und alles ist gut! Mich stören gut verdienende Steuerhinterzieher viel mehr, die richten weit größere Schäden an.

Aber beim "Menschen aussortieren" läuft es mir dann doch kalt den Rücken runter. Das hatten wir alles schon mal. Wenn Menschen tatsächlich glauben, das Hartz-IV-System wäre sinnvoll oder gar notwendig, dann kriege ich Angst vor dieser Gesellschaft. Richtige Angst ...

regt zum Nachdenken an

"Dieses Argument, dass es ja angeblich so wahnsinnig viele Leute gibt, die den Sozialstaat ausnutzen, hört man ja oft. Ich frage mich: kennen Sie so jemanden? Kennt irgendjemand hier so jemanden?"

Gute Frage.

Ja, doch, ueber ein paar Ecken kenne ich solche. Allerdings liegt der Fall, der mir als Erstes in den Sinn kommt, zeitlich weit vor Einfuehrung der Hartz-Reformen. Der Schwiegersohn der Nachbarn meiner inzwischen verstorbenen Grossmutter. Ein Elektriker, dem ein Arbeitsangebot vorlag, das er aber mit den Worten ausschlug: "Fuer hundert Mark mehr im Monat stehe ich doch nicht jeden Morgen frueh auf." Wohl gemerkt, das war vor der Einfuehrung der Hartz-Gesetze. Keine Ahnung, wie's dem jetzt geht.

Dann gibt es im Mietshaus, in dem ich bis vor ein paar Monaten gewohnt hatte, eine Familie mit zwei Kindern, deutsche Mutter, arabischer Mann, die die Hochparterre-Wohnung direkt ueber der Kneipe bewohnen. (Da muss es also sowohl laut als auch verraeuchert sein) Beide Elternteile arbeiten so ziemlich rund um die Uhr - meine alteingesessenen Nachbarn sagten (etwas abwertend, wie ich fand): 1-€-Jobs. Die Kinder machen uebrigens einen netten Eindruck.

Ansonsten kann es zweierlei bedeuten, dass niemand solche "Sozialschmarotzer" persoenlich kennt: Entweder es gibt sie nicht oder kaum (kann sein), oder es gibt sie, nur kennt sie eben niemand in dieser Zeitungsleser-Runde, weil sie gesellschaftlich ausgegrenzt sind. - Was schon ein betraechtlicher Teil des ganzen Problems ist.

Sozialschmarotzer

"Dieses Argument, dass es ja angeblich so wahnsinnig viele Leute gibt, die den Sozialstaat ausnutzen, hört man ja oft. Ich frage mich: kennen Sie so jemanden? Kennt irgendjemand hier so jemanden?"

Ja, ich kenne allein zwei Leute, und ich bin sicher, dass ich nicht der einzige bin. Diese Leute erscheinen nach außen nicht als schlimme Verbrecher und fühlen sich auch nicht so - man holt sich ja nur, was sich "jeder" holt.

- 60 Jahre alt, Ingenieur mit IT-Erfahrung, keine Lust zu arbeiten, weil geschiedene Frau etwas vom Verdienst bekäme, also seit Jahren auf Hartz IV
- 26 Jahre alt, Student, beim BaföG Geld hin und hergeschoben, um das Vermögen nicht aufbrauchen zu müssen - stattdessen die Solidargemeinschaft in Anspruch nehmen

Wer für seinen eigenen Unterhalt sorgen kann, soll das auch tun, egal wie! Alles andere ist Schmarotzertum.

Hallo medscot

Ich möchte jetzt einfach mal wissen, woher Sie die Informationen hben, daß "immer noch sehr,sehr viele Harz4-Empfänger Stütze bekommen und schwarz arbeiten.
NIcht, daß ich das abstreite, aber ich hätte gerne mal Quellen, Zahlen, Fakten. Damit könnte man arbeiten und argumentieren.
Aber dieses pauschale D I E arbeiten doch nebenbei schwarz (und sind alles Schmrotzer) das kann ich nicht mehr hören.

Genau wie im Ausgangstext D I E Ausländer nehmen uns die Arbeit weg. Das ist gewollt, daß die breite Masse so denkt.

SPD und CDU und FDP und GRÜNE haben in den letzen 20 Jahren Gesetze gemacht, die Menschen wie den Artikelschreiber in diese Lage gebracht haben. Der Beitrag zur AL-Versicherung wurde fast halbiert - und die Leistungen entsprechend gekürzt. Der Anteil der Arbeitgeber und Kapitalhalter am Volkseinkommen wurde radikal erhöht (auch auf Kosten der Arbeitslosen). (Die Lohnnebekosten waren nicht zu hoch, das war nur Scheinargument)
Der Schreiber ist ein geplantes Opfer der größten Umverteilungsaktion seit dem 2. Weltkrieg von unten nach oben. Noch immer fliessen jährlich 100 Milliarden mehr in die Taschen der Kapitlhalter, als vor dem Jahr 2000. Und die müssen irgendwo herkommen. Ich bin nicht neidisch. Ich sehe nur, wie ein funktionierendes System kaputt gemacht wurde.

Lieber behandelt man 3 Millionen arbeitswillige wie Faulenzer, als daß man (vielleicht 200 oder 300.000) Sozialschmarotzer "Überbezahlt".
"alle in einen Topf und dann drauf" = Agenda 2010

Quark...

"Natürlich machen viele Hartz-IV-Vorschriften im Einzelfall keinen Sinn, aber es gibt leider immernoch viel zu viele Menschen, die lieber von Hartz-IV und ein bisschen "Schwarz nebenher" leben, als nach echter Arbeit zu suchen und bei dem Versuch diese Menschen "auszusortieren" leiden leider auch Menschen, die ihr bestes geben."

Eine Gesellschaft, die ihre Bürger respektiert, sollte es aushalten können, wenn ein verschwindend geringer Teil im unteren Prozentbereich die Regeln bricht. Deswegen gleich ganze Heerschaaren von Arbeitslosen in Sippenhaft zu nehmen, zeugt nur davon, dass man dem Bürger nicht traut. Ich gehe davon aus, über 90% der Bürger würden auch ohne diese unsinnigen Regeln alle Hebel in Bewegung setzen, um wieder in Lohn und Brot zu kommen. Stattdessen drangsaliert man lieber alle, um statistisch gesehen sagen zu können, wir haben alle(s) im Griff und jeder, der keine Arbeit findet, ist selber schuld. Und Sie fallen auch noch darauf rein. Ich bedauere Sie um Ihr verqueres Menschenbild.

Das System funktioniert insofern, dass jede Schicht, egal ob Ober-, Mittel- oder Unterschicht immer jemanden findet, auf dem sie rumtrampeln kann.

Bewerbungen schreiben?

Für welchen Arbeitsplatz?

Wir haben 6,5 Mio SGB II - Empfänger (Hartzer) und Aufstocker
Dazu noch die
offiziellen 3 Mio Arbeitslosen ALG I - Empfänger.
Weiters fallen 1-Euro-Jobber, Frühverrentete, ALG-II-Empfänger in "Weiterbildung" usw. nicht in die Statistik.

Sind etwa 12 Mio.

Von 40 Mio Arbeitsfähigen sind das sage und schreibe 30%!!!!

DREISSIG PROZENT!!!!

Wer glaubt denn, dass in diesem Land noch zureichend Arbeit für 12 Mio arbeitsfähige Menschen vorhanden ist?

Und gleichzeitig explodiert das BIP!!!!

Schalten Sie ihr Reptilhirn (Revier) ab, das Stammhirn (soziales Verstädnis) ein und aktivieren Sie ihren Neo-Cortex (logisches Denken).

Zur These im Text

Es geht im Text nicht um "Ausländer nehmen uns die Arbeit weg", sondern es wird eine Realität in der Gastronomie beschrieben, dass manssiv versucht wird Kosten zu sparen.

Sicher sind dann zwei 450 € Jobber biilliger oder "Praktikanten" als wenn sie jemand einen Midi-Job geben und dazu noch ~ 18% SV + Unfallversicherung zahlen.

Da kommt der Zoll auch kaum gegen an, wenn es denn mal Kontrollen gegen Schwarzarbeit in den Tourismus-Regionen gibt.

Während der Spargelzeit arbeiten in Brandenburg nur...

...polnische Bürger, die den Knochenjob für 3-5 Euro/h machen.
Früher haben auch viele Menschen in der Landwirtschaft gearbeitet, z.B. meine Oma, und sie haben schon nicht viel verdient. Heute gibt es kaum noch Leute, die das machen. Man sieht ja, was mit den Landwirten gemacht wird. Der Liter Milch wird für weniger Euro verkauft als die Produktionskosten sind. Kartoffel- und Obstbauern werfen 30-50% ihrer Ernte weg und machen dadurch riesige Verluste. Nicht nur die Gastronomie ist Opfer des Lohndumpings sondern auch die Landwirtschaft und viele andere Branchen.

Tatsächliche Sozialschmarotzer -

ich finde das Wort schon widerlich - dürfte es eher nicht geben; aber sicher werden darunter auch eine Menge Menschen subsumiert, die psychisch krank sind, Alkoholiker, die mit ihrem Leben nicht klarkommen, Menschen mit Depressionen und Behinderungen etc., denen man eben gerne unterstellt, sie wollten ja garnicht arbeiten.
Es wird auch gerne vergessen, daß die Arbeitslosenversicherung eine Sozialversicherung ist, man also einzahlt und sich das Recht auf Auszahlung erwirbt - statt dessen wird von manchen Mitforisten unterstellt, die Hartz-IV-Empfänger bekämen das Geld ja geschenkt, lebten also auf Kosten von anderen von Mildtätigkeit und das nicht zu knapp. Da haben sich eine Menge Vorurteile, geschürt auch von den Medien, in manchen Köpfen festgesetzt.

gerechte Abwägung...

Sehr Mühselig sich durch diesen Wust von Meinungen zu kämpfen.
Einem Beitrag stimmt man zu, der nächste Beitrag, das Gegenteil behauptend, sorgt schon wieder für Verunsicherung...
er könnte ja auch richtig sein.
Dann aber...
"Sagten Sie, manche Kommentare machen im Einzelfall keinen Sinn, hätte ich Ihren empfohlen."
H-IV ist nicht mit einem einzelnen Beitrag abzuhandeln.
Sicher gibt es Menschen oder ganze Familien die gezielt auf staatliche Hilfe hinarbeiten.
Die berühmte Solidarmeinung, die da lautet...
einer für alle geht nicht, aber alle für mich.
Klingt schon besser.
Klar sind diese Menschen als Abzocker und Sozialschmarotzer zu bezeichnen.

Wenn aber intakte Familien durch Firmenpleiten, Mismanagement, übergeordnete Soziopathen oder auch nur unfähige Chefs, auf welchen Gebiet auch immer um ihren Job gebracht werden, dann auf dem Amt die Hosen runterlassen dürfen, das Tascheninnere nach außen kehren müssen, kleinste Ersparnisse angeben müssen, den gewohnten Lebensmittelpunkt in Form der Wohnung, das soziale Umfeld überhaupt verlassen müssen...
dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.
Als Arbeitnehmer, der nie in dieser Situation war und auf Grund des Ruhestandes auch nicht mehr kommen wird, ist es tatsächlich unmöglich ein gerechtes Urteil zu fällen.
Aber die Denkrichtung geht mehr in Richtung gerechtere Abwägung.

Erbsenzähler ?

Verzeihung, aber...

"Wenn sie diesen €uro jetzt noch in die Abschreibung für Computer und Drucker stecken, kommen Sie gerade so + / - 0 raus. Von den nicht erstatteten Kosten bei Bewerbungsterminen mal abgesehen.
Bei den Druckkosten habe ich wiederbefüllste Patronen genommen, sonst lägen sie deutlich höher."

Ich habe soeben einen Beitrag durchs Rohr gejagt in dem ich zu mehr Gerechtigkeit gemahnt habe.
Und nun das...
wollen Sie sich bewerben, das Finanzamt abzocken oder einen adäquaten Job vermeiden ?
Diese Aufstellung sollten Sie unbedingt dem Personalchef vorlegen.
Wenn Sie denn jemals in sein Gemach vordringen.

Solche Erbsenzähler fehlen in jeder Firma.

Ich hatte des öfteren die Freude an Einstellungsgesprächen teilnehmen zu dürfen.
Die Pförtnerloge oder der Heizkeller fallen mir spontan ein...
wenn ich an Ihre Aufstellung denke.

Mein Beitrag # 579 war eine Antwort auf # 577

Es sollte nur klar gemacht werden,d ass man "real" keinen Gewinn bei den Bewerbungen macht, wenn man sich wirklich ernshaft bewirbt.

Denn die Kosten sind nun mal da und Geräte müssen ersetzt werden mit der Zeit.

Das hat nichts mit dem "Zählen von Erbsen" zu tun, sondern ist einfach die Feststellung, dass der "Regelsatz" nicht dazu gedacht ist mehrfach im Monat auf Reisen zu gehen, Vorstellungsgespräche und gleichzeitig Ersatzinvestionen anzusparen.

Gewinn macht man mit den Erstattungen eben nicht, aber man bewirbt sich nur "pro forma". Dann kommt man vielleicht auf 1,50 € Gewinn im Monat.

Herrje!

Ich kann ja wirklich verstehen, dass es sicherlich kein Zuckerschlecken ist, Hartz IV zu beziehen. Aber langsam werden die Argumente doch schwammig. Jetzt mal ehrlich, man bekommt Geld vom Staat und beklagt sich dann, dass man Bewerbungsmappen nicht im voraus bezahlt bekommt? Ich als Studentin muss da doch mit dem Kopf schütteln. Mir bezahlt auch niemand meine Büromaterialen fürs Semester, auch nicht die Bücher und meine Bewerbungsmappen für mein Praxissemester habe ich auch selbst bezahlt. Achja, ... und ich bekomme kein Hartz IV, denn ich studiere ja. Ich darf mir aussuchen: verschulde ich mich und habe jetzt ein wenig mehr Geld ODER versuche ich mit meinem 400 Euro Job und Gelegenheitsjobs und ab und zu ein paar Hilfen der Eltern über Wasser zu halten. Von daher empfinde ich den Artikel hier tatsächlich auch als Jammern auf hohem Niveau!

Werte Studentin, dann schaffen sie sich erstmal... I

die Vergleichsgrundlage:

Regelsatz ALG2:
seien wir großzügig 372 € ab 1.1.2013.

Regelsatz: 372,00 €
Stromkosten ./. 40,00 €
Telefon/ I-Net ./. 30,00 €
Busticket ./. 27,00 €
_______________________________
275,00 €

Von diesen 275,00 € müssen Sie erstmal alles im Monat bezahlen:
Nahrung, Kleidung etc.

Davon müssen sie erstmal auch die Ersatzinvestionen ansparen und auch die Auslagen für Vorstellungsgespräche.

Für Essen außer Haus ist im Regelsatz 7,16 € vorgesehen, vielleicht 8 € nach der Erhöhung.

Also da kommen Sie nicht weit mit.

http://de.wikipedia.org/w...

Auch sind die Erstattungen grundsätzlich unbar, also dauert es auch einige Zeit bis die Beträge wieder da sind.

Ich habe mir mal den Spass gemacht und ausgerechnet, was man so bräuchte um sich bundesweit, sorgenfrei, bewerben zu können.

Bezahlt werden:
maximal: 130 € für die Bahnfahrt, 60 € Übernachtung und 24 € Tagegeld; Summe: 214 €.

Bahnfahrt und Übernachtung ist in Ordnung, wenn man sie nicht von heute auf morgen einlädt.
Allerdings wäre eine Bahncard25 sinnvoll.

Die Ausgaben auf der Fahrt und vor Ort liegen oft höher als 24 €.

R

Ohne Gedöns im Internet.

"Die Arbeitsämter in der BRD sind für mich die größte Lachnummer. Schad´, dass ich kein Komiker bin, sonst könnte ich da bestimmt auch noch anfangen."

Tja, Sie Komiker...
Fachkräfte die ihr Geld wert sind werden nicht von der Arge vermittelt.
Die werden abgeworben.

In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben dass ich an einigen Bewerbungsgesprächen teilgenommen habe.

Nun wird es heikel, bzgl. des Admins.
Aber ich versuche es...
der Schrott, der da geschickt wurde hatte leider zu oft das Format die virtuelle Rundablage kurzfristig zu füllen.
Selbstüberschätzung in Verbindung mit rudimentär vorhandenen deutschen Sprachkenntnissen, Hosen, auch Jeans genannt, mit Löchern versehen (man ist ja total In).

Aber, keine Sorge, die die man gesucht hat wurden auch gefunden.
Erfolgreiche, liebenswürdige Kollegen/ginnen, von denen man annimmt dass sie ihren Weg gehen.

Ohne Gedöns im Internet.

Antwort Teil I

Was glauben Sie denn, wie günstig eine WG ist?

Das Semesterticket bekomme ich sicherlich nicht von der Uni geschenkt, dieses muss ich jedes halbe Jahr bezahlen, folglich würde ich sagen, hinkt hier ein wenig die Argumentation.

Zu den Arbeitsräumen: Ich weiß ja nicht wie lange Sie schon aus der Uni sind, allerdings sind die Unis und FH´s - auch dank des doppelten Abiturjahrgangs - so überfüllt, dass man Glück hat, wenn man noch einen Platz zum lernen hat. Mal davon abgesehen, braucht auch ein Student zuhause Strom ;)

Auch ist man von einer Mahlzeit am Tage nicht satt und die 2,50 Euro am Tage muss ich mir ebenfalls irgendwie verdienen.

Und nein, natürlich muss man nicht jeden Monat zu Vorstellungsgesprächen, aber Lernmaterialien und Bücher müssen dennoch bezahlt werden.

Sie können ja auch gerne Ihre Meinung zu diesem Thema haben. Ich allerdings kann nicht verstehen, dass Studenten so derart im Regen stehen gelassen werden. Dank des Bachelors hat man kaum Zeit zum Arbeiten, weil wir einfach recht viele Kurse in einem Semester belegen müssen. Hilfen bekommen wir nur durch Bafög oder Studiendarlehen, welche wir dann mühevoll zurückbezahlen müssen. Folglich werden Sie es mir eventuell nachsehen, dass ich wenig Verständnis für Menschen habe, die sich beschweren, dass es ihnen ja achso schlecht geht, weil sie 10 Bewerbungen im Monat schreiben müssen, oder auch ihre Kontoauszüge vorzeigen müssen.

Antwort Teil II

Es wird hier vergessen, dass andere Menschen, für Menschen die Hilfe benötigen, arbeiten gehen. Und ich kann verstehen, dass in diesem Falle Kontrolle angemessen ist. Vielleicht sollten hier einige auch einfach ein mal dankbar sein, dass sie das Privileg haben in einem Sozialstaat leben zu dürfen, dass sie ein warmes Zuhause haben, nicht hungern müssen und - auch wenn es nicht viel ist - trotz der Arbeitslosigkeit immer noch ein paar Groschen zur Verfügung haben!

Eine neue Aufgabe für Sie...

Sie schreiben...

"vIch kenne bisher keinen Studenten (m oder w), der bei laufenden Einnahmen von ~ 250 € netto / Monat *,
bis zu zehn auswertige Termine wahrnehmen muss.
(~ 42 € / Termin an Reisekosten)

Diese Gruppen sind nicht vergleichbar.

* Regelsatz
./. Strom
./. Versicherungen
./. Telefon / Internet"

Natürlich werden Sie mir erklären wollen an welcher Stelle meines Beitrags die 250 €, wie auch die anderen Posten genannt wurden.

Nun zu einem anderen Beitrag, von mir geschrieben...
ich schrieb dass Abiturienten/Studenten ihre Sätze oft im Nichts, was den evtl.Sinn erkennen lässt, enden lassen.
Eine neue Aufgabe für Sie...
bei Bewerbungen.

Da ich Ihre Lebensumstände nicht kenne will ich mir auch kein Urteil erlauben.
Zu erkennen ist aber ein gewisser Widerspruch von Beitrag Nr.1 zu Nr.2.
Oder zu wenige Informationen.

Antworten auf # 603 I

Der Reihe nach:

WG: Ich habe Anfang des Jahrtausends studiert in einer kleinen
Stadt an der Ostsee. Die WG-Preise lagen umgerechnet bei
230 €, Innenstadtlage.

Die vertraglichen "Individual-Kosten" sind natürlich
einzeln zu zahlen, der "Mehrwert" einer WG liegt aber in
der Arbeitsteilung, sei es nur das jemand der einen PKW hat
mal fragt , ob er den Mitbeweohnern was mitzbringen kann.
Das selbe gilt wenn es um "großvolumige Mahlzeiten" geht.

Ob ich jetzt Rührei mit drei - oder mit sechs Eiern mache oder ob ich 150 g Nudeln koche oder 300 g -, etc., macht dann nicht so den Unterschied. Anderes mal kocht ein anderer aus der WG.

Ich hatte damals ein "Appartment" 20 m² mit etwa den selben
Kosten plus Geld für die Waschmachine.

Die Stadt war damals ein recht "teures Pflaster".

Ich weiß jetzt nicht genau wieviel das Studenteticket / Semester kostet, ein "Sozialticket" kostet für eine Stadt im VRS 26,80 € / Monat (Stufe 1a), im VRR 29,00 € /Monat.(Stadt, Kreis).

Also nichts mit im ganzen Bundesland.

Bücher: Das man wenn man studiert Bücher braucht sollte klar sein, z. T. kann man sich die Beträge auch vor dem Studium ansparen.
Das ist bei ALG2, nach längerem Bezug weniger möglich.

Außerdem macht man, wenn man Bücher kauft einen "Aktivtausch", während Bewerbungen und Bewerbungsmaterialien, mit Ausnahme PC und Drucker, einen Aktiv-Passiv Tausch macht.

Denn die Bücher schicken Sie ja nicht weeg, die Bewerbungsmappen schon.

Antworten auf # 603 II

Bewerbungen:
gegen eine verhältnismäßige Zahl von "Eigenbemühungen", habe ich überhaupt nichts.

Sie muss nur verhältnismäßig sein:
geeignet und erforderlich.

Geeignet heißt: die Maßnahme muss das beabsichtigte Ziel erreichen. Das dürfte bei "Massenbewerbungen" schon zweifelhaft sein.

erfoderlich: es muss das "mildeste Mittel" sein.
Sowohl auf Seiten des Beziehers wuie auch auf Seiten des Leistungsträgers.

Dies dürfte auch schon fragklich sein, wenn man irgendwann zu dem Schluss kommen muss, dass Bewerbungen nicht erfolgreich sind.

Ich glaube wir drehen uns hier langsam im Kreis. Teil I

Dennoch möchte ich gerne auf Ihre Kommentare antworten. Ich lebe in Köln, einer Großstadt in der die Mieten extrem hoch sind. Für 230 Euro finden sie hier noch nicht mal eine Garage, geschweige denn ein WG-Zimmer. Ich kann Ihnen sagen was ich für mein Zimmer zahle: Knapp 400 Euro, hinzu kommen dann noch anteilig Strom, Internet und der Handy-Vertrag. Sie können sich also selbst ausrechnen, was ich jeden Monat an Fixkosten zu zahlen habe. Auch essen wir in der WG nicht jeden Tag gemeinsam. Jeder hat andere Zeiten, andere Stundenpläne, andere Verpflichtungen. Aber selbst wenn wir es täten, seien wir doch mal ehrlich, das Packet Nudeln oder Eier muss genauso gezahlt werden, außerdem: mehr Esser, mehr Verbrauch, mehr Kosten. Von diesem Standpunkt her, kann ich also ihre Rechnung nicht so ganz nachvollziehen. All das, was ich hier bis jetzt aufgezählt habe, muss ebenfalls bezahlt werden. Nur bekomme ich dafür keine Unterstützung vom Staat. Zum Auto: Was glauben sie denn, wie viele Studenten sich tatsächlich ein Auto leisten können? Die Semestergebühren liegen übrigens bei knapp 300 Euro pro Semester (hier ist das Semesterticket dann enthalten), in Zeiten der Studiengebühren sogar bei 600 Euro. Günstig ist also anders. Einen Punkt haben Sie jedoch vergessen: eine Krankenversicherung. Diese muss ich, weil ich 26 Jahre alt bin, selber zahlen - ein Hartz IV Empfänger auch?
Dazu auch einfach mal zum nachdenken: http://www.zeit.de/studiu...

Ich glaube wir drehen uns hier langsam im Kreis. Teil II

Zu den Büchern: Ich bitte Sie! Natürlich behalte ich beispielsweise meinen Schinken über die Sozialgesetze in Deutschland, aber was habe ich davon? Was glauben Sie denn, wie oft man noch in die Bücher schaut? Mal ganz abgesehen davon, dass ich diese ja auch erst ein mal kaufen muss und da Sie ja selbst studiert haben, wissen Sie sicherlich auch, dass Fachliteratur nicht unbedingt günstig ist. Bewerbungsmappen werden zum einen - wenn auch nicht immer - zurück geschickt und können unter Umständen noch ein mal verwendet werden und zum anderen gibt es diese auch im 5er Packet bei Discountern wie Tedi und Co. und liegen hier preislich bei 3 Euro. Außerdem bewegen wir uns in Zeiten des Webs, ganz oft (natürlich branchenabhängig) reichen auch schon Online-Bewerbungen aus. Und nur mal ganz an Rande: Auch ein Student muss drucken, Hausarbeiten, Skripte, Lernzettel und Co. - kostet also auch. Zu den Bewerbungen: Ja, ich gebe Ihnen Recht, bewerben auf Teufel komm raus ist natürlich unnötig, aber auf der anderen Seite, wenn ich in meinem Job eben nun mal nichts finde, dann muss ich flexibel sein und vielleicht auch mal in den sauren Apfel beißen und mich bei Unternehmen bewerben, die mir vielleicht eigentlich gar keinen Spaß machen. Ich bin auch während meines Abis und auch darüber hinaus putzen gegangen, hat zwar keinen Spaß gemacht, aber ich habe mein eigenes Geld verdient. Ich glaube, dies ist immer eine Frage der Einstellung.

Ich glaube wir drehen uns hier langsam im Kreis. Teil III

Sie sagen es kann Jeden treffen - stimmt. Aber was soll mir das sagen? Siehe oben - es ist immer eine Frage was man daraus macht und mit welcher Einstellung ich an die Jobsuche gehe (was nicht heißen soll, dass es leicht ist, einen Job zu finden, aber es ist machbar). Und selbst wenn ein Staat übergeordnete Interessen an unserem System und Hartz IV hat, Fakt bleibt dennoch, dass es uns in Deutschland nicht schlecht geht - denn wir erhalten einen Mindestsatz an finanzieller Unterstützung, haben ein Dach über dem Kopf und den Magen gefüllt.

Aber ehrlich: lieber eine befristete Stelle, als überhaupt keine, oder sehen Sie das anders? Dann kann man sich doch einfach währenddessen um eine unbefristete Stelle bemühen?

Von der Gemeinschaft aufgebracht.

Schön, aber vergeblich geschrieben haben Sie hier mit...

"Die gesamte "Dienstleistungsbranche":
- Weiterbildung, Intergration, etc.
(da trifft man auf Name, wie TÜV, Dekra, VW, etc.)
- Briefdienste, und die Deutsche Bahn."

Was erwarten Sie ? Studium fertig, Job auf dem güldenen Tablett ?
Mann, Sie sind in eine Generation geraten in der man, für Sie kaum vorstellbar, die Wahl zwischen verschiedenen Arbeitgebern hat.

Fragen Sie mal Ihren Vater oder die Oma wie es zu anderen Zeiten aussah.
Nimm die Arbeit an oder verrecke. Keiner will diese Zustände zurück haben.
Fragen Sie erneut Vater und Oma wie sie Ihnen ein Studium ermöglicht haben.

Nun zur Mildtätigkeit.

Jeder Betroffene meint dass sein Schicksal der schlimmste anzunehmende Fall ist.
Geld ist vorhanden, aber der Monat dehnt sich...
auf zum Amt.

Von dem, der ein Hochschulstudium absolviert hat kann man verlangen dass er sein Leben aus eigener Kraft gestalten kann.

Ach ja, BAFÖG lauert ja auch noch.
Von der Gemeinschaft aufgebracht.

Die Rückzahlung allerdings dürfen Sie in Eigenverantwortung leisten.

Fühlen Sie sich angesprochen hatte ich Glück.
Wenn nicht entschuldige ich mich pauschal.

Nur die Worte finden nicht zueinander.

Sie wiederholen sich, denn...
"Briefdiensten und der Post AG fließen Einnahmen durch ALG2 zu.
Die Bahn verdient an Vorstellungsreisen.
Vermittlungsunternehmen Erzielen Einnahmen durch "Vermittlungsgutscheine (1.500 - 2.000 €)""

Ich vermute dass die Post AG sich einen Scheißdreck um den Inhalt Ihres Umschlags kümmert.
Weiterhin wird sich auch die DB nicht dafür interessieren zu welchem Zweck Sie sich von A nach B bewegen.
Sie sind also Kunde für diese Unternehmen, wie ich und auch Lieschen Müller.
Gesetzt den Fall es würde Rabatt für bestimmte Betroffene geben...
Deutschland ein einig Land von Studenten und ALG II Empfängern.

Vermittlungsunternehmen sind ein unrühmliches Kapitel auf dem Markt der Abzocker.
Zustimmungsrate 110 %...
Ihre Meinung betreffend.

Vermutlich sind wir uns in vielen Dingen, was den Blickwinkel betrifft, sehr ähnlich.
Nur die Worte finden nicht zueinander.

Guten Tag,

offenbar geht es Ihnen nicht um ein Häuflein Kohle, sondern um Würde, Freiheit, Selbständigkeit. Darum, nicht von einer Zwanzigjährigen angepampt zu werden, wenn Sie sich zu wenig für sinnlose Tätigkeiten beworben haben. Darum, Ihren Söhnen gesellschaftliche Teilhabe bieten zu können. Darum, sich nicht wie ein Gebrandmarkter fühlen zu müssen, in einem Atemzug genannt mit Honey-Boo-Boo und Konsorten. Kurz: Ich kann Sie gut verstehen.
Nur: Die verdammte Dokumentationspflicht, das Sich-Reinreden-Lassen, die Unselbständigkeit in der konkreten Durchführung einer Tätigkeit, eine ausufernde Rechenschaftspflicht, all das gibt es leider auch im Arbeitsleben immer mehr.
greetz, BG

Hartz IV und Lohneinkommen

Ich habe mal (Dez 2010) fiktiv für eine 4-köpfige Familie Hartz IV Leistungen zusammengezählt und kam zu Erstaunlichem:

Die Hartz IV Sätze sind:
2 Erwachsene (Eltern): 656
1 Kind 6-13 Jahre: 251
1 Kind 13-18: 287
Summe: ca 1200 Euronen

Dazu kommt:
- Warmmiete: 900€
- Lernmittelfreiheit (2 Kinder zusammen 500€/Jahr): 40€
- Fahrkarte zur Schule: 2*40€ = 80€
- "Bildungspaket" 2 Kinder: 20€
- Sporadische Sachleistungen wie Herd, Waschmaschine: bescheidene 20€
Summe Sachleistungen: ca 1100€

Macht Netto ca 2300€.

Eltern mit Sozialversicherungspflichtigem Einkommen müssen abzüglich Kindergeld (400€) ca 2600€ Brutto (ca 1900€ Netto) verdienen, um monatlich das gleiche verfügbare Einkommen zu erzielen.

Sind Beide berufstätig, kommen noch Kinderbetreuungskosten hinzu. Für eine(n) Berufstätige(n) sind 2600€ Brutto schon kein "Niedriglohn" mehr.

Ich finde, Sie klagen auf sehr hohem Niveau!

Bei derartigen Brechnungen immer kinderreich denken!

Wenn Sie einen Alleibstehenden nehmen, sehen die Zahlen lange nicht mehr so impossant aus.

Aber Sie haben natürlich Recht. Reichtum ist erblich - warum sollte das mit Armut anders sein? Bewzeichnenderweise hat man in den ersten Fassungen von HartIV nicht einmal in Erwägung gezogen, das HartzIV-Kinder auch nach dem 16.Lebensjahr zur Schule gehen könnten. Das war noch eine gesunde Sicht der Dinge!

Wie war das doch gleich mit der Abschaffung der Sippenhaft?

Ihre Rechnung ist nicht richtig Gwerke

Mietkosten für eine Wohnung im ländlichen Raum Hessen 4 Personen 427,50 Euro. Heizkosten 0,93 Euro pro Quadratmeter für die Raumfläche die für eine 4 köpfige Familie erlaubt ist. Wo kommen sie Bitte auf 20,00 Euro für Herd oder Waschmaschine. So etwas gibt es nicht. Sollte eine Waschmaschine kaputt gehen, bekommt man evtl. einen Kredit.

Stromkosten müssen aus dem Leistungen bezahlt werden und der ist für eine vierköpfige Familie ja eher zu vernachlässigen, nicht wahr.

Und was mache ich mit 10 Euro Bildungspaket, wenn Nachhilfe 6,50 pro Std. kostet??

Können Sie mit 251 Euro ein Kind von 6 - 13 Jahren nach den entsprechenden Jahreszeiten einkleiden?? Die Schuhe die im Frühjahr gekauft wurden passen leider im Herbst nicht mehr.

Oder der 17 Jährige Labander, der bei 1,95 Körpergröße und Schuhgröße 48 morgens mal eben 4-5 Butterbrote einatmet.

Nun die Schulen verlangen deutlich mehr Geld als diese 20 Euro im Monat. Denn dort kommt über Kopiengeld, Klassenkasse, Lehrmittel Anschaffungen, Klassenfahrten und Ausflüge und Arbeitsaufgaben "Recherchiert also im Internet ........

Ich denke Sie haben keine Kinder, sonst könnten Sie so etwas nicht schreiben.

ALG II ist der Mindestbedarf zum Überleben. Wenn die Löhne derjenigen die im Billiglohnland noch Vollzeit arbeiten und Überstunden schieben zu wenig verdienen. Nun wehren Sie sich doch mal.

Irreführend

In unserer Kommune nahe Düsseldorf liegt der Satz für eine Familie mit zwei Kindern bis 13 inkl. Wohnkosten bei insgesamt 1700,- ( wird in München durch höhere Wohnkosten
darüber, irgendwo an der polnischen Grenze darunter liegen )

Kosten für Schulmaterialien, Fahrkarte zur Schule und Schulessen sind im Regelsatz enthalten, werden nicht zusätzlich übernommen; auch keine sporadischen Sachleistungen.

Wenn; dann über einen Kredit, dessen Raten vom Regelsatz einbehalten werden.

Zum Artikel:

Ein Hartz-IV-Empfänger muss keine Eingliederungsvereinbarung(öffentlich-rechtlicher Vertrag !)
unterschreiben; darf deshalb nicht sanktioniert werden !

Wie jeder Vertrag ist eine EGV verhandelbar, muss darüber hinaus einige vorhergehende und inhaltliche Voraussetzungen erfüllen. Das Unwissen darüber; gepaart mit Drohungen in Richtung Leistungskürzung; führt erst zur Selbstentrechtung der Hilfeempfänger durch Unterschrift..

Ich finde ...

... das Sie sich erst einmal informieren sollten, bevor Sie hier vor sich hin rechnen!

Ihre Rechnung entspricht keinesfalls der Realität.

Die Bezüge sind deutlich niedriger.

Abgesehen davon ist es schön, dass Ihnen bewusst wird, dass man für Vollzeitarbeit im heutigen Deutschland nicht mehr fair verdient.

Vielleicht denken Sie auch über den Zusammenhang dieser unschönen Tatsache mit den Hartz IV Reformen nach?

Kleiner Tipp - das Existenzminimum wird durch die Hartz IV-Sätze ausgestaltet?

Befriedigung

Was befriedigt eigentlich Leute wie Sie, unter solchen Kommentaren irgendwelche Fantasierechnungen anzustellen, die mit den tatsächlichen ALGII-Sätzen sehr wenig bis nichts zu tun haben? Ist es wirklich Ahnungslosigkeit? Schlampige Recherche? Ist das gewollt oder ungewollt? Mich würde das wirklich mal interessieren. Denn immer wieder tauchen solche oder ähnliche "Berechnungen" auf, die der Realität entbehren.

Sie erlauben Korrekturen?
2 Erwachsene (Eltern): 656 - richtig
1 Kind 6-13 Jahre: 251 - richtig
1 Kind 13-18: 287 - richtig
Summe: ca 1200 Euronen

Dazu kommt:
- Warmmiete: 900€ FALSCH! selbst für München sind das nur 790 €, in anderen Städten deutlich weniger.
- Lernmittelfreiheit (2 Kinder zusammen 500€/Jahr): 40€
Wo bitte zahlt man 500 € pro Jahr für Schulbücher? NRW 80 €, Berlin, Hamburg max 100 €, macht für die Musterfamilie max. 15 €
- Fahrkarte zur Schule: 2*40€ = 80€ - nur, wenn es anfällt
- "Bildungspaket" 2 Kinder: 20€
- Sporadische Sachleistungen wie Herd, Waschmaschine: bescheidene 20€
Sporadische Sachleistungen gibt es bei ALG II GAR NICHT!
Summe Sachleistungen: ca 1100€ - FALSCH
Summe "Sachleistungen" unter Voraussetzung, dass die so überhaupt anfallen: 750 €

Macht Netto ca 2300€. FALSCH

Macht Netto: 1900 €, tatsächlich also rund 1550 € (-> Kindergeld) mehr, als "Ihre" arbeitende Beispielfamilie, der noch ca. 100 € Wohngeld zustünde! Wieso gehen Sie bei der eigentlich davon aus, dass nur einer arbeiten braucht bei 2 schulpflichtigen Kindern?

Falsch und dumm / Staatstragend

Ich bin allein erziehender Vater und als Verkaufsleiter in einem hoch technischen Beruf tätig. Eine Freundin ist allein erziehend und Hartz/4 Empfängerin.

die Miete bekommt niemand ausgezahlt, (da immer der Mietspiegel gilt. Außerdem muss das Amt die Wohnung zuteilen. Auch wenn Sie schon 5 Jahre da leben, sagt die Agentur, dass sie die Wohnung nicht zugeteilt hat und zahlt weniger)
es gibt kein Kindergeld
Strom Tel etc zahlt der Empfänger selbst
Zulagen gibt es schon lange nicht mehr.

(wenn er sich womöglich ein Auto leistet, um sich vorzustellen, wird der Satz verringert
wenn die Oma Klamotten zahlt und es wird nicht angegeben, ist das Betrug
neue Wohnung finden - sehr schwer)

Fazit: Von den 360 Euro zahlt man im allgemeinen die Restkosten für die Wohnung. Leben tun Elternteil und Kind von den 250 Euro für das Kind, die übrig bleiben.

Ich möchte sehen, wer damit klarkommt, vor allem, solche Leute, die solche Lügen verbreiten, weil sie sich gar nicht vorstellen können, dass es ehrliche Leute gibt, die das schaffen.

Und: der Hartz/4 Empfänger trägt dazu bei, dass DE sich nicht weiter verschuldet - und das seit die SPD die Gesetze von einem Automobilmanager hat bauen lassen!

Hartz IV und die Lohneinkommen II

Aufgrund der vielen Stellungnahme eine Übersicht der "Gegenseite": http://www.gegen-hartz.de...

Macht etwa so:
2 Erwachsene: 374+337 = 700€
2 Kinder klein und mittel, Schulbesuch: 287+251 = 500€

Warmmiete, doppelter Singlesatz: 800€

Obwohl Schulbedarf (Bücher, Kopierkosten, Klassenfahrt...), Darlehen für Wohnbedarf (Waschmaschine) jetzt wegen Kompliziertheit nicht dabei sind, verbleibe ich bei den 2000€, die dies in Summe als Minimum ausmacht.

Nun dürfen Sie alle die Pfennige hin und her drehen, an meiner Kernaussage, der Autor klage auf hohem Niveau, ändert sich nichts.

Als allein erziehender Vater von 2 in Ausbildung befindlichen Kindern und überdurchschnittlichem(!) Einkommen verbleibt mir außer Spesen für Kindesunterhalt und Hartz IV Empfänger auch nichts als der Hartz IV Satz für mich selber. Denn meine Kinder bekommen weder BaFöG noch Schulmittelbefreiung und den Kredit für die Waschmaschine muss ich auch selber blechen.

Und, ja, ich bekomme Tariflohn und bin Gewerkschaftsmitglied einer großen DGB Gewerkschaft. Beim Arbeitskampf gehe ich auch zum Streik. Es kommt aber kaum einer mehr mit. Da liegt da Problem der Lohnentwicklung.

Es geht nicht um die Angemessenheit

der Hartz-IV-Sätze, wie es schon der Titel des von Ihnen beantworteten Kommentars sagt. Sie haben an Thema vorbei geantwortet.
Es geht darum, dass man - mit vergleichbarer Familliensituation zum Artikel - bei der heutigen Zahlungsmoral der Arbeitgeber, leider auch mit einem nicht gering-bezahltem 40-Std.-Job kaum einen Cent mehr hat als die Hartz-IV-Familie. Darüber kann sich doch weniger der Hartz-IV-ler als viel mehr der Angestellte beschweren. Ersterer ist andernfalls zurecht als jammernd auf hohem Niveau einzustufen.
Der Angestellte geht i.d.R. aber trotzdem arbeiten, denn ein Mensch will doch als aller erstes eine Beschäftigung haben. Wenn die Entlohnung dann noch zum Leben reicht...
Der logische Schluss ist das bedingungslose Grundeinkommen, aber mach' das mal denen klar, die immer noch nicht begriffen haben, dass mehr Geld nicht mehr Zufriedenheit bedeutet!

nicht geld, sondern würde

es geht herrn mergel um würde, nicht um´s geld. es geht um teilhabe, nicht um faulheit. und es geht darum, dass diejenigen, am gesellschaftlichen wert der arbeit ehh schon zu zu knabbern haben ... dass diese menschen nicht respektiert und einbezogen werden, sondern oft von oben herab behandelt - egal, ob das explizit passiert, wie im sozialamt; oder implizit durch ausschluss von gesellschaftlicher begegnung, die auf geldwerter gegenleitung beruht.

am Thema vorbei geantwortet...

Ich denke, Sie haben Herrn Mergels Problem nicht ganz verstanden: Er beklagt sich ja mitnichten die Zahlbeträge, sondern ein System, das einen nötigt, vor jedem Trottel Männchen machen und sich in den Hintern gucken lassen zu müssen, um eine banale Versicherungsleistung zu erhalten. Vergessen wir doch bitte nicht, daß wir es mit einer Sozialversicherung zu tun haben, in die wir (incl. Hrn. Mergel) vorher lange und fleißig eingezahlt haben werden, wenn es uns denn mal trifft.
Und warum, bitte sehr, sollte z.B. ein arbeitsloser Philosoph (ich weiß freilich nicht, was Herr M. so macht) weniger Respekt verdienen oder -um es einmal in der häßlichen Tech-Sprache unserer Zeit zu formulieren- ein weniger produktiveres Mitglied der Gesellschaft sein, als irgendeine Trulla, die auf dem Arbeitsamt 8 Stunden täglich Formulare stempelt und Leute triezt, und dafür ein Beamten- oder Ödi-Gehalt überwiesen bekommt: Gehalt ist letzten Endes auch nur eine Form konditioneller Alimentierung.
Ein allgemeines Grundeinkommen (egal, wie niedrig) sollte wirklich mal überdacht werden. Steht eigentlich jedem Bürger zu, der darauf verzichtet hat, sich seinen Unterhalt mittels Raub oder spontaner Landnahme zu bestreiten ;)

Ganz egal,

was ich über die Leute denke, höflich gehe ich mit ihnen um.
Gehört zur Selbstachtung.
Sowas ist einfach schwach (zitat):
"als irgendeine Trulla, die auf dem Arbeitsamt 8 Stunden täglich Formulare stempelt und Leute triezt,"

Selbst zu Merkel oder Schäuble wäre ich höflich.
Unabhängig davon, was ich mit ihnen machen werde, wenn meine Leute auf Ihren Planeten kommen.

Immernoch falsch.

Der Höchstsatz für die Miete wird nicht einfach für zwei Erwachsene verdoppelt, sondern es gibt ein abgestuftes System. Z.B. darf ein Single eine Wohnung bis 45m² beziehen, zwei Personen eine bis 60m². Wieviel die Wohnung kosten darf, hängt vom örtlichen Mietspiegel ab, es dürfen nur günstige wohnungen bezogen werden.

Und wenn ein Hartz IV-Empfänger einen Kredit für eine Waschmaschine bekommt, muss er den vom Regelsatz hinterher abbezahlen. Nebenbei sind solche Kredite auch so knapp bemessen, dass sie nur für gebrauchte Schnäppchen reichen, und nicht für ein energiesparendes neues Modell.

Und haben Sie bedacht, dass das Kindergeld vollstaändig angerechnet wird?

@ Gwerke (einseitige Rechnung)

Sie errechnen 2300 € für insegsamt 2 Erwachsene und zwei Kinder (davon teilweise Sachleistungen oder Miete).

Das wären entsprechend 1150 Euro (netto) für einen Erwachsenen mit Kind: Sie können doch den Bedarf eine vierköpfigen Familie nicht einem einzelnen Verdienst (von 2600 E) gegenüberstellen (ein Verdienst, zu dem für Kinder auch noch zusätzliche Leistungen hinzukommen, wie Kindergeld, Betreuungsgeld etc.)

Wenn Sie nun fair rechnen, bleiben gemäß ihrer Zahlen für einen Alleinerzieher 1150 Euro, von dem dann zunächst Miete+ Nebenkosten (im Beispiel 450 Euro) abgehen.

Es bleiben 700 Euro, von denen Strom (der fällt bei Hartz IV nicht unter Nebenkosten), Telefon, Versicherungen, Kontogebühren, und evtl. Auto sowie Reparaturen und sonstige Anschaffungen abgehen.

Mit dem Rest müssen sie dann nicht nur sich, sondern eben auch ihr Kind ernähren und einkleiden. (Von Dingen wie Schulaktivitäten, Kultur und Freizeit, Gesundheitskosten oder Urlaub ganz zu schweigen).

Das nennen Sie Jammern auf hohem Niveau??

Abgesehen davon werden Sie stigmatisiert, laufen Spießruten, müssen sich vor Ämtern nackt machen und haben oft keine echten Perspektiven, außer diejenige von Jobs im Niedriglohnsektor oder als Aufstocker - nicht selten unterhalb ihrer Qualifikation.

Es ist sehr einfach, den Ärmsten Vorwürfe zu machen. Es befreit von der Verantwortung, sich diesem Thema differenziert zu stellen und selbst gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Falsche Berechnungen führen zu falschen Schlüssen

Gwerke, Sie rechnen falsch. Denn zum einen wird eine Warmmiete von 900 EUR für 4 Personen vom Jobcenter nicht lange übernommen.Dieses muss nach einer Übergangsfrist nur die "angemessenen Kosten der Unterkunft" zahlen (§ 22 Abs.1 SGB II). Bei 4 Personen sind dies in einer eher teureren Stadt wie Bremen oder Berlin z.B. 611 EUR (einschl. aller Nebenkosten außer Heizung + Strom), in kleineren Orten mit niedrigerer Miete auch noch deutlich weniger. Dazu kommen dann noch die Heizkosten, wo die Kommunenen aber auch zu deckeln versuchen. Einmalige Leistungen wie "Herd u.ä." gibt es nicht in der von Ihnen angenommenen Form obendrauf, ebenso wenig z.B. Schulfahrtkosten (die nur in ländlichen Regionen als ziemliche Ausnahme. Und auch die Lenmittelfreiheit kann man nicht einfach als Einkommen rechnen. Unter dem Strich heißt das, dass Ihre Rechnung viel zu hoch ausfällt und Hatz IV je nach Wohnort rund 400 - 700 EUR weniger ausmachen dürfte.
Und jedes Einkommen, gerade auch Kindergeld, wird auf Arbeitslosengeld II angerechnet. Das scheint Ihnen völlig unbekannt zu sein.
Fragt sich nur, weshalb Sie solche Zahlen in Umlauf bringen, wenn Sie sich nicht auskennen. Sie irren sich jedenfalls, vielen Menschen in der Budesrepublik geht es finanziell nicht gut. Und es sind nicht die Bezieher/-innen von Hartz IV, an denen das liegt!

A pro pos Niveau

Ich finde, Sie klagen auf sehr hohem Niveau!

1.) Können Sie schon dem Artikelstil entnehmen, dass den Mann soviel bedrückt, dass er nicht weiß wo er mit dem erzählen anfangen oder aufhören soll.

2.) Wenn Sie eine Kostensumme für einen 4 Personen Haushalt aufstellen, dessen Betrag fürs überleben ist, dann sollten Sie die Summe nicht einem Einzelverdiener gegenüberstellen (letzter Absatz), sondern 2 Verdienern. Schliesslich sind der Mann UND die Frau ohne Job.

3.) Selbst wo Sie andeutungsweise vorrechnen, dass 2 Berufstätige "nur das gleiche" Gehalt erzielen, wie eine 4 Köpfige Famile ohne Arbeitseinkommen, haben Sie immer noch 2 MinderQualitäten unterschlagen, um Lächerlichkeit zu produzieren:

a.) Die Summe genügt gerade eben um über den Monat zu kommen. Für Alle. Egal ob Arbeitslos oder Niedriglohn.

b.) Arbeitslosigkeit bedeutet eine andere psychische Belastung, als die bei einer Arbeit. Vor Allem, wenn Sie Kinder haben! Es gibt keine Kollegenwitze, keine ablenkenden Themen bzgl. Arbeitsausführung etc. etc.
Es gibt NUR Gedanken, die sich mit Sorgen auseinandersetzen. Von Morgens bis Abends. Und wenn Sie nicht schlafen können, auch Nachts.

Ist es so schwer ein wenig, ein klitzekleines bischen mehr Empathie für seine Mitmenschen aufbringen, als für sein Auto oder den Gartenzwerg.

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jz

Danke für ein sachliches Kommentar... vielleicht eines der besten, die ich hier je gelesen habe. Je mehr die Jobcenter den Leuten weis machen, dass sie für jeden Krumen Brot arbeiten gehen sollen, gibt es zunehmend weniger Arbeitgeber, die überhaupt noch bereit sind arbeiten zu gehen. Wir bezahlen lieber die Arbeitgeber mit Förderung und Vermittlungsgutschein für Niedriglohn- und Zeitarbeit... und machen den Markt kaputt.

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jz

Quintessenz

Interessanter Link, danke.

Dann ist es fuer einen Hartz-IV-Empfaenger also auf jeden Fall ratsam, Kinder zu haben.

Der arbeitswillige Hartz-IV-Empfaenger, der die Erfuellung seines Kinderwunsches immer weiter aufschiebt (wie es ja fast alle Akademiker heutzutage machen), weil er die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz noch nicht aufgegeben hat und sich selbst eher als zukuenftigen Arbeitnehmer denn als Langzeitarbeitslosen sieht, ist also auf der voellig falschen Spur.
Denn seine Kinderlosigkeit der Flexibilitaet zuliebe wird finanziell bestraft - mit klaeglichen Hartz-IV-Saetzen.

Dieses ganze System funktioniert doch vorne und hinten nicht!

Wir muessen weg von diesem System, das fuer das Haben von Kindern Geld an die Eltern ausbezahlt, und hin zu einem System, in dem das Haben von Kindern die Eltern moeglichst nichts kostet!

Also Sachleistungen - kostenlose Schulbusse, freies Lernmaterial, Schuluniformen, keine Studiengebuehren waehrend der Regelstudienzeit, Vollfinanzierung von Klassenfahrten etc. statt dieser Geldueberweisungs-Farce Betreuungsgeld hier, Elterngelt da, Kindergeld dort...

[...]

Quelle Arbeitsagentur (AA): http://tinyurl.com/cjpqgut

Zitat:
"2 Erwachsene: 374+337 = 700€"

FALSCH! Es sind 2*337=674 €. (AA: "Der Regelbedarf für volljährige Partner beträgt jeweils 337 €")

"2 Kinder klein, mittel" 287+251 = 500€ (Das ist nicht klein und mittel, das sind die Sätze für Mittel und groß)
Dem gegenüber stehen 384€ Kindergeld, die auch der Nicht-Hartz-IV-Bezieher bekommt. Eine HartzIV-Familie bekommt also bei 2 Kindern nur 170 € mehr als eine "normale" Familie!

"Warmmiete, doppelter Singlesatz: 800€" Wo kommt dieser Unfug her, doppelten Singlesatz zu berechnen? 800 € gibt es nicht einmal in München! Ca. 660 € im Schnitt für 4er Familie.

1535 € und nicht 2000 €!!! Um fast 500 € "verrechnet"!

"Schulbedarf (Bücher, Kopierkosten,"
Bis auf 2 Bundesländer herrscht überall Lernmittelfreiheit mit teilweiser Selbstbeteiligung die 40-max. 100 € im Jahr beträgt, mit Schoneinkommen.

"Darlehen für Wohnbedarf" bekommt der Hartzler nur in begründeten Ausnahemfällen und - ES IST EIN DARLEHEN! D.h. der kommende Regelsatz wird entsprechend gekürzt.

Außerdem: Sie müssen NIE so viel Unterhalt zahlen, dass Sie unter die Pfändungsgrenze (900€ - zum Vergleich: Single-ALGII inkl. Wohnung=754€) rutschen, das ist IMMER mehr als ALGII! Außerdem gäbe es dann Bafög. Irgendetwas kann also nicht an Ihrer Rechnung stimmen!

Gekürzt. Hinweise zu den Vergaberichtlinien der Redaktionsempfehlungen finden sie hier: Netiquette. Weiterhin richten Sie Fragen zur Moderation gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jp

Du hast mal eben zusammengerechnet?

Du hast mal eben vergessen die Fakten zu recherchieren.

Keine Ahnung von dem was du schreibst, hauptsache fiktive Belege für den Luxus von Hartz IV in die Öffentlichkeit posaunen?

Zieh erst mal das Kindergeld von Regelsätzen der Kinder ab.

Im Netz gibt es etliche ALG II Rechner. jeder der wissen will was du für Propaganda vertreibst sollte sich bitte mal die Mühe machen und dort die Angaben deiner fiktiven Familie eingeben. Als Klatmiete habe ich mal 600,- genommen, dann 200,- NK und 100,- HK. Damit die 900,-WM entstehen.

Wenn du meinst der Leser Dirk M. jammert augf hohen Niveau musst du dir aber auch sagen lassen du lügst auf niedrigem Niveau.

Es ist egal ob du es eißt oder nicht. Du hast dich gefälligst zu informieren bevor du Menschen etwas unterstellst.

Ich habe glatt etwas vergessen:

Nach dem ALG II Rechner hier:

http://www.geldsparen.de/...

kommt man bei einer fiktiven Familie mit 900,- WM und 2 Kindern auf gerade mal: 1.744,00€ INKLUSIVE KINDERGELD!

Hier das Ergebnis:
So viel Arbeitslosengeld-II können Sie voraussichtlich erhalten:
4-Personen-Haushalt, 2 Kinder
Regelbedarf des Haushalts: 1.212,00€
Kosten für Unterkunft und Heizung*: 900,00€
Bedarf: 2.112,00€
abzgl. zu berücksichtigendes Einkommen: 368,00€
Arbeitslosengeld-II und Sozialgeld (gerundet): 1.744,00€

hartz4

es ist nicht klagen auf hohem nivio.jeder der in die lage von hartz kommt.ob haus oder wohnung,erspartes,versicherungen .hat das aufzugeben.okay das ist grecht,doch auch ein jeder der ziele und seine familie nterstützen will,kann in hartz geratten.mir ist es auch so gegangen,kümmere mich heute um die menschen die nicht mit der regulung klar kommen.egal wer hier den ersten stein wirft,sollte sich mal an der nase packen.der spd kann man mit ihrer agenda2010 nicht sagen sie haben den großen wurf gemacht.zumal das ende der fahnenstange kommt noch.wie viele stecken in policen der versicherer und werden sich wundern wie der statt und die versprochenen gelder den bach runter gehen.

egal wer sich in arbeit befindet,jedoch wer hier 40jahre geschufftet hat.dem seine rente ist auch nicht sicher.

traurig wie es dem sozial gesetzenten hartz empfänger geht.

denn alle werden erstmal unter verdacht gestellt,ihr seit doch schmarozer

Hartz IV -

Guten Tag!

ich muss Gwerke recht geben. Wie schon korrekt erwähnt, gibt es neben dem monatlichen ALG II auch die einmaligen Leistungen wie z. B. Kosten für Klassenfahrten, Bewerbungskosten, GEZ-Befreiung, Kosten für Lernmittel, einmalige Heizungsbehilfen und und und! Ein Hartz IV-Empfänger bekommt z. B. einen Freibetrag von MONATLICH max. 380 € dafür, dass er einer Arbeit nachgeht. Wo gibt es so etwas sonst??? Hier muss man wirklich mal den Vergleich zwischen einem Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und einem Hartz IV-Empfänger vornehmen. Ein Arbeitnehmer muss die genannten Kosten alle mühevoll zusammensparen, damit sein Kind an der Klassenfahrt teilnehmen kann, der Heizöltank voll ist etc. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine GRUNDSICHERUNG für Arbeitssuchende. Was die Sanktionen betrifft, halte ich diese für sinnvoll. Jeder ALG II-Bezieher hat gegenüber dem Staat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Dies wird häufig vergessen. Im SGB II steht deutlich, dass jeder Leistungsberechtigte mit eigenen Kräften und Mitteln alles tun muss, um aus dem Leistungsbezug auszuscheiden. Wenn dann schon 8 Bewerbungen monatlich zuviel sind, frage ich mich, wie man sich dann auf dem 1. Arbeitsmarkt behaupten will... Hartz IV ist für hilfebedürftige Menschen wirklich eine gute Sache und wir können froh sein, dass der Staat diese Menschen auffängt. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Steuerzahler, inbesondere die Arbeitnehmer, diese Leistung finanzieren.

Kurze Ausführung bzgl. Sanktionen

" Was die Sanktionen betrifft, halte ich diese für sinnvoll."

Kann sich ein "Normaler Deutscher Durschnittsbürger" vorstellen, das ein mit 100% sanktionierter Hartz-IV-Empfänger (kein Geld, kein Essen, keine Krankenversicherung) aufgrund "gesetzlicher Bestimmungen"

weder
- finanzielle Unterstützung noch
- materielle Unterstützung

annehmen darf und wenn doch,
dies auf den Regelsatz ANGERECHNET WIRD und zu Folge hat, dass in Zukunft weiterhin KEINE oder STARK VERMINDERTE Bezüge gewährt wird,

also eine "geleistete Hilfeleistung aus christlicher Nächstenliebe" dazu führt, das die Bestrafung nicht nur beibehalten, sonder auch noch verschärft wird.

"Wer nicht arbeitet, soll nicht essen", war nicht nur ein Spruch, sonder wurde in Hartz-IV-Gesetze gegossen und ES WIRD UMGESETZT und nicht nur auf Einzelne, sondern auf die GESAMTE Bedarfsgemeinschaft und somit auch auf die in der Bedarfsgemeinschaft lebenen KINDER!

Ich möchte meine Hilfe aus christlicher Nächstenliebe in finazieller und materieller Form leisten können, OHNE die Gewissheit zu haben, das der "Hilfsbedürtige" dafür auch noch bestraft oder genötigt wird Gesetzte zu brechen um überleben zu können!

Weg mit dem Sanktionsparagraphen § 31 SGB II!!!

Gebt den Menschen Ihre Würde, Ihre grundlegende Menschen-, Grund- , Bürger- und Persönlichkeitsrechte zurück, die Ihnen NUR aufgrund von ARBEITS- oder ERWERBSLOSIGKEIT von STAATLICHER SEITE ABGESPROCHEN werden!

Ausbeutung

"Hier muss man wirklich mal den Vergleich zwischen einem Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und einem Hartz IV-Empfänger vornehmen."

Sie haben vollkommen recht! Es ist menschenverachtend, wie man schwer arbeitende Menschen in immer größerer Zahl mit einem Hungerlohn abspeist, von dem sie weder leben noch sterben können. Wir sollten das schnellstens abstellen und einen Mindestlohn für alle einführen. In Großbritannien gibt es den schon seit 1998, in vielen anderen Längern auch.

Was mich allerdings bei Ihrem Kommentar verwirrt: Gibt es denn jetzt keinen Grundfreibetrag in der Einkommensteuer mehr? Wann hat man den abgeschafft?

Zu 388:

Die Angaben sind so nicht richtig.

1) Eine sanktionierter Leistungsberechtigter ist durchaus noch krankenversichert.

2) Die Leistungen der Kinder werden nicht gekürzt!

3)Keiner muss in Deutschland verhungern. Personen, die (durch eigenes Fehlverhalten) gekürzt worden sind, können Warengutscheine erhalten, um Lebensmittel zu beziehen.

Die Aussage: "Wer nicht arbeitet, soll nicht essen" halte ich für übertrieben.

Jeder Mensch hat durchaus die von Ihnen genannten Grundrechte, auch Leistungsbezieher. Diese haben jedoch auch ihre Pflichten, wie jeder andere Staatsbürger der Bundesrepublik auch.

Zu 397:

Doch den Steuerfreibetrag gibt es durchaus noch.

Aber ein Leistungsberechtigter kann, wenn er sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, diesen Freibetrag ja noch zusätzlich gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Der Freibetrag nach dem SGB II dient ja u. a. dazu, den Leistungsberechtigten zu "belohnen", dass er arbeiten geht.

Was Ihre Ansicht bezüglich des Mindestlohnes betrifft, teile ich diese mit Ihnen. Wenn in Deutschland der Mindestlohn eingeführt wird, hätten wir auch weniger Sozialleistungsbezieher und die Menschen würden sich freuen, wieder eine gerechte Bezahlung für die geleistete Arbeit zu erhalten.

Umkehrschluss gefällig?

Art 14/2 GG besagt, dass Eigentum verpflichtet. Nun schaffen wir ein "Kapitalcenter" in dem JEDER Vermögende monatlich nachweist, dass er diesem Grundsatz folgt, natürlich nach den neuen Regeln:

- Einkommen (> 100.000 p.a.)/Vermögen (> 1 Mio) werden mit 60% ESt/20% KapSt abgeschöpft
- wer nicht oder verschuldet einem Terim fernbleibt zahlt pauschal 50% seines Vermögens
- jedem Vermögenden wird unterstellt, Steuern zu hinterziehen (Beweislastumkehr)
- die Steuerfahnder dürfen verfassungswidrige Bescheide erlassen und durchsetzen
- illegale Vermögen im Außland werden zu 100% dem Staat zugeführt
- je nach Schwere des Delikts gibts Ordnungsgelder oder Knast

Was die Sanktionen betrifft finde ich die gut. Natürlich habe ich nichts gegen Leistungsträger, ich finde es gut, dass es auch Wohlhabende gibt.

Aber wir dürfen wirklich nicht vergessen, dass allein die Arbeitnehmer den Wohlstand erarbeiten.

@Kommentator-ALG II

Die nach dem SGB II (Sanktionsparagraphen § 31 SGB II) Kürzung bzw. Wegfall der Geldleistung zur Sicherung der Existenz und damit der körperlichen Unversehrtheit und des Lebens) verstößt gegen Artikel 8 Absatz 3 des internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (in Deutschland seit dem 23.3.1976 in Kraft).

(Der Pakt garantiert rechtsverbindlich die grundlegenden Menschenrechte!)

Ist Ihnen eingentlich klar, dass Sie ganz offnen für einen internationalen Rechtsbruch argumentiert haben und das, OBWOHL sie nichts weiter getan haben als im Sinne des SGB II zur argumentieren?

Hätte Sie nicht gedacht, stimmt's?

Zu 403:

Sie haben vollkommen recht. Aber um hier eine Änderung herbeizurühren, muss das SGB II geändert werden. Sie schrieben: "Weg mit § 31 SGB II". Da muss aber der Staat handeln und eine Gesetzesänderung vornehmen. Das ist ja genau der Punkt. Der "kleine" Mann kann die Gesetze nicht ändern. Und die Mitarbeiter in den Jobcentern führen ja nur die Gesetze aus, die sie vom Staat vorgegeben bekommen. Aber ich finde es gut, dass hier darüber diskutiert wird und auf solche Dinge aufmerksam gemacht wird. :)

Die Propaganda-Falle

Sie sollten nicht alles glauben, was Sie im Fernsehen aufschnappen. Vor allem nicht, wenn Herr Alt mal wieder beweist, dass er seine eigenen Gesetze nicht kennt.

In der "Rechtsfolgenbelehrung" der Eingliederungsvereinbarung heißt es zu Ihrem Punkt 1:

"Führen die Leistungskürzungen dazu, dass gar kein Arbeitslosengeld II mehr gezahlt wird, werden auch keine Beträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt."

Zu 2:

Die Leistungen der Kinder werden indirekt gekürzt, weil Kinder der "Bedarfsgemeinschaft" angehören. Wenn dieser Bedarfsgemeinschaft nun 200 Euro fehlen, weil einer sanktioniert wird, dann betrifft das alle, die in der Bedarfsgemeinschaft leben, auch die Kinder. Man nennt es auch Sippenhaft.

Was Ihren Punkt 3 angeht, so möchte ich Ihnen vorschlagen, doch einmal in Ihrer Stadt herauszufinden, welcher Supermarkt dort diese Lebensmittelgutscheine annimmt. Darüber hinaus können Sie sich dann auch noch ein paar Gedanken über den Begriff Stigmatisierung machen. Sagt Ihnen das was? Früher hatte man sowas auch schon – damals war's ein gelber Stern.

Die Angaben in Kommentar # 388 sind vollkommen richtig. Fragen Sie einfach einen der vielen Millionen Harz-IV-Bezieher. Sie laufen dann nicht länger Gefahr, auf Propaganda von interessierter Seite hereinzufallen.

Einkommensteuerrecht

"Aber ein Leistungsberechtigter kann, wenn er sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, diesen Freibetrag ja noch zusätzlich gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Der Freibetrag nach dem SGB II dient ja u. a. dazu, den Leistungsberechtigten zu "belohnen", dass er arbeiten geht."

Dieser Freibetrag hat nichts mit dem SGB II zu tun, sondern mit dem Einkommensteuerrecht. Er dient auch nicht dazu, irgend jemanden zu belohnen, sondern er ist das Existenzminimum eines jeden Arbeitnehmers, das nicht besteuert werden darf.

Die "Belohnung" fürs Arbeiten sieht für einen Leistungsberechtigten beispielsweise so aus, dass er einen 400-Euro-Job hat und von den 400 Euro genau 160 Euro behalten darf. Arbeitet also beispielsweise ein Student bei diesem 400-Euro-Job für einen Stundenlohn von 8 Euro, so muss der SGB-II-Leistungsberechtigte dieselben 50 Stunden für jeweils 3,20 Euro abarbeiten. Die verbleibenden 240 Euro werden vom Regelsatz abgezogen. Dass der Student unter diesen Umständen sehr viel motivierter an den Job herangeht als der Hartz-IV-Bezieher, liegt auf der Hand. Und schon hat man wieder einen absichtlich und vorsätzlich von der Politik geschaffenen Stigmatisierungsgrund für den "faulen Sozialschmarotzer". Soviel zum Thema Belohnung fürs Arbeiten.

... internationaler Rechtsbruch ---?

... das ist auch wieder typisch: Irgendwelche Gesetze, die einem gefallen, zu etwas unveränderlichem und global gültigem adeln..

NIEMAND hat einen internationalrechtlich verbürgten Anspruch gegen einen Staat auf Sozialleistungen, wenn er nicht nachweisen kann / am Nachweis in der gebotenen Weise mitwirkt, dass die Voraussetzungen vorliegen. Darum geht es. Wer nicht erscheint, wirkt nicht mit, wer seine Vermögensverhältnisse, verschleiert ebenso, wer keine EIngliederungsvereinbarung abschließt und sich daran hält, erst recht (wenngleich, zugegeben, fraglich im Einzelfall - ich finde diese "Vereinbarungen" per se mies).

Überhaupt: Es gibt kein Land auf der Erde, in dessen Hauptstadt mehr als 20% (darunter überproportional viele Ausländer), von Transferleistungen leben ... und erst recht keines, in dem so viele sich über die Höhe dieser Leistungen beklagen ....

Das war auch beim Asylrecht so. Das wurde auch zur Heiligen Kuh hochgeschrieben, bei man nichts ändern durfte, auch wenn zeitweise 400.000 (politisch natürlich) Verfolgte in das Land strömten. Da war auch alles pure Menschenwürde...

Ebenso (unsinnig) könnte man sagen: Es ist menschenrechtswidrig, mehr als 50% des eigenen Einkommens für Typen wie Steinbrück, Ponader oder "Julia" abdrücken zu müssen...

Banken einfach vergessen!

"Ebenso (unsinnig) könnte man sagen: Es ist menschenrechtswidrig, mehr als 50% des eigenen Einkommens für Typen wie Steinbrück, Ponader oder "Julia" abdrücken zu müssen..."

Sie haben die Banken glatt vergessen!
Transferleistungen (Steuerzahlergeld) erhalten nicht nur AlG 2-Bezieher, sondern auch viele andere Firmen,Institutionen usw. usf. Insofern ist das nicht einseitig zu diskutieren.

Vgl. hierzu

www.boeckler.de

mit Suchfunktion.

Quellenkunde

Unter dem Titel "Märchenstunde" schrieb ich eine Replik für einen anderen Kommentator. Sind Sie das etwa auch? Schreiben Sie unter zwei Pseudonymen zugleich?

Woher ich meine Informationen beziehe? Nun, unter anderem aus meiner ziemlich gut trainierten Lesefähigkeit. Eingliederungsvereinbarungen schwirren zuhauf durchs Internet. Einer nennt dieses Ding sogar (und ziemlich zutreffend, wie ich finde) ein "Dokument deutscher Schande" (www.buergerinitiative-gru...).

Natürlich weiß ich nicht, ob Sie ihre Infos aus dem Fernsehen haben. Es klang nur so, als käme es aus dem Fernsehen. Es könnte natürlich auch von irgendeiner Zeitung kommen, die ähnliche Quellen anzapft wie die Fernsehschaffenden.

Grundgesetz

Sie scheinen nicht viel von unserer Verfassung zu halten – kann man das so zusammenfassen?

Artikel 1 heißt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Da steht nicht, die Würde des Menschen ist unantastbar, sofern der Mensch eine Leistung erbringt, mit der er sich seine Menschenwürde verdient.

In Artikel 20 definiert sich die Bundesrepublik als Sozialstaat. Und nun kombinieren Sie einmal diese beiden Artikel im Geiste und denken Sie ein wenig über diese Kombination nach.

In einem zweiten Schritt nehmen Sie vielleicht noch Artikel 2 GG auf Ihre gedankliche Reise mit. Vielleicht haben Sie ja eine Idee, was das mit der Freiheit soll, wenn man kein Recht hat, Nein zu sagen.

Dann muss derjenige dazu auch...

...die Möglichkeit bekommen.

@nudelholz
Glauben Sie wirklich, dass irgendwer gerne/freiwillig arbeitslos ist???
Jeder Mensch möchte gut leben können, wozu nun mal Geld benötigt wird. Jedem Menschen ist klar, dass er dafür arbeiten gehen sollte. Jeder Mensch möchte von dem Geld dann auch leben können, das er sich erarbeitet. Jeder Mensch möchte gesellschaftliche Teilhabe, wozu man schon wieder Geld braucht. Jeder Mensch möchte Anerkennung, die man in diesem Land hpts. auch nur über ein einkommensabhängigen Job bekommt. -NIEMAND möchte arbeitslos sein, jeden Cent umdrehen müssen, seinen Kindern nichts bieten können, an keinen gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen, hunderte Bewerbungen schreiben und dazu tausendfach gesagt bekommen, dass man doch arbeiten muss/soll.
Problem: 500.000 Stellen sind ungleich 3 Mio AL+ca. 6 Mio. H4+ca.0,5 Mio Obdachlose+Menschen außerhalb der Statistik. Ich hoffe, Sie haben Ihr Nudelholz nicht zu oft auf den Kopf bekommen und schaffen es, die Differenz von ca. 10 Mio. Arbeitssuchenden -0,5 Mio offene Stellen zu berechnen.

Grundgesetz

viel von dem Grundgesetz, aber wenig von Leuten, die ihre politischen Positionen und Interessen mit Eifer als alternativlos, weil irgendwo in der Verfassung verankert, deklamieren.

Wieviel Sozialleitungen gewährt werden und wem, ist in erster Linie eine Entscheidung des Bundestages.

Er kann ohne weiteres Sachleistungen bei Hartz IV einführen und Verfahren vorsehen, mit denen ein Missbrauch der Sozialleistungen verhindert wird. Das ist insbesondere der Fall, wenn man das als Anspruchssystem ausgestaltet.

Es gibt dann bekanntlich mehrere Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Höhe der Sätze, zu denen man unterschiedlich stehen kann. Ich persönlich halte hier etliches für Übertrieben. Es leuchtet nicht ein, dass in die Regelsätze auch Opern, Kino- und Theaterbesuche eingerechnet werden müssen (früher sogar Alkohol- und Tabakonsum).

Die Sozialverbände sind gut vernetzt und organisieren gerne Empörung. Es gibt kein 2. Land auf der Erde, bei dem - bei derartig knappen natürlichen Ressourcen - so viel Leute von Transferleistungen leben und sich häuslich darin einrichten.

Die Befürworter dessen sollten sich lieber ehrlich mit den negativen Konsequenzen befassen und diese abstellen, anstatt immer mehr und mehr und mehr zu fordern.

Aufklärung

1) Eine sanktionierter Leistungsberechtigter ist durchaus noch krankenversichert.

Sobald die Sanktionen 100% erreichen, meldet das Jobcenter den ALGII-Empfänger bei der KV ab und zahlt keine Beiträge mehr. Es ist richtig, daß die KV zur Weiterversicherung verpflichtet ist, allerdings sagt dem ALGII-Empfänger niemand, daß er sich dazu bei der KV melden und die Weiterversicherung gemäß §5 SGB V anmelden muß. Folge: Der totalsanktionierte ALGII-Empfänger ist ohne KV.

Darüber hinaus führt die Sanktion dazu, daß der KV sich ggü. der KV verschuldet. Die KV wird diese Schulden nicht beitreiben können, da kein pfändbares Einkommen vorhanden. Folge: Als Erwerbstätiger werden sie den Ausfall der KV mittragen müssen in Form von Beitragserhöhungen. Hier findet eine banale Umlastung statt.

2) Die Leistungen der Kinder werden nicht gekürzt!

Sicherlich wird die Familie am Essenstisch vor vollen Tellern sitzen und Papa bekommt nix zu essen, weil er sanktioniert wurde.

3)Keiner muss in Deutschland verhungern. Personen, die (durch eigenes Fehlverhalten) gekürzt worden sind, können Warengutscheine erhalten, um Lebensmittel zu beziehen.

Können. Das ist das Zauberwort. Sie müssen die Gutscheine erst beantragen und dann obliegt es dem Sachbearbeiter, ob er zustimmt oder nicht. Es ist eben eine KANN-Leistung. Wenn man sanktioniert wurde, weil man ein unsinniges Arbeitsangebot o. 1-€-Job o. das 10. Bewerbungstraing ablehnte, hat man bestimmt Freude dran, noch um Gutscheine betteln zu dürfen.

Immer die gleichen Lügen und Halbwahrheiten

Gwerke, man merkt ihrer Milchmädchenrechnung an, das Sie kein H4 Betroffener sind, keinen Einblick in die Situation haben und auch kein Mitgefühl für Ihre Mitmenschen.
Anders kann ich mir ein derart Realitätsfremdes Gedankenkonstrukt nicht erklären.
Sie rechnen: "Summe Sachleistungen: ca 1100€". Im Monat? In welcher (Traum-) Welt soll das real sein?
Wir reden bei H4 über mehrfache Verletzungen von geltendem Recht =Grundgesetz, Arbeitsrecht, Vertragsrecht usw.
Wir reden über Menschen, die mittels Sanktionen in Obdachlosigkeit, Hunger, Selbstmord getrieben werden.
Wir reden über ein System, das der Industrie, welche Arbeitsplätze abschafft die Lohnsklaven zuführen soll, mit Druck und Gewalt.
Wir reden über ein System, das SIE auch treffen kann, und in Zukunft auch treffen wird, weil es niemanden ausklammert.
Sie sollten mit derartigen "Rechenbeispielen" die auch in vielen anderen Leserbriefen in ähnlicher Form aufteuchen aufhören und sich erst über die wahren Ausmaße des Menschenverachtenden H4 Systems und deren Folgen informieren.
Diese Rechtfertigungsversuche von offenbar gewissenlosen Menschen sind angesichts der H4 Katastrophe schlichtweg unerträglich.

Gleiches Recht!

"Er kann ohne weiteres Sachleistungen bei Hartz IV einführen und Verfahren vorsehen, mit denen ein Missbrauch der Sozialleistungen verhindert wird."

Das wäre eine "lückenlose" Überwachung, so eine Art von omnipräsenter Sozialpolizeistaat - eine Diktatur.

Sachleistungen in vertretbarer Höhe sollten dann auch gemäß dem Gleicheitsgrundsatz unserer Verfassung für die Pleitegroßbanken gewährt werden!
Schließlich wird sonst erfahrungsgemäß das sauer verdiente Steuerzahlergeld missbraucht.

- Übrigens ist Deutschland ein Sozialstaat ("ewiger Artkel!"), was nicht zuletzt aus den geschichtlichen Erfahrungen resultiert ("Drittes Reich").

Menschliche Werte berechnen?

Kann man den Wert eines Menschen ausrechnen?
Macht es Sinn, den Verdienst von Menschen miteinander zu vergleichen, haben wir "bessere" und "schlechtere" Menschen aufgrund von getätigter Arbeitszeit?
Hat ein Herr Ackermann einen Lohn von 9,6 Millionen Eur. im Jahr "Verdient"?
Wo sind die Arbeitsplätze, bei real mehreren Millionen Arbeitslosen und nur ca 500.000 offenen Stellen? Bei real 5-6 Millionen Menschen die Aufstocken, weil sie Vollzeit im Niedriglohnsektor arbeiten ohne davon ihr Leben finanzieren zu können
Darf ich einen Menschen der nicht arbeitet bedrohen, bestrafen (Sanktionieren), seine Lebensstruktur vernichten (Sanktionsfolgen: Obdachlosigkeit, Hunger, Tod).
Darf ich das Grundesetz in mehreren Punkten verletzen, das Arbeitsrecht, Vertragsrecht brechen?
Ist jedes Mittel recht um Mitmenschen in menschenunwürdige Tätigkeiten zu zwingen, nur weil die Industrie trotz Milliardenumsätzen massiv Arbeitsplätze abbaut zB E-On baut 11.000 Stellen ab, trotz Gewinne von ca 11 Milliarden Eur in 2011.

Diese unsägliche Erbsenzählende Milchmädchen-Rechnerei muss aufhören angesichts eines Systems, das Menschen REAL Bedroht, Zwingt, Bestraft und Lebensstrukturen Vernichtet.
Wer das noch mit Zahlen versucht schönzureden darf nicht damit rechnen als Mensch für voll genommen zu werden.

Mitgefühl, Intelligenz, Einsicht, Toleranz, Verständnis passen in KEINE mathematische Formel.

Der Film ist in schwarzweiss

und anhand der Frisuren / Kleidung lässt sich vermuten, es ist ein "ungefiltertes" Interview zum Thema Sozialhilfe aus den sechziger Jahren. Was das Ganze allerdings äußerst widerlich macht ist der Hinweis auf die Verfahrensweise während der Nazidiktatur. Mit "Fahrenden Leuten" sind wohl Sinti und Roma gemeint und die haben die Nazis bekanntermaßen nicht "beiseite geschafft", sondern deportiert und umgebracht.
Das ganze ist nicht komisch, sondern zeigt eher wie so mancher "Durchschnittsbürger/-in" in den sechziger Jahren wirklich dachte - womöglich nach reichlichem Alkoholgenuss.
Der Bezug zu Heute ergibt sich mehr daraus, dass in jenen Jahren die Situation am Arbeitsmarkt eine ganz andere gewesen ist, man sprach von "Vollbeschäftigung". Davon sind wir heute immer noch weit entfernt und die bedingungslose Expansion des Niedriglohnsektors hat die Arbeitslosigkeit auch nicht zum Verschwinden gebracht.

Nichtarbeitenwollen

Ihre Prämisse ist falsch. Es gibt Leute, die - aus welchen Gründen auch immer - arbeiten könnten, es aber nicht tun, weil Ihnen der ALG-II-Lebensstandard ausreicht. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.

Ich kenne so jemanden. Derjenige verbringt einen Großteil seiner Zeit mit ehrenamtlichem Engagement. Das erfüllt ihn und der geringe Wohlstand stört ihn nicht. Er hat außerdem Kinder, die ihn ab und zu unterstützen. Hinzu kommt noch, dass seine geschiedene Frau Geld bekäme, würde er mehr als einen bestimmten Betrag verdienen. Dabei könnte, wenn er wollte, eine Arbeit ausüben. Er ist von Beruf her Elektroingenieur und hat zuletzt vor vielen Jahren als IT-Berater gearbeitet.

Ehrenamtliches Engagement in allen Ehren. Ich engagiere mich auch, daher kenne ich ihn auch. Ich würde mich auch gerne viel mehr engagieren. Aber wenn ich das täte, dann müsste ich mich auch über ALG-II finanzieren. Ich finde es aber nicht akzeptabel, wenn man seine Selbstverwirklichung aufkosten der Allgemeinheit betreibt.

Man mag jetzt einwenden, dass er durch sein Engagement der Allgemeinheit auch etwas zurückgibt. Dafür ist ALG-II aber nicht gedacht. Letztendlich handelt es sich dadurch um vom Steuerzahler bezahltes Ehrenamt. Auch die Grundeinkommen-Vertreter mögen jetzt auch den Plan springen. Fakt ist, dass es derzeit kein Grundeinkommen gibt und dass solches Verhalten - und das ist mit Sicherheit KEIN Einzelfall - schlichter Missbrauch ist.

oh man...Verzeihung aber

Es gibt kein 2. Land auf der Erde, bei dem - bei derartig knappen natürlichen Ressourcen - so viel Leute von
Transferleistungen leben und sich häuslich darin einrichten.
Die Befürworter dessen sollten sich lieber ehrlich mit den negativen Konsequenzen befassen und diese abstellen[...]

"..häuslich einrichten" .." lieber ehrlich"...

Ihre Draufsicht ist so traurig, dass ich mit einem traurigen Beispiel komme: Ich sah ein Foto eines nakten Kindes (Afrika), dass sein Gesicht ins Geschlechtsteil einer Kuh presste, um den Urin zu trinken. Wie sehr mich das Bild weinen ließ, ist unwichtig.

Hat sich, nach Ihrer Logik, dass Kind "häuslich eingerichtet" und sollte "lieber ehrlich" nach Wasser suchen, oder versucht es schlicht in den Gegebenheiten zu überleben und nach jedem Strohhalm greifen?
Ja, es ist ein verdammt harter Vergleich, aber den müssen Sie bitte mal zulassen, um das Prinzip zu verstehen.

Einzelfälle zur Normalität erklären.

Es gibt Leute, die - aus welchen Gründen auch immer - arbeiten könnten, es aber nicht tun, weil Ihnen der ALG-II-Lebensstandard ausreicht. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.

@nudelholz
Sie kennen EINEN, der nicht arbeiten möchte. EINEN von Millionen Betroffenen? -EINER vs. einige Millionen. Selbst wenn es 100 davon gibt, was ist das für ein Vergleich zu mehreren Millionen, die nicht so denken oder handeln?!
Das wäre doch so ähnlich als würde man einen reichen Steuerhinterzieher kennen und alle anderen gleich mit beschuldigen u/o. bestrafen. Oder weil ein Priester pädophil ist jedem anderen auch unterstellen, dass er das ist.
Vielleicht hat der Mann jahrelang Bewerbungen geschrieben und versucht nun auf anderem Wege seine Erfüllung zu finden, wenn er keine normale Stelle bekommt? Bei einer halben Million Stellen gegenüber mehreren Millionen Arbeitssuchenden ist der Spruch 'Der will ja nicht arbeiten, obwohl er könnte' einfach nur lächerlich! Alle anderen können auch arbeiten, aber bekommen nun mal keine Stelle. Da können sie viel wollen. Genau da ist doch das Problem: Es geht nicht ums Wollen/Können, sondern um die dafür nicht vorhandenen (menschenwürdigen) Möglichkeiten.

Nur zur Info:

Nokia ist nicht wiedergekommen - Nokia hat soweit ich weiß, das Werk in Rumänien nach 2 oder 3 Jahren wieder geschlossen und ist nach Indien gegangen, überlegt aber gerade, nach Vietnam umzusiedeln, weil da die Löhne noch billiger sind - sie liegen ca. bei 1 Euro/Tag.
Die jeweiligen Standortvorteile in Form von Steuervergünstigungen und Anbindung an das Verkehrsnetz hat man in allen Ländern mitgenommen.
Ich habe daraus den Schluß gezogen, im ganzen Leben kein Nokia mehr zu kaufen.

Ehrenamtliche Arbeit ist keine Arbeit?

Nudelholz, Sie widersprechen sich ja in einem Atemzug! Einerseits arbeitet Ihr Bekannter ehrenamtlich - andererseits arbeitet er nicht? Arbeit ist nur Arbeit, wenn es Erwerbsarbeit ist? Und von dem ehrenamtlichen Engagement hat die Gesellschaft nichts? Ohne gäbe es manches nicht, was furchtbar wichtig ist: Freiwillige Feuerwehr, diverse soziale Dienste, Betriebsräte, diverse Kulturbetriebe usw.usf.

Nein, es wird eher Zeit, daß ehrenamtliche Arbeit als echte und wichtige Arbeit anerkannt wird. Und wenn jemand in seinem Ehrenamt und mit den ALGII-Regelleistungen glücklich ist, dann soll man ihn doch lassen und die Gesellschaft, die von seiner unentgeltlichen Arbeit profitiert, möge ihm über den Umweg der Transferleistung ebendiese vergüten. Und ihn ansonsten in Ruhe lassen, insbesondere mit Zwang zur Aufnahme einer Erwerbsarbeit und Bedrohung des Existenzminimums mittels Sanktionen.

Würde man das nämlich tun, entfielen all die teuren "Beschäftigungsmaßnahmen" für Arbeitslose, an denen nur die mit Hartz IV entstandene Maßnahme-Industrie verdient und zwar Milliarden, und Vereine könnten notwendige Ehrenämter leichter und besser besetzen, diese sogar in die Jobbörse der Jobcenter stellen und so einen breiteren Pool an möglichen Mitarbeitern ansprechen. Und all die Arbeitslosen, die froh wären, wenn sie IRGENDWAS Sinnvolles zu tun bekämen, was ihnen gesellschaftliche Anerkennung und soziale Kontakte bringt, könnten die Zeit bis zur nächsten Anstellung so überbrücken.

Mir fällt z.B. auf,

daß immer mehr Menschen mit Zahnlücken herumlaufen bzw. mit unsaniertem Gebiß - weil eben Zahnarztkosten nicht mehr voll von den Krankenkassen getragen werden, sondern man entweder selbst zuzahlen muß oder einen langwierigen Papierkrieg führen muß. Da wird dann, weil man sparen muß, eben an den Zähnen gespart.
Mir fällt auch auf, wieviele Menschen in abgerissenen Klamotten herumlaufen - und das sind in vielen Fällen keine Jugendlichen, die einen auf Punk machen, sondern Menschen, die an der Kleidung sparen.
Man muß aber einen Blick dafür entwickeln - und das wollen vielleicht manche Mitforisten hier nicht, weil das ihren Blickwinkel ändern könnte.

Wenn man nach Ihren

Aussagen geht, dürfen ALG-II-Empfänger nur noch Fernsehen schauen - genau das, was ihnen immer vorgeworfen wird - weil ja Oper, Kino und Theater nicht unbedingt zum Leben dazugehören, und Alkohol und Tabak schon garnicht, nicht wahr?
Vermutlich stellen Sie diese Aussagen bei einem gepflegten Glas Wein auf - aber wehe, ein ALG-II-Empfänger wagt es, ein Bierchen am Abend zu trinken.
Bleibt er aber zuhause auf der Couch und sieht Fernsehen, ist es scheints auch nicht recht - ja was denn nun?

Ehrenamt

Das mögen Sie ja persönlich so sehen, aber so ist nicht das Gesetz.

Wenn Sie ALG-II zur Entlohnung für ehrenamtliche Arbeit umbauen wollen, dann müssen Sie das demokratisch durchsetzen, indem sie eine Mehrheit dafür finden und die Gesetze ändern. Solange das nicht der Fall ist, ist und bleibt es Missbrauch.

Genau gegen diejenigen, die in einer Art Selbstjustiz die Sozialleistungen nach ihrem Gutdünken verwerten, richtet sich meine Kritik.

Übrigens zum Ehrenamt: Ich bin auch sehr engagiert, aber neben meiner eigentlichen Tätigkeit. So ist das eigentlich auch gedacht. Sonst ist das nämlich kein Ehrenamt mehr.

Für alle Grundeinkommen-Jünger: Findet eine Mehrheit und dann bitte gerne!

Sehen Sie!

Für alle Grundeinkommen-Jünger: Findet eine Mehrheit und dann bitte gerne!

Lesen Sie Nr. 531.
Selbst wenn 70% der Bevölkerung es wollen, würde es nicht kommen. Denn sonst wäre unser System der Abhängigkeit und Knechtung nicht mehr überlebensfähig. Man müsste dann nämlich die Leute anständig bezahlen.
Die Lüge des Kapitalismus würde nicht funktionieren. Die Lüge das es jeder schaffen kann, zumindest bis zur Mittelschicht mit Auto, Motorrad, Wohnung, Urlaub ect.. Aber nur wenn er oder sie sich anstrengt.
Sagen Sie das einmal der Zahnarzthelferin, der Anwaltsgehilfin, dem Gärtner, dem Klempner oder dem Taxifahrer.
Es gibt Leute die können sich noch so anstrenegen und werden es niemals schaffen, obwohl sie zu einem erheblichen Teil des Wohlstandes beitragen. Nur leider nicht für den eigenen Wohlstand, weil sie nichts von dem abbekommen was sie erarbeiten.
Das Bruttosozialprodukt ist die Summe aller Werte die von unseren Händen und Köpfen erarbeitet wurde und daher uns allen gehört und nicht nur denen die das Geld gaben. Die haben am wenigsten dafür getan.
Daher gehört es UNS!!!! und muss auch wieder an UNS zurückgegeben werden.
Kein Arbeitgeber schafft einen Arbeitsplatz weil er will das Sie ein Einkommen haben. Dieser Arbeitsplatz wird nur geschaffen damit der Arbeitgeber an Ihnen verdient. Mehr ist Wirtschaft nicht mehr.

Sehen Sie! Teil 2

Ein, damals ja noch, Sozialhilfeempfänger sagte mir mal folgendes in einer Kneipe: "Warum sollte ich mir den Ar... aufreißen, nur damit ein anderer Ar... noch mehr in den Ar.. geblasen bekommt?" Damals war ich Student.
(lieber Zeit: die ist ein Zitat, bitte nicht zensieren, DANKE!)
Es war ein einfacher Mensch der eh nur für die Anhäufung von Mammon seine Berechtigung in der Gesellschaft hätte, nach Ihren Vorstellungen.
Ich sah ihn dann in unserem Zoo die Wildschweine versorgen und da ging mir schon damals das Licht auf, das wir eh nur abhängige Sklaven des Geldes sind.

Sehen Sie! Teil 3

Zudem frage ich mich wie diese Menschenverachtung in unserer Gesellschaft sich breit machen konnte?
Als ich noch als Tontechniker arbeitete war die alte Garde der Plattenbosse noch in Amt und Würden.
O-Ton: "Den Assischeiss Rap werden wir nicht produzieren weil es antigesellschaftlich ist. Drogen sind geil, Gewalt ist geil, bleibt dumm weil das normal ist, lass die ausbilden aber nicht bilden, sei ein Egoist usw."

Ich hoffe das sie anfangen zu merken welch Worte Sie sprechen.

Es geht nicht um die Angemessenheit

Hier wird von Ihnen wieder unterschwellig behauptet, das ALG II Empfänger sich einen Lenz machen. Das deutsche viel gerühmte Jobwunder resultiert doch aus der Teilung, Viertelung von Vollzeitjobs. Dieses Potenzial ist doch ausgelutscht. Merkel und von der Leyen wird diese Politik genau im Wahljahr vor die Füße fallen. Ich erinnere an Helmut Schmidt, dessen Zeit zu Ende war als die Arbeitslosenzahlen von 800.000 innerhalb eines Jahres auf 1,8 Mio. stieg.
ALG-II-Empfänger jammern nicht auf hohen Niveau. wenn ich die Lebenswirklichkeit der Bundesrepublik zugrunde lege.
Wir suchen angeblich Ingenieure, es gibt keine Ingenieure. Doch wenn sich ein Ingenieur, Alter 50 Jahre bewirbt, bekommt er den Job nicht. Warum wohl??? Zu teuer.

Früher führen 6 Menschen auf einem Mülllaster und es wurde finanziert, es war kein Problem. Heute fährt nur noch einer und muss jedes Jahr Einkommensverluste hinnehmen. Es waren aber gerade diese Jobs, die bildungsferne Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben ließ. In den Bauhöfen der Kommunen arbeiteten Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und reinigten die Straßen, Parks. Sie reparierten Spielplätze und hielten öffenliches Eigentum in Stand. Reinigungskräfte und Hausmeister waren für eine Schule zuständig und sorgten dafür das die Schulen in Ordnung waren. Heute ziehen Billiglohn-Putzkolonnen im Akkord durch diese Einrichtungen und wenn ein Klo kaputt geht, wartet man auf einen Handwerker.

An welcher Stelle vernichten Ehrenämter Jobs?

Oder verwechseln Sie das klassische Ehrenamt mit den 1-Euro-Jobs der Jobcenter, welche in der Tat Jobs vernichten?

Der Unterschied zwischen dem 1-€-Job und dem Ehrenamt ist, daß der 1-€-Jobber nicht nein sagen darf, sonst riskiert er seine Existenz. Der Ehrenamtler tut was er tut aus freien Stücken und kann jederzeit nein sagen. Und das ist der Grund, warum es möglich ist, daß 1-€-Jobs bezahlte Arbeitsplätze vernichten.

Und wenn es im Einzelfall tatsächlich so sein sollte, daß vorhandene Gelder im gemeinnützigen Bereich für Löhne vorhanden wären, aber nicht dafür eingesetzt werden, steht es jedem Ehrenamtler frei, seine Arbeit niederzulegen oder als Mitglied der Organisation auf der Mitgliederversammlung bzw. beim Vorstand darauf zu drängen, daß die Arbeit sozialversicherungspflichtig bezahlt wird.

Ich stimme vollkommen zu, daß es nicht sein darf, daß Erwerbstätige entlassen und durch 1-€-Jobber ersetzt werden. Man liest ja allenthalben Leute, die eine Zwangsverpflichtung zu gemeinnützigen Diensten für alle ALGII-Empfänger fordern. Ich halte diese Forderung für absolut kurzsichtig und eine Umsetzung für unbedingt schädlich für den Arbeitsmarkt, weil dann der Jobabbau gerade im öffentlichen Dienst eine Hochzeit erleben wird.

Deshalb: Freiwillige (!) ehrenamtliche Arbeit und die wird als Arbeit auch vom Jobcenter anerkannt. Immerhin ist es Fakt, daß nicht genug Erwerbsarbeit für alle da ist, auch wenn es genug Arbeit gibt, die getan werden muß.

Quellenangabe

Ich habe meine Aussage in Posting #58 mit Quellenangabe modifiziert. Auch die darauf folgenden Beiträge ändern nichts daran, dass auf hohem Niveau geklagt wird. Dieses Niveau ist ist gerade mal durch zwei geringe oder ein mittleres sozialversicherungspflichtiges Einkommen erzielbar. Kindergeld ist dabei jeweils berücksichtigt.

Das hat also nichts mit: "... übliche Hetze gegen Hartz-IV-Empfänger..." zu tun

Alles gut und richtig

Was währe denn die Alternative? Keine Kontoauszüge vorzeigen müssen? Kein Druck vom Amt? Soll der Staat einfach machen lassen? Soll den Arbeitslosen vermittelt werden: "Bewirbt euch einfach wenn Ihr Lust habt und wenn Ihr meint es ist sinnvoll"? Zehn Bewerbungen im Monat ist finde ich nicht zuviel verlangt.

Der Author schreibt nachvollziehbar was er will aber nicht was er will.

Ja, ist der Staat nicht grundgesetzlich verpflichtet,

seine Bütger zu aktivieren?

Sie müssen schon verstehen, dass Sie bis zum Beweis des Gegenteils unter Generalverdacht stehen. Wenn Sie hartzIV beziehen, müssen Sie ja ganz offensichtlich aktiviert werden, sonst hätten Sie ja schon irgendwas für 4.50.

Ausserdem liegt der Verdacht ja nah, dass sie keine Lust zu einer Arbeit haben, die Sie sowieso nicht ernährt. Da müssen Sie ("Zumutbarkeit*) gezwungen werden. Dass Sie nicht in geselliger Runde dem Alkohol verfallen!

Sehe ich anders

der Generalverdacht von Alkoholismus ist ja wohl albern; Alkoholismus läßt sich in allen Schichten finden und wenn ich mir meinen eindeutig süchtigen Vorgesetzten anschaue (und all die alkoholismuskranken Lehrer meiner Schulzeit), würde ich mal darauf tippen, daß dieses Problem in gut verdienenden Schichten gar häufiger anzutreffen ist (wobei, aufgrund des dort stattfindenden Stigmas, die Dunkelziffer einen höheren Anteil haben dürfte). RTL ist nunmal keine belastbare Quelle.

Was die Zumutbarkeit angeht: wer für 4,50€ je Stunde arbeiten geht, läßt sich demütigen (mir wäre allein die verlorene Zeit nicht 4,50 wert) und handelt dazu auch noch äußerst asozial - schließlich zwingt man dadurch seine Mitbewerber, sich ebenfalls für diesen Hungerlohn zu verdingen.

Drittens tun Sie sich auch keinen Gefallen damit, Niedriglohnjobs zu unterstützen. Dadurch sinken allgemein die Löhne und Ihre Verhandlungsbasis wird ebenfalls geschwächt.

Viertens: woher kommt diese Wut auf Arbeitslose? Als ich das letzte mal nachgerechnet habe, gingen ein deutlich größerer Teil dessen, was ich erwirtschafte, in die Hände der oberen paar Prozent, als in Hartz4. Statt also Ihr Ego zu befriedigen, weil Sie ein wenig mehr besitzen, als manch andere, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit mehr in Richtung derjenigen richten, die Ihnen das Geld wirklich aus der Tasche ziehen.

Sinnvoll

Natürlich ist es nicht zuviel verlangt, zehn Bewerbungen im Monat zu schreiben. Aber was, wenn es eben keine zehn Stellenausschreibungen gibt, auf die man sich bewerben könnte? Wenn ich als Übersetzer Arbeit suche muss ich lange suchen, um überhaupt mal eine geeignete Stellenausschreibung zu sehen. Natürlich kann ich mich ohne Sinn und Verstand auch um andere Stellen bewerben. Call Center Agent geht immer, Altenpfleger werden auch gesucht (aber ich habe das nunmal nicht gelernt). Aber das wird mir keine Stelle in meinem Beruf eintragen.

Von einem Block Standardbewerbungen monatlich zehn abzureißen, eine Firmenadresse und eine Anrede reinzutippen und das ganze loszuschicken ist sinnloser Aktionismus, wie das Schraubensortieren, wo abends die sortierten Schrauben wieder in die große Kiste wandern, um am nächsten Tag wieder sortiert zu werden.

Druck von der Agentur ist ja ok, aber ein Mindestmaß an Sinn sollten die geforderten Aktivitäten schon machen.

Antwort auf 11

Gut erkannt!
Es ist höchste Zeit, den Begriff "asozial" neu zu definieren.
Steuerhinterziehende und Gewinne ins Ausland transferierende Arbeitgeber tragen u. a. auch dazu bei, dass sich das Kapital immer mehr bei einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung konzentriert.
Ich werde auch nie verstehen, warum Unternehmer Betriebe führen dürfen, die nur wegen der Beschäftigung von Billigarbeitern überlebensfähig sind. Diese müssen dann einen Zweit- oder Drittjob annehmen, oder sind von staatlicher Hilfe abhängig.
Die "Ein-Euro-Jobberei" ist insofern tatsächlich schädlich für die Wirtschaft, weil sie das Lohnniveau senken hilft und die schwarzen Schafe unter den Unternehmern bereichert, gleichzeitig aber die Sozialkassen belastet.

Arbeit muss sich endlich wieder lohnen - und zwar so, dass man von einem Vollzeit-job auch angemessen leben kann!

Sie könnten die freigewordene Zeit ...

...dann ja mal wieder zum Nachdenken nutzen...so über Sinn und Zweck von Arbeit und Gesellschaft..und über das menschliche Dasein...und lauter so...Zeugs.

(Wir brauchen nicht wirklich noch mehr Call-Center-Agents in Deutschland)

Aber dazu würde es vermutlich nicht kommen, da denselben Leuten, die von Hartz-IV-Empfänger Bescheidenheit einfordern, sich ein Leben von selbst 1000 Euro/Monat nicht vorstellen könnten. Tränen würden ihren Wangen herunterkullern.
Einzig der Niedriglohnsektor wäre nicht mehr erpressbar und das ist gewollt und auch gut so.

Mein gutes Recht...

... fiel mir beim Lesen des Leserartikel nur ein.

Und: Die Demütigung ist nicht, dass man die Kohle annimmt, sondern dass man einer 25jährigen "die kaum mittlere Reife gemacht hat"-Sachbearbeiterin gegenübersitzt. Welche selbstentlarvende Arroganz! Als ob die Frau nichts kann oder man sich von der nichts sagen lassen muss.

Als ob Menschen mit mittlerer Reife nur für Helotendienste für die Zeit-Leser taugen, als Bardamen, Straßenfegerinnen, Verkäuferinnen, Schaffnerinnen, die man bepöbeln darf oder Polizistinnen, die man mit Steinen beschmeißen darf ("Gegengewalt").

Vorschlag: Einfach keine Hartz IV - Leistungen beantragen, dann hat man die Demütigung nicht.

Ansonsten: Bewerbungen schreiben, Initiativ werden. Wer sich im besten Alter lieber darum kümmert, dass die Sohnemänner Fussballschuhe bekommen, anstatt - und sei es im Blumenbetrieb einer verachteten und unterwertigen "Mittlerer Reife" Frau mitzuarbeiten - hat mein Mitleid nicht.

Und zu den Hartz IV-Sätzen: Solange "Hartzen" ernsthaft als eine Lebensperspektive verstanden wird, sind sie ganz offensichtlich und eindeutig viel zu hoch, insbesondere in Berlin.

Gekürzt. Bitte kehren Sie zu einer inhaltlichen und sachlichen Auseinandersetzung mit dem Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/jz

Spaß mit Hartz

"Und zu den Hartz IV-Sätzen: Solange "Hartzen" ernsthaft als eine Lebensperspektive verstanden wird, sind sie ganz offensichtlich und eindeutig viel zu hoch, insbesondere in Berlin."

Dann beantragen Sie doch endlich Hartz IV und lassen es sich wohlergehen ... im deutschen Sozialparadies.

Viel Spaß dabei!

Übrigens sind die "Hartz-Sätze" (Alg II) in Berlin genau so niedrig wie in München, Hamburg oder Herne. Kann man nachlesen, wenn man will ...

Leider kein Spaß

"Dann beantragen Sie doch endlich Hartz IV und lassen es sich wohlergehen ... im deutschen Sozialparadies."

Kann ich leider wegen der Vermögensgrenzen nicht.

Aber wenn es das bedingungslose Grundeinkommen gibt, bin ich dabei. Das greife ich in Steinbrück'scher Manier mit ab, aber locker ! "Julia" und ich schreiben dann einen Blog: Maximale Kohle aus dem BGE, Tipps und Tricks.

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/jp

Zur "mittleren Reife"

Der Leser beschreibt durchaus eine realitische Situation.
Ich habe es an anderer Stelle schön mehr fqach erklärt, dass

Teile des Personalkörpers der Argen bzw. Jobcenter sind dort, weil sie dort am wenigsten "Schaden anrichten" können.

Ich habe auch erst die "FOR" gemacht bevor die "AHR" kam, aber was ich dann während meiner Ausbildung erlebt habe...

Es hat schon Gründe warum das SGB II so schwammig ist wie es ist.

Schulden-Spaß ...

""Dann beantragen Sie doch endlich Hartz IV und lassen es sich wohlergehen ... im deutschen Sozialparadies." Riet ich Ihnen.

"Kann ich leider wegen der Vermögensgrenzen nicht", schrieben Sie.

- Sie können doch Schulden machen!
Danach sind Sie beim großen "Hartz-Spaß" garantiert mit dabei.
Wo ein Wille ist,
ist auch ein Weg ...
Auch Sie kommen ins gepriesene deutsche Sozialparadies. Dann brauchen Sie nicht mehr sozialneidisch sein auf Hartz IV-Empfänger.
...

Ungewolltes Mitbringsel

"Aber wenn es das bedingungslose Grundeinkommen gibt, bin ich dabei. Das greife ich in Steinbrück'scher Manier mit ab, aber locker !"

Ihre Vorfreude ist unnötig, Sie greifen nix ab beim BGE, denn selbst Ihnen würde es einfach so, weil Sie sind, per Definition gehören, es ist BEDINGUNGSLOS!. Da brauchts kein Abgreifen.

Ent-Täuschend ist Ihre Wortwahl aber dann doch zeigt sie uns allen in sublimer Weise, dass auch sich hier Ihr persönliches Abzockergen in freudscher Manier veröffentlicht. Ob Sie sich damit aber von den "Hartzern" nun abheben? "Aber locker", oder?

Alkohol und Einkommen

Auch wenn der Beitrag, auf den Sie sich beziehen, meines Erachtens sarkastisch gemeint war: Was den Alkohol betrifft, ist Ihr Tipp richtig. Es gibt eine Reihe von Studien, die zeigen, dass zwar Tabakkonsum in den unteren Einkommensgruppen am stärksten verbreitet ist, Alkoholkonsum dagegen mit steigendem Bildungs- und Einkommensniveau zunimmt.

Zum Beispiel hier:

http://www.uni-bayreuth.d...

"Je höher der Bildungsstand, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Alkoholkonsums. „Es
erscheint wenig plausibel, dass Menschen mit einer weit über-
durchschnittlichen Ausbildung ausgerechnet in puncto Alkohol
schlecht informiert sind“, erklärt Koautor Udo Schneider. “Näher liegt die Annahme, dass das Wissen um die Risiken der ‚Volksdroge Alkohol’ durch die gesellschaftliche Akzeptanz verdrängt wird. Gerade in sozialen Milieus mit einem relativ hohen Bildungsstand kommt es nicht selten vor, dass Menschen sich wechselseitig zum Alkoholkonsum animieren.“ [...]
Gerade in Bevölkerungsgruppen mit signifikant höherem Einkommen scheint der Alkoholkonsum besonders ausgeprägt – stärker noch als in den mittleren Einkommensgruppen."

... Ironie ...

... ist, zugegeben, schwierig - denn dem unverschuldeten und arbeitssuchenden Hartz IV-Empfänger eine derartige Motivation zu unterstellen, käme mir nicht einmal in den Sinn.

Schön, dass ich BGE bekomme, das spare ich gerne auch oder gebe es gleich aus, denn so schnell kann man gar nicht kaufen, wie sich das entwertet... Vielleicht reicht es ja für einen Käffchen mit der oberschlauen "Marina" .

Zynismus

und Polemik sind Ihr Fach hier gewesen. Ihr Kommentar #195 - "Mein Recht" zeigt schon mit dem Titel Ihre negative Befangenheit mit dem Thema. Globales Bashing:

"Vorschlag: Einfach keine Hartz IV -Leistungen beantragen, dann hat man die Demütigung nicht."

"Und zu den Hartz IV-Sätzen: Solange "Hartzen" ernsthaft als eine Lebensperspektive verstanden wird, sind sie ganz offensichtlich und eindeutig viel zu hoch, insbesondere in Berlin."

Ironie hingegen ist, dass auch Sie ein BGE erhalten würden.