Leserartikel

ArbeitslosigkeitDas beschämende Gefühl, Hartz IV zu beziehen

Leser Dirk Mergel fühlt sich als Hartz-IV-Empfänger vom Arbeitsamt gedemütigt. Er müsse sinnlose Bewerbungen schreiben, damit seine Bezüge nicht gekürzt werden.

Ich oute mich. Ich habe es lange vor meinen Freunden und Bekannten geheim gehalten. Ja, ich beziehe Hartz IV. Es ist ein erniedrigendes Gefühl. Es ist, als ob jemand dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Es ist beschämend, sich auf dem Amt nackig zu machen, Kontoauszüge der letzten sechs Monate vorlegen zu müssen, bei einer Mitarbeiterin, die wahrscheinlich grade so die mittlere Reife geschafft hat, sich dir gegenüber jetzt aber wie eine Göttin aufführt.

Du weißt, was du kannst, aber du gehörst eben nicht zu den Glücklichen. Du bist ein Loser. Du hast beim großen Poker um die Karriere mit schlechten Karten spielen müssen, bist ausgestiegen, hast nicht mehr reizen können, warst zu feige.

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"Haben Sie das jetzt verstanden?", fragt die Frau dir gegenüber, und du bist ganz verwirrt. "Was, bitte? Verzeihen Sie." – "Sie unterschreiben hier eine Eingliederungsvereinbarung, da erklären Sie sich bereit, jeden Monat zehn Bewerbungen zu schreiben." Unverständnis. Egal ob sinnvoll oder nicht, ich muss mich bewerben, vielleicht als Koch oder Schweißer. Hauptsache, dem System ist Genüge getan. Bitte, mach ich doch glatt.

"Wenn ich nicht genügend Stellen finde, wo ich mich bewerben kann, was passiert dann?" – "Sie können sanktioniert werden, es wird Ihnen Geld abgezogen von den monatlichen Zuwendungen des Staates." Das habe ich sofort kapiert. Wenn ich also Bewerbungen schreibe, egal wie schwachsinnig sie sind, bin ich ein braver Bürger, wenn ich sie nicht schreibe, ein böser.

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Meine Frau, tätig im Hotelfach, findet hier in Mecklenburg-Vorpommern auch seit Jahren keinen Job mehr, weil die Konkurrentinnen aus Polen – nichts gegen sie – einfach günstiger sind. Meist arbeiten sie sogar schwarz. "Die ganzen Pollacken nehmen uns die Arbeit weg," wettert schon seit Jahren die braune Pest. Sie erhält Zulauf. Junge Menschen wenden sich in Mecklenburg-Vorpommern denen zu, die ab und zu mal ein Lagerfeuer machen und den Jungs erklären, dass ohne die "Pollacken" alles im Lack wäre.

Meine Frau hat dieses Jahr einen Ein-Euro-Job aufs Auge gedrückt bekommen. Was als Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gemeint ist, ist bei meiner Frau leider nicht angekommen. Sie hat als volle Arbeitskraft arbeiten müssen. Ohne Chance, übernommen zu werden. Warum? Weil sie in einem Museum beschäftigt war, das ausschließlich von Ein-Euro-Jobs lebt. Über den Sommer nimmt dieses Museum viel Geld ein, aber die Mitarbeiter schickt man mit einem Euro nach Hause.

Meine Söhne möchten jetzt Sport machen. Tolle Idee. Der eine möchte Fußball spielen. Soll und wird er auch. Ein Paar Fußballschuhe fürs Training: 25 Euro. Ein Paar Schuhe für die Spiele: 45 Euro. Der andere möchte Judo machen. Soll und wird er auch, mit oder ohne Hilfe des Staates.

 
Leserkommentare
    • ach_ne
    • 11.12.2012 um 8:06 Uhr

    wenn es einen flächendeckenden Mindestlohn gäbe.

    Ich weiß auch nicht worin das Problem besteht 10 Bewerbungen im Monat zu schreiben, auch wenn sie sinnlos sind. Manche Menschen verdienen ihr Geld ausschließlich mit sinnlosen Dingen. Sehen Sie einfach das Schreiben von Bewerbungen als ihren Job an, mit dem Sie sich ihr Hartz IV verdienen. Denn auch dieses Geld fällt nicht vom Himmel sondern muss verdient werden. Machen Sie aus dem Bewerbungsschreiben eine Kunstform, bei der nicht das Erlangen eines Jobs im Vordergrund steht sondern der Spaß an der Erstellung kreativer Bewerbungsschreiben. Wer weiß, vielleicht haben Sie ja Talent und können später gar mal Geld mit dem Verfassen besonderer Bewerbungsschreiben für Arbeitssuchende verdienen... Manche machen das bereits

    2 Leserempfehlungen
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    10 Bewerbung schreiben und wegschicken kostet mich ca. 25 €/mtl.
    10 Briefmarken a 1,45
    1 großes Kuvert für die Mappe
    1 Mappe (die wenigstenkommen zurück)
    Papier,Druckerpatrone, ...

    25 € sind für ein Hartz-Opfer viel Geld.
    Wenn die Bewerbungen sinnvoll sind, ok.
    abr nur um ein Soll zu erfüllen!?

    10 Bewerbung schreiben und wegschicken kostet mich ca. 25 €/mtl.
    10 Briefmarken a 1,45
    1 großes Kuvert für die Mappe
    1 Mappe (die wenigstenkommen zurück)
    Papier,Druckerpatrone, ...

    25 € sind für ein Hartz-Opfer viel Geld.
    Wenn die Bewerbungen sinnvoll sind, ok.
    abr nur um ein Soll zu erfüllen!?

  1. Ich möchte jetzt einfach mal wissen, woher Sie die Informationen hben, daß "immer noch sehr,sehr viele Harz4-Empfänger Stütze bekommen und schwarz arbeiten.
    NIcht, daß ich das abstreite, aber ich hätte gerne mal Quellen, Zahlen, Fakten. Damit könnte man arbeiten und argumentieren.
    Aber dieses pauschale D I E arbeiten doch nebenbei schwarz (und sind alles Schmrotzer) das kann ich nicht mehr hören.

    Genau wie im Ausgangstext D I E Ausländer nehmen uns die Arbeit weg. Das ist gewollt, daß die breite Masse so denkt.

    SPD und CDU und FDP und GRÜNE haben in den letzen 20 Jahren Gesetze gemacht, die Menschen wie den Artikelschreiber in diese Lage gebracht haben. Der Beitrag zur AL-Versicherung wurde fast halbiert - und die Leistungen entsprechend gekürzt. Der Anteil der Arbeitgeber und Kapitalhalter am Volkseinkommen wurde radikal erhöht (auch auf Kosten der Arbeitslosen). (Die Lohnnebekosten waren nicht zu hoch, das war nur Scheinargument)
    Der Schreiber ist ein geplantes Opfer der größten Umverteilungsaktion seit dem 2. Weltkrieg von unten nach oben. Noch immer fliessen jährlich 100 Milliarden mehr in die Taschen der Kapitlhalter, als vor dem Jahr 2000. Und die müssen irgendwo herkommen. Ich bin nicht neidisch. Ich sehe nur, wie ein funktionierendes System kaputt gemacht wurde.

    Lieber behandelt man 3 Millionen arbeitswillige wie Faulenzer, als daß man (vielleicht 200 oder 300.000) Sozialschmarotzer "Überbezahlt".
    "alle in einen Topf und dann drauf" = Agenda 2010

    12 Leserempfehlungen
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    Es geht im Text nicht um "Ausländer nehmen uns die Arbeit weg", sondern es wird eine Realität in der Gastronomie beschrieben, dass manssiv versucht wird Kosten zu sparen.

    Sicher sind dann zwei 450 € Jobber biilliger oder "Praktikanten" als wenn sie jemand einen Midi-Job geben und dazu noch ~ 18% SV + Unfallversicherung zahlen.

    Da kommt der Zoll auch kaum gegen an, wenn es denn mal Kontrollen gegen Schwarzarbeit in den Tourismus-Regionen gibt.

    Es geht im Text nicht um "Ausländer nehmen uns die Arbeit weg", sondern es wird eine Realität in der Gastronomie beschrieben, dass manssiv versucht wird Kosten zu sparen.

    Sicher sind dann zwei 450 € Jobber biilliger oder "Praktikanten" als wenn sie jemand einen Midi-Job geben und dazu noch ~ 18% SV + Unfallversicherung zahlen.

    Da kommt der Zoll auch kaum gegen an, wenn es denn mal Kontrollen gegen Schwarzarbeit in den Tourismus-Regionen gibt.

  2. 10 Bewerbung schreiben und wegschicken kostet mich ca. 25 €/mtl.
    10 Briefmarken a 1,45
    1 großes Kuvert für die Mappe
    1 Mappe (die wenigstenkommen zurück)
    Papier,Druckerpatrone, ...

    25 € sind für ein Hartz-Opfer viel Geld.
    Wenn die Bewerbungen sinnvoll sind, ok.
    abr nur um ein Soll zu erfüllen!?

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    Antwort auf "Hart IV wäre voll ok"
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    wo es doch für Sie eh nur eine unsinnige Pflichtübung ist sich zu bewerben.
    Aber nicht wundern, wenn Sie mit dem Satz "Ich wurde von der Agentur für Arbeit aufgefordert, mich zu bewerben, was ich hiermit erledige" keinen Job angeboten bekommen.

    Wenn man Abschreibungen auf Hardware mit einrechnet, dann sind es sogar mehr als 25 € / Monat.

    Denn ein PC und ein Drucker hält auch nicht Ewig, also muss man Geld bei Seite legen, um Erstatzz anzuschaffen.

    Man erhält zwar 5 € /Berwerbung wieder, nur das deckt gerade mal so die anfallenden Kosten.

    Ein weiteres Problem sind Vorstellungsgespräche, sobald man sich außerhalb seines näheren Umkreises bewegt, kann es
    sehr schnell teuer werden.
    Denn man erhält zwar die Fahrtkosten wieder (Tickets), aber keine Spesen.

    Nach EStG erhält man seit neues pro angefangenem Tag 12 €, für einen ganzen Tag 24 €.
    Als ALG2-Empfänger erhält man 24 € nur wenn man 24 h und mehr unterwegs ist.

    Also kann man sich gar nicht leisten als ALG2-Empfänger einfach sinnlois durch die Gegen zu gondeln.

    wo es doch für Sie eh nur eine unsinnige Pflichtübung ist sich zu bewerben.
    Aber nicht wundern, wenn Sie mit dem Satz "Ich wurde von der Agentur für Arbeit aufgefordert, mich zu bewerben, was ich hiermit erledige" keinen Job angeboten bekommen.

    Wenn man Abschreibungen auf Hardware mit einrechnet, dann sind es sogar mehr als 25 € / Monat.

    Denn ein PC und ein Drucker hält auch nicht Ewig, also muss man Geld bei Seite legen, um Erstatzz anzuschaffen.

    Man erhält zwar 5 € /Berwerbung wieder, nur das deckt gerade mal so die anfallenden Kosten.

    Ein weiteres Problem sind Vorstellungsgespräche, sobald man sich außerhalb seines näheren Umkreises bewegt, kann es
    sehr schnell teuer werden.
    Denn man erhält zwar die Fahrtkosten wieder (Tickets), aber keine Spesen.

    Nach EStG erhält man seit neues pro angefangenem Tag 12 €, für einen ganzen Tag 24 €.
    Als ALG2-Empfänger erhält man 24 € nur wenn man 24 h und mehr unterwegs ist.

    Also kann man sich gar nicht leisten als ALG2-Empfänger einfach sinnlois durch die Gegen zu gondeln.

  3. 268. Polemik

    Bitte erlauben Sie mir den Hinweis, dass der ganze Artikel von Herr Mergel polemisch ist.

    In vielen Ländern dieser Erde würde sich Herr Mergel bei der beschriebenen Konstellation (beide Eltern arbeitslos und keine Änderung in Aussicht) eher Gedanken darüber machen müssen, wo er einen Schlafplatz und Essen für seine Kinder herbekommt, als über neue Fußballschuhe. Und seine Würde würde er unter den Umständen auch nicht behalten.

    2 Leserempfehlungen
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    DAS ist Polemik.

    Ich kann da immer nur wieder das Beispiel mit der Tochter bringen, die mit der 5 nach Hause kommt. Wenn ich dann unzufrieden mit ihrer Leistung bin, wirft sie mir Polemik vor, weil ja ein paar ihrer Mitschüler ne 6 geschrieben haben.

    Deutschland nennt sich Sozial- und Rechtsstaat. Entweder verzichten wir in Zukunft auf diese Bezeichnungen und stehen dazu eine Bananenrepublik geworden zu sein, oder wir müssen DRINGEND was ändern!

    Zum Glück lassen viele Kommentare hier hoffen. Die nächste Wahl steht an. Schaun mer mal...

    denn dann würde man IMMER in irgendeinem Entwicklungsland jemanden finden, dem es noch schlechter geht. Es vergleicht sich aber jeder innerhalb der Gesellschaft und des Sozialgefüges, in dem er lebt. Und Fakt ist, dass genug Arbeit für alle da wäre, wenn sie gerecht verteilt würde, und Fakt ist, dass auch Wohlstand für alle Deutschen möglich wäre, wenn ebendiese gerecht verteilte Arbeit flächendeckend mit Mindestlöhnen gewürdigt würde, mit denen man sich und seine Familie sorgenfrei ernähren kann.

    und ?
    Wir leben hier aber in Deutschland nach deutschen Werten, sie wollen doch auch nach deutschen Werten bezahlt und Anerkannt werden und nicht nach dem Lohnniveau "ihrer" anderen Länder. Oder ?

    In ihren sogenannten "anderen Ländern" ist es nämlich auch Gang und Gäbe, das dort einem das Hälschen umgedreht wird wenn man den Mund zuweit aufmacht und keine Strafverfolgungsbehörde interessiert sich dafür.

    Bitte vergleichen sie und andere "Auslandsexperte" also nicht unsere Demokratie mit den schlimmsten Zuständen in anderen Ländern.

    Ich weiß auch nicht was das bringen soll!

    wirklich soweit kommen, daß jemand ohne Arbeit gleich betteln gehen kann und obdachlos wird? Für Sie scheinbar ja; bitte vergessen Sie aber nicht, daß es hier in Deutschland wirklich jedem so gehen kann, daß er ALG-II beziehen muß - und das sehr schnell. Da nutzt es auch nichts, wenn man vorher den absoluten Bombenjob hatte und sich einiges leisten konnte; im Zweifelsfall darf man sein Vermögen erst einmal aufbrauchen (bis auf einen geringen Rest) und sich dann von der Grundsicherung finanzieren - und darf sich dann noch als Schmarotzer bezeichnen lassen.

    DAS ist Polemik.

    Ich kann da immer nur wieder das Beispiel mit der Tochter bringen, die mit der 5 nach Hause kommt. Wenn ich dann unzufrieden mit ihrer Leistung bin, wirft sie mir Polemik vor, weil ja ein paar ihrer Mitschüler ne 6 geschrieben haben.

    Deutschland nennt sich Sozial- und Rechtsstaat. Entweder verzichten wir in Zukunft auf diese Bezeichnungen und stehen dazu eine Bananenrepublik geworden zu sein, oder wir müssen DRINGEND was ändern!

    Zum Glück lassen viele Kommentare hier hoffen. Die nächste Wahl steht an. Schaun mer mal...

    denn dann würde man IMMER in irgendeinem Entwicklungsland jemanden finden, dem es noch schlechter geht. Es vergleicht sich aber jeder innerhalb der Gesellschaft und des Sozialgefüges, in dem er lebt. Und Fakt ist, dass genug Arbeit für alle da wäre, wenn sie gerecht verteilt würde, und Fakt ist, dass auch Wohlstand für alle Deutschen möglich wäre, wenn ebendiese gerecht verteilte Arbeit flächendeckend mit Mindestlöhnen gewürdigt würde, mit denen man sich und seine Familie sorgenfrei ernähren kann.

    und ?
    Wir leben hier aber in Deutschland nach deutschen Werten, sie wollen doch auch nach deutschen Werten bezahlt und Anerkannt werden und nicht nach dem Lohnniveau "ihrer" anderen Länder. Oder ?

    In ihren sogenannten "anderen Ländern" ist es nämlich auch Gang und Gäbe, das dort einem das Hälschen umgedreht wird wenn man den Mund zuweit aufmacht und keine Strafverfolgungsbehörde interessiert sich dafür.

    Bitte vergleichen sie und andere "Auslandsexperte" also nicht unsere Demokratie mit den schlimmsten Zuständen in anderen Ländern.

    Ich weiß auch nicht was das bringen soll!

    wirklich soweit kommen, daß jemand ohne Arbeit gleich betteln gehen kann und obdachlos wird? Für Sie scheinbar ja; bitte vergessen Sie aber nicht, daß es hier in Deutschland wirklich jedem so gehen kann, daß er ALG-II beziehen muß - und das sehr schnell. Da nutzt es auch nichts, wenn man vorher den absoluten Bombenjob hatte und sich einiges leisten konnte; im Zweifelsfall darf man sein Vermögen erst einmal aufbrauchen (bis auf einen geringen Rest) und sich dann von der Grundsicherung finanzieren - und darf sich dann noch als Schmarotzer bezeichnen lassen.

    • Torm
    • 11.12.2012 um 9:00 Uhr

    Zitat:
    "... bei einer Mitarbeiterin, die wahrscheinlich grade so die mittlere Reife geschafft hat ..."
    Der Autor zeigt leider einen über seine vermeintlich bessere Ausbildung "erworbenen" Standesdünkel, der besser in die wilhelminische Zeit passen würde, als in das moderne Deutschland. Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehrleuten zollen wir zumindest Respekt, wenn wir ihrer Dienste dringend bedürfen. Mitarbeiter des Arbeitsamtes, Finanzamtes und der Müllabfuhr, scheinen diesen Respekt selbst dann nicht zu erhalten, wenn wir ihre Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
    All diese Menschen leisten einen wichtigen Anteil zu unserem Wohlbefinden, was wir bei Investmentbankern mit Hochschulabschluss durchaus bezweifeln darf.

    5 Leserempfehlungen
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    Es geht nicht unbedingt um die höhere Ausbildung. Denn auf der Grundlage dieses Gesetzes haben 23-jährige "Fall-Manager" große Macht über Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben. Der 50-Jährige Ingenieur z. B. muss ganz jungen Leuten gehorchen, die oft wirken, als seien sie der FDP entsprungen. Die Demütigung ist im System eingebaut. Sinnlose Maßnahmen und Befehle wirken entwürdigend. So wurden Regimegegnern in der UdSSR der Beruf aberkannt und sie in körperlich harte Arbeit geschickt.

    Heute werden auch Handlungen befohlen, die daran erinnern, ein Loch aufzureißen und wieder zuzuschütten. Kafkaesk - und der als "Bedürftige" Beschimpfte ist eine zu bekämpfende Bedarfs-Nummer, die Vermittlungs- und Zeitfirmen Profit bringen soll. Dafür gibt es dann Prämien für die besonders harten Sachbearbeiter.

    Kennen Sie den Film "Das Milgram-Experiment"? Er ist sehr aktuell. Die einen wachsen auf Befehl in die Rolle der sadistischen Wärter eines Gefängnisses und die anderen werden als Gefangene immer mehr gequält.

    Es geht nicht unbedingt um die höhere Ausbildung. Denn auf der Grundlage dieses Gesetzes haben 23-jährige "Fall-Manager" große Macht über Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben. Der 50-Jährige Ingenieur z. B. muss ganz jungen Leuten gehorchen, die oft wirken, als seien sie der FDP entsprungen. Die Demütigung ist im System eingebaut. Sinnlose Maßnahmen und Befehle wirken entwürdigend. So wurden Regimegegnern in der UdSSR der Beruf aberkannt und sie in körperlich harte Arbeit geschickt.

    Heute werden auch Handlungen befohlen, die daran erinnern, ein Loch aufzureißen und wieder zuzuschütten. Kafkaesk - und der als "Bedürftige" Beschimpfte ist eine zu bekämpfende Bedarfs-Nummer, die Vermittlungs- und Zeitfirmen Profit bringen soll. Dafür gibt es dann Prämien für die besonders harten Sachbearbeiter.

    Kennen Sie den Film "Das Milgram-Experiment"? Er ist sehr aktuell. Die einen wachsen auf Befehl in die Rolle der sadistischen Wärter eines Gefängnisses und die anderen werden als Gefangene immer mehr gequält.

  4. Frau Mergel ist verheiratet und hat im Hotelfach gelernt. Die Jobs werden ihr, lt. Artikel (Achtung Redaktion, das ist ein Zitat) "von Polen, die oft schwarz arbeiten" weggenommen.
    Herr Mergel scheint angesichts der Arroganz mit der er sich gegenüber der Sachbearbeiterin aufführt, die "nur mittlere Reife hat" vermutlich eher nicht im Niedriglohnsektor als Ungelernter gearbeitet zu haben. Auch nicht, welche Art von Beruf Herr Mergel ausgeübt hat, dass es ihm unmöglich ist, Meck-Pomm zu verlassen und eventuell seine Bewerbungen bundesweit zu verschicken.
    Schwerbehindert? zu alt? Sagt der Artikel nicht aus.

    In ganz Deutschland gibt es Leute, die ihr gewohntes Umfeld wegen der Arbeit verlassen haben, es gibt Millionen von Paaren (Familien) die eine Fernbeziehung führen, weil einer der Partner nur Arbeit in einer anderen Stadt gefunden hat. Es gibt unzählige, die nach dem Verlust eines Jobs in einer anderen Stadt, in einer anderen Branche oder zu einem niedrigeren Lohn angefangen haben und die mit ihren Steuergeldern ALGII finanzieren.
    Es ist sicherlich bitter und vielleicht auch würdelos von der Mildtätigkeit anderer abhängig zu sein, aber daran kann niemand etwas ändern, außer Herr und Frau Mergel selber.

    3 Leserempfehlungen
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    Sie machen es sich zu einfach. Im Kommentar, auf den ich reagiert habe und in vielen weiteren Kommentaren findet eine Pauschalverurteilung, ja Verdammung von HartzIV-Empfängern statt, die so schlicht nicht der Realität entspricht.

    Was die konkrete Situation hier angeht: Die Familie hat ein Kind. Ein Umzug ist so ohne weiteres also gar nicht möglich, das Jobcenter zeigt sich nicht so flexibel, dass es über einen gewissen Zeitraum Doppelwohnung + Heimfahrt finanziert! Das müsste realistischerweise mind. 6 Monate passieren, um wenigstens eine Festanstellung zu haben, bevor man das Kind umschult und aus dem sozialen Umfeld reisst.

    Das heißt natürlich nicht, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, aber es ist eben nicht so leicht, wie das hier mancher darstellen will!

    Übrigens: Herr Mergel schreibt nichts darüber, in welchem Radius er sich bewirbt - Sie gehen aber einfach mal vom Negativen aus.

    Außerdem führt sich Herr Mergel nicht arrogant gegenüber der Sachbearbeiterin auf - sonder er prangert die Arroganz an, mit der sie ihm gegenüber tritt! Ein kleiner Unterschied, den man aber schnell überliest, wenn man ein vorgefertigtes Bild vom arbeitsunwilligen, überheblichen HartzIV-Empfänger pflegen will, der lustvoll andere für sich arbeiten lässt.

    • Karl63
    • 11.12.2012 um 9:32 Uhr

    Mobilität kann ein Weg aus der Arbeitslosigkeit sein, muss es aber nicht.
    In der Stadt der Banken und Deutschlands größter / bekanntester Messe gibt es reichlich Hotels, nur wird dort meines Wissens nach äußerst schlecht bezahlt. Konkret Stundenlöhne von € 5 bis € 6 sind nichts ungewöhnliches, nur dass man / Frau davon noch weniger leben kann als in Mecklenburg-Vorpommern.
    Obwohl die Arbeitslosigkeit in reinen Zahlen hier im Rhein-Main-Gebiet niedriger liegen mag als in Mecklenburg-Vorpommern, die Probleme Bezieher/ -innen von Arbeitslosengeld II zurück in eine existenzsichernde Beschäftigung zu bringen, die sind nicht unbedingt kleiner. Auch hier gibt es Arbeitssuchende die sind hochqualifiziert und finden dennoch nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt.

    Sie machen es sich zu einfach. Im Kommentar, auf den ich reagiert habe und in vielen weiteren Kommentaren findet eine Pauschalverurteilung, ja Verdammung von HartzIV-Empfängern statt, die so schlicht nicht der Realität entspricht.

    Was die konkrete Situation hier angeht: Die Familie hat ein Kind. Ein Umzug ist so ohne weiteres also gar nicht möglich, das Jobcenter zeigt sich nicht so flexibel, dass es über einen gewissen Zeitraum Doppelwohnung + Heimfahrt finanziert! Das müsste realistischerweise mind. 6 Monate passieren, um wenigstens eine Festanstellung zu haben, bevor man das Kind umschult und aus dem sozialen Umfeld reisst.

    Das heißt natürlich nicht, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, aber es ist eben nicht so leicht, wie das hier mancher darstellen will!

    Übrigens: Herr Mergel schreibt nichts darüber, in welchem Radius er sich bewirbt - Sie gehen aber einfach mal vom Negativen aus.

    Außerdem führt sich Herr Mergel nicht arrogant gegenüber der Sachbearbeiterin auf - sonder er prangert die Arroganz an, mit der sie ihm gegenüber tritt! Ein kleiner Unterschied, den man aber schnell überliest, wenn man ein vorgefertigtes Bild vom arbeitsunwilligen, überheblichen HartzIV-Empfänger pflegen will, der lustvoll andere für sich arbeiten lässt.

    • Karl63
    • 11.12.2012 um 9:32 Uhr

    Mobilität kann ein Weg aus der Arbeitslosigkeit sein, muss es aber nicht.
    In der Stadt der Banken und Deutschlands größter / bekanntester Messe gibt es reichlich Hotels, nur wird dort meines Wissens nach äußerst schlecht bezahlt. Konkret Stundenlöhne von € 5 bis € 6 sind nichts ungewöhnliches, nur dass man / Frau davon noch weniger leben kann als in Mecklenburg-Vorpommern.
    Obwohl die Arbeitslosigkeit in reinen Zahlen hier im Rhein-Main-Gebiet niedriger liegen mag als in Mecklenburg-Vorpommern, die Probleme Bezieher/ -innen von Arbeitslosengeld II zurück in eine existenzsichernde Beschäftigung zu bringen, die sind nicht unbedingt kleiner. Auch hier gibt es Arbeitssuchende die sind hochqualifiziert und finden dennoch nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt.

  5. nicht die, die zuvor eingezahlt haben zahlen die heutige Stütze, sondern die, die heute einzahlen.
    Deckungsstock (haben wir nicht) vs. Umlageverfahren (haben wir und zwar derzeit ohne nennenswerte Rücklagen)

    2 Leserempfehlungen
  6. wo es doch für Sie eh nur eine unsinnige Pflichtübung ist sich zu bewerben.
    Aber nicht wundern, wenn Sie mit dem Satz "Ich wurde von der Agentur für Arbeit aufgefordert, mich zu bewerben, was ich hiermit erledige" keinen Job angeboten bekommen.

    Antwort auf "Hallo ac-hne"
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    Warum reagieren Sie so?

    Ich habe nicht gesagt, daß Bewerbungen grundsätzlich irrsinig oder unnötig wären. Und nicht auf jeden Beruf kann man sich per Internet bewerben.
    Würden Sie, so wie die Betroffenen, jeden Tag und bei allen Gelgenheiten Angebote durchforsten, dann wüssten sie, daß die wenigsten Arbeitgeber eine Bewerbung über Internet wollen.

    Aber Ihre Art und Weise " nur immer drauf, es ist zwar falsch was ich sage bzw. ich habe keine Ahnung aber irgendwas wird schon hängen bleiben" entspricht genau der Schicht, die auch brüllen: "Ausländer raus" oder "Wer will findet Arbeit".

    25 € sind viel Geld für viele Leute in Deutschland. Ich habe viele Jahre Menschen in Altenheimen betreut und kenne viele Rentner, die keine 25 € übrig haben.
    Ich selbst bin nicht betroffen, aber ich kann mich sehr gut in die Lage von armen Menschen hineinversetzen.

    Vor ca. 20 Jahren lernte ich einem 58jährigen, erwerbsgeminderten Maurer kennen, der von der Rentenanstalt gerade zum Bürokaufmann umgeschult wurde. 2 Jahre hat es gedauert und er hat sogar die Prüfung geschafft. Aber er hat keie Arbeit gefunden. Sie sagen jetzt bestimmt, er hätte sich öfter bewerben sollen, oder?

    Daanke für Ihren Beitrag zu meinem KOmmentar. Er zeigt mir wo die Grenzen liegen.

    Viele Institutionen, bei Firmen mag das noch leicht anders aussehen, verlangen nur "schriftliche Bewerbungen", also müssen Sie eine komplette Mappe hinschicken.

    Da reicht keine Email.

    Das wird wohl u. a. so gemacht, damit man genau diese "Massenbewerbungen" eindämmt.

    Warum reagieren Sie so?

    Ich habe nicht gesagt, daß Bewerbungen grundsätzlich irrsinig oder unnötig wären. Und nicht auf jeden Beruf kann man sich per Internet bewerben.
    Würden Sie, so wie die Betroffenen, jeden Tag und bei allen Gelgenheiten Angebote durchforsten, dann wüssten sie, daß die wenigsten Arbeitgeber eine Bewerbung über Internet wollen.

    Aber Ihre Art und Weise " nur immer drauf, es ist zwar falsch was ich sage bzw. ich habe keine Ahnung aber irgendwas wird schon hängen bleiben" entspricht genau der Schicht, die auch brüllen: "Ausländer raus" oder "Wer will findet Arbeit".

    25 € sind viel Geld für viele Leute in Deutschland. Ich habe viele Jahre Menschen in Altenheimen betreut und kenne viele Rentner, die keine 25 € übrig haben.
    Ich selbst bin nicht betroffen, aber ich kann mich sehr gut in die Lage von armen Menschen hineinversetzen.

    Vor ca. 20 Jahren lernte ich einem 58jährigen, erwerbsgeminderten Maurer kennen, der von der Rentenanstalt gerade zum Bürokaufmann umgeschult wurde. 2 Jahre hat es gedauert und er hat sogar die Prüfung geschafft. Aber er hat keie Arbeit gefunden. Sie sagen jetzt bestimmt, er hätte sich öfter bewerben sollen, oder?

    Daanke für Ihren Beitrag zu meinem KOmmentar. Er zeigt mir wo die Grenzen liegen.

    Viele Institutionen, bei Firmen mag das noch leicht anders aussehen, verlangen nur "schriftliche Bewerbungen", also müssen Sie eine komplette Mappe hinschicken.

    Da reicht keine Email.

    Das wird wohl u. a. so gemacht, damit man genau diese "Massenbewerbungen" eindämmt.

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