Transparency InternationalGriechenland hat die höchste Korruptionsrate in der EU

Griechenland unternimmt nach einer Untersuchung von Transparency International nicht genügend gegen Korruption. Die Bestechlichkeit ist dort so hoch wie in Kolumbien. von afp und reuters

Graffiti des früheren griechischen Verteidigungsministers Akis Tsochatzopoulos, der momentan wegen Korruption im Gefängnis sitzt

Graffiti des früheren griechischen Verteidigungsministers Akis Tsochatzopoulos, der momentan wegen Korruption im Gefängnis sitzt  |  © Louisa Gouliamaki/AFP/GettyImages

In keinem Land der EU ist die Korruption nach Einschätzung von Transparency International so verbreitet wie in Griechenland . Mit nur 36 von 100 möglichen Punkten belegt das hochverschuldete Land laut dem veröffentlichten Korruptionsindex für das Jahr 2012 den letzten Platz im Vergleich der EU-Mitgliedsstaaten. Im internationalen Vergleich ist die Korruptionsrate genauso hoch wie in Kolumbien oder Dschibuti , die sich den 94. von insgesamt 174 Plätzen teilen. Deutschland kommt mit 79 Punkten auf Platz neun innerhalb Europas und weltweit auf Platz 13. Es liegt damit vor den USA mit 73 und Frankreich mit 71 Punkten.

Innerhalb der EU belegt Italien den drittletzten Platz mit 42 Punkten. Spanien belegt mit 65 Punkten Platz 30, Portugal liegt mit 63 Punkten auf Rang 33. Transparency International forderte Europa auf, Korruptionsrisiken zu verringern, um die Euro-Krise zu bekämpfen.

Anzeige

"Die Regierungen müssen Antikorruptionsmaßnahmen bei allen staatlichen Entscheidungsprozessen einbeziehen", sagte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle. Besonders wichtig seien bessere Regeln für Lobby-Arbeit und Parteienfinanzierung sowie die Offenlegung staatlicher Ausgaben und Auftragsvergaben. Der diesjährige Index zeige, dass "Gesellschaften weiter einen hohen Preis für Korruption bezahlen", so Labelle.

Letzter Platz mit nur drei von 100 Punkten

Am unbestechlichsten weltweit sind dem Index zufolge Mitarbeiter im öffentlichen Sektor in Dänemark , Finnland und Neuseeland . Alle drei Staaten landeten mit 90 Punkten an der Spitze der Liste. Den letzten Platz belegten mit jeweils nur acht Punkten Afghanistan , Nordkorea und Somalia.

Der Index ermittelt, wie korrupt die öffentliche Verwaltung in einem Land ist. Er gründet auf Studien und Einschätzungen renommierter unabhängiger Institute. Fallzahlen von Bestechlichkeit in öffentlichen Ämtern dagegen lassen nach Angaben von Transparency International keine eindeutige Bewertung zu. Die belegten lediglich, wie effektiv die Staatsanwaltschaft, die Gerichte oder die Medien eines bestimmten Landes bei der Aufdeckung von Korruption sind. Die Organisation erstellt den Korruptionswahrnehmungsindex einmal im Jahr.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ...alle anderen Esel quatschen es nach.

    "In keinem Land Europas ist die Korruption nach Einschätzung von Transparency International so verbreitet wie in Griechenland. Mit nur 36 von 100 möglichen Punkten belegt das hochverschuldete Land laut dem veröffentlichten Korruptionsindex für das Jahr 2012 DEN LETZTEN PLATZ in Europa."

    Griechenland: Rang 94

    Albanien: Rang 113
    Ukraine: Rang 144
    Belarus: Rang 123
    Kosovo: Rang 105

    Letzter, Fünftletzter - wollen wir nicht päpstlicher sein als der Papst.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • u.t.
    • 05. Dezember 2012 10:30 Uhr

    vollkommen recht.

    Albanien, Ukraine, Belarus und Kosovo sind noch korrupter.

    Und wissen Sie was?

    Ich bin so sch...froh, dass wir mit denen nicht in einer Währungsunion sind.

    Upps...

    • Moika
    • 05. Dezember 2012 11:59 Uhr

    Wenn Sie eine der Aussagen des Artikels kritisieren, sollten Sie vielleicht erst einmal genauer lesen. Im Text steht ausdrücklich: Im Vergleich der EU-Staaten....

    Und seit wann gehören Albanien, die Ukraine, Weißrußland und der Kosovo zur EU?

    • alex099
    • 05. Dezember 2012 13:06 Uhr

    Belarus und Kosovo sind aber (noch) nicht in der EU und erhalten zurzeit keine Milliardenhilfen, die von den Steuerzahlern anderer EU Staaten finanziert werden. Der Artikel hätte schreiben sollen, dass Griechenland den höchsten Korruptionsindex in der Eurozone und in der EU hat. Trotzdem bleibt diese Nachricht enttäuschend und ärgerlich...

    • road90
    • 05. Dezember 2012 9:17 Uhr

    ... muss reglementiert oder verboten werden. Wie kommt so eine windige Organisation dazu, mit seinem Korruptionsrating die Bemühungen der griechischen Staates zur Bekämpfung der Korruption zu unterlaufen. Am besten wäre, eine europäische Korruptionsratingsagentur zu gründen, die ausschließlich Brüssel untersteht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • bayert
    • 05. Dezember 2012 9:28 Uhr

    wenn man bedenkt, dass GR auf einem guten Weg ist (fragt sich nur wohin).

    "...Agentur...die Brüssel untersteht." ich habe da erst mal grinsen müssen. Man muss sich ja nur mal anschauen wieviele Beamte da in Brüssel sitzen, die selber gestehen, sie säßen da, weil es die beste Lösung innerhalb ihrer Partei gewesen war, nach Brüssel versetzt zu werden. Der dickste Bock soll zum Gärtner gemacht werden ?

  2. wo einer korrumpiert wird müssen doch auch welche sein die korrmpieren. Wer ist denn der Nutznießer? Da würde ich mal in den ersten Rängen der Liste nachsehen.

    Hauptsache die US-Banken machen gerade die größten Gewinne seit 6 Jahren......

  3. Eigentlich will ich sowas gar nicht wissen, kurz nachdem die nächsten Hilfszahlungen an GR beschlossen wurden. Ich komme mir da irgendwie verarscht vor, ich weiß nur nicht, ob von der Politik, von Transparency International, oder von der Presse, die das dann veröffentlicht. Wirkt so: "Ätsch, seht mal, wie doof ihr seid !!!". Das macht richtig Lust auf noch mehr EU und Euro, Dankeschön !!!

    • road90
    • 05. Dezember 2012 9:23 Uhr
    • TDU
    • 05. Dezember 2012 9:23 Uhr

    400 Jahre Besatzung mit der Unfähigkeit, danach klare Verhältnisse zu schaffen, bleiben nicht ohne Folgen. Und im Verhältnis zur Bevölkerung hat Griechenland eine Menge mehr Staatsbeschäftigte als hierzulande und die sind entsprechend schwieriger zu kontrollieren.

    M. e. sagen solche Zahlen nicht viel aus. Wenn alle mit der Korruption einverstanden sind, und keiner dabei zu kurz kommt, ist es halt wie eine Extra Bezahlung der Staatsdiener. Die Folgen für die Wirtschaft in Form der Begünstigung von Monopolen und des Geldes an sich interessieren doch nur dann, wenn die Bevölkerung darauf Wert legt.

    Hierzulande ist das auch immer mehr Menschen egal, obs noch mittelständische Wirtschaft gibt. So wird sich die Korruptionsrate auch hierzulande erhöhen, wenn sich aus der schieren Menge im Grunde überflüssiger öffentlich Bediensteter eine Schattenwirtschaft ergibt.

    Statt immer nur Korruption oh je, sollte man da mal forschen.

    • bayert
    • 05. Dezember 2012 9:28 Uhr

    wenn man bedenkt, dass GR auf einem guten Weg ist (fragt sich nur wohin).

    • ecerium
    • 05. Dezember 2012 9:32 Uhr
    8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, nf
  • Schlagworte Europäische Union | Medien | Euro-Krise | Gericht | Somalia | Staatsanwaltschaft
Service