Scheicha MozaIhre Hoheit modernisiert Katar

Moza bint Nasser al Missned ist die Frau des Emirs von Katar, eine der mächtigsten Frauen am persischen Golf. Ihr Ziel: ein anderes Katar im Jahr 2030. von 

Scheicha Moza bint Nasser al Missned und ihr Ehemann, der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al Thani, während eines Staatsbesuchs in London im Oktober 2010

Scheicha Moza bint Nasser al Missned und ihr Ehemann, der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al Thani, während eines Staatsbesuchs in London im Oktober 2010  |  © Carl Court/AFP/Getty Images

"Denke!" steht in knallgelben, übermannshohen Buchstaben an der Uferpromenade in Doha , der Corniche. Auch an vielen anderen Orten in der Hauptstadt Katars sind die Parolen unübersehbar. Sie rufen die Passanten auf, ihr Gehirn zu gebrauchen. "Erforsche!", steht auf Plakaten entlang der Straße; "Lerne!", "Schaffe!", "Staune!", "Wachse!" und "Erfinde!"

Katar soll zu einer Wissensgesellschaft werden. Dahinter steckt Scheicha Moza bint Nasser al Missned persönlich. Sie ist die zweite Frau des Emirs von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al Thani, und eine der mächtigsten Frauen am persischen Golf.

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Es ist ihre Stiftung, die  Qatar Foundation for Education, Science and Community Development (QF) , die die Slogans ausgegeben hat. Scheicha Moza setzt ihren Einfluss ein, um Katar zu dem Land zu machen, das ihr Sohn, Kronprinz Tamim, in der Vision der Herrscherfamilie für das Jahr 2030 beschrieben hat. Es soll ein "lebendiges und wohlhabendes" Land sein, "mit wirtschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit für alle und Harmonie zwischen Menschen und Natur".

Der öffentliche Auftritt

Normalerweise spielen die Frauen arabischer Herrschers am Golf keine so exponierte Rolle. Als sich Moza vor neun Jahren das erste Mal an der Seite ihres Mannes in der Öffentlichkeit zeigte, sollen ihre Untertanen schockiert gewesen sein. Doch einschränken lässt sich die Scheicha nicht. Mittlerweile tritt sie auch ohne ihren Mann öffentlich auf.

Ihr dringliches Ziel ist, der Jugend des Landes eine bessere Ausbildung zu verschaffen. Keine kleine Aufgabe in einem Land, in dem so manchem Kind aus reichem Haus schwer zu vermitteln ist, wofür es sich noch anstrengen sollte. Schließlich scheint der Wohlstand durch die immensen Gasvorräte Katars auf Generationen hinaus gesichert. Wofür hart arbeiten?

Trotz Reichtums an Bildung arbeiten

An Geld herrscht in Katar kein Mangel. Seit das Land vor knapp zwanzig Jahren ein Verfahren entwickelte, seine reichen Gasvorräte zu verflüssigen und so besser zu verkaufen, ist es zu einem der reichsten Länder der Welt aufgestiegen. Der Staatshaushalt verzeichnet Überschüsse in Milliardenhöhe . Viel Geld für ein kleines Land mit rund 1,8 Millionen Einwohnern, von denen die einheimische Bevölkerung nur rund 20 Prozent ausmacht.

Auch die Stiftung QF wird mit diesem Geld finanziert. Und Scheicha Moza besucht Schulen, Forschungsinstitute und Universitäten. Sie lockt die besten Forscher ins Land. Mitten in Doha hat sie eine kleine Uni-Stadt aus dem Boden stampfen lassen, genannt Education City , in der mehrere renommierte internationale Universitäten und Think Tanks angesiedelt sind. Viele sind Ableger von Instituten aus den USA , etwa die Georgetown University , die Carnegie Mellon University oder die Rand Corporation.

Nachhaltigkeit

Als kürzlich die Minister zum Klimagipfel in Katar eintrafen, erschien Scheicha Moza höchstpersönlich zur Einweihung der ersten Solar-Testanlage und drückte den Startknopf. Großes Gedränge, um sie herum Security und schwarz gewandete Frauen. In Zukunft soll das Land weniger abhängig von fossilen Brennstoffen werden – die Katarer hoffen, dass in der Solartechnologie neue wirtschaftliche Chancen, Exportmärkte und Jobs stecken. Die Frau des Emirs setzte da mit ihrem Auftritt ein starkes politisches Signal für mehr Nachhaltigkeit. Für ihren weisen Ratschluss, ihre Unterstützung und Führung dankte ihr prompt Omran al Kuwari, der Chef eines der am Testfeld beteiligten Unternehmen.

Leserkommentare
    • Joe Foe
    • 16. Dezember 2012 9:07 Uhr
  1. nämlich ohne von Qatar finanzierte Terroristen - ist jetzt erst mal wichtiger, aber zum Glück wird der US Senat ja bald das Genfer Abkommen vom Juni 2012 ratifizieren
    http://www.unog.ch/80256EDD006B9C2E/%28httpNewsByYear_en%29/18F70DBC9239...

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    Das von Ihnen zitierte Dokument wurde von den Teilnehmern, auch den USA und der EU-Beauftragten unterzeichnet.

    Es ist neben der Resolution des UN- Sicherheitsrates/ eingeschlossen Kofi Annan's 6 Punkte Plan, ein wesentliches Element, auf das sich Brahimi's Friedensplan bezieht. Aber es wird von Anbeginn ..

    - vom Westen und der Arabischen Liga (Mitunterzeichner) ignoriert, im Gegenteil durch Waffenlieferungen, finanzielle Unterstützung etc. unterlaufen,

    - von Medien nicht erwähnt, TOTgeschwiegen, weil es nicht Priorität der "Nachrichten" ist. Zu Lasten von Menschen, die durch Nichteinhalten des Genfer Abkommens gestorben sind.

    "Für die Demokratie mit, um Herrn Gauck aus seiner Hamburger Rede zu zitieren, einem "Krieg als Friedensmotor".

    Im Klartext: Es wird Propaganda gemacht für einen militärisch gestützten Übergang. Propaganda für die Erfolge der Rebellen, Propaganda durch Hervorhebung des "Guten".

    Vor Monaten waren es noch die Kämpfer der Al Nusra Front,
    "Bei den Islamisten von Aleppo"

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-08/syrien-aleppo-al-kaida

    jetzt ist es die aufgeklärte Frau eines Emirs, der genau so wenig an die Einführung demokratischer Prinzipien denkt wie die Herrscher in Saudi Arabien, den VAE oder Bahrain.

    Nichts gegen die durchaus beachtenswerten Bemühungen einer aufgeklärten Frau. Ihre Aktivitäten sind jedoch nicht repräsentativ für die arabischen Staaten, nicht repräsentativ für das menschenverachtende Handeln ihres Ehemannes.

    • Suryo
    • 16. Dezember 2012 9:36 Uhr

    Steht da auch "Zweifle!" und "Hinterfrage!"? Meiner Meinung nach ist das die Basis fuer Wissenschaft....

  2. 4. Frage:

    ist die "scheicha" überhaupt demokratisch legitimiert?
    Handelt es sich bei unseren "Freunden" aus Katar nicht um eine üble Diktatur?

    Warum bekommt ein Staat, der Terroristen finanziert hier eine Plattform?

    Soll uns Katar etwa aufgrund einer "Vorzeigefrau" sympathisch gemacht werden?

    Irgendwann wir Katar für seine Politik bezahlen - mit oder ohne "Wissensgesellschaft"....

  3. 5. .....

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

  4. Dürfen jetzt auch deutsche Bigamisten hoffen?

    ZEIT: „Sie ist die zweite Frau des Emirs“
    ZEIT: „Auf Auslandsreisen tritt sie gern mit eleganten, figurbetonten langen Kleidern auf“
    ZEIT: Sie widerlegt alle Klischees

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    Auf Wunsch gelöscht. Danke, die Redaktion/mo.

    Unser Bundespräsident tritt ja ständig mit seiner Freundin auf, während seine Frau in Rostock von einer schmalen Rente lebt. Und er ist pensionierter evangelischer Pfarrer.

  5. Katar ist eine Diktatur, wie sie im Buche steht.

    Katar hat rund 1.7 Millionen Einwohner. Davon sind lediglich rund 250.000 Kataris. Der Rest sind Ausländer, hauptsächlich rechtlose Arbeitssklaven, mehrheitlich aus Pakistan, Indien und anderen arabischen Ländern.

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    ...Pakistan noch Indien sind arabische Länder.

    • C.Herub
    • 16. Dezember 2012 11:09 Uhr

    Oh, ja, ich staune! Wie es dem Hauptsponsor der HAMAS gelang, sich hier als "Bildungsrepublik" darzustellen. Erstaunlich!

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