KonjunkturUS-Arbeitslosigkeit sinkt auf Vier-Jahres-Tief

Trotz Wirbelsturm Sandy ist die Arbeitslosenquote in den USA gefallen. Fachleute hatten das Gegenteil vermutet. Währungsmarkt und Börse reagierten zunächst positiv. von dpa und reuters

Ein Arbeiter in einer Maschinenfabrik im US-Staat Ohio

Ein Arbeiter in einer Maschinenfabrik im US-Staat Ohio  |  © Aaron Josefczyk/Reuters

In den USA sind im Oktober deutlich weniger Menschen arbeitslos gewesen als im Vormonat. Überraschend fiel die Quote von 7,9 auf 7,7 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit vier Jahren. Nach Angaben des Arbeitsministeriums schufen Unternehmen zudem 146.000 neue Jobs.

Experten waren von einem leichten Anstieg der Quote auf acht Prozent ausgegangen. Unter anderem hatten sie erwartet, dass die Folgen des Sturms Sandy im Oktober auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Er war über dicht besiedelte Regionen der Ostküste gefegt, hatte das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt und Milliardenschäden verursacht.

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In den Rezessionsjahren 2007 bis 2009 war die Arbeitslosenquote zeitweise über die Marke von zehn Prozent gestiegen. Obwohl sie seither sank, sind die Vorkrisenwerte von rund fünf Prozent noch immer weit entfernt.

Zahlen stützten europäische Aktienmärkte

Allerdings korrigierte das Ministerium die Zahlen für Oktober und September . Demnach kamen etwa 500.000 neue Jobs weniger hinzu als ursprünglich errechnet.

Die überraschend starke Belebung stützte die europäischen Aktienmärkte. Der Dax drehte nach Verlusten wieder ins Plus und notierte 0,1 Prozent bei 7.540 Zählern. Der Dow Jones Index stieg an der Wall Street in den ersten Minuten nach Handelseröffnung ins Plus.

Zudem ließ die Aussicht auf eine baldige Zinssenkung das Vertrauen des Finanzmarkts in den Dollar steigen. Die US-Währung zog um 0,4 Prozent an, was den Export aus Europa leicht verteuert. Der Euro fiel um 0,7 Prozent auf 1,2880 Dollar.

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Leserkommentare
  1. aus der US-Rüstungsindustrie.

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    den weltweiten Waffenmarkt mit eine Anteil von ca. 75%,
    mit dem Allzeit-Rekordwert von 66 Mrd. Dollar im Jahr 2011, im Vergleich zu 2010 mit 24, Mrd.

    Werbekampagne sind ein böser Iran, was allein in diesem Jahr Aufträge im Wert von 35 Mrd. allein mit Saudi Arabien, den Emiraten und Oman. Indien kauft für 4 Mrd. und Taiwan 2 Mrd, Nato kauft für 3 Mrd. Drohnen(Nach spiegel-Angaben vom 27.08.2012). Die Rüstungsindustrie kann aus Sicherheitsaspekten nur in sehr begrenztem Ausmaß ins Ausland verlegt werden. Innovationen wie das iPhone, das aber in Asien gefertigt wird, entfallen bei der Drohnenproduktion. Die USA haben angekündigt Drohnen in über 66 Länder zu exportieren. Die Erwarteter Export 2012: 60 Mrd. Dollar (reuters vom 21.06.2012)

    Da Rüstungsprodukte lange Fertigungszeiten haben, die Aufträge sich seit 2011 verdreifacht haben, sehe ich hier und bei den Zulieferern und bei der Wartung die Entstehung neuer Arbeitsplätze, vor allem auch Software.

    Vielleicht ist NATOs Patriot-Stationierung in der Türkei offiziell nur temporär um Russland nicht noch mehr zu verärgern, tatsächlich aber eine Dauerleihgabe und die NATO bestellt neue. Damit kämen nochmal ein einige Mrd hinnzu.

  2. leben von Lebensmittelmarken. Das sind 15% der Bevölkerung. Insofern halte ich die im Artikel angegebenen Arbeitslosenzahlen für nicht tragfähig.

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    • SuR_LK
    • 07. Dezember 2012 18:02 Uhr

    47Mio von 315Mio sind 15%? hmmm
    Trotzdem denk ich wird auch die USA Experten im Beschönigen von Statistiken unterhalten, wir sind da sicher nicht allein am schönreden.

    • alexkie
    • 07. Dezember 2012 18:36 Uhr

    Inwiefern sollten sich diese Zahlen widersprechen?

  3. Die Konjunkturspatzen sehen wieder Dampf auf der Lokomotive und versammeln sich -wie früher- hinter dem Zugpferd.

    Die USA sollte man als ökonomische Kraft der Weltwirtschaft heute nicht mehr überbewerten. Die Nachfrage nach dt. Exportgütern ist woanders. Weltweit.

  4. all diese positiven Statistiken.
    Besser auch diese nicht:
    http://www.zerohedge.com/...

  5. ...Romney nicht die Wahl gewonnen hat und das jetzt nicht als seinen Erfolg verkaufen kann!

    • SuR_LK
    • 07. Dezember 2012 18:02 Uhr

    47Mio von 315Mio sind 15%? hmmm
    Trotzdem denk ich wird auch die USA Experten im Beschönigen von Statistiken unterhalten, wir sind da sicher nicht allein am schönreden.

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    ziemlich genau sogar.

    Wieviel Prozent macht denn das bei Ihnen, darauf würde ich gerne eine Antwort haben?

    • alexkie
    • 07. Dezember 2012 18:36 Uhr

    Inwiefern sollten sich diese Zahlen widersprechen?

    • Archie2
    • 07. Dezember 2012 18:47 Uhr

    Bei ca. 150 Mio Arbeitsplätzen und 0,7% Bevölkerungswachstum werden jeden Monat allein 90.000 neue Jobs benötigt, um die Arbeitslosenquote konstant zu halten. Die darüber hinaus geschaffenen neuen Stellen führen gerade mal zu einer Reduktion um 0,037 %. Die Hauptteil der Absenkung beruht darauf, über 200.000 Arbeitslose nicht mehr als solche zu werten. So kann man sich die Welt schön rechnen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Dax | Konjunktur | Dow Jones | Aktienmarkt | Arbeitslosenquote | Arbeitsmarkt
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