Führungswechsel TelekomDer Mann, der Obermann folgt

Telekom-Chef Obermann geht, ein enger Wegbegleiter kommt: Timotheus Höttges ist ein harter Sanierer, Sparkonzepte setzte er schneller als geplant um. von 

Die Deutsche Telekom bekommt einen neuen Chef: Timotheus Höttges, bisher Finanzvorstand, übernimmt zum 1. Januar 2014 den Vorstandsvorsitz des Bonner Telekommunikationskonzerns. Der jetzige Chef René Obermann scheide zum Jahresende 2013 auf eigenen Wunsch aus, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Aufsichtsrat habe diese Entscheidung "außerordentlich" bedauert.

Höttges arbeitet seit 2000 bei der Telekom und ist ein langjähriger Wegbegleiter von Obermann. Mehrfach folgte er diesem nach, unter anderem an die Spitze der früheren Mobilfunktochter. Seit 2006 gehört Höttges dem Konzernvorstand an, 2009 übernahm er das wichtige Finanzressort. Auch hier war Obermann die treibende Kraft. Der Manager schlug Höttges für den Posten vor, der Aufsichtsrat war einverstanden.

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Nun folgt der 50-jährige Betriebswirt und frühere Unternehmensberater Obermann auf den Spitzenposten des Konzerns. Schon zum Beginn des kommenden Jahres darf er sich Stellvertreter nennen. Bekannt wurde Höttges unter anderem im Zusammenhang mit dem Sparprogramm Save for Service . Die Telekom wollte in den Jahren 2010 bis 2012 ursprünglich 4,2 Milliarden Euro sparen – unter anderem durch einen größeren Stellenabbau. Höttges hatte schon nach der Hälfte der Zeit mehr als die Gesamtsumme eingespart.

René Obermann lenkte den Konzern seit 2006 als Vorstandschef . In seine Amtszeit fielen etliche Sparprogramme, vor allem aber die 2008 publik gewordene Spitzelaffäre . In der Ägide von Obermanns Amtsvorgänger Kai-Uwe Ricke hatte der Konzern Telekommunikationsdaten von Mitarbeitern und Journalisten überwachen lassen, um herauszufinden, wer wiederholt Interna an die Presse weitergereicht hatte. Hinzu kamen eine Reihe von Skandalen im Umgang mit Kundendaten.

Obermann hatte in der Folge viel zu tun, um die Vorwürfe aufzuarbeiten, sich zu entschuldigen und Besserung zu geloben. Gleichzeitig schuf er ein eigenes Vorstandsressort für Datenschutz und Datensicherheit. Seither versucht sich die Telekom als technologischer Vorreiter auf dem Feld Sicherheit in der Informationstechnik und dem Datenschutz zu profilieren.

Im Mittelpunkt standen zuletzt vor allem die Vereinigten Staaten. Dort scheiterte Obermanns ursprünglicher Plan, die Tochterfirma T-Mobile USA an den amerikanischen Telekommunikationsriesen AT&T zu verkaufen. Die Wettbewerbsbehörden blockierten das Geschäft, das der Telekom genug Geld in die Kassen gespült hätte, um jene 40 Milliarden Dollar Schulden abzubauen, die sie mit der Übernahme der amerikanischen Tochterfirma viele Jahre zuvor angehäuft hatte. Im vergangenen Oktober gab die Telekom bekannt, dass T-Mobile USA mit einem kleineren amerikanischen Unternehmen fusioniert werden soll . Die Telekom musste hierfür einen Milliardenbetrag abschreiben.

Der Aktienkurs der Telekom bewegt sich seit vielen Jahren mehr oder weniger seitwärts. Aktionäre trösteten sich bislang traditionell mit einer vergleichsweise großzügigen Dividende. Doch auch die soll demnächst etwas niedriger ausfallen. 

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Leserkommentare
  1. neben herrn obermann ist herr höttges bei den mitarbeitern doch bereits 'verbrannt' (schließlich haben beiden bislang alles gemeinsam gemacht/verantwortet).

    aber: was will man denn auch verlangen, wenn herr obermann bei einer umsatzverantwortung von > 60 mrd € mit einer 'lumpigen' vergütung von ca. 3 mio € abgespeist wird?!

    => what you get is what you pay for!
    ==> mit hern höttges wird sich weder für die aktionäre noch für die mitarbeiter etwas graviernd ändern ,-((((

  2. Nee Brille oder auch nicht, schicker Haarschnitt, schwarzer Anzug und Krawatte, wichtig aussehen und Getue und schreiben muss er können für seinen Kaiser Wilhelm. Die wichtigen Entscheidungen der Sanierer was immer das auch ist, enden zumeist im phantasielosen Leute entlassen und danach ist die Bude pleite oder feindlich übernommen und die scheinselbstständigen Manager kassieren dann erst mal eine dicke Prämie siehe die Affäre um Esser und Mannesmann Mobilfunk D2!!!
    Also als die Telekom noch Fernmeldeamt war vor der Privatisierung kostete der oberste Chef 20000 Mücken im Monat und der Laden arbeitete tadellos. Heut macht es kein Manager unter mehreren Millionen und von diesen Leuten ist die Bude voll jeder bekommt ein paar Millionen auf die Kralle und das einzige was die machen ist Leute entlassen und Motivation Training also Panzer fahren anstatt zu arbeiten.

    Eine Leserempfehlung
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    "Timotheus Höttges ist ein harter Sanierer, Sparkonzepte setzte er schneller als geplant um."
    Ist "Sanierer" überhaupt ein Beruf oder eine Wochenendqualifikationmassnahme ? Ich kenne diese Umstrukturierungsmassnahmen, zu genüge; es bedeutet einfach nur : Leute entlassen, den verbliebenen Mitarbeitern noch ein Päckchen aufschnallen, an Dienstleister outsourcen ! Alles zu Lasten der Qualität und des Services !
    Wenn es die ganzen Rentner nicht geben würde, die wider besseren Wissens, bei der Telekom bleiben, hätte sich die Telekom schon selbst zerlegt !

  3. "Timotheus Höttges ist ein harter Sanierer, Sparkonzepte setzte er schneller als geplant um."
    Ist "Sanierer" überhaupt ein Beruf oder eine Wochenendqualifikationmassnahme ? Ich kenne diese Umstrukturierungsmassnahmen, zu genüge; es bedeutet einfach nur : Leute entlassen, den verbliebenen Mitarbeitern noch ein Päckchen aufschnallen, an Dienstleister outsourcen ! Alles zu Lasten der Qualität und des Services !
    Wenn es die ganzen Rentner nicht geben würde, die wider besseren Wissens, bei der Telekom bleiben, hätte sich die Telekom schon selbst zerlegt !

  4. same procredure as every year ;-(((

    immer schön alles dafür tun, dass der aktienkurs so um die 8-9 Euro pendelt. nichts ändern, nichts neues machen...; das haben die beiden doch seit T-Mobile-Zeiten doch schon so gemeinsam gemacht.

    der herr obermann scheint irgendwie die nase (die persönliche börse) voll zu haben, nun muß und darf der kumpel sich bedienen.

    => innovative lenker sehen anders aus!!!

    • Morini
    • 06. Januar 2013 12:46 Uhr

    ..sie lernen es nie, es ist nicht gut einen "Buchhalter" als CEO zu besetzen, den diese denken zu sehr in nackten Zahlen und ihnen fehlen meistens die Visionen, um eine Firma nach vorne zu bringen. Gewinn und Umsatz sagen nicht unbedingt etwas über die Zukunfsfähigkeit einer Firma aus, da es nur Stichtagsbetrachtungen sind, nachhaltiges Handeln statt KORE-Programme sind notwendig !

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Deutsche Telekom | T-Mobile | Datensicherheit | Aufsichtsrat | Datenschutz | Dividende
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