Arbeitskampf : Sicherheitspersonal streikt an deutschen Flughäfen

Reisende müssen sich an mehreren Flughäfen auf Behinderungen einstellen: Die Gewerkschaft ver.di hat die Mitarbeiter des Sicherheitspersonals zu Warnstreiks aufgerufen.
Am Flughafen Frankfurt am Main hängt ein Aufruf zum Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Gewerkschaft ver.di hat in der Nacht zum Montag überraschend Warnstreiks des Sicherheitspersonals an etwa zehn deutschen Flughäfen angekündigt. Die Streiks beginnen in den frühen Morgenstunden und sollen teilweise bis zum Mittag laufen, wie ver.di mitteilte. Hintergrund des Warnstreiks sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

Zum Sicherheitspersonal zählen unter anderem die Mitarbeiter bei den Gepäck- und Personenkontrollen. Betroffen seien voraussichtlich die Flughäfen in Frankfurt (Main) , Baden-Baden / Karlsruhe , Berlin-Tegel, Berlin Schönefeld, Bremen , Düsseldorf , Hamburg , Hannover , Köln-Bonn und Stuttgart .

"Es ist mit Verspätungen und Verzögerungen zu rechnen", sagte ver.di-Sprecher Christoph Schmitz. "Es geht darum, die Arbeitgeber zu treffen." Deshalb seien die Warnstreiks zum Teil erst kurzfristig angekündigt worden. Genaue Zeiten stünden nicht für sämtliche Flughäfen fest.

Frankfurter Flughafen erreichte Nachricht von Streiks erst in der Nacht

Den Flughafen in Frankfurt am Main erreichte die Nachricht von anstehenden Warnstreiks erst in der Nacht zum Montag. "Wir werden die Informationen verifizieren und die nötigen Maßnahmen einleiten", sagte ein Sprecher des größten deutschen Flughafens.



Bundesweit vertritt ver.di im Sicherheitsbereich nach eigenen Angaben 15.000 Beschäftigte. In den Verhandlungen macht sich die Gewerkschaft unter anderem für geregelte Dienstpläne , unbefristete Arbeitsplätze und gerechte Löhne stark. "Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Anrecht auf Planbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit – das ist jedoch ohne geregelte Dienstpläne und Schichtsysteme nicht möglich", sagte ver.di-Verhandlungsführer Andreas Sander in einer Mitteilung.

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Das hat doch nun nichts

mit dem Nahen Osten zu tun. Sondern wurde auf Verlangen der Fluggesellschaften eingeführt, um an Bord ihre überteuerten Produkte an den Mann/Frau zu bringen.
Bin jedoch erstaunt, wenn Verdi da vertritt, die meisten mit denen ich bei Abreisen aus D unterhalten habe, sind von Zeitarbeitsfirmen dort abgestellt (Berlin, Dresden, Hannover, Hamburg, Leipzig) und es wäre neu das Verdi dort irgendjemanden vertritt.(siehe auch http://besondere-dienste....)

Zeitarbeit + Dienstleister

ZITAT
Bin jedoch erstaunt, wenn Verdi da vertritt, die meisten mit denen ich bei Abreisen aus D unterhalten habe, sind von Zeitarbeitsfirmen dort abgestellt (Berlin, Dresden, Hannover, Hamburg, Leipzig) und es wäre neu das Verdi dort irgendjemanden vertritt.

Also meines Wissens sind das keine Zeitarbeitsfirmen sondern externe Dienstleistungs-/Sicherheits-Firmen.
Im Klartext:
Der Ausschreibungswahn der EU bewirkt hier
mangels gesetzlicher Regelungen über Bezahlung
und Arbeitsbedingugen nur dass Arbeitnehmer
oft zur Verfügungsmasse degradiert werden !

Kein Bundespolizist (die BP ist hier der Auftraggeber)
würde das mit sich machen lassen was man diesen Leuten oft zumutet ...

Ich warte darauf...

Ich warte darauf, bis hier wieder die ersten Kommentare kommen, dass das ja wohl nicht sein könne, dass diese bösen Menschen streiken - weil irgendjemand vom Streik betroffen ist und sein Flieger nicht geht. Oder was auch immer.

Sollen doch diese überbezahlten Sicherheitsleute anderweitig sehen, wie sie sich ein Gehalt sichern können, von dem sie eine Familie ernähren können!

PS.: Aber wenn's wirklich mehr Geld gibt, dann könntet ihr auch 'n bisschen freundlicher sein ;-)

Die Flughäfen und die Fluggesellschaften sind erpressbar

Die Flugpassagiere werden in Geiselhaft genommen. Da ist der Gesetzgeber gefordert: solche Warnstreiks müssten eine Woche vorher angekündigt werden. Auch wenn einige Forderungen von ver.di berechtigt sind: Diese vermeidbaren Verzögerungen im Betriebsablauf sowie die Flugausfälle schaden der deutschen Wirtschaft und sind nicht hinnehmbar.
Wenn ich mich nicht irre, ist dies der vierte Streik auf deutschen Flughäfen innerhalb der letzten zwei Jahre.
ver.di ist auch nicht besser als die kleinen Einzelgewerkschaften, die winzige Interessengruppen im deutschen Flugverkehr vertreten mit dem Motto: "Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will !"