MilliardenverlustThyssenKrupp wird sich neu erfinden müssen
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Heinrich Hiesinger will den Stahlriesen umbauen

Der aktuelle Konzernchef Heinrich Hiesinger glaubt, dass genau darin seine Chance liegt. Er treibt den Umbau des Konzerns voran: weniger Stahl, mehr Komponenten. So will sich ThyssenKrupp unabhängiger vom konjunkturell schwankenden Stahlgeschäft machen. Glaubt man Medienberichten, dann könnte selbst die Zukunft des Stahlwerks Duisburg-Bruckhausen, einem Traditionsstandort mit rund 20.000 Beschäftigten, zur Debatte stehen. Die Edelstahlsparte Inoxum hat ThyssenKrupp bereits an einen finnischen Konkurrenten verkauft. Die beiden Pleitewerke in Brasilien und den USA sollen folgen; allerdings findet sich seit dem Frühjahr kein Käufer.

Gerade investiert ThyssenKrupp in zwei Aufzugwerke in China und Indien . Sie sollen für die Zukunft stehen. Zukünftig wolle der Konzern rund 70 Prozent des Umsatzes mit Material- und Logistikdienstleistungen und Industriegütern verdienen, kündigte Hiesinger am Dienstag an.

Auch ein Wandel der Unternehmenskultur stehe an. "Wir brauchen mehr Effizienz, Transparenz und Ehrlichkeit auf allen Ebenen", sagte der Konzernboss. Der erste sichtbare Schritt: Der halbe Vorstand wurde wegen unsauberer Geschäftspraktiken gefeuert.

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Leserkommentare
  1. hat für die Stahlkocher schon immer kein Geschäft erbracht.

    Würden alle Automobilhersteller ihre Kunden wieder mit Lieferzeiten belegen wäre das Stahlgeschäft kalkulierbarer geworden.

    Am Ende wird dieser Konzern mit der langen Tradion auch im Waffengeschäft wohl zerschlagen und die Sparte die übrig bleiben wird wird wohl auch wieder die Rüstung sein, leider.

  2. warum will sich T-K aus dem Stahlgeschäft völlig zurückziehen? Das ist doch ihr Kerngeschäft, damit sind sie groß geworden. Auf dem Qualitätsstahlsektor macht ihnen so schnell niemand was vor. Hier hat man das Know how, hier hat man die Fachleute. Hier muß nur jemand an die Spitze, der für seinen Job und seine Leute brennt und nicht so ein flachgebügelter Jurist, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat!!! Was sich heute auch rächt, ist die Schließung der Hennrichshütte in Hattingen. Hier sind Anfang der 90er Jahre die modernsten Hochöfen der Welt angefahren worden, um nach 8 Jahren wieder aufzuhören. Welch eine Managerglanzleistung!!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • scoty
    • 11. Dezember 2012 19:06 Uhr

    wie es bei den anderen Ländern aussieht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stahl/Tabellen_und_Grafiken

    • scoty
    • 11. Dezember 2012 19:06 Uhr
    • bernjul
    • 11. Dezember 2012 22:19 Uhr

    "Die Geschichte des brasilianischen Werks ist eine Räuberpistole aus Korruptionsvorfällen, Umweltvergehen und Strafprozessen. Die Investition wurde zum Milliardengrab."

    Tja, dass kommt davon, wenn man in Billigländer investiert. Wer hätte nur gedacht, dass es in Brasilien andere Spielregeln gibt als hier und dass dieses Land korrupt bis auf die Knochen ist. Das die Herren immer noch nicht begreifen, dass es nicht immer nur ausschließlich um Kosteneffizienz geht:

    "Gerade investiert ThyssenKrupp in zwei Aufzugwerke in China und Indien. Sie sollen für die Zukunft stehen."

    Na, dann viel Glück in Indien und China. Die haben ja auch keine Probleme mit Korruption oder Umweltvergehen. ^^

  3. dass ausgerechnet ein Stahlspezialist beim Bau seiner Fabrikhallen auf unbrauchbaren Billigstahl aus China hereinfällt? Wenn die schon keine Ahnung von Stahl haben, wer denn dann?

    Ich hoffe nur, dass die gefeuerten Vorstände für den ganzen Mist haftbar gemacht werden - Siemens hat ja mit v.Pierer & Co. eindrucksvoll demonstriert, wie so etwas funktioniert. Kommt zwar nicht alles zurück, aber wenigstens kommt die Haftpflichtversicherung der Vorstände für einen kleinen Teil des Schadens auf - und bei TK zählt im Moment ja wohl jeder Euro.

    Dem Aufsichtsrat ist da aber wohl bestimmt nichts anzulasten - für das bißchen Aufwandsentschädigung konnte man ja höchstens mal drei Vortagsabende opfern, da kann ja keiner in Details gehen.

    • genrik
    • 12. Dezember 2012 9:12 Uhr

    Wieder einmal "Nieten in Nadelstreifen"? Und die Konkurrenz mit der eigenen Tochterfirma, die Erfahrung im Bau von Stahlwerken besitzt, aber leider 55 Millionen Euro teurer war als die chinesischen "Spezialisten"? Gier frißt Hirn, und Inkompetenz hat Hochkonjunktur.

    • NWJ
    • 12. Dezember 2012 10:28 Uhr

    Herr Cromme reiht sich ein in die unzähligen Namen von unfähigen Unternehmensführern. Krankhafte Selbstüberschätzung zeichnen sie aus. Aber auch hier zeigt sich wieder, wie sinnlos die Institution Aufsichtsrat ist. Ein Haufen unfähiger Mitglieder, einschliesslich ihrer Arbeitnehmervertreter. Zum grossen Teil fehlt die Qualifikation, fachlich als auch menschlich. Und wie man nicht anders erwarten konnte, sitzt (saß) auch ein Herr Steinbrück in dem Aufsichtsgremium von Thyssen-Krupp. Was hat er da wohl gemacht? In der Nase gebohrt oder Reden geschrieben? Da stelle man sich vor, ein Herr Cromme als die Führungsfigur "Sauberer Unternehmensführung" und Herr Steinbrück als Kanzler dieser Republik. Da kann man nur noch auswandern.

  4. bei den unfähigen Managern die ihrer Firma diese Milliardengräber geschaufelt haben. Die schreiende Ungerechtigkeit ist ja, dass die Mitarbeiter am Ende entlassen werden und die Manager die den Karren in den Dreck gefahren haben schlimmstenfalls mit weniger Abfindung heim gehen als möglich gewesen wäre.

    Eine Frage:

    Warum soll TK die deutschen Stahlwerke aufgeben, nur weil die amerikanischen Stahlwerke ein Reinfall waren?

    Ich verstehe hier die Logik dahinter einfach nicht. Wenn TK seine Edelstahl-Sparte verkauft, kann TK schnell mal Kasse machen und dass ihnen keiner die amerikanischen Pfusch Stahlwerke abkauft ist auch verständlich. Aber warum macht TK soetwas? Ich würde die schlechten Stahlwerke abstoßen oder zudrehen und die guten weiterführen, denn immerhin erwirtschaften die Geld.

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