WirtschaftskriseSpanien versetzt das Familiengold
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Oft wird nicht korrekt über die angekauften Stücke Buch geführt

Die Compro Oros haben sich auch deshalb so vermehrt, weil das Geschäft den arbeitslosen Spaniern lohnend erschien. "Viele haben wenig Ahnung, was sie machen", sagt Marion Mueller. Der Markt lockt auch schwarze Schafe an. In Galizien stellte die Polizei bei einer Stichprobe in diesem Jahr in fast neun von zehn solcher Läden Unregelmäßigkeiten fest. 57 Prozent der Waagen waren etwa nicht für die Art der Geschäfte geeignet.

Oft wurde auch nicht korrekt über die angekauften Stücke Buch geführt. So verlangt es eigentlich das Gesetz. Die Compro Oros müssen sich darüber hinaus den Ausweis der Kunden zeigen lassen. Auch müssen sie die Ankäufe vor dem Einschmelzen 15 Tage aufbewahren. Der spanische Juweliersverband kritisiert diese Regeln als zu lasch, um Diebesgut aufzuspüren. Er moniert auch, dass Kunden nicht darüber aufgeklärt würden, dass sie kunstvolle Schmuckstücke vielleicht unter Wert verkaufen – schließlich zählt nur der Wert des Goldes, nicht des Schmucks an sich.

Das Geschäft der Compro Oros floriert dennoch weiterhin. Zwar ist die Konkurrenz groß, die Nachfrage bleibt es aber auch. "Das wird noch einige Jahre weitergehen", sagt Marion Mueller von der AEMP. Luis Montero, Gründer von Compro Oro España, sieht das ähnlich. "In Spanien bekommen immer mehr Leute Geldprobleme", sagt er. Er würde mit seiner Kette gern noch weiter expandieren – hat aber inzwischen Probleme, Franchisenehmer zu finden. "Die Leute sehen, dass es schon sehr viele solcher Läden gibt", sagt er. "Deshalb gehen sie davon aus, dass der Markt schon ausgebeutet ist."

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Leserkommentare
    • yohak
    • 21. Dezember 2012 20:04 Uhr

    Wenn ich hier in Deutschland durch eine Fussgängerzone spaziere,
    habe ich aber auch das Gefühl, das alle 50 Meter ein Laden ist, der unbedingt all mein Gold sofort ankaufen will.

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    zu weniger als der Hälfte, wenn nicht gar zu einem Viertel des Feinunzenpreises. Veritable Verbrecher.

  1. Die Goldankaufgeschichte läuft praktisch weltweit, ganze Ladenlokale das das Geschäft welches der Juwelier vorher nur nebenbei gemacht hat.

  2. Wenn jemand ein Praesident eines Landes ist, sollte er doch eigentlich fuer seine Buerger sorgen! Und aus dem Grund sollten die Regierungen einfach saubere Buchhaltung machen und auch endlich Steuerpruefer aus anderen Laendern zulassen! Allein die Santanderbank ist ein Graus, welches keine Worte findet!
    Es waere gut, wenn endlich dieses Fremdkapital endlich an die Personen zurueckgegeben wird, von denen es genommen wurde!!!
    Politker haben auch eine Sorgfaltspflicht und vorallem wenn es den BUERGERN (und das sind zumeist andere als die angeblich Reichen)nicht gut geht!

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    ...

  3. Na dann..wird es Zeit für grundlegende Reformen !!!

  4. und die Meute stürzt sich darauf. Ekelhaft.

    • genius1
    • 21. Dezember 2012 21:13 Uhr

    Was könnte passieren, wenn die Ärmeren all ihr Gold verkauft haben.

    Dei Absicherung in Spanien im Link:

    http://www.lexsoft.de/cgi...

    Ob die Spanier so Still halten wie die Griechen?

  5. Jetzt endlich ergibt der schöne Artikel von Herrn Schieritz vom letzten Sonnabend Sinn!
    Denn das müssen sie nun sein, die "guten Krisen-Nachrichten aus Südeuropa", von denen dieser hellsichtige Autor seinen Lesern vorschwärmte.
    Warum auch nicht, denn wer in der Not verkaufen muss, kann ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans.
    Ja, zugegeben, für die Spanier selbst ist's nicht so schön, aber hey, dafür profitieren eben andere! Und viel bleibt ja auch in der europäischen Familie.
    Man sieht, auch wenn's einem schlecht geht, kann man - mit Hilfe der richtigen Betrachtungsweise - der eigenen Situation immer noch ein kleines bisschen Gutes abgewinnen.
    Herrn Schieritz sei Dank dafür!

    • an-i
    • 21. Dezember 2012 21:42 Uhr

    haben dies schon am Anfang der Kriese, von Griechenland verlangt.
    Mir scheint es, als wäre die sog. "€ Krise" (ist eigentlich eine Bankenkrise) von Mafia ähnlichen Kreisen gewollt, um sich maßlos bereichern zu können.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Spanien | Wirtschaftskrise | Gold | Mittelschicht | Goldpreis | Schweiz
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