Konsum : Was Weihnachten anrichtet
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"Orgie der Wertvernichtung"

Weihnachten ist nicht nur eine logistische Herausforderung. Es ist auch eine gewaltige Ressourcenschlacht. Dabei sind die rund 24 Millionen Weihnachtsbäume und zehn Millionen Weihnachtsgänse, die jedes Jahr verkauft werden, nur das eine. Es wird auch weit mehr Energie verbraucht als sonst.

Die Bahn setzt Sonderzüge ein, um die Deutschen zu ihren Familien zu transportieren, auf den Autobahnen staut es sich kilometerweit, der Benzinverbrauch steigt drastisch an. Am ersten Weihnachtsfeiertag registrieren die Energieversorger dann die "Gänsebratenspitze". Rund 480 Millionen Kilowattstunden verbrauchen die Deutschen an diesem Tag, um das Festessen zuzubereiten – rund ein Drittel mehr als an normalen Tagen.

Hinzu kommt der Müll, etwa durch das viele Geschenkpapier. Rund zehn Prozent mehr an Papierverpackungen landet an Weihnachten in den Mülltonnen, schätzt Jörg Lacher vom Bundesverband Sekundärstoffe und Entsorgung. Noch drastischer ist die Verschwendung von Lebensmitteln. Über das ganze Jahr verteilt werfen die privaten Haushalte in Deutschland rund 6,7 Millionen Tonnen von ihnen weg – rund zwei Drittel aller weggeschmissenen Lebensmittel, schreibt das Verbraucherschutzministerium. Mehr als die Hälfte wären dem Ministerium zufolge vermeidbar gewesen. An Weihnachten wächst die Menge noch einmal an, weil viele großzügiger einkaufen als sonst. Oft landen große Mengen im Müll.

Ökonomen wie der Amerikaner Joel Waldfogel halten Weihnachten für eine "Orgie der Wertvernichtung". Ganz so hart muss man es nicht sehen. Vielleicht würde es helfen, die Ansprüche ein wenig herunterzuschrauben. Und das Fest etwas gelassener anzugehen.

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Kommentare

50 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Nur die Kids werden beschenkt

In meiner Familie haben wir schon vor Jahren entschieden, nur noch die Kinder zu beschenken. Jedes Jahr Geschenke besorgen für 10 Leute ist einfach Blödsinn. Nicht, weil es zu teuer ist, sondern weil die Hälfte eh im Müll landet. Hat doch sowieso jeder schon alles und die Wünsche die es gibt sind dann zu überdimensioniert für ein Weihnachtsgeschenk.

Und selbst mit Mitte 30 noch Socken und Unterhosen von Mutti zu bekommen ist dann auch irgentwann peinlich.

Aber das Allerschlimmste sind diese Gutscheine! Seit es Groupon & Co. gibt bekomme ich jedes Jahr neue Gutscheine geschenkt, von denen ich HÖCHSTENS ein Drittel einlöse.

Von dem Geld kaufe ich lieber eine Kiste guten Wein und dann wird der Abend auch lustiger.

Hm...?

"Über das ganze Jahr verteilt werfen die privaten Haushalte in Deutschland rund 6,7 Millionen Tonnen von ihnen weg – rund zwei Drittel aller weggeschmissenen Lebensmittel, schreibt das Verbraucherschutzministerium Mehr als die Hälfte wären dem Ministerium zufolge vermeidbar gewesen."

Irgendwas stimmt da nicht.

Studie des Ministeriums

Lieber hampelman,

ganz richtig - hier fehlt ein Punkt vor dem "Mehr". Die Haushalte sind für 2/3 der Lebensmittelabfälle verantwortlich - tatsächlich also werfen sie mehr weg als der Handel oder die Produktion. Die Hälfte von dem, was sie wegwerfen, hätte vermieden werden können. Für weitere interessante Aspekte empfehle ich die Lektüre dieser Studie hier, in Auftrag gegeben vom Bundesverbraucherschutzministeriums. http://www.bmelv.de/Share...

Viele Grüße
S. Schimansky

Hab den mir bekannten Link noch mal durchgelesen.

In meinem Haushalt werden ca. 5% Lebensmittel weggeschmissen.

Das sind Abfälle vom Kartoffel- und Apfelschalen usw., grobe Fettanteile beim Fleisch und ganz selten mal, zuviel Gekochte Speisen.

Und das soll für 2/3 der von Haushalten weggeworfenen Lebensmittel verantwortlich sein?

Kann es sein, das die Studie da etwas Übertreibt?

Bitte um die Meinung der Redaktion.

Ja, was denn nun?

Konsumieren wir nicht, bricht die Wirtschaft zusammen, konsumieren wir, bricht die Umwelt zusammen. Da steh ich nun und frage mich, was nun? Ich schenke gerne und ja, ich werde auch gerne beschenkt. Unsere Familie beschenkt sich gerne und da wir mit Sinn und Verstand schenken, schenken wir auch so, dass der andere was damit anfangen kann (man kann ja schließlich die fragen, die den anderen am besten kennen).

So ist es dann ein Nullsummenspiel. Hätte ich es nicht geschenkt, hätte er oder sie es sich selbst gekauft. Oder was anderes. Dieses jährliche Geschwafel von Konsumterror nervt mich. Immerhin halten wir so die Wirtschaft am laufen. Ist doch auch was.

Letztlich soll es doch jeder halten wie er will. Ich freu mich jedes Jahr drauf. Punkt!

Ein Geschenkchen für die Wirtschaft!

"Immerhin halten wir so die Wirtschaft am laufen."

Das schönste Weihnachtsgeschenk: die Wirtschaft wird beschenkt und darf weiterleben. Süß! Was bekommt sie denn dieses Jahr? Wieder Wachstum, wie in den letzten Jahren? Ist vielleicht nicht so originell, aber immer wieder gerne gesehen. Wachstum braucht man schließlich immer. Kann man gar nicht genug von haben.

Disclaimer: Diese Polemik ist nicht böse oder gar persönlich gemeint und darf deshalb stehenbleiben. :)

Ansonsten bleibt nur noch zu sagen: Eine Krawatte!