Leserartikel

ArbeitslosigkeitDas beschämende Gefühl, Hartz IV zu beziehen

Leser Dirk Mergel fühlt sich als Hartz-IV-Empfänger vom Arbeitsamt gedemütigt. Er müsse sinnlose Bewerbungen schreiben, damit seine Bezüge nicht gekürzt werden. von Dirk Mergel

Ich oute mich. Ich habe es lange vor meinen Freunden und Bekannten geheim gehalten. Ja, ich beziehe Hartz IV. Es ist ein erniedrigendes Gefühl. Es ist, als ob jemand dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Es ist beschämend, sich auf dem Amt nackig zu machen, Kontoauszüge der letzten sechs Monate vorlegen zu müssen, bei einer Mitarbeiterin, die wahrscheinlich grade so die mittlere Reife geschafft hat, sich dir gegenüber jetzt aber wie eine Göttin aufführt.

Du weißt, was du kannst, aber du gehörst eben nicht zu den Glücklichen. Du bist ein Loser. Du hast beim großen Poker um die Karriere mit schlechten Karten spielen müssen, bist ausgestiegen, hast nicht mehr reizen können, warst zu feige.

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"Haben Sie das jetzt verstanden?", fragt die Frau dir gegenüber, und du bist ganz verwirrt. "Was, bitte? Verzeihen Sie." – "Sie unterschreiben hier eine Eingliederungsvereinbarung, da erklären Sie sich bereit, jeden Monat zehn Bewerbungen zu schreiben." Unverständnis. Egal ob sinnvoll oder nicht, ich muss mich bewerben, vielleicht als Koch oder Schweißer. Hauptsache, dem System ist Genüge getan. Bitte, mach ich doch glatt.

"Wenn ich nicht genügend Stellen finde, wo ich mich bewerben kann, was passiert dann?" – "Sie können sanktioniert werden, es wird Ihnen Geld abgezogen von den monatlichen Zuwendungen des Staates." Das habe ich sofort kapiert. Wenn ich also Bewerbungen schreibe, egal wie schwachsinnig sie sind, bin ich ein braver Bürger, wenn ich sie nicht schreibe, ein böser.

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Meine Frau, tätig im Hotelfach, findet hier in Mecklenburg-Vorpommern auch seit Jahren keinen Job mehr, weil die Konkurrentinnen aus Polen – nichts gegen sie – einfach günstiger sind. Meist arbeiten sie sogar schwarz. "Die ganzen Pollacken nehmen uns die Arbeit weg," wettert schon seit Jahren die braune Pest. Sie erhält Zulauf. Junge Menschen wenden sich in Mecklenburg-Vorpommern denen zu, die ab und zu mal ein Lagerfeuer machen und den Jungs erklären, dass ohne die "Pollacken" alles im Lack wäre.

Meine Frau hat dieses Jahr einen Ein-Euro-Job aufs Auge gedrückt bekommen. Was als Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gemeint ist, ist bei meiner Frau leider nicht angekommen. Sie hat als volle Arbeitskraft arbeiten müssen. Ohne Chance, übernommen zu werden. Warum? Weil sie in einem Museum beschäftigt war, das ausschließlich von Ein-Euro-Jobs lebt. Über den Sommer nimmt dieses Museum viel Geld ein, aber die Mitarbeiter schickt man mit einem Euro nach Hause.

Meine Söhne möchten jetzt Sport machen. Tolle Idee. Der eine möchte Fußball spielen. Soll und wird er auch. Ein Paar Fußballschuhe fürs Training: 25 Euro. Ein Paar Schuhe für die Spiele: 45 Euro. Der andere möchte Judo machen. Soll und wird er auch, mit oder ohne Hilfe des Staates.

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Leserkommentare
    • medscot
    • 10. Dezember 2012 12:27 Uhr

    Hallo,
    ich bedauere, daß sie in diese miesliche Lage gerutscht sind und ich verstehe ihren Frust darüber anscheinend sinnlose Dinge tun zu müssen.
    Doch bitte bedenken sie, daß Regeln für die gemacht sind, die sie nicht befolgen. Ich bin überzeugt der Großteil der Bürger bräuchte kein Gesetz, das stehlen verbietet und doch gibt es dieses Gesetz und wir als gesellschaft brauchen es auch, um diejenigen die es brechen bestrafen zu können.
    Natürlich machen viele Hartz-IV-Vorschriften im Einzelfall keinen Sinn, aber es gibt leider immernoch viel zu viele Menschen, die lieber von Hartz-IV und ein bisschen "Schwarz nebenher" leben, als nach echter Arbeit zu suchen und bei dem Versuch diese Menschen "auszusortieren" leiden leider auch Menschen, die ihr bestes geben.
    Das bedauere ich, halte es aber leider für notwendig.
    MfG,
    Shari

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    >> Doch bitte bedenken sie, daß Regeln für die gemacht sind, die sie nicht befolgen. Ich bin überzeugt der Großteil der Bürger bräuchte kein Gesetz, das stehlen verbietet <<

    ... hinkt massiv. Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Wer stiehlt und erwischt wird, wird irgendwie bestraft.

    Bei Hartz IV wird erstmal jeder pauschal und im Vorfeld bestraft - könnte ja sein, dass er einer von den Dieben ist.

    Und übrigens, diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten hat es immer gegeben und wird es immer geben. Die wird man selbst mit Zwangsmaßnahmen nicht in die nicht vorhandenen Arbeitsverhältnisse vermitteln können.

    Der Umgang mit Arbeitslosen hierzulande ist gleichermaßen entwürdigend und sinnfrei.

    Natürlich machen viele Hartz-IV-Vorschriften im Einzelfall keinen Sinn [...]

    Sagten Sie, manche Kommentare machen im Einzelfall keinen Sinn, hätte ich Ihren empfohlen.

    spricht mir aus der Seele. Mir ist es genauso ergangen. Nicht nur, dass man sich in der Gesellschaft wie "Bodensatz" vorkommt, sondern, dass man der Beamtenwillkür schutzlos ausgeliefert ist. Regeln sind dazu gemacht die "Administration" der Einzelschicksale zu erleichtern. Wie gnädig: "...ja da brauchen Sie dann auch nicht zu befürchten, dass wir Sie zum Blätterfegen in den Wald schicken...."

    Dieses Argument, dass es ja angeblich so wahnsinnig viele Leute gibt, die den Sozialstaat ausnutzen, hört man ja oft. Ich frage mich: kennen Sie so jemanden? Kennt irgendjemand hier so jemanden?

    Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um ein Märchen, das irgendein Politiker irgendwann mal verstreut hat, um die Einführung von mehr und mehr Kontrolle seitens des Staates zu rechtfertigen (zieht sich übrigens durch alle Ebenen; siehe z.B. auch "Terrorismusgefahr"), und das dann ganz viele Bürger mit ganz viel Freude weitererzählen.

    Es steht völlig außer Frage, dass es immer Einzelfälle schwarzer Schafe geben wird, die tatsächlich den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen und sich über Geldgeschenke vom Staat freuen. Aber erstens lassen sich diese Fälle auch durch immer noch mehr Kontrolle nicht vermeiden, und zweitens sind Einzelfälle überhaupt gar kein Argument dafür, dass die Masse der HartzIV-Bezieher unter starren und zum Teil für sie sinnlosen Regelungen leiden soll.

    Ich glaube, dass es ziemlich wenige Menschen gibt, die wirklich NICHT arbeiten möchten. Das Problem liegt eher darin, dass unsere Gesellschaft für immer weniger Menschen einen Platz hat.

    Das Schlimmste an dem Ganzen ist aber das dahinter stehende Menschenbild: Bürger sind grundsätzlich nicht mündig und selbstbestimmt, sondern dumme Kindergartenkinder, denen Papa Staat mit Sanktionen kommen muss, wenn sie seine aus individueller Sicht häufig willkürlichen und sinnolsen Regeln nicht befolgen.

    Nur es traut sich niemand.

    Die Alternative wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen.

    Auf einen Schlag bräuchte man kein Überwachungs-, Zuteilungs- und Berechnungssystem mehr, daß sich personalintensiv um die Einhaltung fragwürdiger Spielregeln bemüht, um einen kleinen Anteil Mißbrauch zu verhindern und dabei aber die überwältigende Mehrheit der Antragsteller gängelt.
    Jeder Bürger hätte einen Anspruch allein durch sein Da-Sein, niemand würde sich als Almosenempfänger gebrandmarkt sehen. Existenzsicherung wäre abgekoppelt von Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit kein Stigma mehr.

    Auf einen Dschungel an Einzelleistungen könnte verzichtet werden, alles wäre durch das bedingungslose Grundeinkommen abgedeckt und jeder würde gleichbehandelt.

    Aus humanitären und wirtschaftlichen Gründen spräche vieles dafür.

    "Ich bin überzeugt der Großteil der Bürger bräuchte kein Gesetz, das stehlen verbietet und doch gibt es dieses Gesetz und wir als gesellschaft brauchen es auch, um diejenigen die es brechen bestrafen zu können."

    Da irren Sie sich aber gewaltig. Vertauschen Sie mal nicht Ursache und Wirkung. Ohne Gesetz wird schnell aus dem braven Spießbürger ein Aasgeier. Lesen Sie sich mal in den Ausgangspunkt der bedeutenden Rechtstheorien ein...

    "aber es gibt leider immernoch viel zu viele Menschen, die lieber von Hartz-IV und ein bisschen "Schwarz nebenher" leben, als nach echter Arbeit zu suchen und bei dem Versuch diese Menschen "auszusortieren" leiden leider auch Menschen, die ihr bestes geben."

    Hallo Shari, meinen Sie das wirklich ernst? Was ist schlimm daran, wenn einzelne mit Hartz-IV leben können und wollen? Geben wir denen ein bedingungsloses Grundeinkommen, und alles ist gut! Mich stören gut verdienende Steuerhinterzieher viel mehr, die richten weit größere Schäden an.

    Aber beim "Menschen aussortieren" läuft es mir dann doch kalt den Rücken runter. Das hatten wir alles schon mal. Wenn Menschen tatsächlich glauben, das Hartz-IV-System wäre sinnvoll oder gar notwendig, dann kriege ich Angst vor dieser Gesellschaft. Richtige Angst ...

    Ich möchte jetzt einfach mal wissen, woher Sie die Informationen hben, daß "immer noch sehr,sehr viele Harz4-Empfänger Stütze bekommen und schwarz arbeiten.
    NIcht, daß ich das abstreite, aber ich hätte gerne mal Quellen, Zahlen, Fakten. Damit könnte man arbeiten und argumentieren.
    Aber dieses pauschale D I E arbeiten doch nebenbei schwarz (und sind alles Schmrotzer) das kann ich nicht mehr hören.

    Genau wie im Ausgangstext D I E Ausländer nehmen uns die Arbeit weg. Das ist gewollt, daß die breite Masse so denkt.

    SPD und CDU und FDP und GRÜNE haben in den letzen 20 Jahren Gesetze gemacht, die Menschen wie den Artikelschreiber in diese Lage gebracht haben. Der Beitrag zur AL-Versicherung wurde fast halbiert - und die Leistungen entsprechend gekürzt. Der Anteil der Arbeitgeber und Kapitalhalter am Volkseinkommen wurde radikal erhöht (auch auf Kosten der Arbeitslosen). (Die Lohnnebekosten waren nicht zu hoch, das war nur Scheinargument)
    Der Schreiber ist ein geplantes Opfer der größten Umverteilungsaktion seit dem 2. Weltkrieg von unten nach oben. Noch immer fliessen jährlich 100 Milliarden mehr in die Taschen der Kapitlhalter, als vor dem Jahr 2000. Und die müssen irgendwo herkommen. Ich bin nicht neidisch. Ich sehe nur, wie ein funktionierendes System kaputt gemacht wurde.

    Lieber behandelt man 3 Millionen arbeitswillige wie Faulenzer, als daß man (vielleicht 200 oder 300.000) Sozialschmarotzer "Überbezahlt".
    "alle in einen Topf und dann drauf" = Agenda 2010

    • Infamia
    • 11. Dezember 2012 10:04 Uhr

    "Natürlich machen viele Hartz-IV-Vorschriften im Einzelfall keinen Sinn, aber es gibt leider immernoch viel zu viele Menschen, die lieber von Hartz-IV und ein bisschen "Schwarz nebenher" leben, als nach echter Arbeit zu suchen und bei dem Versuch diese Menschen "auszusortieren" leiden leider auch Menschen, die ihr bestes geben."

    Eine Gesellschaft, die ihre Bürger respektiert, sollte es aushalten können, wenn ein verschwindend geringer Teil im unteren Prozentbereich die Regeln bricht. Deswegen gleich ganze Heerschaaren von Arbeitslosen in Sippenhaft zu nehmen, zeugt nur davon, dass man dem Bürger nicht traut. Ich gehe davon aus, über 90% der Bürger würden auch ohne diese unsinnigen Regeln alle Hebel in Bewegung setzen, um wieder in Lohn und Brot zu kommen. Stattdessen drangsaliert man lieber alle, um statistisch gesehen sagen zu können, wir haben alle(s) im Griff und jeder, der keine Arbeit findet, ist selber schuld. Und Sie fallen auch noch darauf rein. Ich bedauere Sie um Ihr verqueres Menschenbild.

    Das System funktioniert insofern, dass jede Schicht, egal ob Ober-, Mittel- oder Unterschicht immer jemanden findet, auf dem sie rumtrampeln kann.

    • AndreD
    • 11. Dezember 2012 13:58 Uhr

    Für welchen Arbeitsplatz?

    Wir haben 6,5 Mio SGB II - Empfänger (Hartzer) und Aufstocker
    Dazu noch die
    offiziellen 3 Mio Arbeitslosen ALG I - Empfänger.
    Weiters fallen 1-Euro-Jobber, Frühverrentete, ALG-II-Empfänger in "Weiterbildung" usw. nicht in die Statistik.

    Sind etwa 12 Mio.

    Von 40 Mio Arbeitsfähigen sind das sage und schreibe 30%!!!!

    DREISSIG PROZENT!!!!

    Wer glaubt denn, dass in diesem Land noch zureichend Arbeit für 12 Mio arbeitsfähige Menschen vorhanden ist?

    Und gleichzeitig explodiert das BIP!!!!

    Schalten Sie ihr Reptilhirn (Revier) ab, das Stammhirn (soziales Verstädnis) ein und aktivieren Sie ihren Neo-Cortex (logisches Denken).

    was die dokumentationspflicht und herzeigepflicht betrifft hast du recht.

    aber 1eurojobs machen arbeitsmarkt und löhne kaputt und sind nichts anderes als sklaverei.

    • big1953
    • 12. Dezember 2012 16:54 Uhr

    ist das, was hier aufkommt - weshalb Ihr Vergleich schlicht nicht zutrifft,

    es sei denn, Sie würden es auch als normalempfinden, dass die Polizei dauernd bei ihnen Hausdurchsuchungen macht - weil Diebstahl ist ja strafbar und deshalb muß jeder eben kontrolliert werden, ob er nicht..............

    Der Autor dieses Artikels hat einen wichtigen Punkt wohl vergessen. Denn die Kosten für die Bewerbungen werden zu 5,00 € pro Bewerbung erstattet. In aller Regel egal ob sinnvoll oder nicht. So ist es auch mit den Bewerbungen auf Vermittlungsvorschläge. Die kann man zwar u.U. ablehnen. Aber wenn man bedenkt, dass man damit sogar Geld verdienen kann, wenn man sich darum bemüht die Bewerbungen auch zurück zu erhalten, müßte man schon schön blöd sein, gar den Eindruck zu erwecken man sei arbeitsscheu.
    Der Staat könnte Millionen im Jahr einsparen, wenn er nur die Argen dazu veranlasste auch nur halbwegs qualifikationsadäquate Jobvorschläge zu verschicken. Stattdessen, ist es dem Staat lieber darauf zu verweisen wie viel Geld er doch für all die armen Arbeitslosen ausgibt. Um die er sich doch so sehr sorgt...
    Die Arbeitsämter in der BRD sind für mich die größte Lachnummer. Schad´, dass ich kein Komiker bin, sonst könnte ich da bestimmt auch noch anfangen.

  1. offenbar geht es Ihnen nicht um ein Häuflein Kohle, sondern um Würde, Freiheit, Selbständigkeit. Darum, nicht von einer Zwanzigjährigen angepampt zu werden, wenn Sie sich zu wenig für sinnlose Tätigkeiten beworben haben. Darum, Ihren Söhnen gesellschaftliche Teilhabe bieten zu können. Darum, sich nicht wie ein Gebrandmarkter fühlen zu müssen, in einem Atemzug genannt mit Honey-Boo-Boo und Konsorten. Kurz: Ich kann Sie gut verstehen.
    Nur: Die verdammte Dokumentationspflicht, das Sich-Reinreden-Lassen, die Unselbständigkeit in der konkreten Durchführung einer Tätigkeit, eine ausufernde Rechenschaftspflicht, all das gibt es leider auch im Arbeitsleben immer mehr.
    greetz, BG

    • Gwerke
    • 10. Dezember 2012 12:35 Uhr

    Ich habe mal (Dez 2010) fiktiv für eine 4-köpfige Familie Hartz IV Leistungen zusammengezählt und kam zu Erstaunlichem:

    Die Hartz IV Sätze sind:
    2 Erwachsene (Eltern): 656
    1 Kind 6-13 Jahre: 251
    1 Kind 13-18: 287
    Summe: ca 1200 Euronen

    Dazu kommt:
    - Warmmiete: 900€
    - Lernmittelfreiheit (2 Kinder zusammen 500€/Jahr): 40€
    - Fahrkarte zur Schule: 2*40€ = 80€
    - "Bildungspaket" 2 Kinder: 20€
    - Sporadische Sachleistungen wie Herd, Waschmaschine: bescheidene 20€
    Summe Sachleistungen: ca 1100€

    Macht Netto ca 2300€.

    Eltern mit Sozialversicherungspflichtigem Einkommen müssen abzüglich Kindergeld (400€) ca 2600€ Brutto (ca 1900€ Netto) verdienen, um monatlich das gleiche verfügbare Einkommen zu erzielen.

    Sind Beide berufstätig, kommen noch Kinderbetreuungskosten hinzu. Für eine(n) Berufstätige(n) sind 2600€ Brutto schon kein "Niedriglohn" mehr.

    Ich finde, Sie klagen auf sehr hohem Niveau!

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    • Chali
    • 10. Dezember 2012 12:50 Uhr

    Wenn Sie einen Alleibstehenden nehmen, sehen die Zahlen lange nicht mehr so impossant aus.

    Aber Sie haben natürlich Recht. Reichtum ist erblich - warum sollte das mit Armut anders sein? Bewzeichnenderweise hat man in den ersten Fassungen von HartIV nicht einmal in Erwägung gezogen, das HartzIV-Kinder auch nach dem 16.Lebensjahr zur Schule gehen könnten. Das war noch eine gesunde Sicht der Dinge!

    Wie war das doch gleich mit der Abschaffung der Sippenhaft?

    klagt nicht auf hohem Niveau, denn das Gehalt, was sie angeben, habe ich in D Anfang der 90iger als Jung-Ing. verdient und daran hätte sich bis heute nichts geändert, ausser das die Lebenhaltungskosten sich vervielfacht haben. Lebe daher auch nicht mehr in D.

    Das Problem ist die auch im Artikel beschriebene Zuhältermentalität der ARGE, denn was würde denn passieren, wenn die Quersubventionierung der dt. Unternehmen durch 1-Euro-Jobs, Aufstocker etc wegfällt, dann müssten sich die Unternehmen kümmern, Arbeitskräfte und die Lohnentwicklungen wären andere. Bloss solange der Staat mittels dieser Druckmittel Leute in den Niedriglohnsektor presst, wird sich in D nichts ändern und der Knall dieser Agenda 2010 wird richtig 2020 durchschlagen. Und sagen sie jetzt nicht dann gehen die Unternehmen ins Ausland, das haben die meisten versucht und sind geprügelt wiedergekommen allein in Polen waren es um 2005 zwei von drei. Bestes Beispiel ist da übrigens Nokia.

    Leider erfährt man nicht was der Autor gelernt/studiert hat und ob er plus Familie damit nicht in einem anderen Landesteil oder Land Arbeit finden würde.

    Mietkosten für eine Wohnung im ländlichen Raum Hessen 4 Personen 427,50 Euro. Heizkosten 0,93 Euro pro Quadratmeter für die Raumfläche die für eine 4 köpfige Familie erlaubt ist. Wo kommen sie Bitte auf 20,00 Euro für Herd oder Waschmaschine. So etwas gibt es nicht. Sollte eine Waschmaschine kaputt gehen, bekommt man evtl. einen Kredit.

    Stromkosten müssen aus dem Leistungen bezahlt werden und der ist für eine vierköpfige Familie ja eher zu vernachlässigen, nicht wahr.

    Und was mache ich mit 10 Euro Bildungspaket, wenn Nachhilfe 6,50 pro Std. kostet??

    Können Sie mit 251 Euro ein Kind von 6 - 13 Jahren nach den entsprechenden Jahreszeiten einkleiden?? Die Schuhe die im Frühjahr gekauft wurden passen leider im Herbst nicht mehr.

    Oder der 17 Jährige Labander, der bei 1,95 Körpergröße und Schuhgröße 48 morgens mal eben 4-5 Butterbrote einatmet.

    Nun die Schulen verlangen deutlich mehr Geld als diese 20 Euro im Monat. Denn dort kommt über Kopiengeld, Klassenkasse, Lehrmittel Anschaffungen, Klassenfahrten und Ausflüge und Arbeitsaufgaben "Recherchiert also im Internet ........

    Ich denke Sie haben keine Kinder, sonst könnten Sie so etwas nicht schreiben.

    ALG II ist der Mindestbedarf zum Überleben. Wenn die Löhne derjenigen die im Billiglohnland noch Vollzeit arbeiten und Überstunden schieben zu wenig verdienen. Nun wehren Sie sich doch mal.

    In unserer Kommune nahe Düsseldorf liegt der Satz für eine Familie mit zwei Kindern bis 13 inkl. Wohnkosten bei insgesamt 1700,- ( wird in München durch höhere Wohnkosten
    darüber, irgendwo an der polnischen Grenze darunter liegen )

    Kosten für Schulmaterialien, Fahrkarte zur Schule und Schulessen sind im Regelsatz enthalten, werden nicht zusätzlich übernommen; auch keine sporadischen Sachleistungen.

    Wenn; dann über einen Kredit, dessen Raten vom Regelsatz einbehalten werden.

    Zum Artikel:

    Ein Hartz-IV-Empfänger muss keine Eingliederungsvereinbarung(öffentlich-rechtlicher Vertrag !)
    unterschreiben; darf deshalb nicht sanktioniert werden !

    Wie jeder Vertrag ist eine EGV verhandelbar, muss darüber hinaus einige vorhergehende und inhaltliche Voraussetzungen erfüllen. Das Unwissen darüber; gepaart mit Drohungen in Richtung Leistungskürzung; führt erst zur Selbstentrechtung der Hilfeempfänger durch Unterschrift..

    • Klüger
    • 10. Dezember 2012 13:51 Uhr

    ... das Sie sich erst einmal informieren sollten, bevor Sie hier vor sich hin rechnen!

    Ihre Rechnung entspricht keinesfalls der Realität.

    Die Bezüge sind deutlich niedriger.

    Abgesehen davon ist es schön, dass Ihnen bewusst wird, dass man für Vollzeitarbeit im heutigen Deutschland nicht mehr fair verdient.

    Vielleicht denken Sie auch über den Zusammenhang dieser unschönen Tatsache mit den Hartz IV Reformen nach?

    Kleiner Tipp - das Existenzminimum wird durch die Hartz IV-Sätze ausgestaltet?

    Was befriedigt eigentlich Leute wie Sie, unter solchen Kommentaren irgendwelche Fantasierechnungen anzustellen, die mit den tatsächlichen ALGII-Sätzen sehr wenig bis nichts zu tun haben? Ist es wirklich Ahnungslosigkeit? Schlampige Recherche? Ist das gewollt oder ungewollt? Mich würde das wirklich mal interessieren. Denn immer wieder tauchen solche oder ähnliche "Berechnungen" auf, die der Realität entbehren.

    Sie erlauben Korrekturen?
    2 Erwachsene (Eltern): 656 - richtig
    1 Kind 6-13 Jahre: 251 - richtig
    1 Kind 13-18: 287 - richtig
    Summe: ca 1200 Euronen

    Dazu kommt:
    - Warmmiete: 900€ FALSCH! selbst für München sind das nur 790 €, in anderen Städten deutlich weniger.
    - Lernmittelfreiheit (2 Kinder zusammen 500€/Jahr): 40€
    Wo bitte zahlt man 500 € pro Jahr für Schulbücher? NRW 80 €, Berlin, Hamburg max 100 €, macht für die Musterfamilie max. 15 €
    - Fahrkarte zur Schule: 2*40€ = 80€ - nur, wenn es anfällt
    - "Bildungspaket" 2 Kinder: 20€
    - Sporadische Sachleistungen wie Herd, Waschmaschine: bescheidene 20€
    Sporadische Sachleistungen gibt es bei ALG II GAR NICHT!
    Summe Sachleistungen: ca 1100€ - FALSCH
    Summe "Sachleistungen" unter Voraussetzung, dass die so überhaupt anfallen: 750 €

    Macht Netto ca 2300€. FALSCH

    Macht Netto: 1900 €, tatsächlich also rund 1550 € (-> Kindergeld) mehr, als "Ihre" arbeitende Beispielfamilie, der noch ca. 100 € Wohngeld zustünde! Wieso gehen Sie bei der eigentlich davon aus, dass nur einer arbeiten braucht bei 2 schulpflichtigen Kindern?

    • Pepsiax
    • 10. Dezember 2012 14:21 Uhr

    Ich bin allein erziehender Vater und als Verkaufsleiter in einem hoch technischen Beruf tätig. Eine Freundin ist allein erziehend und Hartz/4 Empfängerin.

    die Miete bekommt niemand ausgezahlt, (da immer der Mietspiegel gilt. Außerdem muss das Amt die Wohnung zuteilen. Auch wenn Sie schon 5 Jahre da leben, sagt die Agentur, dass sie die Wohnung nicht zugeteilt hat und zahlt weniger)
    es gibt kein Kindergeld
    Strom Tel etc zahlt der Empfänger selbst
    Zulagen gibt es schon lange nicht mehr.

    (wenn er sich womöglich ein Auto leistet, um sich vorzustellen, wird der Satz verringert
    wenn die Oma Klamotten zahlt und es wird nicht angegeben, ist das Betrug
    neue Wohnung finden - sehr schwer)

    Fazit: Von den 360 Euro zahlt man im allgemeinen die Restkosten für die Wohnung. Leben tun Elternteil und Kind von den 250 Euro für das Kind, die übrig bleiben.

    Ich möchte sehen, wer damit klarkommt, vor allem, solche Leute, die solche Lügen verbreiten, weil sie sich gar nicht vorstellen können, dass es ehrliche Leute gibt, die das schaffen.

    Und: der Hartz/4 Empfänger trägt dazu bei, dass DE sich nicht weiter verschuldet - und das seit die SPD die Gesetze von einem Automobilmanager hat bauen lassen!

    es geht herrn mergel um würde, nicht um´s geld. es geht um teilhabe, nicht um faulheit. und es geht darum, dass diejenigen, am gesellschaftlichen wert der arbeit ehh schon zu zu knabbern haben ... dass diese menschen nicht respektiert und einbezogen werden, sondern oft von oben herab behandelt - egal, ob das explizit passiert, wie im sozialamt; oder implizit durch ausschluss von gesellschaftlicher begegnung, die auf geldwerter gegenleitung beruht.

    Ich denke, Sie haben Herrn Mergels Problem nicht ganz verstanden: Er beklagt sich ja mitnichten die Zahlbeträge, sondern ein System, das einen nötigt, vor jedem Trottel Männchen machen und sich in den Hintern gucken lassen zu müssen, um eine banale Versicherungsleistung zu erhalten. Vergessen wir doch bitte nicht, daß wir es mit einer Sozialversicherung zu tun haben, in die wir (incl. Hrn. Mergel) vorher lange und fleißig eingezahlt haben werden, wenn es uns denn mal trifft.
    Und warum, bitte sehr, sollte z.B. ein arbeitsloser Philosoph (ich weiß freilich nicht, was Herr M. so macht) weniger Respekt verdienen oder -um es einmal in der häßlichen Tech-Sprache unserer Zeit zu formulieren- ein weniger produktiveres Mitglied der Gesellschaft sein, als irgendeine Trulla, die auf dem Arbeitsamt 8 Stunden täglich Formulare stempelt und Leute triezt, und dafür ein Beamten- oder Ödi-Gehalt überwiesen bekommt: Gehalt ist letzten Endes auch nur eine Form konditioneller Alimentierung.
    Ein allgemeines Grundeinkommen (egal, wie niedrig) sollte wirklich mal überdacht werden. Steht eigentlich jedem Bürger zu, der darauf verzichtet hat, sich seinen Unterhalt mittels Raub oder spontaner Landnahme zu bestreiten ;)

    Sie errechnen 2300 € für insegsamt 2 Erwachsene und zwei Kinder (davon teilweise Sachleistungen oder Miete).

    Das wären entsprechend 1150 Euro (netto) für einen Erwachsenen mit Kind: Sie können doch den Bedarf eine vierköpfigen Familie nicht einem einzelnen Verdienst (von 2600 E) gegenüberstellen (ein Verdienst, zu dem für Kinder auch noch zusätzliche Leistungen hinzukommen, wie Kindergeld, Betreuungsgeld etc.)

    Wenn Sie nun fair rechnen, bleiben gemäß ihrer Zahlen für einen Alleinerzieher 1150 Euro, von dem dann zunächst Miete+ Nebenkosten (im Beispiel 450 Euro) abgehen.

    Es bleiben 700 Euro, von denen Strom (der fällt bei Hartz IV nicht unter Nebenkosten), Telefon, Versicherungen, Kontogebühren, und evtl. Auto sowie Reparaturen und sonstige Anschaffungen abgehen.

    Mit dem Rest müssen sie dann nicht nur sich, sondern eben auch ihr Kind ernähren und einkleiden. (Von Dingen wie Schulaktivitäten, Kultur und Freizeit, Gesundheitskosten oder Urlaub ganz zu schweigen).

    Das nennen Sie Jammern auf hohem Niveau??

    Abgesehen davon werden Sie stigmatisiert, laufen Spießruten, müssen sich vor Ämtern nackt machen und haben oft keine echten Perspektiven, außer diejenige von Jobs im Niedriglohnsektor oder als Aufstocker - nicht selten unterhalb ihrer Qualifikation.

    Es ist sehr einfach, den Ärmsten Vorwürfe zu machen. Es befreit von der Verantwortung, sich diesem Thema differenziert zu stellen und selbst gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

    Gwerke, Sie rechnen falsch. Denn zum einen wird eine Warmmiete von 900 EUR für 4 Personen vom Jobcenter nicht lange übernommen.Dieses muss nach einer Übergangsfrist nur die "angemessenen Kosten der Unterkunft" zahlen (§ 22 Abs.1 SGB II). Bei 4 Personen sind dies in einer eher teureren Stadt wie Bremen oder Berlin z.B. 611 EUR (einschl. aller Nebenkosten außer Heizung + Strom), in kleineren Orten mit niedrigerer Miete auch noch deutlich weniger. Dazu kommen dann noch die Heizkosten, wo die Kommunenen aber auch zu deckeln versuchen. Einmalige Leistungen wie "Herd u.ä." gibt es nicht in der von Ihnen angenommenen Form obendrauf, ebenso wenig z.B. Schulfahrtkosten (die nur in ländlichen Regionen als ziemliche Ausnahme. Und auch die Lenmittelfreiheit kann man nicht einfach als Einkommen rechnen. Unter dem Strich heißt das, dass Ihre Rechnung viel zu hoch ausfällt und Hatz IV je nach Wohnort rund 400 - 700 EUR weniger ausmachen dürfte.
    Und jedes Einkommen, gerade auch Kindergeld, wird auf Arbeitslosengeld II angerechnet. Das scheint Ihnen völlig unbekannt zu sein.
    Fragt sich nur, weshalb Sie solche Zahlen in Umlauf bringen, wenn Sie sich nicht auskennen. Sie irren sich jedenfalls, vielen Menschen in der Budesrepublik geht es finanziell nicht gut. Und es sind nicht die Bezieher/-innen von Hartz IV, an denen das liegt!

    Da sehen sie mal wie wenig Menschen aus ihrer Arbeit beziehen...

    Nicht die Hartzer kriegen zuviel Geld, nein die arbeitende Gesellschaft kriegt zuwenig.

    Solange dieses Denken sich nicht durchsetzt, gilt das gute alte "divide et impera"

    Sind Sie nicht dieser Meinung sage ich ihnen: es trennen Sie von HartzIV nur 15 Monate.

    Ich finde, Sie klagen auf sehr hohem Niveau!

    1.) Können Sie schon dem Artikelstil entnehmen, dass den Mann soviel bedrückt, dass er nicht weiß wo er mit dem erzählen anfangen oder aufhören soll.

    2.) Wenn Sie eine Kostensumme für einen 4 Personen Haushalt aufstellen, dessen Betrag fürs überleben ist, dann sollten Sie die Summe nicht einem Einzelverdiener gegenüberstellen (letzter Absatz), sondern 2 Verdienern. Schliesslich sind der Mann UND die Frau ohne Job.

    3.) Selbst wo Sie andeutungsweise vorrechnen, dass 2 Berufstätige "nur das gleiche" Gehalt erzielen, wie eine 4 Köpfige Famile ohne Arbeitseinkommen, haben Sie immer noch 2 MinderQualitäten unterschlagen, um Lächerlichkeit zu produzieren:

    a.) Die Summe genügt gerade eben um über den Monat zu kommen. Für Alle. Egal ob Arbeitslos oder Niedriglohn.

    b.) Arbeitslosigkeit bedeutet eine andere psychische Belastung, als die bei einer Arbeit. Vor Allem, wenn Sie Kinder haben! Es gibt keine Kollegenwitze, keine ablenkenden Themen bzgl. Arbeitsausführung etc. etc.
    Es gibt NUR Gedanken, die sich mit Sorgen auseinandersetzen. Von Morgens bis Abends. Und wenn Sie nicht schlafen können, auch Nachts.

    Ist es so schwer ein wenig, ein klitzekleines bischen mehr Empathie für seine Mitmenschen aufbringen, als für sein Auto oder den Gartenzwerg.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jz

    Du hast mal eben vergessen die Fakten zu recherchieren.

    Keine Ahnung von dem was du schreibst, hauptsache fiktive Belege für den Luxus von Hartz IV in die Öffentlichkeit posaunen?

    Zieh erst mal das Kindergeld von Regelsätzen der Kinder ab.

    Im Netz gibt es etliche ALG II Rechner. jeder der wissen will was du für Propaganda vertreibst sollte sich bitte mal die Mühe machen und dort die Angaben deiner fiktiven Familie eingeben. Als Klatmiete habe ich mal 600,- genommen, dann 200,- NK und 100,- HK. Damit die 900,-WM entstehen.

    Wenn du meinst der Leser Dirk M. jammert augf hohen Niveau musst du dir aber auch sagen lassen du lügst auf niedrigem Niveau.

    Es ist egal ob du es eißt oder nicht. Du hast dich gefälligst zu informieren bevor du Menschen etwas unterstellst.

    es ist nicht klagen auf hohem nivio.jeder der in die lage von hartz kommt.ob haus oder wohnung,erspartes,versicherungen .hat das aufzugeben.okay das ist grecht,doch auch ein jeder der ziele und seine familie nterstützen will,kann in hartz geratten.mir ist es auch so gegangen,kümmere mich heute um die menschen die nicht mit der regulung klar kommen.egal wer hier den ersten stein wirft,sollte sich mal an der nase packen.der spd kann man mit ihrer agenda2010 nicht sagen sie haben den großen wurf gemacht.zumal das ende der fahnenstange kommt noch.wie viele stecken in policen der versicherer und werden sich wundern wie der statt und die versprochenen gelder den bach runter gehen.

    egal wer sich in arbeit befindet,jedoch wer hier 40jahre geschufftet hat.dem seine rente ist auch nicht sicher.

    traurig wie es dem sozial gesetzenten hartz empfänger geht.

    denn alle werden erstmal unter verdacht gestellt,ihr seit doch schmarozer

    Guten Tag!

    ich muss Gwerke recht geben. Wie schon korrekt erwähnt, gibt es neben dem monatlichen ALG II auch die einmaligen Leistungen wie z. B. Kosten für Klassenfahrten, Bewerbungskosten, GEZ-Befreiung, Kosten für Lernmittel, einmalige Heizungsbehilfen und und und! Ein Hartz IV-Empfänger bekommt z. B. einen Freibetrag von MONATLICH max. 380 € dafür, dass er einer Arbeit nachgeht. Wo gibt es so etwas sonst??? Hier muss man wirklich mal den Vergleich zwischen einem Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und einem Hartz IV-Empfänger vornehmen. Ein Arbeitnehmer muss die genannten Kosten alle mühevoll zusammensparen, damit sein Kind an der Klassenfahrt teilnehmen kann, der Heizöltank voll ist etc. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine GRUNDSICHERUNG für Arbeitssuchende. Was die Sanktionen betrifft, halte ich diese für sinnvoll. Jeder ALG II-Bezieher hat gegenüber dem Staat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Dies wird häufig vergessen. Im SGB II steht deutlich, dass jeder Leistungsberechtigte mit eigenen Kräften und Mitteln alles tun muss, um aus dem Leistungsbezug auszuscheiden. Wenn dann schon 8 Bewerbungen monatlich zuviel sind, frage ich mich, wie man sich dann auf dem 1. Arbeitsmarkt behaupten will... Hartz IV ist für hilfebedürftige Menschen wirklich eine gute Sache und wir können froh sein, dass der Staat diese Menschen auffängt. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Steuerzahler, inbesondere die Arbeitnehmer, diese Leistung finanzieren.

    • Max B.
    • 12. Dezember 2012 10:49 Uhr

    Gwerke, man merkt ihrer Milchmädchenrechnung an, das Sie kein H4 Betroffener sind, keinen Einblick in die Situation haben und auch kein Mitgefühl für Ihre Mitmenschen.
    Anders kann ich mir ein derart Realitätsfremdes Gedankenkonstrukt nicht erklären.
    Sie rechnen: "Summe Sachleistungen: ca 1100€". Im Monat? In welcher (Traum-) Welt soll das real sein?
    Wir reden bei H4 über mehrfache Verletzungen von geltendem Recht =Grundgesetz, Arbeitsrecht, Vertragsrecht usw.
    Wir reden über Menschen, die mittels Sanktionen in Obdachlosigkeit, Hunger, Selbstmord getrieben werden.
    Wir reden über ein System, das der Industrie, welche Arbeitsplätze abschafft die Lohnsklaven zuführen soll, mit Druck und Gewalt.
    Wir reden über ein System, das SIE auch treffen kann, und in Zukunft auch treffen wird, weil es niemanden ausklammert.
    Sie sollten mit derartigen "Rechenbeispielen" die auch in vielen anderen Leserbriefen in ähnlicher Form aufteuchen aufhören und sich erst über die wahren Ausmaße des Menschenverachtenden H4 Systems und deren Folgen informieren.
    Diese Rechtfertigungsversuche von offenbar gewissenlosen Menschen sind angesichts der H4 Katastrophe schlichtweg unerträglich.

    • e.m.s.
    • 14. Dezember 2012 2:15 Uhr

    Können Sie für Ihre Berechnung seriöse Quellen nennen? Meines Wissens hakt Ihre Berechnung nämlich gewaltig. Z. B. Großgeräte wie Kühlschränke gibt es seit der ALG-II-/Hartz-IV-Einführung nicht mehr aus Steuermitteln, die müssen aus dem Regelsatz z. Zt. 372,-- Euro, angespart werden. Ausnahmen meines Wissens nur bei dem Bezug der ersten eigenen (Miet-)Wohnung. Außerdem vergaßen Sie zu erwähnen, dass auch der Strom aus dem Regelsatz bezahlt werden muss.

    Ohne Angabe seriöser Quellen wirkt Ihr Kommentar wie die übliche Hetze gegen Hartz-IV-Empfänger auf mich.

    • jaku121
    • 16. Dezember 2012 15:26 Uhr

    Für den Erwerb von Haushaltsgeräten oder Möbeln wird maximal ein Darlehen gewährt. Dazu muss der Hartz-IV-Empfänger seine Bedürftigkeit nachweisen. Gleiches gilt natürlich auch für mehrere Personen (Bedarfsgemeinschaft).

    1. Haben Sie keine Ahnung, was bezahlt wird und was nicht
    2. Ist ihre Rechnung schon deshalb eine reine Luftnummer, weil viele, die Arbeit haben, nicht leistungsgerecht bezahlt werden sondern mit viel zu niedrigen Löhnen und Gehältern abgespeist werden. Wenn viele knapp mehr verdienen als ihr Hartz IV-Satz liegt, dann ist nicht Hartz IV zu hoch sondern sind die gezahlten Löhne und Gehälter zu niedrig. Selbst die neoliberale Bundesregierung bestreitet nicht, dass die Hartz IV-Sätze das absolute Minimum sind, um überhaupt in diesem Land leben zu können.
    3. Gehen mir die ganzen Neoliberalen, die Anhänger dieser asozialen Wirtschaftsideologie, die zwar anders aber kein Stück besser als der Kommunismus ist, auf die Nerven.

    • chrisi
    • 10. Dezember 2012 12:38 Uhr

    Was währe denn die Alternative? Keine Kontoauszüge vorzeigen müssen? Kein Druck vom Amt? Soll der Staat einfach machen lassen? Soll den Arbeitslosen vermittelt werden: "Bewirbt euch einfach wenn Ihr Lust habt und wenn Ihr meint es ist sinnvoll"? Zehn Bewerbungen im Monat ist finde ich nicht zuviel verlangt.

    Der Author schreibt nachvollziehbar was er will aber nicht was er will.

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    • Chali
    • 10. Dezember 2012 12:44 Uhr

    seine Bütger zu aktivieren?

    Sie müssen schon verstehen, dass Sie bis zum Beweis des Gegenteils unter Generalverdacht stehen. Wenn Sie hartzIV beziehen, müssen Sie ja ganz offensichtlich aktiviert werden, sonst hätten Sie ja schon irgendwas für 4.50.

    Ausserdem liegt der Verdacht ja nah, dass sie keine Lust zu einer Arbeit haben, die Sie sowieso nicht ernährt. Da müssen Sie ("Zumutbarkeit*) gezwungen werden. Dass Sie nicht in geselliger Runde dem Alkohol verfallen!

    Natürlich ist es nicht zuviel verlangt, zehn Bewerbungen im Monat zu schreiben. Aber was, wenn es eben keine zehn Stellenausschreibungen gibt, auf die man sich bewerben könnte? Wenn ich als Übersetzer Arbeit suche muss ich lange suchen, um überhaupt mal eine geeignete Stellenausschreibung zu sehen. Natürlich kann ich mich ohne Sinn und Verstand auch um andere Stellen bewerben. Call Center Agent geht immer, Altenpfleger werden auch gesucht (aber ich habe das nunmal nicht gelernt). Aber das wird mir keine Stelle in meinem Beruf eintragen.

    Von einem Block Standardbewerbungen monatlich zehn abzureißen, eine Firmenadresse und eine Anrede reinzutippen und das ganze loszuschicken ist sinnloser Aktionismus, wie das Schraubensortieren, wo abends die sortierten Schrauben wieder in die große Kiste wandern, um am nächsten Tag wieder sortiert zu werden.

    Druck von der Agentur ist ja ok, aber ein Mindestmaß an Sinn sollten die geforderten Aktivitäten schon machen.

    • gkh
    • 10. Dezember 2012 13:40 Uhr

    ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle.

    • Sirisee
    • 10. Dezember 2012 19:26 Uhr

    ... fiel mir beim Lesen des Leserartikel nur ein.

    Und: Die Demütigung ist nicht, dass man die Kohle annimmt, sondern dass man einer 25jährigen "die kaum mittlere Reife gemacht hat"-Sachbearbeiterin gegenübersitzt. Welche selbstentlarvende Arroganz! Als ob die Frau nichts kann oder man sich von der nichts sagen lassen muss.

    Als ob Menschen mit mittlerer Reife nur für Helotendienste für die Zeit-Leser taugen, als Bardamen, Straßenfegerinnen, Verkäuferinnen, Schaffnerinnen, die man bepöbeln darf oder Polizistinnen, die man mit Steinen beschmeißen darf ("Gegengewalt").

    Vorschlag: Einfach keine Hartz IV - Leistungen beantragen, dann hat man die Demütigung nicht.

    Ansonsten: Bewerbungen schreiben, Initiativ werden. Wer sich im besten Alter lieber darum kümmert, dass die Sohnemänner Fussballschuhe bekommen, anstatt - und sei es im Blumenbetrieb einer verachteten und unterwertigen "Mittlerer Reife" Frau mitzuarbeiten - hat mein Mitleid nicht.

    Und zu den Hartz IV-Sätzen: Solange "Hartzen" ernsthaft als eine Lebensperspektive verstanden wird, sind sie ganz offensichtlich und eindeutig viel zu hoch, insbesondere in Berlin.

    Gekürzt. Bitte kehren Sie zu einer inhaltlichen und sachlichen Auseinandersetzung mit dem Artikelthema zurück. Danke, die Redaktion/jz

    Autor heißt es im deutschen, ohne h.

  2. 5. Frage:

    gab es nicht vor einigen Wochen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, in dem festgestellt wurde, daß das Existenzminimum (ALG2) wirklich das Minimum darstellt und Sanktionen (im Sinne von Kürzungen) daher nicht rechtmäßig seien?

    Zum Autor: solche Menschen, wie Ihre Sachbearbeiterin, trifft man immer und überall.

    Meine persönliche Methode, mit solchen Menschen umzugehen: stellen Sie sich die Person als Affen vor, der brüllt und schreit, um seine Position nicht zu verlieren. Mit solchen Menschen kann man eher Mitleid haben.

    Wirkt besser, als man erwarten würde - da wird der Umgang mit derlei Menschen zum Vergnügen.

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    • Puka
    • 10. Dezember 2012 13:26 Uhr

    Was bitte hat denn die Sachbearbeiterin falsch gemacht? Sowohl Sie als auch der Autor degradiert diese junge Frau zu einem Menschen zweiter Klasse. Was hier durchscheint ist Sklavenmoral im tiefsten Sinne. Nur weil diese Frau das Glück hat, einer Arbeit nachzugehen, und dem Autor das nicht vergönnt ist, ist es noch lange nicht legitim, über sie herzuziehen. Es ist ein Witz sich als soviel besser und klüger zu fühlen, die Eignung des Gegenübers für seine Tätigkeit höhnisch in Frage zu stellen ('die gerade so die mittlere Reife geschafft hat'). Sein eigenes Unterlegenheits und Minderwertigkeitsgefühl durch eine solche Abwertung zu kompensieren, zeugt weder von tiefem Intellekt, moralischer Größe noch von ausgeprägter Selbstreflexion. Zudem zu erwarten, dass das Gegenüber aufgrund des alters Unterschieds gefälligst den Diener macht, ist nichts weiter als Altersdiskriminierung. Hier sitzen sich zwei Menschen gegenüber, beide bekommen dafür Geld, dass sie die Anweisungen, die sie bekommen haben, erfüllen, egal ob sinnvoll oder nicht. Wo bitte ist da das Problem? Auch in der Arbeitswelt muss man ständig unsinn machen, und wird von einer höheren Instanz gegängelt, das geht nicht nur HarzIV-Empfängern so.

  3. Ganz nebenbei bemerkt, "verbraten" diese Eingliederungsmassnahmen eine Menge Geld.

    Besonders lustig fand ich einen Fall aus meinem Freundeskreis. Er kam in den Genuss einer Eingliederungsmassnahme bei einen privaten Bildungsträger. Dort wurde innerhalb 1 Woche (40 h!) eine Wandzeitung zum Thema Lebenslauf von den Teilnehmern gestaltet.

    BTW. Mein Bekannter hat ein Unidiplom. Dies war natürlich auch seiner Beraterin bekannt.

    Es ist immer wieder ganz lustig solch Beispiele zu hören, noch dazu sind es keine Ausnahmen im System. Wenn ich mir die Kosten für diese "Eingliederungsmassnahmen" betrachte, kommen mir jedoch eher die Tränen.

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    Wass glauben Sie warum die Gewerkschaften ohne jegliche Legitimation im Beirat oder Aufsichtsrat (keine Ahnung wie der Rat heisst und keine Lust es rauszufinden) der Arbeitsagentur sitzen? Natuerlich um den gewerkschaftseigenen Weiterbildungseinrichtungen Nachfrage zu verschaffen. Deshalb darf das auch Geld kosten, ohne einen Nutzen hervorzubringen. Aber solche Posten fuer Gewerkschaften halten dieselben auch davon ab, zu aufmuepfig zu werden, sonst koennte es in DE ja auch mal einen Generalstreik geben. Die Gewerkschaften haben sich eben gut etabliert und deren Fuehrer gehoeren deshalb auch zu den Top 10% Verdienern. Wuerden Sie sich unter diesen Umstaenden mit der Politik anlegen?

    • Peugeot
    • 10. Dezember 2012 16:52 Uhr

    u. a. Maßnahmen sind darauf gerichtet, Arbeit zu schaffen -weniger für den Arbeitslosen, eher für das Amt selbst und für *Freie Bildungsträger*. Die Hartz4- und Arbeistlosenindustrie ist ein respektabler Wirtschaftszweig, ebenso wie z. B. die *Förderung benachteiligter Jugendlicher*. Diese Bildungsträger, oft sogar *Institut* genannt, sind lukrative Geschäftsfelder für ihre Betreiber, vor allem, wenn sie zeitig gegründet wurden -möglichst in Nachwende- Zeiten. Sie sind weniger zielführend für diejenigen, die Arbeit suchen und auch wenig lukrativ für die Lehrkräfte, die meist deutlich unter dem verdienen, was sie an staatlichen Einrichtungen verdienen würden.

    DAS, diese *Kosteneinsparung *, scheint der Grund für den Boom der freien Bildungsträger zu sein, wobei sich meiner Meinung nach hier der Staat in die Tasche lügt.

    • jwu
    • 14. Dezember 2012 14:59 Uhr

    Ich bin studierter Wirtschaftsinformatiker, und das Arbeitsamt (wo ich mich pro forma gemeldet hatte) wollte mich in dem Monat zwischen Diplom und Arbeitsbeginn auf einen Computerkurs schicken.

    Was man schon kann scheint denen in vielen Fällen völlig egal zu sein.

    • Greaser
    • 10. Dezember 2012 12:50 Uhr

    Es ist ja wieder klar gewesen, dass hier die ersten Kommentare lauten, "So sind eben die Regeln, Sie klagen auf hohem Niveau etc."
    Dass das aktuelle Hartz IV Rechtssystem nicht nur erniedrigend für die Würde ist, verstößt es zudem mindestens gegen 7 Artikel des Grundgesetzes. (Empfehlung zum Nachlesen: http://www.buergerinitiat...)Es dient eben nicht dazu, die Menschen wieder in sinnvolle Arbeit zu stellen sondern als Beschäftigungsteraphie, um die gebeutelte und des Systems von Ungleichverteilung überdrüssig werden könnende Bevolkerung zu beschäftigen und ruhig zu halten.
    Ich kann den Autor sehr gut verstehen und um gleich etwas vorweg zu nehmen, ich arbeite Vollzeit als Ingenieur.
    Es ist an der Zeit, grundsätzlich über die gesellschaftlichen Bedingungen nachzudenken und nicht Nachzubessern, sondern neu zu gestalten, zum Wohle der gesamten Gesellschaft. Die Hartz IV Gesetze passen nicht in die heutige Zeit, denn die Gesellschaft hat sich verändert. Man muss sich endlich von der Erstrebung der Vollbeschäftigung lossagen und andere Wege finden, denn diese ist in der heutigen Zeit der Rationalisierung absurd.

    2 Leserempfehlungen
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    • Psy03
    • 10. Dezember 2012 18:18 Uhr

    Vollbeschäftigung lossagen und andere Wege finden, denn diese ist in der heutigen Zeit der Rationalisierung absurd".

    Es gab schon vor Jahren eine Statistik im Spiegel, dass wir bis 2030 Allein wegen der technischen Entwicklung nur noch um die 20 arbeitsfähige Menschen brauchen.

    Ich bin deswegen auch voll Ihrer Meinung, dass neue Wege her müssen.
    Wir haben die Maschinen geschaffen um uns Arbeit ab und weg zu nehmen, aber trotzdem noch ein System in dem jeder Arbeiten soll.
    Irgendwas stimmt bei diesem Gedankenmodel nicht.

    Ich stimme Ihnen zu, Hartz IV ist vor allem in der Funktion der Arbeitsbeschaffung zwecklos. Es leistet meistens keinen Beitrag, Arbeitslose in ein Beschäftigungsverhältnis einzugliedern, für das sie ausgebildet und in denen sie etwas leisten können.
    Zudem wird, wenn sie diese aufgedrückte Arbeit leisten, diese sehr schlecht entlohnt. Damit sind die Transferleistungen durch Hartz IV wieder relativ geringer.
    Die Einführung des 1-Euro-Jobbers war zudem eine bodenlose Frechheit.

    Krass.

    Bisher dachte ich (Dipl.Päd.) immer, dass gerade Ingenieure diese ganze Hartzproblematik überhaupt nicht verstehen wollen. Ich habe nämlich nie einen getroffen, der jenen Teil der Sache verstanden hat, der auch ihn selbst betrifft, sei er noch so gut bezahlt, nämlich Lohndrückung, Zerstörung von Arbeitsrecht, Umwandlung einer bezahlten Versicherung in einen goodwill-Almosen und vor allem: all das nach 12-15 Monaten, egal wieviel und wielang und für wieviel man vorher gearbeitet hat. Für Ingenieure kann das schon durch ein kaputtes Auge kommen oder durch FSME Dasselbe kann ich von Ärzten sagen. (ich habe von beiden Berufsgruppen Menschen kennengelernt, ein sehr guter Freund ist Arzt, ein anderer Informatiker).

    Letztens kam dann dieser Arzt und erzählte mir was von der Notwendigkeit zivilen Ungehorsams angesichts der Zustände. Jetzt lese ich hier Ihren Kommentar. Ich bin positiv überrascht.

    Vorhin im Zug von der 40km entfernten Arbeit nach Hause kam mir ausserdem der Eindruck, dass die Deutschen womöglich langsam mal wach werden, was diese Hartzsache betrifft, und zwar wirklich viele.
    Dafür spricht auch, dass die Bundesagentur für Arbeit inzwischen festgestellt hat/musste (siehe SZ), dass die Minijobs sozialversicherungspflichtige Arbeit stark zerstören.

    Am Ende liegts am kalten Wetter, dessenwegen die Deutschen mal wieder ein wenig klarer und unhitziger denken können. Genug zum drüber nachdenken ist ja in der letzten Dekade wahrhaftig passiert.

    • Greaser
    • 11. Dezember 2012 10:18 Uhr

    die ähnlich denken. Ein Ingenieur sollte immer ein umfassend denkender Mensch sein und nich Erfüllungsgehilfe für das Wirtschaftssystem...Ansonsten freue ich mich natürlich darüber, dass es immer mehr Menschen merken, dass hier was passieren muss und wird. Einzig die Frage bleibt, wie lange das dauern wird...

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  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Arbeitsamt | Hartz IV | Arbeitsmarkt | Bewerbung | Ein-Euro-Job | Euro
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