Der aktuelle Konzernchef Heinrich Hiesinger glaubt, dass genau darin seine Chance liegt. Er treibt den Umbau des Konzerns voran: weniger Stahl, mehr Komponenten. So will sich ThyssenKrupp unabhängiger vom konjunkturell schwankenden Stahlgeschäft machen. Glaubt man Medienberichten, dann könnte selbst die Zukunft des Stahlwerks Duisburg-Bruckhausen, einem Traditionsstandort mit rund 20.000 Beschäftigten, zur Debatte stehen. Die Edelstahlsparte Inoxum hat ThyssenKrupp bereits an einen finnischen Konkurrenten verkauft. Die beiden Pleitewerke in Brasilien und den USA sollen folgen; allerdings findet sich seit dem Frühjahr kein Käufer.

Gerade investiert ThyssenKrupp in zwei Aufzugwerke in China und Indien . Sie sollen für die Zukunft stehen. Zukünftig wolle der Konzern rund 70 Prozent des Umsatzes mit Material- und Logistikdienstleistungen und Industriegütern verdienen, kündigte Hiesinger am Dienstag an.

Auch ein Wandel der Unternehmenskultur stehe an. "Wir brauchen mehr Effizienz, Transparenz und Ehrlichkeit auf allen Ebenen", sagte der Konzernboss. Der erste sichtbare Schritt: Der halbe Vorstand wurde wegen unsauberer Geschäftspraktiken gefeuert.