BundeshaushaltRösler fordert Verkauf von Staatsbeteiligungen

Wirtschaftsminister Rösler will die Beteiligung des Bundes an Unternehmen wie der Telekom oder der Post verkaufen. Damit soll der Bundeshaushalt entlastet werden. von afp

Wirtschaftsminister Philipp Rösler ( FDP ) will mit dem Verkauf von Staatsbeteiligungen den Bundeshaushalt in Milliardenhöhe entlasten. "Der Staat muss sich aus Wirtschaftsunternehmen und Finanzinstituten zurückziehen", zitierte die Zeitung Die Welt aus einem Positionspapier Röslers . Darin fordert der FDP-Politiker sofortige Maßnahmen: Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Expertenkommission solle schnellstmöglich einberufen werden, um konkrete Vorschläge zu unterbreiten.

Die Veräußerung von Bundesbeteiligungen könne dazu beitragen, den für 2016 geplanten Ausgleich des Bundeshaushalts bereits früher zu erreichen, heißt es in dem Positionspapier weiter. Auch eine Ausschüttung der Gewinne der Förderbank KfW in den Bundeshaushalt werde dieses Ziel unterstützen und die Wettbewerbsgleichheit im Bankensektor stärken.

Anzeige

Der Bund ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums an der Deutschen Telekom unmittelbar mit 14,8 Prozent und mit einem Nennkapital von 1,67 Milliarden Euro beteiligt, über die KfW nochmals mit 16,9 Prozent und einem Nennkapital von 1,8 Milliarden Euro. An der Deutschen Bahn AG ist der Bund mit 100 Prozent und einem Nennkapital von 2,1 Milliarden Euro beteiligt.

Weitere Beteiligungen hat der Bund an der Deutschen Post AG und an den Flughäfen Berlin-Schönefeld, Köln / Bonn und München . Zu 100 Prozent gehören ihm demnach die Deutsche Flugsicherung und die TLG Immobilien GmbH.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • rahotcl
    • 25. Dezember 2012 11:42 Uhr

    hatte die Telekom einen Gewinn. Den haben wir als Kunden durch völlig überteuerte Leistungen bezahlt.

    Was glauben sie müssten wir heute bezahlen, wenn die Telekom noch zu 100% staatlich wäre?

    Antwort auf
  1. Was haben wir uns von den heilsbringenden Phantastereien neoliberaler Klientel Ökonomen hinter das Licht führen lassen. Und tatsächlich ist der fundamentalistische Eifer dieser marktradikalen Eiferer ungebrochen. Aber für wie blöd hält so jemand wie Herr Rösler eigentlich das Volk?

    Immerhin wurde die Bahn von den Steuerzahlern finanziert und aufgebaut. Und jetzt sollen ein paar Investoren für billiges Geld den Rahm abschöpfen.

    Es ist so unglaublich. Es reicht auch. Da wird kein Schaden vom Deutschen Volk abgewendet. Aber wir sind ja so blöd und wählen diese Politiker.

    Wer?

    Die Mitte!

    6 Leserempfehlungen
    • rahotcl
    • 25. Dezember 2012 11:58 Uhr

    Vor soviel Fachwissen ziehe ich meinen Hut.

    Antwort auf
  2. ... mach Dir keinen Kopf, denn es wird die längste Zeit eine neoliberale, bürgerfeindliche und die Mittelschicht schädigende FDP mehr im Bundestag geben.

    Auf Nimmer-Wiedersehen

    2 Leserempfehlungen
  3. 37. Unsinn!

    Wenn eine 4%-Partei (oder deren Vorsitzender) einen solchen Unsinn verbreiten, sollte das ja eigentlich nicht weiter aufregen. Nur, diese Partei sitzt (noch) in der Regierung. Und es ist schon erstaunlich, dass ein Minister nicht in der Lage ist, einen Gedanken zu Ende zu denken, bevor er damit an die Öffentlichkeit geht. So ist die FDP eigentlich nicht mehr wählbar und wird zur einer gemeingefährlichen Gruppierung. Deshalb: Abwählen!!

    3 Leserempfehlungen
  4. [Das bedeutete, der Bürger hatte einen ideellen Eigentumsanteil an dem, was dem Staat gehörte. Bundesbahn, Lufthansa, Post mit dem , was heute Telekom ist, Stadtwerke und vieles mehr. Dann wurde vieles privatisiert. Eine (ersatzlose) Enteignung der Bürger fand statt.]

    Das ist Unsinn. Die Unternehmen wurden verkauft. Der Staat nahm also Geld dafür ein. Und wenn Sie schreiben, die Bürger hätten einen "ideellen Eigentumsanteil an dem, was dem Staat gehörte", dann hatten die Bürger diesen Anteil auch an dem Verkaufserlös. Eine Enteignung fand also nicht statt. Es wurden lediglich Unternehmensanteile gegen Geld getauscht.

    Es gibt keinen Grund, warum der Staat weiterhin an Telekom oder Post beteiligt sein sollte. Diese Beteiligungen sollte man daher zum richtigen Zeitpunkt veräußern und das Geld in wichtigere Dinge investieren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • angste
    • 25. Dezember 2012 12:24 Uhr

    die langfristigen Gewinn versprechen, was anderes will keiner haben.

    Was demzufolge bedeutt, daß Rösler langfristigen Gewinn eintauschen will gegen eine kurzfristige Entlastung des Haushalts.

    Was demzufolge wirtchaftliche Dummheit ist.

    • angste
    • 25. Dezember 2012 12:24 Uhr

    die langfristigen Gewinn versprechen, was anderes will keiner haben.

    Was demzufolge bedeutt, daß Rösler langfristigen Gewinn eintauschen will gegen eine kurzfristige Entlastung des Haushalts.

    Was demzufolge wirtchaftliche Dummheit ist.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Keine Enteignung"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Wert eines Unternehmens ist der Barwert der zukünftig zu erwartenden Einzahlungsüberschüsse. Es macht wirtschaftlich keinen Unterschied, ob sie langfristig Jahr für Jahr den Gewinn einnehmen, oder ob sie den heutigen Gegenwert dieser zukünftigen Gewinne als Kaufpreis für Ihre Unternehmensanteile erhalten.

    Der Verkauf einen Unternehmens macht dann Sinn, wenn man nicht auf die Gewinne warten will, sondern das Geld heute schon haben will, um es in wichtigere Dinge zu investieren. Er macht auch Sinn, wenn der Käufer glaubt, zukünftig höhere Gewinne erzielen zu können als der Verkäufer (bspw. wegen Synergien oder anderen strategischen Optionen) und deswegen bereit ist, einen Preis zu bieten, der über dem Barwert der Gewinne liegt, mit denen der Verkäufer rechnet.

    Ich empfehle Ihnen, sich mit den Grundzügen der Unternehmensbewertung zu beschäftigen.

  5. rechnet er für mich schnell noch die Schadensumme runter?
    Ein Trost: Irgendwann werden seine Kumpane mir das Gestohlene zum Rückkauf anbieten. Zu einem überzogenen Preis. Und immerhin kann ich mir den Dieb auch noch selbst wählen bei freien Wahlen.

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte Philipp Rösler | Bundeshaushalt | FDP | Telekom | Wirtschaftsministerium | Euro
Service