AnleihekaufAnleger goutieren neues Konjunkturprogramm der Fed

Die US-Notenbank will weitere Staatsanleihen kaufen und belässt den Leitzins bei fast null Prozent. Die Börsen in Asien und die Wall Street reagieren mit Kurssprüngen.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) lockert weiter ihre Geldpolitik – und die Aktienmärkte heben ab. Der Nikkei-Index kletterte auf den höchsten Stand seit rund acht Monaten, an der Wall Street setzten der Dow Jones und der Index der Technologiebörse Nasdaq den Kursanstieg der vergangenen Tage fort.

Der Grund für die gute Börsenstimmung: Die Fed will zur Stützung der Konjunktur neue Staatsanleihen aufkaufen und das entsprechende Programm ab Januar um 45 Milliarden Dollar auf 85 Milliarden ausweiten. Zudem erwarten Investoren ähnliche Schritte von der japanischen Zentralbank in der kommenden Woche – Erwartungen, die die Börsenkurse ebenfalls nach oben trieben.

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Die Fed will nach den Worten von Fed-Chef Ben Bernanke auch ihre Nullzinspolitik weiter fortsetzen, "mindestens bis Mitte 2015". So soll der Leitzins zwischen null und 0,25 Prozent bleiben, und zwar praktisch so lange bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent und die Inflationsrate auf höchstens 2,5 Prozent sinken.

Fed warnt vor Folgen der Fiskalklippe

All diese Maßnahmen drücken die Zinssätze und sorgen im Idealfall dafür, dass Kredite für Unternehmen und Haushalte billiger werden, Investitionen und Konsum also nicht einbrechen. Seit Ende 2008 versucht die US-Zentralbank so, die Konjunktur nach der Wirtschaftskrise zu beleben. Nach ihren Statuten ist sie dazu sogar verpflichtet: Im Gegensatz etwa zur Europäischen Zentralbank (EZB), die ausschließlich das Ziel stabiler Preise verfolgt, soll die Fed auch dafür sorgen, dass möglichst Vollbeschäftigung herrscht.

Derzeit, so die Notenbank, habe sich die Lage am Arbeitsmarkt zwar leicht entspannt – die Quote lag im November bei 7,7 Prozent –, die Arbeitslosigkeit bleibe aber hoch. Das Wachstum der US-Wirtschaft bezeichneten die Fed-Experten als "moderat", ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr korrigierten sie auf 2,3 bis 3,0 Prozent nach unten.

Mit einer Warnung wandte sich Bernanke an Demokraten und Republikaner, die im Haushaltsstreit bis Jahresende dringend eine Lösung herbeiführen müssen. Ansonsten treten automatische Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen in Kraft, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten. Die Notenbank, mahnte der Fed-Chef, werde dann die Folgen dieser sogenannten Fiskalklippe nicht ausgleichen können. "Das ist einfach zu groß angesichts der Instrumente, die wir haben."

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Leserkommentare
  1. " ... um 45 Milliarden Dollar auf 85 Milliarden ausweiten "

    Die Summen sind monatlich.

    Fragt sich nur wer das Geld wieder einsammelt.

    Das wird wohl nicht geschehen, sondern durch die Inflation aufgefressen.

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